Schönes Spiel, nur nicht für uns

  • Wegen der Länderspielpause habe ich hier auch pausiert, deshalb hier das Wichtigste aus den letzten beiden Wochen.
  • Beim letzten Heimspiel kam die Literatur zum Club. Der Erfolg war überschaubar. Umgekehrt ist das anders. Der Club kam nämlich auch schon zur Literatur. Zumindest beim neuen Literaturnobelpreisträger Peter Handke. Gegen den mag man einiges einwenden, bei bibliophilen Clubfans genießt er ein gewisses Wohlwollen. Grund ist sein Opus die „Die Aufstellung des 1. FCN vom 27.1.1968“. Sie belegt übrigens, dass man damals vorne noch mit Fünferkette gespielt hat:

Wabra
Leupold – Popp
L. Müller – Wenauer – Blankenburg
Starek – Strehl – Brungs – H. Müller – Volkert

  • Bei seiner Rettungstat in der Nachspielzeit gegen den FC St. Pauli hat sich Club-Keeper Christian Mathenia – wieder einmal – verletzt. Diesmal ist die Kniescheibe gebrochen.
  • Keinen Schadenersatz bekam ein Tiippspiel-Teilnehmer, der wegen des zu Unrecht aberkannten Behrens-Tors im Spiel gegen Schalke 04 geklagt hatte. Dass wir verpfifffen werden, muss man als Tipper wohl mit berücksichtigen.
  • Offensichtlich sind auch die Club-Mitglieder der Ansicht, dass die Konsolidierung der Finanzen Priorität gegenüber dem sportlichen Erfolg hat. Anders ließe sich kaum erklären, dass nach einem Abstieg eine Jahreshauptversammlung derart harmonisch abläuft.
  • Bei der Jahreshauptversammlung erwähnte Sportvorstand Robert Palikuca beiläufig, dass er im Dezember ein Gespräch mit Javier Pinola führen wird. Hoffentlich führt´s zum Erfolg.
  • Nachdem er sich erst mit dem türkischen Autokraten hat ablichten lassen, ist ein anderer Ex-Clubspieler erneut ins Fettnäpfchen getreten. Ilkay Gündogan würdigte ein Bild salutierender türkischer Nationalspieler bei Instagram mit einem Like. Dachte er, Instagram habe das Verbergen der Likes bereits umgesetzt? Wahrscheinlicher dürfte sein, dass er einfach nichts dachte. Trotzdem: Einen Miltärangriff unterstützen geht gar nicht. Was mich in dem Zusammenhang allerdings auch nervt, sind Fußballfunktionäre, die wieder mal fordern, die Politik aus dem Fußball rauszuhalten, aber nichts dabei finden, eine WM nach Katar zu vergeben oder mit Diktatoren zu kuscheln, die Fußball als Machtinstrument benutzen.
  • Ein Testpiel gab es in der Länderspielpause auch. Diesmal unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Vielleicht lag es an der fehlenden Fanunterstützung., dass der Club gegen den FC Ingolstadt mit 2:3 verlor, obwohl er die Schanzer erst unlängst aus dem Pokal geworfen hatte. Die Tore für den Club erzielten Sebastian Kerk und Nachwuchshoffnung Paul-Philipp Besong.

Das Spiel:

Erzgebirge Aue empfing als Vierter den zwei Punkte dahinter liegenden FCN. Die Spielanlage erinnerte aber daran, als ob da ein Underdog gegen einen ChampionsLeague-Teilnehmer antreten würde. Die Hausherren hatten ihre einzige Chance nach 20 Sekunden (ein Tor hätte aber wegen Abseits ohnehin nicht gezählt). Das war es dann aber. Danach versuchten sie gar nicht mehr, das diesmal von Andreas Lukse gehütete Clubtor anzuvisieren, sondern waren zufrieden, wenn sie den Ball hatten und keinen Treffer kassierten. Trotzdem kam der Club mehrfach gefährlich vors Tor von Männel. Einmal rettete er bravourös gegen Hack. Zweimal traf der Club nur die Latte. Leider sprang aber trotz deutlicher Überlegenheit nichts Zählbares raus.

Und wie das dann so ist…. Aber der Reihe nach. Nach 50 Minuten geht der Club durch Frey endlich in Führung. Mehr als verdient und eigentlich sollte das der Dosenöffner gewesen sein. Danach sah es auch gleich aus, denn drei Minuten später markiert Behrens den nächsten Treffer. Doch hier hat e der Videoschiri was dagegen. Abseits!

Nach einer Stunde sendete dann Aue endlich mal ein Lebenszeichen. Hochscheidt ließ drei Nürnberger stehen. Sörensen konnte nur noch mit der Hand retten. Rot, Elfer und Ausgleich. Doch auch mit zehn Mann ist der Club immer noch die bessere Mannschaft. Umso unverdienter dann in der 75. Minute die Auer Führung durch Hochscheidt.

Jetzt dachten wir, nun geht´s dahin. Doch schon nach drei Minuten kam der Ausgleich durch einen abgefälschten Schuss von Geis. Das Spiel war nun völlig offen. Wer das nächste Tor schießt, der holt die drei Punkte. Meinten wir. Aber das abseitsverdächtige 3:2 durch Mihojevic war es dann noch immer nicht für die Hausherren. In der 92. Minute bekam Frey im Strafraum den Ellbogen ins Gesicht. Elfmeter! Geis macht das 3:3.

Okay, wenigsten ein Punkt. Aber nichts da! In der 94. Minute steht Krüger (ebenfalls abseitsverdächtig) frei und erzielte die erneute Führung. Frust machte sich breit. Doch in der 97. Minute liegt plötzlich der eingewechselte Felix Lohkemper im Strafraum Erneut Elfmeter. Diesmal läuft Frey an. Aber Männel hält.

