Rolltreppen: Ein Wort sagt mehr als 1000 Bilder

In München hat das für ziemliche Aufregung gesorgt, als plötzlich auf den Rolltreppen ein allgemeines Stehgebot verkündet wurde. Wie hält es eigentlich Nürnberg mit den Rolltreppenregeln, wollte ich deshalb von der VAG wissen und siehe da: Da gilt die Regel, die die Münchner gerade so erbost, schon lange. Ich schrieb das in diesem Beitrag nieder, der dann prompt auch hier einiges an Aufregung erzeugte. Am nettesten fand ich dabei allerdings jenen Kommentator, der die ganze Rechts-links-Diskussion aus folgendem Grund für Quatsch hielt: „Wenn ich rechts stehe, ist links eh kein Platz mehr.“

Den eigentlichen Grund, warum sich in Nürnberg kaum einer an die angeblich aus den Piktogrammen hervorgehende Regelung „Rechts und links stehen und dabei am Handlauf festhalten“ hält, entdeckte ich freilich erst gestern als ich mir die Rolltreppen am Hauptbahnhof noch einmal genauer anschaute. weiter lesen

Grüner Pranger will Journalisten helfen

Leute wegen ihrer Gesinnung aufzulisten und namentlich an den Pranger zu stellen, das kannten wir bisher eher von Nazi-Gruppen. Jetzt praktiziert die den Grünen nahe stehende Heinrich-Böll-Stiftung Ähnliches. Auf agentin.org ist ein Wiki mit Personen und Organisationen zu finden, die nicht feministisch sind. Dabei wendet sich die Plattform ausdrücklich auch an uns Journalisten, die gemutmaßt Entscheidungshilfen brauchen, wen sie interviewen sollten und wen lieber nicht:

Die Agent*In erleichtert u.a. Aktivist_innen, Multiplikator*innen und Journalist*innen sowie Bildungseinrichtungen die Recherche zu anti-feministischen Akteur*innen und bietet die Möglichkeit, sich anhand der Informationen selber ein Bild über deren ideologische Ausrichtung und Vernetzung zu machen.

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Wie User Nürnberg sehen

Das Spiegel-Jugendmagazin Bento hat gerade eine Städteanalyse anhand von Google-Suchanfragen erstellt. Nürnberg ist nicht dabei. Zu klein? Zu unbedeutend? Zu langweilig? Egal! Für euch bin ich in die Bresche gesprungen und habe das Versäumte nachgeholt.

Bekanntlich gibt es bei der Google-Suche eine Autocomplete-Funktion, die einem unnötiges Tippen ersparen soll. Dabei wird nach der Suchhäufigkeit vervollständigt. Über die Vorschläge erfährt man, was die Nutzer über einen Suchbegriff denken, womit sie ihn verbinden, welche Vorurteile darüber kursieren und welche Fragen am häufigsten auftauchen.
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AfD bemüht sich um seriösen Anstrich


Zwei Wochen vor der Bundestagswahl soll der Wahlkampfhöhepunkt der AfD steigen. Und zwar in Nürnberg. Am 9. September sprechen in der Meistersingerhalle nicht bloß Alexander Gauland oder Jörg Meuthen, sondern als „Stargast“ auch der ehemalige tschechische Staatspräsident Václav Klaus.

Hat der sich verirrt? Checkt er nicht, was die AfD für eine Partei ist? Nichts dergleichen! Klaus weiß das sehr genau. Am 30. April sprach er bereits beim Bundesparteitag der AfD und sagte damals: „Ich bin echter Fan und Anhänger ihrer Partei.“
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Einmal, wenn in Nürnberg was los ist…

