Der Dackel der First Lady

Zunächst dachte ich, das sei eine spezielle Form des Protestes. Gegen was auch immer. Offenbar mehrere Tage stand der kopflose Dackel da anklagend auf dem Mittelstreifen vor dem Verlagsgebäude am Willy-Brandt-Platz. Inzwischen wurde er gerettet. Sogar der Kopf wurde unweit vom Rumpf im pflegefreundlichen Straßenbegleitgrün gefunden und sicher gestellt.

Tierliebe war weniger der Grund für die Rettungsaktion. Vielmehr handelte es sich um den Dackel der First Lady, die von ZDF-Dampfplauderer Wolf-Dieter Poschmann gerade erst fälschlicherweise als Präsidentengattin bezeichnet wurde. Daniela Schadt hatte den Dackel jahrelang in ihrem Büro stehen und ließ sich von ihm beim Kommentarschreiben inspirieren. Für gut genug, ihr ins Schloß Bellevue, in die Dienstvilla nach Dahlem oder gar zur olympischen Eröffnungsfeier nach London folgen zu dürfen, erachtete sie ihn dennoch nicht. Deswegen blieb Danielas Dackel – frauchenlos – in der Redaktion zurück. weiter lesen

Wie arbeitet VroniPlag?

Beim niedersächsischen Kultusminister Bernd Altusmann hat „die Zeit“ zur Abwechslung mal die Recherchearbeit übernommen, die sonst von GuttenPlag oder VroniPlag geleistet wird. Genauer gesagt, sie hat einen Gutachter damit beauftragt. Und prompt kommen Zweifel auf. Allzu dünn ist die Faktenlage, allzu schnell können Interessierte behaupten, hier seien Parteiinteressen und Antipathien die Triebfeder gewesen.

Von einem „Apparat“ wie VroniPlag kann selbst eine große Wochenzeitung nur träumen. Auch professionelle Gutachter können nicht das leisten, was die rund 40 VroniPlag-Aktiven leisten. In ihrer Freizeit. Bezahlen könnte das ohnehin keiner.

Unterschiedliche Kulturen, die wohl nie zusammenfinden werden!


Aber egal. Heute besuchte „Goalgetter“ trotzdem die NZ. „Goalgetter“ war Mitarbeiter bei Guttenplag und ist Initiator des Nachfolgeprojekts VroniPlag. Wohlgemerkt: Initiator. Einen Chef gibt es dort nicht. Sonst, so erzählt „Goalgetter“, würde wahrscheinlich keiner mehr mitmachen.
Auch wenn jemand anfangen würde, jetzt durch die Talkshows zu tingeln, dort „den Kämpfer gegen das Abschreiben“ zu geben und die Ehre für sich einzuheimsen, gäbe es Ärger. Insofern ist das schon ein Grund, seine Birne und seinen Namen rauszuhalten (ein anderer ist der, dass einen Publicity nur von der Arbeit abhält). Einer wie Jorgo Chatzimarkakis, dem jetzt ebenfalls der Doktortitel entzogen wurde, dessen Uni auf ihrer Homepage mit den (oben abgebildeten) fliegenden Doktorhüten wirbt und der die Plagiatsjäger mit den Tyrannen der Antike verglichen hat, wird das wohl nie verstehen. Dafür funktioniert VroniPlag, im Gegensatz zur profilierungsgeilen FDP.
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Adventskalender: Fassade #16

StreetView durchleuchtet auch das Schaffen der hiesigen Journalisten. Am Pressehaus legt Google offen, dass sich die NN-Kollegen gerne mittags in der Kantine verköstigen und dann noch einen Nachtisch mit ins Büro nehmen:
nnkollegen
Während sich der NZ-Mitarbeiter (gottseidank schwer erkennbar) im Dunkeln zu den Futtertrögen in der Lorenzer Straße verdrückt.
vipgoogl

Nebentätigkeiten

Die TonangeberHeute mal ein kurzer Beitrag in eigener Sache: Vipraum ist ja bekanntlich nicht das einzige Blog, in dem ich schreibe. Nachdem ich früher hier manche mit meinen Fußball-Postings genervt habe, wurde das ins Clubfreunde-Blog ausgelagert. Nebenbei betreibe ich auch schon länger das Deppenblog, das inzwischen auf das neue Portal des Magazins Sechsundsechzig umgezogen ist. Und jetzt bin ich auch beim neuen Musik-Blog „Die Tonangeber“ mit von der Partie. Schaut halt mal rein!

