Plagiatsucher filozofie

Plagiatsuchen und Promovieren scheint inzwischen jeder Depp zu können. Notfalls macht man es eben in Tschechien oder in Frankfurt bei der FAZ 😉

Die FAZ, die bei Schavan oder Steinmeier eher auf der Politikerseite stand, hat jetzt den neuen CSU-General Andreas Scheuer ins Visier genommen. Ganz eigenständig. Ohne ersichtliche Beteiligung der üblichen Plagiatskoryphäen.

Wobei das auch an denen liegen könnte.

Bei VroniPlag zum Beispiel wurde der Fall bereits im April 2011 aufgegriffen. Wegen der Streitigkeiten mit VroniPlag-Gründer Martin Heidingsfelder sind die von ihm erstellten Seiten aber nicht mehr verfügbar. weiter lesen

Wie redlich müssen Plagiatsjäger sein?

Irgendwann reicht einem ein Schulterklopfen oder ein warmer Händedruck nicht mehr. Da will dann auch der Plagiatsjäger Geld sehen. Schließlich ist es harte Arbeit, spröde, nicht auf Lesererbauung erpichte Texte nach nicht gekennzeichneten Zitaten zu durchforsten.

Doch der Übergang zur Professionalisierung ist schwer.

Jetzt hat ein Mann sogar einen Angestellten der Deutschen Bank erpresst, ihm einen Job zu verschaffen. Andernfalls werde er die Doktorarbeit des Managers im Internet veröffentlichen. Der Erpresser behauptete, Administrator von VroniPlag zu sein. weiter lesen

Aus dem Weg, ich bin Gründer!

Die Plagiatsjagd hat im Augenblick nicht gerade Hochsaison. Annette Schavan ist immer noch im Amt. Unfähigkeit im eigenen Fachgebiet ist halt noch kein Entlassungsgrund. Auch die bekannten FDP-Europaparlamentarierer kämpfen weiter für das Vergessen. Hin und wieder liefern sie sogar Arbeitsnachweise. So hat Silvana Koch-Mehrin Thilo Sarrazin ins EU-Palament eingeladen. Nervpromis müssen zusammenhalten.

Die Plagiatsjäger wiederum zoffen sich derweil lieber darum, welchen Mitarbeitern welche Titel zustehen. Und weil es da selten was Schriftliches gibt, was man einscannen kann, sind Quatschdebatten nach dem Motto „Ich habs erfunden!“ „Nein, ich!“ „Tür und Tor geöffnet. Nun wollen plötzlich etliche Leute Großwesir anstelle des Großwesirs sein, genauer gesagt anstelle des Goalgetters.
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Darf Schavan jetzt bleiben?

Es hat ein bisschen was von David gegen Goliath. Da der kleine Plagiatsjäger und dort die – sogar noch von Mutti unterstützte – Ministerin. Nun reicht Mutti Angela Merkel nicht einmal mehr aus. Jetzt muss sogar die Springerzeitung „Die Welt“ mithelfen um Annette Schavan von den Plagiatsvorwürfen reinzuwaschen. „Schavan von neuesten Plagiatsvorwürfen entlastet“ titelt die „Welt“ heute und wirft dem Erlanger VroniPlag-Gründer Martin Heidingsfelder vor, selbst unsauber gearbeit zu haben.

Zunächst mal: Es geht hier nicht um die Plagiate aus fremden Texten, wie sie hier dokumentiert sind, sondern um die Selbstplagiate, über die ich im Vipraum bereits geschrieben habe. Hier unterstellt Heidingsfelder aufgrund der Erscheinungsdaten in den Druckausgaben, dass das im Patmos-Verlag erschienene Buch „Person und Verantwortung“ vor der Dissertation zum Thema „Person und Gewissen“ erschienen ist und deshalb zu den Fremdplagiaten auch noch Eigenplagiate hinzukommen. weiter lesen

Schavan wird von Tag zu Tag fälliger

In seiner Sonntagsfrage wollte der Postillon gestern wissen: Wen soll Angela Merkel als nächstes rauswerfen? Die Frage stellt sich eigentlich nur bedingt. Denn Bildungsministerin Annette Schavan ist eigentlich fällig. Genauer gesagt, sie ist jetzt noch fälliger. Zu den im SchavanPlag-Wiki dokumentierten Stellen, kommen mittlerweile weitere hinzu, die VroniPlag-Gründer Martin Heidingsfelder – allerdings ebenfalls abseits von VroniPlag – entdeckt hat. Damit sind auf 28,3 Prozent der Seiten von Schavans Doktorarbeit (Titel: „Person und Gewissen“, erschienen: Dezember 1980) Plagiate gefunden worden. Die zusätzlichen Stellen sind hier zusammengefasst: Eigenplagiat Schavan Kurzfassung 21.5

Bei den Funden Heidingsfelders handelt es sich allerdings um Eigenplagiate aus dem Buch „Person und Verantwortung – Zur Bedeutung und Begründung von Personalität“, das Schavan mit Bernhard Welte im Mai 1980 herausgegeben hat.
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Schavan vor dem Abflug?

So sind sie, die Journalisten: Wenn die Bundesministerin für Bildung und Forschung in ihrer Doktorarbeit abgeschrieben hat, dann beschäftigen sie sich erst mal mit dem großen Unbekannten. Wer ist er, der anonyme SchavanPlag alias Robert Schmidt? Dabei gäbe es doch eine jederzeit überprüfbare Faktenlage (derzeit 58 Plagiatsseiten bei einer Nettoseitenzahl von 325) und es gibt eine Politikerin, die genau da sitzt, wo man für mehr Sauberkeit im Wissenschaftsbetrieb sorgen könnte. Wenn sie das aus eigenem Erleben vorantreiben kann, umso besser (bei „Erbloggtes“ wird Schavans Vorgehensweise noch einmal schön aufgedröselt). Wie selten hat man das denn, dass Politiker aus eigenem Erleben regieren können? Im übrigen stellen auch viele Firmen ehemalige Hacker ein, um für mehr IT-Sicherheit zu sorgen.

