Die Polizei und der Twitter-Alltag

Bei den sozialen Netzwerken ist es mittlerweile fast wie bei den Zeitungen: Es muss auch publiziert werden, wenn nichts passiert ist. Dabei gäbe es durchaus Beispiele, es anders zu machen, wie etwa das Alarmsystem Katwarn.

Die Polizei Mittelfranken geht dennoch den anderen Weg. Seit zwei Wochen sind dort drei Mitarbeiter für die Veröffentlichungen auf Facebook und Twitter zuständig. Anders als unsereins bekam das Polizeipräsidium für seine Social-Media-Aktivitäten auch kostenlose Starthilfe. Funk und Fernsehen berichteten groß, die beiden örtlichen Zeitungen meldeten das Ereignis sogar auf ihren „Schürzen“ (das sind die mit mehr oder weniger gelungenen, täglich wechselnden Schlagzeilen bedruckten Plakate auf den stummen Verkäufern). Mehr Werbung geht kaum.
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Transparenz und die Vergeudung von Lebenszeit

Piraten Kandidat_B_20130522_  Michael Bengl , Kreisverband Nbg Vorstellung des Oberbuergermeister-kandidaten der Piraten-Partei RESSORT:  Lokales _   ZEITUNG: NN       Ausgabe:   HA DATUM:    22.05.2013 FOTO:         Berny Meyer MOTIV:  Piraten OB-Kandidat Michael Bengl "Veroeffentlichung nur nach vorheriger Vereinbarung" 22. MAI 2013  ©  BERNY   /  berny-meyer@t-online.de   / 0170 2015199 /   raiffeisen spar+kreditbank,91191 lauf ,kto. 247294, blz 76061025  /  berny meyer, etlaswind 17, 91338 igensdorf finanzamt forcheim, steuernummer  217/251/10410   steuer id 63-741-880-254
Vielleicht erinnert sich noch jemand: Es gab schon vor der AfD Parteien, die versucht haben, Protestpotenziale zu bündeln. Die Piratenpartei zum Beispiel. Von der hört man mittlerweile kaum noch etwas. Höchstens noch, wenn sich dort jemand in Pegida-Nähe begibt.

Dabei hat die Piratenpartei – im Gegensatz zur AfD – immerhin einen Vertreter im Nürnberger Stadtrat sitzen. Der hat im Augenblick allerdings Probleme mit dem piratigen Markenkern: der Transparenz.
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Fränkische Piraten: Jetzt erst recht!

piratenNiedergang, Austrittswellen, Grabgesänge: Die einst so hoffnungsvollen Piraten scheinen mausetot zu sein. Und wenn bei einer Partei dann noch Stern-Reporterin Laura Himmelreich auftaucht, dann ist das Ende ohnehin nah.

Nicht so bei uns. Die Franken halten das Piratenfähnchen weiterhin hoch. Zwar schwinden auch hier die Mitgliederzahlen. Aber unsere Piraten-Parlamentarier denken weder an Austritt noch ans Aufhören.

Der Nürnberger Stadtrat Michael Bengl konstatiert:

In Nürnberg und in Mittelfranken gibt es keine Anzeichen einer Austrittswelle oder einer Entzeitstimmung.
Vielmehr konzentrieren wir uns hier auf die anstehenden Themen in der Kommunalpolitik und ich freeu mich, dass wir uns bei den anstehenden Haushaltsberatungen hier in Nürnberg konkret einbringen können

Es seien vielleicht einige Köpfe abhanden gekommen. Besonders um Anke Domscheidt-Berg tut es Bengl leid. Von ihr hätten die Piraten enorm profitiert. Aber die grundsätzlichen Themen blieben schließlich bei der Partei: weiter lesen

Bunt, bunter, Bezirkstag

Am Donnerstag trifft sich der neue mittelfränkische Bezirkstag zur konstituierenden Sitzung. Der Bezirkstag ist inzwischen dank Überhangmandaten von 24 auf 30 Mitglieder angewachsen. Bedeutender ist er dadurch nicht geworden. Aber bunter. So sitzt mit Daniel Gruber ein Pirat im Ansbacher Bezirksrathaus. Der Chef der Frankenpartei, Robert Gattenlöhner, darf dort ebenso Platz nehmen, wie Ingrid Malecha von der ÖDP. Ja sogar je ein Vertreter der FDP (Wolfgang Hoffmann) und der Linken (Uwe Schildbach) sind mit von der Partie.

Mancher mag da nach der Fünf-Prozent-Hürde rufen, um solchen „Auswüchsen“ Einhalt zu gebieten. weiter lesen

TETRA-Sender heimlich installiert

Anderswo hatten sie schon viel Spaß mit dem neuen Digitalfunk für die Rettungskräfte. Zum Beispiel in Hessen (Korruption bei der Auftragsvergabe, Hackerangriffe oder Fehlfunktionen). Auch in Bayern, wo teilweise schon der Probebetrieb läuft, regt sich längst der Widerstand (etwa in Traunstein oder Rosenheim

Nun komnt der TETRA-Behördenfunk nach Mittelfranken und so ganz klaglos wird das wohl auch hier nicht abgehen. Der Nürnberger ÖDP-Stadtrat Thomas Schrollinger hat dazu einen Stadtratsantrag gestellt. weiter lesen

Obacht, Dürerschüler!