Live von der zentralen Wahlparty in Nürnberg

Willkommen beim Live-Bloggen von der zentralen Wahlparty im Nürnberger Presseclub! Bitte nicht vergessen: Die Seite muss regelmäßig aktualisiert werden, damit die neuen Beiträge erscheinen. Mit der Kommentarfunktion können auch Fragen gestellt werden. Ich werde versuchen, so gut es geht, diese mit Hilfe der anwesenden Experten zu beantworten.

17.40 Uhr: Hier im Presseclub geht es noch geruhsam zu. Politiker sind noch kaum welche da, nur ein paar Journalisten, die mit der Technik kämpfen.
17.45 Uhr: Alt-OB Peter Schönlein ist inzwischen da. Dann kanns ja losgehen.
17.48 Uhr: Dafür sind noch keine OSZE-Beobachter da. Laut Wahlamt sollen auch keine mehr kommen.
17.52 Uhr: Emanuel Kotzian, Direktkandidat der Piraten ist gerade auch gekommen. Premiere, der erste Pirat im Presseclub. Als grüner Kandidat war Kotzian aber schon mal hier.
17.56 Uhr: Die Spannung steigt. weiter lesen

Wiesd heid wiedä ausschaugsd

Über Twitter sind die Empfehlungen zwar schon verbreitet worden. Aber manchmal ist es einfach schade, wenn etwas nur kurzfristig getwittert und dann übersehen und vergessen wird. Da können die fast schon zum Mainstream gehörenden Blogs in die Bresche springen.
Aus diesem Grund will ich hier ein Video aus der NZ-Italienisch-Reihe „Zwischen Pegnitz und Piazza“ für die Nachwelt erhalten und damit gleichzeitig auch einen kleinen Nachtrag zu meinen frankenaffinen Netzvideos liefern: Pino Barone von der Gruppe „Wassd scho? Bassd scho!“ gibt hier erst den ekligen italienischen Schnulzenheini, wechselt dann nahtlos ins fränkische Mundartfach zund bringt so die mühsam austarierte Zweisprachigkeit durcheinander. Herzensgut!
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Ein Herz für Blogs

Wie angekündigt soll heute die Blogroll aufgerollt werden. Zum Blogrolltuesday habe ich natürlich auch ein paar Kandidaten. Schließlich kann man nicht erst etwas groß ankündigen und dann kneifen

Anfangen will ich im lokalen Bereich und zwei Blogs nennen, denen ich mit meinem „Vipraum“ nicht das Wasser reichen kann, weil sie schon weit vor mir im Netz waren: Lisa Neun aus Erlangen und Sugar Ray Banister aus Nürnberg. Wohl wegen dieses langen Erfahrungsvorsprungs fehlt diesen Blogs jegliche Aufgeregtheit und jeglicher Hang dazu, auf Klickzahlen zu schielen. Allein deswegen sind sie schon eine Empfehlung wert.

Ebenfalls lokal, aber nur für eine bestimmte Spezies interessant: Blogs zum Thema „Club“. Hier kommt man an der rührigen Clubfans_United nicht vorbei. Gleichzeitig will ich aber auch die 3 Clubfreunde, von denen ich einer bin, nicht unerwähnt lassen.

Wenn ich schon dabei bin bei der Eigenwerbung, dann feiere ich hier noch mein Alter-Ego-Blog „Depp im Web“ ab. Der Titel spricht für sich. Auch die Kollegenblogs bei NZ-Online will ich nicht vergessen.

Wer sich für Medien, Zeitungskrise und verzweifelte Reaktionen darauf interessiert, dem möchte ich das Blog von Christian Jakubetz ans Herz legen. Der beobachtet zwar speziell die Passauer Neue Presse, aber vieles davon ist ohne weiteres übertragbar.

Sehr gerne lese ich auch Twitkrit, eine Art literarische Quartett für Tweets. Hier werden lesenswerte 140-Zeichen-Texte dem schnellen Vertwittern entrissen und so der Nachwelt erhalten. Etwa: „Habe mir beim Füsse eincremen beide Hände gebrochen“ oder „Suche Zeitreiseexperten: Treffen letzten Donnerstag“ oder „Neun von zehn Stimmen in meinem Kopf sagen: Ich bin verrückt“ oder – ich kann  da gar nicht mehr aufhören – dieser hier, den man sich allerdings als Grafik anschauen muss.

