Neue Partei startet in Nürnberg

Der spektakulärer Austritt von Claudia Stamm bei den Grünen fand zwar in München statt. Die neue Partei, die Stamm und ihre bereits bekannten Mitstreiter gründen wollen, soll ihre ersten Schritte allerdings in Nürnberg unternehmen. Am 7. Mai findet hier die erste Regionalkonferenz statt. Danach sollen weitere Regionalkonferenzen und die Parteigründung folgen. Das wird, so der frühere Nürnberger Grünen-Chef Ralph Hoffmann, alles noch vor der Sommerpause stattfinden.

Vor drei Jahren hat Hoffmann das vollzogen, was ihm Stamm jetzt nachgemacht hat: Er ist bei den Grünen ausgetreten. Seit über einem Jahr waren er und Stamm sowie andere unzufriedene Grüne in München in Kontakt. Deswegen hält Hoffmann die Interpretation in manchen Medien, Stamm sei nur deswegen ausgetreten, weil sie nicht als Fraktionsvorsitzende zum Zug gekommen ist, auch für perfide. „Damals war von der Vorsitzendenwahl noch gar nicht die Rede.“ Dafür seien in der Zwischenzeit mehrere Arbeitskreise und ein Verein gegründet worden, berichtet Hoffmann. „Das waren alles Leute, die gesagt haben: Wir halten es nicht mehr aus bei den Grünen.“
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"Die Grünen nutzen ihre Chance nicht"

Jetzt spricht Ralph Hoffmann doch über seine Austrittsgründe. Am Wochenden war der grüne Kreisvorsitzende noch auf Tauchstation und ließ die anderen ihr Bedauern zum Ausdruck bringen. Der 51-Jährige hat bekanntlich am Donnerstag auf der Mitgliederversammlung seinen Parteiaustritt bekannt gegeben.

Den „0,0-Promille-Quatsch“ oder das „Hurra-Ukraine-Zeug“ habe ihn geärgert. Doch die Hauptursachen für seinen Grünen-Austritt liegen im lokalen Bereich, bei den handelnden (bzw. nicht handelnden) Personen in Nürnberg.

„Da sagt keiner: lasst uns die Stadt verändern! Ich erkenne da noch nicht einmal den Willen dazu.“ Gegenwärtig bestünde die Chance zu einem Befreiungsschlag. OB Maly könne zwar einerseits „vor Kraft kaum noch laufen“, trotzdem brauchen er und die SPD andererseits einen Partner. Bei den Sozialdemokraten herrsche freilich immer noch die Angst, wenn man den Grünen zu viel Mitsprache in der Verkehrspolitik einräume, werde man wieder vom Wähler abgestraft wie weiland OB Peter Schönlein. Dabei habe sich doch die damals so kritisierte Schleifenlösung für die Altstadt als äußerst praktikabel erwiesen. weiter lesen