Nichts für schwache Nerven und nichts für Menschen, die zum Club halten. Woran´s lag? Fragt mich morgen noch mal. Da muss erstmal einiges sacken.

Ein Letztes:

Der „Glubberer“ bei „Verstehen Sie Spaß?„, der dann doch das FCB-Trikot überzog.

Kurioses Unentschieden

Die Woche:

  • Nicht wenige von uns glauben, dass es große Künstler am Ball gibt. Dass die irgendwann mal im Club-Dress spielen, diese Hoffnung hat wohl selbst FCN-Aufsichtsratsmitglied Ulrich Maly aufgegeben. „Kommst du nicht zur Kunst, kommt die Kunst zu dir“, hat er verlauten lassen und damit eine erstmalig beim heutigen Heimspiel durchgeführte Kunstaktion angekündigt. Wir Fans würden trotzdem lieber den Aufstieg wählen als den Kulturhauptstadttitel. Nur falls einer fragt. So richtig gezündet haben die Bandenbotschaften (z. B. „reden über Zentimeter“) jetzt auch nicht.
  • Ohnehin ist der FCN eher der Verein der braven Handwerker. Das wird nicht nur im Namen eines Mitglieds unseres Profikaders deutlich, sondern auch auf Sponsorenebene.
  • Nach dem Sieg in Hannover ging der zuvor etwas gesenkte Clubblick ganz schnell wieder nach oben. Gerade weil das aber so schnell gehen kann, sollte man die Distanz nutzen, um sich mal mit dem RWE-Phänomen zu beschäftigen. Es gibt nämlich Schlimmeres als geplatzte Aufstiegshoffnungen.
  • Unter Ausschluss der Öffentlichkeit findet am Mittwoch das Testspiel gegen den FC Ingolstadt statt. Der Club nutzt so die Länderspielpause.

Das Spiel:

Gegentoren gehen meistens eigene Fehler voraus. Wer, wenn nicht der Club, könnte eine derartige Binsenweisheit widerlegen? Es kann nämlich auch ein Fehler des Linienrichters zu einem Tor führen. So geschehen in der 23. Minute. St. Pauli griff über rechts an. Beim Pass auf Ohlsson hob der Linienrichter sofort die Fahne. Jeder, auch die Clubabwehr dachte: Abseits! Schiri Koslowski setzte die Pfeife zum Mund, pfiff aber offenbar nicht. Dass St.Pauli-Stürmer Gyökeres den Ball noch ins Netz schoss, geschenkt! Aber da sind ja noch die Videoschiedsrichter. Die erkannten zurecht, dass keine Abseitsstellung vorlag. Das Tor wurde gegeben. Bleibt als Erkenntnis nur: Immer weiterspielen, nicht von Unparteiischen irritieren lassen! Trotzdem: Unglücklicher kann ein Rückstand kaum fallen. Wobei sich das unglücklich durchaus auch auf den Videobeweis und das gegenwärtige Schiedsrichterwesen bezieht.

Leider war der Club dann auch noch unglücklich im Verwerten der sich zahlreich ergebenden Großchancen. War gegen Hannover 96 fast jeder Schuss ein Treffer, schien das von Himmelmann allerdings auch exzellent gehütete gegnerische Tor wie vernagelt. So gimg es mit dem Rückstand in die Pause.

Inzwischen hat der Club längst aufgeholt, was Ballbesitz und Passquoten angeht. Die in Hannover erfolgreiche Taktik war ja nach der Fahnenirritation nicht mehr aufrechtzuhalten. Dass der Club dann in der 51. Minute zum Ausgleich kam, war längst verdient, wenn auch der Treffer eher glücklich zustande kam. Dovedan, der diesmal wieder nicht überzeugen konnte, wollte eigentlich nach rechts ablegen, von einem gegnerischen Abwehrbein prallte der Ball jedoch zu Hanno Behrens, der den Ball in die Maschen wuchtete.

Danach hatten allerdings prompt die Hamburger eine Großchance. Miyaichi legte allerdings vor dem Clubtor anstatt selbst zu schießen noch quer, so dass Sörensen noch dazwischen gehen konnte. Zehn MInuten später war wieder die Fahne des Linienrichters oben und der Ball im Tor. Diesmal allerdings in dem von Mathenia. Diesmal zählte es aber nicht. Der Clubkeeper wurde von einem im Abseits stehenden Gegner irritiert.

Allerdings schaffte es der FCN aber ebenfalls nicht, seine Chancen zu nutzen. Hack traf lediglich den Pfosten. In der Nachspielzeit musste Mathenia noch einmal Kopf und Kragen riskieren, um wenigstens den einen Punkt zu sichern. Danach pfiff Schiri Koslowski ab. Bezeichnend, dass das noch nicht das Ende war. Minutenlang wurde Mathenia auf dem Platz verarztet, ehe er sich dann doch noch in den Spielerkreis einklinken konnte.

Fazit: Nach dem Höhenflug in Hannover ist der Club wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Da war definitiv mehr drin. Und noch eine Erkenntnis: Nehmt den Offiziellen bitte die Fahnen weg. Die Schiedsrichter sind eh akustisch miteinander verbunden und diese analogen Relikte dienen offenbar nur noch der Irritation von Spielern und Zuschauern.

