Sogar Google hält das Derby für relevant

Wer heute die Lokalblätter aufschlägt, erkennt recht schnell: Am Derby zwischen dem Club und diesem anderen Verein aus der Nachbarschaft besteht ein öffentliches Interesse. Das weiß sogar der wohl mächtigste Konzern der Welt: Google. Doch nicht nur das. Er erachtet es für die Welt sogar als relevant, ob jemand zu den einen oder zu den anderen hält.

Vor zwei Monaten reagierte Google auf eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes. Um das „Recht auf Vergessen“ umzusetzen, durften Löschanträge gestellt werden. Da ich damals mit meinem Verein mal wieder extrem haderte und sogar drauf und dran war, meine Fußballfankarriere an den Nagel zu hängen, betrieb ich Frustabbau per Löschantrag.

Körper- und Geisteshaltung in diesem Beitrag schienen mir zu diesem Zeitpunkt nicht mehr ganz angebracht, weshalb ich diesen nicht bei meiner Namenssuche erwähnt wissen wollte.

Jetzt teilte mir Google rechtzeitig zum heute Abend stattfindenden Derby seine – von wem, nach welchen Kriterien? – getroffene Entscheidung mit. Obwohl der Mehrzahl der Anträge bislang stattgegeben wurde, wurde meiner abgelehnt. Mit folgender Begründung:

„Sehr geehrter Herr Viebig,

vielen Dank für Ihre Anfrage…

Nach einer Abwägung der uns bekannten Umstände sind wir zu dem Schluss gekommen, dass die Anzeige des/der von Ihnen beanstandeten Nachrichtenartikel(s) in den Suchergebnissen von Google derzeit relevant ist und daran nach wie vor ein überwiegendes öffentliches Interesse besteht…

Ich nehme mal zu Googles Gunsten an, dass Journalisten-Verbindungen, die eine unabhängige Berichterstattung beeinträchtigen, eine Relevanz für die Öffentlichkeit besitzen. Insofern beuge ich mich dem Urteil und werde – anders als zwei Kollegen von der „Zeit“ – mich nicht noch mehr zum Affen machen.

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