Stoppt Maly den Irak-Krieg?

maly.JPGDas weltweite Netz hat bekanntlich fast unbegrenzt Platz. Und dieser Platz wird eben nicht nur für Interessantes genutzt, sondern auch für allen möglichen Unsinn. So könnte man doch mal einen Weltbürgermeister wählen, dachten sich da einige Engländer. Schnell war da was zusammengeschustert. Wobei ich den Begriff „zusammengeschustert“ hier bewusst wähle, denn auch Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster ist mit unter den 50 Kandidaten, die nun zum Weltbürgermeister gewählt werden können.

Doch, und der regelmäßige Leser dieses Blogs ahnt es schon, neben Schuster ist auch Nürnbergs OB Ulrich Maly dabei. Warum? Das wird nicht so ganz klar, denn die Argumente, die da in seiner Würdigung auftauchen, sind jetzt auch nicht sooo überzeugend. Wenn es schon eine Leistung ist, dass man 1960 geboren und Mitglied der SPD ist, dann gut. Manche werden sich vielleicht auch daran erfreuen, dass Maly im Aufsichtsrat der N-Ergie und des Flughafens sitzt, aber nur wenn sie nicht wissen, dass ein Nürnberger OB da qua Amt drin hockt.

Und was, bitteschön, soll denn ein Weltbürgermeister tun? Den Irakkrieg beenden, die olympischen Spiele absagen? Und reicht es dazu, wenn man bei der NürnbergMesse im Vorstand gesessen hat?

Wer will, kann da ja aus lokaler Verbundenheit, unserem Uli Maly eine Stimme geben. Nutzen dürfte das aber vor allem den Betreibern von Worldmayor, unserer Welt dagegen eher nicht.

Steilvorlagen aus dem Clubblog

20080406_pinolafans_big.jpgEs geht doch nichts über Steilvorlagen, die einen aus den abgehobenen Bloggersphären in die Niederungen der Heimat zurückkatapultieren. Und diese Vorlagen liefert wieder mal der Fußball. Genauer gesagt dessen Fans, bei denen es jetzt auch im Netz rundgeht und die (das war sie dann die Vorlage) in den Kommentaren und Foren von Feuerwerkskörpern sprechen, die aus dem Club- bzw. Gästeblog im Frankfurter Stadion geflogen sind. Während also die Nicht-Internetten immer noch von „der Block“ reden und ihnen dabei so etwas wie ein persönliches Tagebuch vorschwebt, ist den Netaffinen der Begriff „Block“ schon irgendwo abhanden gekommen.

Soweit das Nette. Doch nun zum Club, dem manche ja vorgeworfen hatten, er sei zu brav. Nun übernehmen die Fans den bösen Part und plötzlich gewinnt er wieder. Was natürlich ein etwas billiger Kurzschluss ist. Außerdem wird durch diese Art von „Kratzen und Beißen“ eventuell genau das Gegenteil erreicht. Im Augenblick ist nicht mal klar, ob der Club die Punkte behält. Außerdem könnte es sein, dass er sein nächstes Heimspiel im Playmobilstadion vor ein paar Ordnern austragen muss. Siege sehen anders aus.

Wer wirklich gewonnen hat, ist hingegen Clubpräsident Michael A. Roth (ich werde natürlich umgehend dafür sorgen, dass er bei den NZ-Nervpromis rausfliegt) sowie Vize Siegfried Schneider. Die beiden haben vorgemacht, was es heißt: sich für einen Verein reinhängen.

Hier noch Links auf zwei sehr guten Fanberichte, einer von einem Nürnberger, einer von einem Frankfurter.

Schon wieder ein Supermarkt weg

In der Innenstadt bekommen Sie alles. Dieser Satz stimmt schon längst nicht mehr. Versuchen Sie in der Nürnberger Altstadt mal eine Tüte Milch oder eine Packung Haferflocken zu bekommen.

Da gibts doch den Tengelmann im CityPoint, werden manche sagen. Nein, den gibt es seit ein paar Tagen nicht mehr. Der hat dicht gemacht und beim CityPoint möchte man, dass das möglichst lange niemand merkt. Deswegen wird in der neuen Center-Zeitung die Schließung mit keinem Wort erwähnt. Auch wer auf die Homepage des Einkaufs-Centers an der Breiten Gasse geht, wird unter „Lebensmittel“ weiter den Tengelmann finden. Unter der angegebenen Rufnummer ertönt allerdings: „Kein Anschluss unter dieser Nummer“.

Statt eines Supermarktes gibt es im Keller des CityPoints nun ein weiteres, überflüssiges Schuhgeschäft. Aber nur vorübergehend, wie es heißt. Einen Supermarkt wird aber wohl keiner mehr dort aufmachen wollen. Das heißt: Man muss an die Peripherie gurken, wenn man sich was für seinen Kühlschrank kaufen will. Oder aber zum Hauptmarkt latschen, auf das eingeschränkte Angebot im Hauptbahnhof zurückgreifen, bzw. beim Karstadt Luxuspreise für gehobene Foodartikel löhnen.

In der Nürnberger Altstadt zu wohnen, das macht zumindest schlank.

Akute Bürgermeistergefahr

Die Kollegen mit ihrem herkömmlichen Lagerdenken rätseln und kommen nicht mehr mit. Denn die am Sonntag durchgeführten Stichwahlen in Bayern lassen für sie überhaupt nichts Greifbares erkennen. Hier gewinnt die SPD, dort die CSU, in Lauf sogar ein Grüner und in Ansbach ein Bündnis aus Parteien, die keine alte Sau kennt. An was soll man sich da halten? War das jetzt ein Votum gegen Kurt Becks Herumgeeiere mit der Linkspartei?

Dabei gibt es bei den Ergebnissen der Stichwahl doch eine ganz evidente Regelmäßigkeit: Amtsinhaber oder politisch bereits einschlägig Bekannte, wie Helga Schmitt-Bussinger (SPD) in Schwabach, wurden abgestraft. Da wählte man lieber jeden, bei dem wenigstens die theoretische Chance besteht, nicht so zu werden, wie die, die man bereits kennt. Da stimmten die Ansbacher sogar für Carda Seidel, obwohl die aus dem verhassten Nürnberg kommt.

Wer also in Bayern noch nie politisch aktiv war, sympathisch rüber kommt und gut Hände schütteln kann, der sollte Obacht geben. Es besteht akute Bürgermeistergefahr.

Als Wirt bist du der Volldepp

Wenn ich noch Gastwirt wäre (früher war ich mal einer), dann würde ich mich von diesem Rauchverbot-Gekasper, das gegenwärtig in Bayern abgezogen wird, voll verarscht fühlen. Nicht nur, dass die Gäste massenhaft wegbleiben, und die, die noch kommen, dauernd rauslaufen um dann, oft ohne bezahlt zu haben, abzuhauen. Nein, ich müsste mich auch noch über die Extrawürste aufregen, die anderen gebraten werden. In den Kneipen, die sich zu Raucherclubs umwandeln, brummt es nämlich. Und nun zieht auch noch das Nürnberger Frühlingsfest die Gäste ab. Dass da jetzt doch geraucht werden darf und im Gegenzug auch noch die Bierpreiserhöhung zurückgenommen wird, da würde ich schon aus Frust zur Zigarette greifen. Mindestens!