Wer ans Nürnberger Dürer-Gymnasium geht, der ist Kummer gewöhnt. Da flüchten schon einmal Häftlinge während der Pause über den Schulhof, da muss man sogar einen nicht wiedergewählten Oberbürgermeister als Rektor ertragen… Deshalb, so dachte sich wohl ein Nürnberger Autofahrer, braucht es vor dem Dürer-Gymnasium auch keine Geschwindigkeitsbeschränkung. Der Mann klagte dagegen und fühlte sich dabei auch durch die Regierung von Mittelfranken bestätigt, die schon seit Jahren gegen eine verkehrspolitische Verzärtelung der Schulkinder anregiert. Sie hatte die Stadt Nürnberg im Sommer in ihre Schranken verwiesen, als sie meinte, generell vor Schulen Tempo 30 einführen zu können.

Jetzt hat das Verwaltungsgericht in Ansbach der ebendort angesiedelten Regierung aber vors Schienbein getreten. Es hat der Stadt bescheinigt, odrnungsgemäß gehandelt zu haben. Und nicht nur das: Die Geschwindigkeitsbegrenzung gilt auch in der Ferien.

Hier die Erklärung des Verwaltungsgerichts:
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Nur mieser Sex in Mittelfranken

Antenne Bayern, das ist der Sender, der sich in der Vergangenheit schon mit zweifelhaften Gewinnspielen Zusatzeinnahmen beschafft hat und der nicht gerade mit Geschmackssicherheit in Musikfragen glänzt. Jetzt hat er eine Studie zum Sexualleben in Bayern in Auftrag gegeben, die sogar von angeblich seriösen Medien dankbar aufgegriffen wurde. Angeblich anonym sei im Internet gefragt worden, wie es denn so mit der Zufriedenheit im Bett aussieht. Und siehe da: Bei uns Mittelfranken läuft es ganz mies. Letzter Platz (37 Prozent Zufriedenheitsgrad), noch hinter der Oberpfalz (38 Prozent).
Vorne liegen die Schwaben, die wackeren, von denen rund die Hälfte mit dem eigenen Liebesleben zufrieden ist. Oberfranken und Unterfranken kommen immerhin noch auf rund 48 Prozent.

Nun, wenn ich so durch Nürnberg laufe, kommen mir eigentlich 37 Prozent noch übertrieben vor. Allerdings war ich neulich auch mal in Augsburg, und was soll ich sagen: so richtig befriedigte Gesichter sah ich da auch nicht.

Ich wage daher einfach einmal folgende Behauptung: Wer von uns Mittelfranken Antenne Bayern hört, der muss schon ziemlich tief gesunken sein, bei dem läuft bestimmt auch außerhalb des Bettes einiges schief.

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Landtagswahl: Die SPD liegt vorne

Ein Mensch aus Chemnitz hat – unterstützt von der dortigen Technischen Universität – einen Wahlomaten für die Landtagswahl in Bayern ins Netz gestellt. Der bayerische Wähler kann dort schon einmal üben. Er bekommt die gleichen Stimmzettel vorgesetzt, die ihm auch am 28. September in seinem Wahllokal ausgehändigt werden und kann nicht nur sein Stimmverhalten kund tun, sondern sich auch alles vorab in Ruhe einmal ansehen. So kann er zum Beispiel feststellen, dass etliche Nürnberger Stadträte in die Landespolitik drängen (stinkt ihnen der Maly? verlassen sie das sinkende Schiff?). Bei den Grünen stehen Christine Seer und Jürgen Wolff auf der Liste, bei der FDP Utz Ulrich, bei der ÖDP Thomas Schrollinger oder bei der Linken Harald Weinberg. Dazu geben die beiden BI-Ausländerstopp-Vertreter Ralf Ollert (ist sogar bayerischer Spitzenkandidat) und Sebastian Schmaus ihre Tarnung auf und kandidieren für die NPD.

Was aber bei der Vorwahl noch mehr auffällt: In Mittelfranken käme die SPD auf 34, die CSU nur auf 22 Prozent. Bayernweit wäre das Ergebnis mit 48 und 12 Prozent sogar noch deutlicher. Die CSU läge damit gleichauf mit der NPD.

Ich wette mal: So wird es nicht kommen! Da wird schon Kurt Beck dafür sorgen (rührend ist in diesem Zusammenhang wie SPD-Spitzenkandidat Franz Maget in seinem Blog zwischen Parteidisziplin und Distanz herumlaviert und dabei auf so schöne Überschriften wie „Come Beck“ kommt).