Ein Letztes:

Leiser! Ich hör nix! Vielleicht könnte der Akustiker der österreichischen Skinationalmannschaft weiterhelfen…

Wir können auch anders

Die Woche:

  • Das ging schnell! Nach der bescheidenen Leistung gegen den KSC war in Nürnberg die Trainerdiskussion eröffnet. Mal wieder! Der, um dessen Posten es geht,  gab erstmal „den Mahner“. Ja mei! Den Mahner könnte ich hier auch geben. Dazu muss ich nicht Trainer sein. Aber vielleicht muss er halt einfach irgendwas sagen, damit nervige Sportjournalisten was zu schreiben haben.  Das mit dem fehlenden Killerinstinkt war auch nicht gerade die originellste Feststellung.
  • Canadi hat da wohl ebenfalls Defizite erkannt und nachgelegt. Fehlende Lernfähigkeit sei der Grund. Das hohe Verteidigen sei noch nicht verinnerlicht. Fehlende Lernfähigkeit hatten wir allerdings auch schon in der vergangenen Saison beklagt. Haben sich die Neuzugänge etwa zu gut integriert?
  • „Bader raus!“, wir erinnern uns. Jetzt trennt sich auch der FC Kaiserslautern von unserem Ex-Sportdirektor (das Pokalspiel gegen uns nimmt er allerdings noch mit). Martin Bader hatte gerade noch Boris Schommers verpflichtet. Unter unserem Ex-Trainer fiel der FCK allerdings von Platz 14 auf Platz 17 zurück. Bader-Spezi Christian Möckel hingegen ist neuer Sportdirektor beim österreichischen Erstligisten SCR Altach, jenem Verein, bei dem Damir Canadi seine größten Erfolge feierte. So schließt sich der Kreis.

Das Spiel:

Bei der Premiere des el Kackico im Februar ließ der Club die Punkte in Hannover. Denen half das dann allerdings auch nichts, weshalb sich die beiden Absteiger jetzt erneut in der zweiten Liga trafen. Dass es diesmal keinen Grottenkick gab, lag allerdings am in den grauen Auswärtstrikot aufspielenden FCN. Der nutzte die Schwächen der 96er gnadenlos aus. Bereits in der 3. Minute stand es 1:0. Eine einstudierte (?) Freistoßvariante wurde von Frey per Kopf weitergeleitet, wo der völlig frei stehende Margreitter nur noch einnicken musste.

Hannover musste nun kommen und kam auch. Der diesmal im 4-3-3 spielende Club stand aber – auch dank des wieder genesenen Sörensen – größtenteils sicher. Allerdings offenbarten die Offensivaktionen der Hannoveraner auch, warum die derzeit so weit unten stehen.

Erst In der 26. Minute kam der Club wieder vors Tor der Gastgeber – und wieder war der Ball drin. Jetzt war es Kapitän Hanno Behrens, der unbedrängt einköpfen durfte.

Hannover übernahm erneut das Kommando. Aber dann kam der große Auftritt von Robin Hack. Er wurde von Behrens bedient, ließ drei Gegner stehen und schoß trocken ins linke Eck. 3: 0 zur Halbzeit! An sowas erinnert sich kaum einer mehr.

In der zweiten Hälfte änderte sich das Bild kaum. Hannover hatte inzwischen eine Ballbesitzquote von 80 Prozent. Ihnen fiel aber nichts ein, wie sie die früh pressenden Nürnberger überwinden konnte. So machte sich bei unserem Mitabsteiger zunehmend Frust und Verzweiflung breit.

Die besseren Chancen hatte der Club. Jetzt war allerdings nicht mehr jeder Schuss ein Treffer. So dauerte es bis zur 83. Minute als erneut Margreitter traf. Wieder per Kopf. Diesmal nach einer von Geis getretenen Ecke.

Gut, Hannover war nicht voll bei der Sache, hinten unaufmerksam und vorne uninspiriert. Andererseits war der Club auch wesentlich bissiger als zuletzt. Zudem, auch das macht Mut, stand hinten endlich mal die Null.

Ein Letztes:

Der FCN ist Spitzenreiter. Allerdings nur bei der Anzahl von Montagsspielen in der Vorrunde:

Verteidiger gesucht

Die Woche:

  • Die Älteren unter uns erinnern sich vielleicht noch an Boris Schommers. Genauer gesagt natürlich nicht die Älteren, sondern diejenigen, bei denen Tiefpunkte nicht schnell im Nebel des Vergessens verschwinden. Jener Trainer, unter dem der ohnehin erwartbare Abstieg besiegelt wurde, hat jetzt am Betzenberg angeheuert. Dort darf der Club demnächst im Pokal antreten.
  • Auch Ex-Sportvorstand Andreas Bornemann dürfte vielen noch erinnerlich sein. Jetzt beschäftigte er sich mit seinem Nachfolger und äußerte Unverständnis über dessen Verhalten im Fall Jatta, bei dem die Bildzeitung jetzt übrigens nochmal nachgelegt hat.
  • Hat man sich erstmal auf jemanden eingeschossen, dann ist es wahrscheinlich auch egal, wenn dafür eigentlich die Gründe fehlen. Die angeblichen Tricksereien Palikucas beim Leibold-Transfer sind jedenfalls eher unter normales Geschäftsgebaren einzuordnen.
  • Gut, es war „nur“ die U21, aber wir nehmen Erfolgserlebnisse in schlechten Zeiten bekanntlich gnadenlos mit. Im Derby gegen die Fürther Spielvereinigung siegten wir mit 5:1. Oleoleoleeee!
  • Die Nürnberger Sparkasse hat sich gerade erst lästiger Zinszahlungen entledigt und daher Geld übrig, gleichzeitig aber auch Rufaufbesserung nötig. Die richtigen Voraussetzungen also, um als Sponsor beim Club einzusteigen. Dem kann das nur recht sein.
  • Tradition trifft Tradition, könnte man meinen, wenn der Ruhmreiche FCN am Christkindlesmarkt einen eigenen Stand aufmacht. Beim FCN heißt das dann aber: Club goes Christkindlesmarkt.

