Markus und die Kleingeister

HeimatministeriumklFinanzuminister Markus Söder möchte nicht nur Ministerpräsident in Bayern werden. Er greift auch immer wieder in die Kommunalpolitik seiner Heimatstadt ein. Seine Masche ist dabei: Mit kleinen Geschenken die weitgehend immer noch SPD-dominierte Stadtverwaltung als ein Haufen unromantischer Kniefiesler dastehen lassen. So lief das etwa bei der „Frankenröhre“, die inzwischen auf EU-Gerichtsebene und Umweltverträglichkeitsprüfungs-Fragen abgedriftet ist. Auch beim Sandstrand am Wöhrder See bediente er fränkische Urlaubsträume, während SÖR auf der Gänsekacke sitzengeblieben ist. Beim Flughafen sonnt sich Söder als Namensgeber im Ruhm Dürers, andere durften sich derweil mit den roten Zahlen beschäftigen. Dazu passt auch das hier angesiedelte Heimatministerium: Schöne Fassade, ein paar Schlagzeilen, aber nichts dahinter.

Jetzt kommt der Finanzminister als Weihnachtsmann für die gebeutelten Clubfans daher. Er will deren Traum von einem Max-Morlock-Stadion erfüllen. weiter lesen

Eine Schnappschildkröte namens Söder

soederMarkus Söder ist ein Medienprofi. Als solcher weiß er, wie man sich platzieren muss, um größtmögliche Aufmerksamkeit zu erzeugen. Nachdem in diesem Sommer die Tierwelt irgendwie schwächelt (die Schnappschildkröte Suarez musste deshalb schon vom letzten Jahr aufgewärmt werden), dachte sich das Medienbüro Söder: Die Chance nutzen wir!

Söder postete auf Facebook ein Jugendbild, das ihn zusammen mit seinem Bettposter zeigt, auf dem Franz Josef Strauß feist heruntergrinst. Söder reckt dabei seinen Daumen nach oben und signalisiert so: Ich habe Facebook antizipiert und war schon damals die Brücke zwischen Laptop und Lederhose.
weiter lesen

Werden wir Metropole für unmoderne Musik?

Gasteig_Philharmonie
Es ist bei Städten wie in großen Firmen: Wer global mitmischen will, der kann sich irgendwann nicht mehr mit der Bespaßung der Nachhut aufhalten. In München merken das gerade die Klassikfreunde, denen jetzt nur noch ein Umbau statt des versprochenen Neubaus kredenzt wird.

Auch im bayerischen Städteranking gibt es Vorhut und Nachhut. Bleiben wir bei der Musik. Da dauert es zwaroft auch bis zu 50 Jahre ehe der in München ansässige Bayerische Rundfunk amerikanische Schlager in sein erstes Programm aufnimmt. Seinem Nürnberger Ableger gönnt er jedoch Musiksparten erst, wenn sie noch ein bisschen abgetragener sind. Seit der vergangenen Woche werden Schlager und Oldies für den Digitalkanal „Bayern plus“ aus Nürnberg gesendet. Da halten es die BR-Leute offenbar wie mit dem Tatort: Wenn sich der erste Hype gelegt hat und ein paar Jahrzehnte ins Land gegangen sind, dann kann man auch mal die Franken berücksichtigen. weiter lesen

Wer will für 450 Euro Gänse beunruhigen?

xSo werden in Nürnberg Probleme gelöst! Vor einem Jahr kredenzte (es standen Wahlen an) der Nürnberger CSU-Politiker Markus Söder dem Wöhrder See einen Strand. Immerhin 15 Millionen wurden vom Freistaat in die Aufpeppung des Sees gesteckt. Doch dummerweise ist der trotzdem nicht badetauglich und wird von Vögeln okkupiert. Diese Vögel haben zudem keinerlei Respekt vor dem massiven Steuergeldereinsatz des Freistaats und scheißen sogar noch drauf.

Zur Problembehebung hatte Finanzminister Söder auch gleich den Zuständigen ausgemacht: SÖR. Dieser Servicebetrieb ist in Nürnberg sowieso für jede Scheiße verantwortlich. Doch blöderweise hat SÖR und die dahinter steckende Stadt Nürnberg die Zuständigkeit glaubhaft widerlegen können. Sogar der Landesbund für Vogelschutz („Mitvögeln!“) mischte sich ein und meinte, das mit den Vogelkot hätte man sich eigentlich denken können. weiter lesen

Verlierer retten das Volksbad

Im Eifer des Wahlkampfgefechts wird gerne manches gesagt, das man später nicht mehr wahr haben möchte. Daher hier als kleiner Reminder für alle:

„Die Zusage gilt auch im Falle eines SPD-Sieges.“

Bei der Zusage handelt es sich um 10 Millionen Euro aus Freistaatsmitteln für das Nürnberger Volksbad. Gesagt hat es der rekonvaleszente Finanz- und Heimatminister Markus Söder und zwar hier zusammen mit seinem doch relativ klar gescheiterten OB-Kandidaten Sebsatian Brehm.

Die zehn Millionen reichen zur Sanierung zwar nicht. Eine Bürgerstiftung und die Stadt müssten wohl nochmal den gleichen Betrag hinlegen. Aber immerhin. Das Versprechen sollten wir uns merken. Auch wenn es nicht das erste Versprechen wäre, das in diesem Zusammenhang gebrochen wurde.

Über die Notwendigkeit einer Sanierung brauchen wir hier ohnehin nicht zu reden. Es kommen eher noch Argumente hinzu.