Bester Absteiger aller Zeiten?

Wenn Mannschaften auch nach einem schlechten Auftritt gewinnen, dann heißt es: Wer so spielt, wird Meister. Im Umkehrschluss müsste man nach dem Stuttgart-Spiel des Club sagen: Wer so spielt, steigt ab. Da hilft es auch nichts, wenn das unverdient ist, wenn der FCN nie wie ein Zweitligist agiert hat, sondern richtig gut dabei war. Aber letztlich kam halt nichts Zählbares heraus. Außer man zählt Ecken (14 Stück) oder Torchancen (hätten locker für ein 5:0 gereicht).

Dabei hatte alles so gut begonnen. Javier Pinola nach langer Pause wieder dabei. Dadurch konnte Adam Hlousek als Außen nach vorne rücken, wo er wesentlich besser aufgehoben ist als in der Abwehr. Prompt hatte er die erste Chance . Doch der Ball ging an den Pfosten. Zwei weitere gute Chancen folgten durch Feulner und Didavi. Die erste Halbzeit gehörte eindeutig dem Club. Stuttgart war nicht wach, nicht richtig im Spiel und offenbar überrascht, wie die Nürnberger auftrumpften. Auf Twitter witzelte VfB-Fan „hirngabel“ zur Halbzeit: „Absolut überragend wie hier der kleine VfB Stuttgart den schier übermächtigen Frankenbrasilianern die Stirn geboten hat.“

Nach der Pause wurde der VfB zwar agiler, kam ebenfalls zu ein paar Chancen. Aber richtig zwingend war das alles nicht. Der Club, der zunächst mit Alexander Esswein als Spitze angetreten war, erspielte sich weitere Möglichkeiten. Aber irgendwie fehlte die Kaltschnäuzigkeit, die Präzision, misslang der letzte Pass oder klärte (zwei Mal Schieber) ein Stuttgarter in letzter Not. Bis zur 78. Minute. Da reichte dem VfB ein erfolgreich abgeschlossener Angriff um den Dreier nach Hause zu bringen.

Beim Club kamen zwar für den verletzten Esswein zunächst Bunjaku und später mit Tomas Pekhart noch ein weiterer, richtiger Stürmer. Aber irgendwie hatte ich heute nie das Gefühl, der Ball würde noch mal im Stuttgarter Kasten zappeln.

Es ist zwar eine Binsenweisheit, aber wer keine Tore schießt, der macht auch keine Punkte – und wer keine Punkte macht, der steigt ab. Für den Club stehen harte Wochen bevor. Gegen die Bayern wird es bestimmt schwerer als heute, etwas zu erreichen und in zwei Wochen in Freiburg voraussichtlich auch. Und dass die Konkurrenz diesmal gepunktet hat, macht die Sache nicht erfreulicher. So kann der Club seiner Absurditätensammlung möglicherweise bald einen neuen Titel hinzufügen: Bester Absteiger aller Zeiten.

10 Kommentare in “Bester Absteiger aller Zeiten?

  1. So wie es etz ausschaut werden die Fürther ziemlich sicher aufsteigen. Und der Glubb dann in der 2. Liga?! Ich kann (und will) mir das nicht vorstellen!

  2. Das Schlimmste wäre immer noch: In der Relegation gegen die Trollis rauszufliegen. Wenn der Club keine Tore schießt, wars das dann nämlich auch mit dem Relegationsmeister 🙁

    • Die Trollis sind durch. Das Schlimmste wäre, nicht mal die Relegation zu schaffen! Brrr!

  3. Bester Absteiger aller Zeiten wird der Club sicher nicht. Den Titel besitzt unangefochten Hertha BSC aus der Saison 1979/80 mit umgerechnet 40 Punkten!!

    • „Bester“ habe ich nicht auf die Punkte, sondern auf die „Haltungsnoten“ bezogen. Wenn der Club noch auf 40 Punkte käme, dann dürfte er den Klassenerhalt wohl schaffen.

  4. Seht es doch positiv, liebe FCN-Fans. Wenigstens könnt ihr dann nächste Saison nicht gegen uns verlieren.

Kommentarfunktion geschlossen.