Das Spiel:

Die schwache Defensivleistung in Darmstadt hatte Folgen. Trainer Canadi ließ gegen der KSC mit neuformierter Abwehr verteidigen. Für Erras, Margreitter und Nürnberger spielten Handwerker, Jäger und Kerk. Das schien sich scheinbar positiv auszuwirken. Der Club machte das Spiel und ließ die von Ex-FCN-Trainer Alois Schwartz trainierten Karlsruher kaum einmal in Tornähe kommen. Allerdings war dann ein Elfmeter nötig um das KSC-Bollwerk zu knacken. In der 24. Minute war Dovedan durchgestartet, wurde von Carlson von den Beinen geholt und Johannes Geis verwandelte souverän.

Danach dachte sich die Mannschaft wohl: Lassen wir es etwas lockerer angehen, schließlich haben wir jetzt eine sattelfeste Abwehr. Dies erwies sich als Irrtum. Auch mit neuem Personal knüpfte unsere Defensive nahtlos an die Leistung von Darmstadt an. Plötzlich hatte der KSC hochkarätige Chancen. In der 40. Minuten war es dann soweit: Der ebenfalls früher beim FCN aktive Stiefler nutzte die Pomadigkeit der Clubabwehr zum Ausgleich. Dass dann noch Gelegenheiten zur neuerlichen Führung relativ kläglich vergeben wurden. kannten wir dann ebenfalls vom Darmstadt-Spiel.

Wer dachte, der Club würde nach der Pause zur anfänglichen Dominanz zurückfinden, sah sich getäuscht. Im Spiel fehlte die ordnende Hand. Bezeichnend auch, dass dann Kapitän Hanno Behrens wieder ausgewechselt und durch Neuzugang Cerin (der ein ziemlich unauffälliges Debüt gab) ersetzt wurde.

Auch der gegen Darmstadt noch als Unterschiedsspieler Fabian Hack passte sich der allgemeinen Mediokrität an. Bei seiner einzigen Torgelegenheit säbelte er am Ball vorbei.

Trainer Canadi zahlte ebenfalls Lehrgeld und machte die anfängliche Umstellung weitgehend wieder rückgängig, indem er Nürnberger und Erras für Handwerker und Kerk brachte.

Da sich immerhin Mühl in der zweiten Hälfte steigerte, Mathenia keinen Parter machte und der KSC nicht unbedingt zu den torgefährlichsten Mannschaften der Liga zählt, blieb es schließlich beim 1:1.

Als Fazit bleibt einerseits: So kann sich der Club den Wiederaufstieg abschminken. Und andererseits: Mindestens ein solider Verteidiger wird noch dringend gesucht. Bitte bei Herrn Palikuca melden.

Ein Letztes:

…und demnächst werden wir sie auf Skiern sehen:

Vogelwild in Darmstadt

Die Woche:

  • Dass ein Clubspieler gleich mehrfach mit Toren in unserer Nationalmannschaft für Furore sorgt, ist schon lange her. Die Älteren, wie ich, erinnern sich noch vage an Heinz Strehl, der mal in einem Spiel alle drei Tore erzielt hat. Das war im September 1962 gegen Jugoslawien. Jetzt hat Robin Hack das Gleiche bei der deutschen U21 geschafft. Übrigens jener Robin Hack, nach dessen Auswechslung der Club im letzten Heimspiel noch eine solide 2:0-Führung vergeigte.
  • Nur in der Regionalliga kicken die Frauen des FCN. Jetzt hatten sie aber mal ein echtes Erfolgserlebnis zu feiern, den Einzug ins Achtelfinale des DFB-Pokals. Dass für die Betreuung der Frauen-Webseite jemand mit fränkischer B-P-Schwäche zuständig zu sein scheint, geschenkt! Den „DFP-Pokal“ haken wir unter Bodenständigkeit ab.
  • Die Klatschreporter unter den Sportjournalisten scheinen Michael Köllner doch etwas nachzutrauern. Geballt tauchte er vergangene Woche auf, weil er erst im Trachtenanzug das Altstadtfest und dann im Smoking den Opernball besucht hatte. Was Promis angeht, klafft in Nürnberg halt eine Lücke. Das hat der Fuchsmühler immerhin gut erkannt.
  • Wenn man einen Österreicher als Coach hat, dann wundert einen sowas nicht wirklich: Dieser Tage griff Ski-Erfolgstrainer Mathias Berthold ins Clubtraining ein. Vielleicht sollte einfach der Begriff „Erfolgstrainer“ abfärben.

Das Spiel:

Am Böllenfalltor musste Trainer Canadi kurzfristig nach Sörensen mit Valentini einen weiteren Verletzten ersetzen. Für ihn rückte Sorg nach. In der Dreierkette spielten mit Margreitter, Mühl und Erras drei alte Bekannte. Allerdings: Sicherheit brachte das nicht. Im Gegenteil! Obwohl Darmstadt den bislang schwächsten Sturm der zweiten Liga aufwies, stellte dieser die Clubabwehr ein ums andere Mal vor massive Probleme. Schon nach sechs Minuten gingen die Hausherren durch den Ex-Fürther Dursun in Führung. Viel zu einfach konnten die Darmstädter Heller und Mehlem da durch die FCN-Abwehr spazieren.

Aber da war ja noch unser U21-Goalgetter. Nicht mal zwei Minuten später marschierte Robin Hack, von Dovedan frei gespielt, übers halbe Feld und schob zum Ausgleich ein. Sattelfester und souveräner wurde unsere Mannschaft dadurch allerdings nicht. Die Lilien dominierten das Spiel. Nach einer halben Stunde lag der Ball dann wieder hinter Mathenia im Netz. Wieder war es Dursun. Allerdings wurde das Tor dann via Videobeweis (ein Darmstädter stand knapp im Abseits) aberkannt. Wer spätestens jetzt erwartete, dass der Clubtrainer einen Wechsel in der Abwehr vornehmen und eventuell auf Viererkette umstellen würde, sah sich aber getäuscht. Canadi tobte nur am Spielfeldrand herum und hoffte wohl auf das Glück. Das kam dann in Gestalt des starken Michael Frey, der einen Freistoß von Sorg zur überraschenden Clubführung verwerten konnte.