So das waren jetzt schon sieben und ein paar Zerquetschte und eigentlich sollten bei der Aktion „ein Herz für Blogs“ nur fünf Blogs vorgestellt werden. Also ist es eh schon Wurst, daher verweise ich außer Konkurrenz, denn es sollen ja nur deutschsprachige Blogs empfohlen werden, halt noch auf das Blog „Fonse – ein Franke haust ab“  Das Ding ist in Hardcore-Fränkisch geschrieben und daher schon vom Sprachlichen her exotisch.

Erst abreißen, dann denken

Der Beitrag zum Paketpostamt ist heute schon in Nplus in einer kleinen Serie, in der NZ-Redakteure ihre Wünsche zur Stadtbildverschönerung erörtern, erschienen. Ich habe ihn aber hier noch mal rübergehievt.

Nürnberg ist schön, aber nicht überall. An manchen Orten in der Stadt fehlen Charme und Sinn. In weiteren Folgen unserer beliebten Serie lassen NZ-Redakteure wieder ihre Phantasie spielen: Was müsste passieren, damit diese Schauplätze aufblühen?

Charme und Sinn, das wären die letzten Begriffe, die mir bei dieser Brachfläche mitten in der Stadt einfallen würden. Schande und Schwachsinn schon eher. Nur 100 Meter vom Bahnhof entfernt klafft diese von Müll und Unkraut bedeckte Baulücke, bei der man fast schon dankbar ist, dass ein Unternehmer dort seine Riesenwerbefläche platziert hat und damit gnädig ablenkt von diesem Musterbeispiel für verfehlte kommunale Wirtschaftspolitik.

Es ist fast sieben Jahre her, da rückten Bagger dem Paketpostamt am Ausgang des Allersberger Tunnels zu Leibe. Das Bauwerk (Bild) stammte aus den 30er Jahren. Exemplarisch verdeutlichte es die Nazi-Architektur. Wie bei der Hauptpost wurde hier die Formensprache der NS-Repräsentationsbauten aufgenommen. Gleichzeitig konnte im Inneren demonstriert werden, dass der massive Naturstein nur scheinbar auf 1000 Jahre ausgelegt war. Die Natursteinverkleidung verriet die monumentale Pracht als simplen Industriezweckbau.

Trotzdem war das NS-Blendwerk nicht etwa baufällig oder gar vom Einsturz bedroht. Im Mai 2002 wurde es abgerissen, weil die Stadt dort ein Erlebnissport-Kaufhaus errichtet sehen wollte. Ähnlich wie beim Jahre später abgerissenen Milchhof wurden Probleme mit dem Denkmalschutz befürchtet, und da dachte man wohl: Was weg ist, das regt diese nervigen und wirtschaftsfeindlichen Altbaubewahrer nicht mehr auf. Das Paketpostamt am Bahnhof stand nämlich, aus nicht ganz erfindlichen Gründen, noch nicht auf der Denkmalschutzliste. Das verwunderte damals selbst den Architekten des Sportkaufhauses – zumal der benachbarte, deutlich unattraktivere Postrundbau auf dieser Liste stand.

Der Architekt konnte dann seine Pläne für einen Kaufhausneubau nicht umsetzen, da der Investor einen Rückzieher machte. Dass sich eine Stadtverwaltung gegen solche Unwägbarkeiten und Investorenlaunen nicht erst einmal absichert, bevor sie die Bagger loslässt, will mir bis heute nicht in den Kopf. Mit Wirtschaftsförderung hat das jedenfalls nichts zu tun.

Als Strafe verlange ich daher den Wiederaufbau des Paketpostamtes. Dort könnte – wie vor dem Abriss bereits geschehen – ein Musikclub Platz finden. Auch anderswo wegen der Lärmentwicklung eher ungeliebte Nutzungen wie Band-Übungsräume könnte man unterbringen. Unbillig finde ich diese Forderung nicht, schließlich baut Berlin sein Stadtschloss auch wieder auf. Außerdem sind im Konjunkturpaket Millionenbeträge für wesentlich sinnlosere Bauvorhaben aufgeführt.