Insofern könnte Annette Schavan durchaus einen wichtigen Beitrag gegen das Plagiieren im Wissenschaftsbetrieb leisten. Stattdessen entfleucht sie der schnöden, undankbaren Welt – siehe Bild – mit dem Zeppelin. Als Ministerin sollte sie diesen Beitrag selbstverständlich nicht leisten. Man macht schließlich nicht den Bock zum Gärtner.
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Jetzt ist Goalgetter ganz draußen

Mit der Öffentlichkeit haben es die Leute bei VroniPlag nicht so. Diese Arbeit hat bislang der Gründer des Wikis, Martin Heidingsfelder (aka Goalgetter), übernommen. Weil Medien und Journalisten, man mag das bedauern, nun einmal anders ticken als Wissenschaftler und Wiki-Schreiber, kam es vor drei Monaten schon zum Eklat, als Vroniplag seinen Gründer vom Bürokraten zum Administrator herabstufte. Jetzt ist Goalgetter ganz aus dem Vroni-Plag-Wiki geflogen.

Die Gründe liegen darin, dass er unter VroniPlag-Wiki einen Twitteraccount benutzt und sich jetzt dort über die Griechen und den als Plagiator überführten FDP-Europapolitiker Jorgos Chatzimarkakis lustig machte. Chatzimarkakis hatte nämlich unlängst Journalisten als „Malakas“ bezeichnet, was auf Deutsch „Wichser“ heißt.
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Der offensichtlich neue VroniPlag-Chef M. Klicken schrieb daraufhin:

„Goalgetter. Deine fortgesetzte missbräuchliche und rufschädigende Nutzung des Twitteraccounts VroniPlagWiki entgegen dem vielfachen, über viele Monate, von vielen verschiedenen Nutzern immer wieder bekundeten Willen, steht aus meiner Sicht einer konstruktiven Mitarbeit Deinerseits im Wiki diametral entgegen. Ich werde daher Deinen Benutzeraccount hier im Wiki nun für unbestimmte Zeit sperren.“

Goalgetter wiederum meint, dass die letzten drei Monate nur händeringend nach einem Grund gesucht wurde, um ihn ganz aus dem Wiki rauszudrängen. Hier die Details zu dem Vorgang auf der Goalgetter-Benutzerseite.

Als eine seiner letzten Amtshandlungen hat Goalgetter über den VroniPlagWiki-Account noch auf den neuesten Plagiatsfall hingewiesen. weiter lesen

Ein Bock spielt den Gärtner

Wenn es um Kriminalität geht, müsse es Telefonüberwachung und Überwachung über Internet geben können. Das sagte der CDU-Politiker Dr. Patrick Sensburg am 19. Oktober 2011 bei der Debatte zu Online-Durtchsuchungen im Bundestag. Dazu behauptete Sensburg auch noch, der ChaosComputerClub habe unverantwortlich gehandelt und mit der Veröffentlichung des Quellcodes zu Strafvereitelung beigetragen. Und zum Schluss erklärte er: „Strafbare Handlungen können wir nicht tolerieren.“

Blöderweise ist Professor Sensburg jetzt ins Visier der VroniPlagler geraten. Auf mehr als 20 Prozent der Seiten seiner Doktorarbeit sind Plagiate gefunden worden. Darf man ihn jetzt abhören oder einen Trojaner auf seinem PC installieren?

Hier die Bundestagsrede von Sensburg

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Nachtrag: Patrick Sensburg hat die Vorwürfe auf seiner Homepage mittlerweile zurückgewiesen und behauptet, sich an die „Vorgaben der damals geltenden Promotionsordnung des Fachbereichs Rechtswissenschaften der FernUniversität Hagen“ gehalten zu haben.

Mediziner beweist Teamfähigkeit

Diesmal ist es kein Politiker, der als neuer Plagiatsfall auf der Startseite von Vroniplag auftaucht. Vielmehr handelt es sich um einen Mediziner. Der hat aber nicht bei seiner Doktorarbeit abgeschrieben, denn bei Doktorarbeiten in Medizin ist das Dünnbrettbohren ohnehin die Regel, Die Plagiate (gegenwärtig auf mehr als 25 Prozent der Seiten) wurden in seiner Habilitation gefunden. Ihr Titel: „Methoden des Prozessmanagements in der Radiologie“. Vorgelegt wurde die Arbeit an der Medizinischen Fakultät Charité der Humboldt-Universität zu Berlin.

Interessanterweise hat Ulf Teichgräber nicht einfach nur von bereits vorhandenen Schriften abgekupfert. weiter lesen

Auch ein FDP-Politiker aus Bayern unter Verdacht

Jetzt haben die VroniPlag-Leute einen Politiker aus Bayern im Visier. Es handelt sich um den Münchner Bundestagsabgeordneten Daniel Volk. Allerdings wurde sein Name bislang noch nicht auf der VroniPlag-Startseite genannt, dafür aber im Spiegel.

Natürlich, muss man schon sagen, ist Volk Mitglied der FDP. Auch einige andere Details erwecken nicht gerade Zutrauen, was eine eigenständige wissenschaftliche Leistung angeht. Volk hat seine Doktorarbeit bei der Universität Würzburg abgeliefert. Gefördert wurde sie von der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung. Ihr wurde früher schon eine zentrale Rolle bei der Unterstützung von Politikerkarrieren zugeschrieben. weiter lesen