In der zweiten Hälfte kam dann doch Jäger für Margreitter. Nun versuchte der Club sich die Führung quasi nachträglich zu verdienen. Allerdings wurden dabei hundertprozentige Chancen leichtfertig vergeben (Dovedan, Hack). Dann schien man sich aufs Verwalten des Vorsprungs geeinigt zu haben. Auf einmal kamen die Hausherren wieder zu Gelegenheiten. Dass dann in der 75. Minute der Ausgleich fiel, war bei der indisponierten Clubabwehr leider nicht fast erwartbar. Diesmal war der Videobeweis auf Darmstädter Seite. Und es kam noch schlimmer. Fast schon symbolisch für die Leistung der Clubabwehr war die Szene in der 82. Minute Erras und Mathenia räumen sich gegenseitig ab, Dursun sagt Danke und schiebt ins leere Tor. Gottseidank hatten wir aber noch Robin Hack. Drei Minuten später traf er aus der zweiten Reihe zum Ausgleich. Dabei blieb es, nachdem der eingewechselte Kerk nur den Pfosten getroffen hat.

Für unbeteiligte Zuschauer war das sicher ein interessantes Spiel. Für Clubfans jedoch eine Tortur. Da musste man sich fast noch freuen, weil wenigstens ein Punkt rumgekommen ist. Trotzdem: Mit dieser Abwehr wird das diese Saison nichts!

Ein Letztes:

Vielleicht auch eine Lösung:

14 fürs Selbstbewusstsein

Die Woche:

  • Mit dem Slowenen Adam Gnezda Cerin präsentierte der Club seinen letzten Neuzugang. Der 20-Jährige ist im offensiven Mittelfeld daheim und erhielt einen Vier-Jahres-Vertrag. Wie hoch die Ablöse war, wurde nicht mitgeteilt.
  • Für den Chefposten am Nachwuchsleitungszentrum hat der Club offenbar einen alten Bekannten an der Angel. Der frühere Clubprofitrainer Michael Wiesinger soll den Job übernehmen. Sein jetziger Verein, der KFC Ürdingen, soll dafür eine Viertelmillion Ablöse erhalten.
  • Demgegenüber hatte der Club noch drei Abgänge zu verzeichnen. Federico Palacios kickt künftig für Jahn Regensburg. Kevin Goden (Eintracht Braunschweig) und Simon Rhein (Würzburger Kickers) sollen als Leihspieler in der dritten Liga Spielpraxis sammeln. Eventuell könnten weiter Abgänge folgen, da in einigen Ländern das Transferfenster noch offen ist.
  • Außer Spesen (in dem Fall vor allem in Sympathiewährung) nichts gewesen: Der Club zog jetzt seinen Einspruch gegen die Wertung des HSV-Spiels zurück. Das Bezirksamt in Hamburg hatte zuvor die Zweifel an Bakery Jattas Identität ausgeräumt. Inzwischen wird Jatta bereits als Nationalspieler gehandelt. Wohl als Wiedergutmachung dafür, dass auch der DFB in dieser Sache eine ziemlich klägliche Figur abgegeben hat.

Das Testspiel:

Um die Länderspielpause zu überbrücken, trat der FCN zu einem Testspiel in Landshut an. Gegen die SpVgg, die sonst in der Landesliga kickt, entwickelte sich naturgemäß eine ziemlich einseitige Partie. Obwohl der Club die Präzision im Abschluss oder beim letzten Pass häufig vermissen ließ, stand es bereits zur Pause 6:0. Dabei zeigte Kapitän Hanno Behrens mit zwei Toren, dass eine schöpferische Pausen durchaus positive Folgen haben können. Eine solche Pause gönnte Trainer Canadi diesmal unserem zuletzt etwas indisponierten Keeper Mathenia sowie Ishak und Sörensen. Handwerker und Hack waren derweil mit den deutschen Junioren unterwegs. So kam dann U21-Spieler Tobias Kraulich in Landshut zu seiner Premiere in der ersten Mannschaft. Später wurden auch noch die Nachwuchsspieler Mario Suver, Robin Heußer, Philipp Harlaß und Tobias Stoßberger eingewechselt.

Gleich fünf Tore gelangen übrigens Neuzugang Felix Lohkemper. Auch Michael Frey traf erstmals für den Club. Am Ende stand es 14:0.

Die ganz großen Erkenntnisse dürfte das Trainerteam zwar nicht gewonnen haben, dafür konnte die Mannschaft was fürs Selbstbewusstsein tun und etliche Spieler nach längerer Durststrecke die Erfahrung machen, wie das ist, wenn man den Ball im Netz unterbringt.

Ein Letztes:

Vergessen ist in dem Fall wohl nicht die schlechteste Idee:

Sicheren Sieg verschenkt

Die Woche:

