Die AfD setzt auf ein neues Thema


Die Bundestagswahl ist zwar erst am 24. September. Trotzdem hängen in Nürnberg bereits die ersten Plakate. Von der AfD. Und natürlich kommt gleich der Reflex: Dürfen die das?

Ja, sie dürfen. Die zahlen nämlich dafür und dann ist das „normale“ Werbung und eine willkommene Einnahme für die jetzt nicht gerade finanzstarke Stadt Nürnberg.

Willkommen ist der AfD dann umgekehrt auch jener oben genannte Reflex. Mit dem geht sie gerade massiv hausieren. Nicht nur, dass sie sich damit als armes Opfer stilisieren kann, sie hat auch wieder was zu posten und kann Aufmerksamkeit generieren. Zum gerade aktuellen Thema Trump ist ihr nämlich bislang wenig eingefallen. weiter lesen

Frankenröhre: Time to Say Goodbye


Nachdem sich jetzt alles wieder etwas beruhigt hat und „Bund Naturschutz“ langsam wieder aus dem hiesigen Schimpfwortschatz verschwindet, sollten die Besonnereren unter uns vielleicht doch noch einmal über unser Großprojekt Frankenschnellweg-Ausbau nachdenken. Immerhin hielten die sich auch einmal für so besonnen und verkündeten, ein Schicksal wie „Stuttgart 21“ oder der Flughafen Berlin werde der Ausbau des Frankenschnellwegs nicht erleiden. Das war allerdings im Jahr 2010 und nach den damaligen Prognosen wollte unser Oberbürgermeisters im Jahr 2017, also jetzt, die Frankenröhre eröffnen. Die Kosten wurden damals auf 299 Millionen geschätzt und bis 2017 wegen zu erwartender Preissteigerungen auf 390 Millionen hochgerechnet. Inzwischen liegt die Prognose bei 500 Millionen und angesichts der Streitigkeiten mit dem Bund Naturschutz, aber eben auch eigener Fehler, ist noch kein Termin für den Baubeginn in Sicht. Will heißen: Unser Großprojekt würde frühestens 2023 fertig, wahrscheinlich eher später. Sein Sinn dürfte sich dann den meisten Verkehrsteilnehmern kaum noch erschließen. Dabei geht es aber nicht um die auch vom BN befürchtete Zunahme des Verkehrs, eher im Gegenteil.
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Mein Feind, der Baum


Hier ist es die Nachverdichtung, dort die Sicherheit für die Autofahrer und woanders die ab einem bestimmten Stammumfang zuschlagende (in Nürnberg 80 cm) Baumschutzverordnung. Die Gründe, warum derzeit besonders exzessiv gefällt wird, sind vielfältig.

Dass im Winter manches Gehölz zufrückgeschnitten oder entfernt wird, ist an sich nichts Ungewöhnliches. Im Augenblick wird allerdings in Nürnberg und Umgebung in einer Weise abgeholzt, die nicht nur mir unangenehm auffällt.
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Die Politik und der Gratis-Journalismus

Als Regierungsmitglied hat sich Kanzleramtsminister Peter Altmaier für die Einführung des Leistungsschutzrechts eingesetzt. Damit soll vor allem Google schon für das Zitieren kurzer Zeitungsbeiträge zur Kasse gebeten werden. Auf Twitter, wo er immerhin 138.000 Follower hat, zitiert Altmaier allerdings auch selbst gern; ohne irgendwas zu zahlen. Dass Journalismus Geld kosten soll, stößt dem nicht gerade darbenden Vertrauten der Kanzlerin sogar sauer auf. Bei der Washington Post, aus der er wg. Trump aktuell gerne zitiert, beschwerte sich der Minister jetzt auf Twitter:
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Höcke steht nicht allein

Gerade poppt die Meldung auf, dass die AfD Bernd/Björn Höcke aus der Partei ausschließen will. Ob es soweit kommt, sei dahingestellt. Ähnliche Probleme mit dem ganz rechten Rand gibt es jedenfalls auch in Nürnberg. Hier befeuert die AfD-Direktkandidation Elena Roon gerade den ohnehin schwelenden Nord-Süd-Konflikt.

Gegenwärtig kursieren im Netz Hitlerbilder, die Roon in einem WhatsApp-Chat verbreitet hat. Die Überschrift lautet: „Vermisst seit 1945.“ Darunter steht: „Adolf, bitte melde Dich! Deutschland braucht Dich! Das Deutsche Volk!“ Außerdem ist ein weiteres Bild zu sehen, wo Hitler sich die Haare rauft und erklärt: „Islamisten…, die habe ich vergessen!“
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Wenn Schüler in Uralttechnik investieren

Sollte man Schülern die Sütterlinschrift beibringen? Den Umgang mit Faxgeräten? Das Kleben von Tonbändern? Keine Frage: Das bringt nichts. Das braucht niemand. Jetzt nicht und in Zukunft schon gleich gar nicht.