So wächst die lokale Twitterszene

Wenn man schon zunehmend mehr Kollegen und Bekannten Twittereinführungen gibt, kann man sowas gleich öffentlich machen. Allerdings will ich hier keinen weiteren Twitter-Einführungskurs liefern, solche haben andere schon zur Genüge ins Netz gestellt. Vielmehr möchte ich mich auf die lokale Twitterszene konzentrieren, um daran deutlich zu machen: Twittern ist nicht bloß sinnfreies Gezwitscher oder bedeutungsloses Gestammel, wie manche meinen.

Inzwischen tut sich im Nürnberger Twittergroßraum so einiges, so dass ich meine frühere Rinnsal-Behauptung teilweise revidieren muss.

Da sind zunächst die hiesigen Medien: Die NZ twittert vor allem aktuelle Nachrichten aus der Region. Auch die Nürnberger Nachrichten twittern. Nordbayern.de liefert Links zum Polizeibericht. Zudem haben etliche Mitarbeiter dieser Medien eigene Twitteraccounts. Etwa meine Mitbloggerinnen von Achtung, Wolf! und Marienstraße – oder der NZ-Chefredakteur.

Eine Übersicht über die lokalen „Twittereliten“ bietet Twittergrader (hier die Liste für Nürnberg). Dort findet sich unter anderem auch OB Maly, wobei ich Zweifel habe, ob er das wirklich selber macht. Mein Eindruck war bisher, dass er eher weniger in der digitalen Welt daheim ist und allenfalls weiß, was ein Browser ist. Auf jeden Fall ein Fake ist der Twitteraccount von Günther Beckstein.

Seit einigen Tagen bemüht sich übrigens auch der Nürnzwerg darum, lokale Twitterer aufzuspüren und zu seinen Followings hinzuzufügen. Gleichzeitig begutachtet er, was die lokalen Parteien tweetmäßig auf die Beine stellen.

Eher anderweitig schon vorhandene Informationen im 140-Zeichen-Format liefern die Tweets der Stadt Nürnberg, der Tourismuszentrale Nürnberg oder der Spielwarenmesse. Mit den Drei Linden gibt es in Nürnberg inzwischen das angeblich „erste Restaurant“, das twittert. Die Nürnberger SPD schließlich hat ihren letzten Parteitag für erste Twitterschritte genutzt.

Da die Fußballfans ein bisschen internetaffiner sind als Politiker oder Journalisten, twittern auch der FCN, die Fürther Spielvereinigung und diverse Clubfans, wie etwa die Clubfans-United und natürlich die 3 Clubfreunde, die etwa vom Clubsieg in Freiburg und vom Länderspiel gegen Liechtenstein live getwittert und das auch in ihrem Blog dokumentiert haben.

Selbstverständlich freue ich mich auch, wenn mir jemand folgt, in den Twitter-Vipraum.

So viel erstmal. Bestimmt habe ich ganz viele Twitterer aus der Region nicht erwähnt. Teilweise auch weil sie nicht so leicht einzuordnen sind, vor allem aber, weil ich sie einfach nicht kenne. Vielleicht hat sich das bis zum nächsten Posting über die lokale Twitterkultur aber geändert.

Bahn sperrt "Presse" aus

Wie die Bahn ihre Mitarbeiter überwacht, darüber wurde ja schon anderweitig ausführlich berichtet. Hier im Haus haben wir jetzt etwas Neues entdeckt, das zeigt, wie sich die Bahn krampfhaft bemüht, nur ja nichts nach Außen dringen zu lassen. Eine unserer Mitarbeiterinnen im Sekretariat ist mit einer Bahnbeschäftigten befreundet. Diese wollte ihr mehrmals etwas per Mail zukommen lassen, was aber nicht klappte.

Jetzt stellte sich heraus, dass die Bahn offenbar Mails in denen das Wort „Presse“ vorkommt, nicht absendet. Dummerweise lautet die Domain für alle unsere Mailadressen aber „pressenetz.de“.

Ich habe meiner Kollegin geraten, das Ganze über einen kostenlose Mailaccount mit Umleitung abzuwickeln. Es wäre doch gelacht, wenn sie die „Geheimbotschaften“ aus dem Bahnsicherheitstrakt nicht doch noch bekommen könnte.