  • Im Fall Jatta wird leider weiter Porzellan zerschlagen. Inzwischen karrt der FCN sogar selber Zeugen dafür an, dass Bakery Jatta unter falscher Identität für den HSV aktiv ist. Das einzig stichhaltige Argument, warum so etwas einen Einspruch gegen eine Spielwertung rechtfertigt, ist für mich, dass der DFB selbst im Amateur- und sogar im Jugendbereich da ziemlich kleinlich agiert. Das führt beispielsweise dazu, dass Kinder nicht mehr mitspielen dürfen, weil ihre Eltern während der Saison umgezogen sind. Insofern ist das Vorgehen von FCN, VfL Bochum und jetzt auch dem KSC sachlich zwar gerechtfertigt. Wer allerdings auf die Einhaltung teilweise abstruser Richtlinien pocht, tut sich halt auch keinen Gefallen . Gerade eben kam dann einerseits die Meldung, Jattas Geburtsurkunde liege in Gambia im Original vor. Andererseits hat der Club seine Begründung zum Einspruch eingereicht, in der er betont „weiterhin für außerordentliches Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit und tritt entschlossen für Integration und interkulturelle Verständigung“ einzutreten. Wäre schön, wir könnten uns endlich wieder dem Fußball zuwenden.
  • Ob das der erhoffte Aufstieg ist, sei dahingestellt. Abdelhamid Sabiri, der den Club – sagen wir mal – in Unfrieden verlassen hat, ist jetzt beim SC Paderborn gelandet.
  • Ebenfalls vom SC Paderborn umworben war Nürnbergs dienstältester Profi Ondrej Petrak. Er hat bereits beim vorletzten Bundesligagastspiel des FCN mitgewirkt. Damals hieß der Trainer noch Gertjan Verbeek. Insofern ist der Verteidiger so etwas wie die personifizierte Kontinuität beim Club. Entsprechend sauer waren viele Fans, dass man ihn so einfach ziehen lässt. Inzwischen hat Petrak aber signalisiert, in Nürnberg bleiben zu wollen. Gut so! Wobei die Bildzeitung vor Veröffentlichung der Wechselmeldung einfach nur den Spieler hätte fragen müssen, dann hätte die Fangemeinde allerdings weder dieser Meldung noch dem Dementi Klicks kredenzen können.
  • Noch nicht bestätigt ist die über Sky verbreitete Meldung, Federico Palacios werde zu Jahn Regensburg wechseln.

Das Spiel:

Gegen Heidenheim war unser Kapitän Hanno Behrens wieder von Beginn an dabei. Fabian Nürnberger durfte erstmals in der Startelf ran und ersetzte Handwerker. Der Club begann druckvoller und engagierter als zuletzt. Im Spielaufbau ging es konzentrierter zur Sache. Kaum Fehlpässe, teilweise richtig ansehnliche Ballstafetten… So fiel dann eigentlich folgerichtig in der 18. Minute auch das 1:0. Frey hatte einfach mal aus gut 20 Metern abgezogen, Torwart Müller konnte nur nach vorne abklatschen, wo Hack sich die Ecke aussuchen konnte. Doch nachdem der allgemeine Jubel verebbt war, kam der Videobeweis. Kein Tor! Bei der Ballannahme stand Frey leicht im Abseits.

Jubeltechnisch etwas seltsam gestaltete sich hingegen das echte 1:0 nach einer halben Stunde. Wieder kam der Ball von Frey, der Dovedan bediente und dessen Kopfball landete im Tor seines Ex-Vereins. Wie vorher angekündigt, wollte Dovedan in diesem Fall nicht jubeln. So machte sich beim Zuschauer Verunsicherung breit. War das jetzt was oder wieder nichts? Diesmal zählte es.

Weiter agierte der Club überlegen, allerdings fehlte den Angriffen jedes Mal der erfolgreiche Abschluss. Schließlich fasste sich in der 70. Minute Johannes Geis (der später noch die gelbe Karte sah) ein Herz und zog – wie schon gegen Osnabrück – aus dem Rückraum ab. Der Ball prallte vom Innenpfosten zum 2:0 ins Netz. Traumtor!

Beim Club machte sich Euphorie breit. Viele dachten schon, da geht heute noch was fürs Torverhältnis, zumal dann auch Neuzugang Felix Lohkemper (für Hack) zu seinem Debüt kam. Offenbar vergessen hatte man dabei, dass mit Heidenheim ein Gegner auf dem Platz stand, der sich nie aufgibt und der unlängst auch in Stuttgart noch einen 2:0-Rückstand aufholte.

Und so mutierte der Club dann innerhalb von zwei Minuten vom sicheren Sieger zum Deppen. In der 82. und 84. Minute erzielten die Gäste zwei Tore und nichts war es mit dem Dreier.

Ganz offensichtlich kann man auch in der 2. Liga Lehrgeld bezahlen.

Ein Letztes:

Wenn Untätigkeit als Beweis dient:

Mit harter Arbeit gegen die Krise

Die Woche:

  • Wahnsinn und Verstand, Euphorie und Depression, Freud und Leid, beim Club liegt alles nah beinander. Manchmal findet es sogar gleichzeitig statt. So gab es ausgerechnet jetzt was zu feiern: die Clubhaus-Eröffnung am Josephsplatz. Andere Mannschaften würden sich vorher reinhängen, damit die Stimmung bei einem solchen Event passt. Aber wir sind der Club. Und da sind wir daheim. Im Clubhouse.
  • Eine andere Fanaktion litt ebenfalls unter der schwachen Leistung der Profikicker. Allerdings der aus der letzten Bundesligasaison. 100 Liter Freibier schenkt Kulmbacher pro geschossenem Tor aus. 26 waren es in der letzten Saison. So wenig wie noch nie. Na ja, man soll eh nicht soviel saufen.
  • Im Sturm herrscht im Clubkader ein Überangebot, auch wenn derzeit einige Kandidaten noch verletzt ausfallen (Lohkemper, Schleusener, Zrelak). Doch inzwischen gibt es mit Frey eine Alternative zu Ishak. Da sinken die Einsatzchancen für Törles Knöll. Der wurde jetzt für ein Jahr zum SV Wehen-Wiesbaden ausgeliehen. Wahrscheinlich geht die Clubführung davon aus, dass die Hessen keine Konkurrenz darstellen. Schön, wenn am Valznerweiher noch Optimismus herrscht.
  • Der Fall Jatta ist noch nicht zuende. Inzwischen hat auch der VfL Bochum Einspruch eingelegt. Gleichzeitig versucht nicht nur der DFB Licht in die Sache zu bringen. Hier wird das Ganze ziemlich ausführlich beleuchtet. Über die beiden Einsprucherheber heißt es: „Was diese Einsprüche bewirken sollen, haben sich Nürnberg und Bochum wohl selbst nicht so richtig überlegt, dem Ruf beider Vereine ist diese Aktion jedenfalls bisher eher abträglich. Eine tragfähige Begründung ist nicht in Sicht. Selbst wenn sich dereinst herausstellen sollte, dass Jatta doch nicht Jatta ist, könnte man die Einsprüche aus den dargestellten Gründen damit nicht begründen.“