Allerdings, auch Taschenrechner sind mittlerweile überflüssig. Entsprechende Apps sind auf den Handys teilweise schon vorinstalliert, teilweise kann man sie sich kostenlos herunterladen. Trotzdem müssen sich die Schüler (zahlen dürften aber wohl meistens die Eltern) die technisch überalterten Kleingeräte kaufen. Inzwischen sind die Schüler wohl auch der einzige Grund, warum die mehr als 100 Euro teuren Dinger von den beiden verbliebenen Anbietern Texas Instruments und Casio überhaupt noch vertrieben werden.
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Wenn schon „miserabel“ draufsteht…

Am 1. März kommt das Musical „Les Miserables“ auf seiner Tournee auch in die Nürnberger Meistersingerhalle. Genauer gesagt handelt es sich allerdings nur um ein Musical, das irgendwie an „Les Miserables“ angelehnt ist. Das brachte viele Zuschauer früherer Tourneestationen einigermaßen auf die Palme. Beispielsweise in Bochum oder Wuppertal. Dort verließen viele Besucher vorzeitig den Saal und wollten ihr Geld wieder haben. Schnell wurde ihnen nämlich klar, dass es sich nicht um das Erfolgsmusical von Claude-Michel Schönberg und Alain Boublil handelte (wie etwa bei der oben abgebildeten Aufführung des Theaters Hof), sondern um eine Neuinszenierung der Deutschen Musical Company Köln, die sich zwar auch an Victor Hugos Romanvorlage anlehnt, aber nicht nur die Musik änderte, sondern den Stoff auch noch entpolitisierte. Wobei das Ensemble selber unschuldig ist und die Bewerbung „mit Sorge“ betrachtete.
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Nord-Süd-Konflikt in der Nürnberger AfD

Im rechten Lager scheint es kein Limit für Abstrusitäten zu geben. „Sophie Scholl würde AfD wählen“, hieß es da am vergangenen Wochenende. Der Beitrag mit dem Scholl-Zitat (siehe nebenstehendes Bild) und der genannten Folgerung wurde freilich nicht von einem durchgeknallten Hasskommentator gepostet, sondern von der AfD-Nürnberg-Süd/Schwabach.

Der AfD-Account (mittlerweile ist die nach eigenem Impressum „offizielle Seite des AfD-Kreisverbandes Nürnberg Süd/Schwabach“ offline wieder online) hatte zwar nur ca. 300 Likes. Das Bild verbreitete sich dennoch rasend schnell. Mehr als 1000 Mal wurde es bei Facebook geteilt. Die Zahl der Kommentare ist mittlerweile drei Mal so hoch. Unter diesen sind allerdings viele, die den Beitrag als „bodenlos“ und als „Frechheit“ bezeichnen. Manche, wie etwa der Comedian Kurt Krömer, gaben sich sogar etwas mehr Mühe, der AfD zu erklären, warum der Beitrag unmöglich ist:
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Frankenschnellweg: Gestriges für übermorgen

RESSORT:  Anzeiger / Lokales DATUM:      05.11.15 FOTO:         Michael Matejka  MOTIV:  Stau am Frankenschnellweg / Blick von den Jansenbrücke nach Osten ANZAHL:    1 von 8 "Veröffentlichung nur nach vorheriger Vereinbarung" Seit rund 30 Jahren bosseln sie jetzt schon am kreuzungsfreien Ausbau des Frankenschnellwegs. Sogar CSU-Oberbürgermeister Ludwig Scholz hat damit schon Wahlkampf gemacht. Das lange Bosseln schadete insofern nichts, als sich Autoindustrie und Verkehrspolitik bei uns der Innovation weitgehend verweigerten. Doch selbst hier hält dann doch mitunter die Moderne Einzug und sofort wird deutlich, dass beim Frankenschnellweg das Gestern für übermorgen plant.
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NürnbergApp: Blöd, wenn der Content fehlt

nbgapp
Zu einer richtigen CityApp hat es in Nürnberg bekanntlich nicht gereicht. Die Argumentation der Stadtverwaltung, man könne inzwischen auch via Browser an die Infos kommen, habe ich damals sogar nachvollziehen können. Trotzdem wurde jetzt von „Erlebnis Nürnberg“, IHK Mittelfarnken und dem Nürnberger Wirtschaftsreferat doch noch eine Nürnberg-App präsentiert. Die soll vor allem dem Einzelhandel zugute kommen.

Deswegen wurde sie wohl auch schnell noch vor Weihnachten veröffentlicht. Da grapscht, so die Hoffnung, der ratlos nach Geschenkideen Suchende gerne nach jedem Strohhalm, den er finden kann.
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