In der Woche vor Pfingsten fand die Hauptversammlung des deutschen Städtetages in Nürnberg statt. Eine gute Gelegenheit für eine Stadt zu zeigen, was in ihren Mauern so abgeht, vor allem wenn ihr der Ruch der Langeweile anhaftet. Da wird dann „fränkische Diätküche“ kredenzt, das Rathaus zur Eventlocation umfunktioniert und vor dem Büro des Oberbürgermeisters sogar eine Zapfanlage aufgebaut (Zapfen, wir wissen es, ist die wichtigste Tätigkeit der Stadtoberhäupter). weiter lesen

Mut wird wählbar

Vergangene Woche hatte ich hier verkündet, dass die unter „Zeit zu handeln“ firmierende Partei der Ex-Grünen Claudia Stamm einen Namen hat. Nennen kann ich ihn erst jetzt: mut.

mut steht neben der eigentlichen Wortbedeutung auch für mitbestimmen, umsteuern, teilen.

Das Programm ist hier zu finden

Darin heißt es unter anderem:
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Wenn Nürnberg mal ein Vorzeigeprojekt plant

In den meistens von Jammertönen durchfluteten Filterblasen bekommt man sowas nicht so mit: Die Konjunktur brummt – zumindest was den Bausektor angeht. Baufirmen haben es nicht mehr nötig, jeden Auftrag anzunehmen, schon gar nicht, wenn die Gewinne nicht stimmen. Im Augenblick geht in Nürnberg deswegen ein umweltpädagogisches Vorzeigeprojekt langsam die Pegnitz runter: die Energie- und Umweltstation am Wöhrder See. Noch in diesem Jahr sollte mit dem Bau des 3,4-Millionen-Euro-Projektes begonnen werden. Die Station sollte auf Stelzen im Wasser stehen und nicht nur der Umweltbildsung der Schüler dienen, sondern auch als Garage für das Mähboot. Zudem sollte dort die immer wieder beklagte Toilettensituation am Wöhrder See behoben werden.
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Stamm-Partei hat neuen Namen


Nun hat es doch nicht geklappt mit Nürnberg. Der Auftakt der Stamm-Partei musste nach Würzburg verlegt werden, weil hier auf die Schnelle keine geeigneten Räumlichkeiten gefunden werden konnten. Dafür wird am kommenden Mittwoch in Nürnberg der Name der bisher als „Stamm-Parte“ oder als „Zeit zu handeln“ firmierenden Gruppierung bekannt gegeben. Auch ein achtseitiges Rumpfprogramm gibt es bereits, mit den vier Eckpunkten: Soziales, Flüchtlinge, Ökologie und Menschenrechte. Aber wenn es um die Konkretisierung geht, wird deutlich, dass da viel Raum für die Ideen potenzieller Neumitglieder vorhanden ist.
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Niemand hat die Absicht, die Mauer abzureißen

Manchmal versteht der Nürnberger keinen Spaß. Zum Beispiel wenn es um seine Stadtmauer geht. Bei der handelt es sich immerhin um ein von Historikern hochgelobtes Exemplar mittelalterlicher Befestigungstechnik. Nun hat eine Gruppe von Kulturschaffenden in Nürnberg, die sich zwar regelmäßig, von der Öffentlichkeit aber relativ unbemerkt, unter den Namen „Salon der unerfüllten Wünsche“ bzw. „Freunde der Feinde der Altstadtfreunde“ treffen, ein Bündnis „Noris ohne Mauer“ gegründet und zum Abriss der Mauer aufgerufen.

Zu dem Projekt wird Tobias Lindemann, der unter anderem auch beim Casablanca mitarbeitet, am morgigen Donnerstag im Heizhaus, Wandererstraße 89, 20 Uhr, einen Vortrag halten. Begleitend dazu gibt es mittlerweile eine Webseite. Die wiederum wurde heute in einem Zeitungsartikel (online hier) vorgestellt, was jede Menge empörter Reaktionen hervorrief. Sogar Bürgermeister Christian Vogel sah sich bemüßigt, den verunsicherten Nürnbergern zu versichern, dass seine Stadtverwaltung alles zum Erhalt der Mauer unternehmen werde und zwar für die nächsten 900 Jahre:
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