Das Spiel:

Absteiger gegen Aufsteiger, klingt nach einer klaren Angelegenheit. Allerdings hatte der VfL Kontakt zur Tabellenspitze, während der Club mit halb soviel Punkten unten feststeckte. Trainer Canadi ließ diesmal die bisherigen Stammkräfte Behrens und Ishak auf der Bank und schickte gleich mal Neuzugang Michael Frey aufs Feld. Der entfachte mit Dovedan vorne viel Betrieb. Allerdings: Außer einem Pfostentreffer sprang zunächst nichts dabei heraus. Und, wie das so ist, trafen dann plötzlich die Gäste ins Netz. In der 30. Minute zappelte der Ball im Clubtor. Nach vierminütigem Studium der Videobilder kamen die Kölner Videoschiris und der in Nürnberg auf dem Platz stehende Unparteiische Waschitzki zu dem Ergebnis: kein Tor. Der Osnabrücker Heider, der mit einer Finte zum Torschützen Ouahim durchließ, stand im Abseits.

In der 44. Minute hatten die Osnabrücker erneut Pech. Bei der Abwehr eines Medeiros-Schusses verletzte sich ihr guter Torhüter Körber und musste durch Kühn ersetzt werden. So wurde dann erst nach 53 Minuten zur Pause gepfiffen.

Auch die zweite Halbzeit zog sich ähnlich in die Länge. Fast nach jedem Spielzug lag irgendeiner (meist ein weißer Osnabrücker) auf dem Boden. Spielfluß, Fehlanzeige! Da konnten wir uns auf Fabian Nürnberger konzentrieren, der als Linksverteidiger ein ansprechendes Debüt ablieferte. Später kam dann auch der eigentliche Kapitän ins (zerfahrene) Spiel. Mit Hanno Behrens entwickelte der Club mehr Druck. Impulse von Außen setzen nennt man das wohl.

Gegen die gut gestaffelte VfL-Abwehr tat sich der Club dennoch schwer. Wie schon gegen Ende der ersten Hälfte versuchte er es daher verstärkt mit Fernschüssen. In der 80. Minute brachte das endlich den erwünschten Erfolg. Aus 22 Metern zog Johannes Geis ab. Der Ball landet zum, fast nicht mehr für möglich gehaltenen 1:0 im Netz.

Danach musste der Club allerdings nicht nur zehn Minuten überstehen. Wegen der vielen Unterbrechungen wurden acht Minuten nachgespielt. Aber auch die überstand der FCN gegen den dann doch nachlassenden Aufsteiger.

Ein Spiel dauert 106 Minuten und am Ende siegt der FCN.

Wobei, diese 106 Minuten waren zum Zuschauen gefühlt noch um einiges länger.

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Ein Letztes:

Zum Schluss noch eine Meta-Diskussion, bei der ich vor allem den Begriff „Internethelden“ doppelt unterstreichen möchte.

Neues Ziel: Klassenerhalt

Die Woche:

  • Was treibt eigentlich….Peter Hermann? Der bisherige Bayern-Co-Trainer sollte eigentlich seinen Sachverstand beim Club einbringen. Dort wollte man dann aber offenbar zu viel. Nach dem Motto „alter Mann ist kein D-Zug“ zog es Hermann vor, die deutsche U18-Mannschaft als Co zu betreuen.
  • Der gambische Fußballverband hat die Identität von Bakery Jatta zwar bestätigt. Beim DFB wurde aber noch keine Entscheidung getroffen. Der FCN hat daher beantragt, die Einspruchsfrist zu verlängern. In Hamburg geht das Club-Bashing weiter:
  • Palikuca und Co wollten noch einen Stürmer verpflichten und sind fündig geworden. IDer Schweizer Michael Frey soll vorne die vakante Stelle des „kantigen Stoßstürmers“ besetzen. Inzwischen sorgte ein gefühlter Neuzugang bei der U21 für Furore: Dennis Lippert. Der Linksverteidiger war trotz einer fast zweieinhalbjährigen Verletzungspause bei einem Testspiel bester Clubspieler.

Das Spiel:

Trotz der HSV-Klatsche ging der Club in Sandhausen als Favorit ins Spiel. Warum, das wurde auf dem Platz allerdings nicht klar. Der SV Sandhausen war zunächst in allen Belangen überlegen. Nach vorne fand der FCN nicht statt und hinten ließ sich dann sogar Mathenia von der Unsicherheit seiner Vorderleute anstecken. Wie schon gegen den HSV ließ sich der Club-Keeper bei einem Freistoß verladen (25. Minute).

Zehn Minuten später klapperte es erneut. Paqarada kann völlig unbehindert flanken, In der Mitte schauen Mühl und Handwerker nur zu, wie der Namensvetter unseres Kapitäns hochsteigt und Mathenia erneut überwindet. Angesichts der Chancen und der unterirdischen Leistung war der Club mit diesem 2-Tore-Rückstand noch gut bedient.

Dass er kurz vor der Pause doch noch zurück ins Spiel fand, war Torwart Fraisl zu verdanken. Der bugsierte sich einen Kopfball von Sebsatian Kerk selbst ins Netz. Nur noch 1:2.

Danach bewies Trainer Canadi, dass er nichts von Denkmalschutz hält. Für die – zuletzt allerdings schwachen – Aufstiegshelden Behrens und Ishak brachte er Jäger und Knöll. Prompt spielte der Club zumindest auf Augenhöhe mit. Kurzfristig konnte er sich sogar in der Hälfte der Gastgeber festsetzen. In der 70. Minute bedankte sich Sörensen für einen Fehler in der SVS-Abwehr mit dem Ausgleich. Verdient war der zwar nicht. Aber, sowas ist uns ja egal. Warum soll ein Favorit nicht Dusel haben. Das kennen wir schließlich von den Bayern.

Wer jetzt aber dachte, da holen wir noch den Dreier, der kennt den Club 2019 schlecht. In der 89. Minute erzielte Türpitz den Siegtreffer. Völlig frei kam er am Strafraum zum Schuss. Überheblichkeit? Unvermögen? Man weiß es nicht.

Nach der Leistung in jenem Stadion, in dem wir vor gut einem Jahr den Aufstieg feiern konnten, bleibt eigentlich nur das Fazit: Eine Wiederholung wird es so nicht geben. In keinem Stadion der Welt. Und wer gegen Sandhausen verdientermaßen verliert, der muss sich sowieso eher Gedanken darüber machen, wie er die Klasse hält.

Ein Letztes:

Immerhin hat der Club dem DFB etwas voraus.

Er hat einen Bierpartner. Der DFB nicht.

Glücklich weiter

Die Woche:

  • Die Niederlage gegen den HSV war peinlich, aber verdient. Punkt! Dass sie jetzt am grünen Tisch annulliert oder gar in einen Sieg umgewandelt werden soll, ist freilich noch ein bisschen peinlicher. Als ob es irgendeinen Unterschied gemacht hätte, ob einer der HSV-Spieler zwei Jahre älter ist als angegeben. Selbst, wenn Jatta gar nicht mitgespielt und die Hamburger nur zu Zehnt aufgelaufen wären, hätte der FCN – so harmlos und umständlich wie er aufgetreten ist – keine Chance gehabt. Dass solche sportlichen Aspekte nun keine Rolle mehr spielen sollen und Paragrafen und wirtschaftlicher Erfolg als wichtiger erachtet werden, tut einem als Fußballfan (!) einfach nur weh. Dabei könnte man doch wissen, dass selbst positive Entscheidungen abseits des Rasens nicht verhindern, dass der Club am Ende als Depp dasteht.
  • Nächste Woche eröffnet der neue Clubshop („Clubhaus“) am Josephsplatz. Die Baustelle ist jetzt woanders.
  • Die einen haben zu schlechte Drucker, die anderen zu schlechte Scanner. Das führt dann dazu, dass Fan und Club nicht zusammenkommen können. Oder, wie beim Heimspiel gegen den HSV erst verspätet. Wobei, selbst die Bahn bekommt das geregelt. Da ist immer noch ein Schaffner(in) da, der/die das Ticket anschaut und dann händisch abstempelt.
  • Zeitgleich mit dem DFB-Pokal begann auch die Premier-League. Das bedeutet: Lukrative Transfers auf die Insel sind erst einmal ausgeschlossen. Aus dem kolportierten Wechsel von Mikael Ishak nach England wird also nichts.

Das Spiel:

Der Pokal hat angeblich seine eigenen Gesetze. Mag sein. Kann aber auch sein, dass der Club auch deswegen in Ingolstadt etwas zielstrebiger zu Werke ging, weil Trainer Canadi sechs Umstellungen im Vergleich zum HSV-Spiel vorgenommen hatte. Unter anderem stand Neuzugang Johannes Geis gleich in der Startelf und deutete zumindest an, sich zu einer Verstärkung entwickeln zu können.

Dafür hätte es bereits nach zwei Minuten gleich ganz anders laufen können, Da zappelte der Ball nämlich im Netz des diesmal von Lukse (Mathenia bekam für die Geburt seines Kindes spielfrei) gehüteten Clubtores. Glück, dass ein Ingolstädter im Abseits stand.

Vier Minuten später hatte allerdings der FCI Glück. Kerk wurde an der Strafraumlinie vom Ingolstädter Keller zu Fall gebracht. Statt Elfer und rote Karte (letzter Mann) zu geben, ließ Schiedsrichter Siebert aber weiterlaufen.

In der 22. Minute traf dann auch der Club. Sörensen verwandelte einen Eckball mit dem Kopf. Doch auch hier behinderte ein im Abseits stehender Mitspieler (Dovedan) den Torwart. Nichts war´s.

Allerdings hatte auch Ingolstadt durchaus Chancen, versäumt ees aber die Clubabwehr für ihre Nachlässigkeiten zu bestrafen. Insofern ging das Remis zur Pause in Ordnung.

In der 2. Hälfte änderte sich das Bild kaum. Es ging hin und her. Ein Klassenunterschied war kaum zu erkennen. Allkerdings standen sich beide Mannschaften auch im Mangel an Torgefahr nicht nach. War es beim Club aber letztlich fehlende Präzision und Umständlichkeit, schafften es die Ingolstädten nicht, die leider auch heute wieder erkennbare Unordnung in der Clubabwehr auszunutzen.

So dauerte es bis zur 87. Minute bis dann doch noch der Bann gebrochen wurde. Der diesmal auffällige Sebastian Kerk tankte sich auf Links durch passte nach Innen, wo Dovedan (Bild) zum Siegtreffer einschieben konnte. Wie schon in Dresden avancierte der teuerste Club-Neuzugang zum Matchwinner. Geld schießt also doch Tore.

Eine Letztes:

Nicht nur auf dem Platz fehlt die Leidenschaft.