Unaufgeregt in den Abgrund

Vor dem Spiel in Wolfsburg hatte Clubmanager Martin Bader noch die Parole ausgegeben, wir müssten eben auch gegen Mannschaften, die oben stehen, Punkte machen. Allerdings: Wolfsburg war halt eine Klasse besser und eine Mannschaft, die mitspielen, auf fiese Tricks verzichten und offensiv brillieren will, die kann da gleich gar nicht gewinnen. zumindest, wenn sie so bestückt ist wie der FCN.

Bei Wolfsburg saß da etwa ein Timm Kose auf der Bank. Einer, der letzte Saison unserer Abwehr die in dieser Saison schmerzlich vermisste Stabilität verlieh. Dafür stand bei uns Emanuel Pogatetz im Zentrum. Er kam damals von der Wolfsburger Bank und hat sich beim Club jetzt auch nicht unbedingt weiterentwickelt. Aber Plattenhardt, Stark oder Angha machten es freilich auch nicht besser. Schon daran sieht man: Der VfL Wolfsburg hat andere Ansprüche und ein anderes Personal. Dass der Club da nicht mit Mitspielen mithalten kann, müsste eigentlich auch einem Martin Bader klar sein.

Dabei sah es in Wolfsburg anfangs gar nicht mal schlecht aus. Da machte Markus Feulner, der diesmal neben Schäfer als einziger so etwas wie parzielle Erstligatauglichkeit ausstrahlte, aus der ersten richtigen Chance gleich den Nürnberger Führungstreffer. Sicherheit gab der aber nicht. Vor allem deckte er das Problem des FCN auf: Hinten reinstellen geht nicht. Deswegen fiel der Ausgleich dann auch nach einem Konter der Wolfsburger. Konter im eigenen Stadion gegen einen Abstiegskandidaten? Das muss man sich auch erst einmal geben. Prompt war der Rhythmus ganz raus. Die Muffe sauste und wie das so ist, kam dann auch noch Pech dazu. Frantz verletzt sich, verliert den Ball und Wolfsburg dreht noch vor der Pause das Spiel. Danach war die Sache eigentlich schon gegessen. Anders als der Club können die Wolfsburger Vorsprünge verwalten und dazu kam noch, dass Drmic fast völlig unterging. Ob es am Gegenspieler Knoche lag oder ob er mit den Gedanken schon beim BVB weilte? Vielleicht beides. Auch von Kiyotake sah man nicht viel (hat wohl auch schon Angebote).

Von einem Ruck, einem Aufbäumen war wenig zu spüren. Einzig Verbeek gab wieder alles und wechselte zwei frische Stürmer (Pekhart und Mak) ein. Wobei das leider eher Zeichen der Verzweiflung als Joker, die ein Spiel entscheiden, sind. Torungefährlicher geht es kaum. Da zudem die Konkurrenz um den Abstieg (bis auf den HSV) – anders als der Club – offenbar die Zeichen der Zeit begriffen hat und aufgewacht ist, war es das wohl. Auch wenn das auf dem PLatz, wie gesagt, nicht so sichtbar wurde. Manchmal hatte ich beim Zuschauen sogar das Gefühl, vielleicht wissen die mehr. Vielleicht bekommen da zwei Mannschaften ihre Lizenz für die nächste Saison nicht. Vielleicht droht dem FCB wegen der Hoeneß-Affaire doch mnoch der Zwangsabstieg.

Andernfalls wäre das einer der unaufgeregtesten Abstiege in der mit Abstiegen reich gesegneten Clubgeschichte. Ich versuche also, mich anzupassen und mir einzureden: ich reg mich nicht auf, ich reg mich nicht auf, ICH REG MICH NICHT AUF!

2 Kommentare in “Unaufgeregt in den Abgrund

  1. Wer jetzt noch davon redet das es noch zu schaffen ist, glaubt auch das Zitronenfalter Zitronen falten, Wer im Abstiegskampf auf erfahrene Spieler wie Pinola verzichtet hat leider nur Ahnung vom Sturm, nicht von Verteidigung., Gerade hier braucht es Erfahrung, aber nein die sitzt ja nicht einmal auf der Bank, nur weil Pino nicht ins Sturmkonzept passt.. Ich hab den Glauben verloren.. Und was ein Pekhart in der Mannschaft helfen soll erschließt sich mir auch nicht, einen Spieler der einen Ball nicht einmal vernünftig annehmen kann .. den wechselt nicht einmal ein D Jugend Trainer ein. Viel Glück in der 2. ten Liga . Ich reg mich aber trotzdem nicht auf !!

  2. Leute, wir sind dann wieder alleiniger Rekordabsteiger. Arminia Bielefeld wird uns den Titel so schnell nicht mehr abjagen. Dazu müssten die erst einmal aufsteigen und danach sieht es nicht aus.
    Anderer Titel sind nicht in Reichweite. Der Meistertitel ist an die Mannschaft mit dem meisten Geld vergeben. Die Championsleague-Plätze sind ebenfalls nur für vier oder fünf Teams erreichbar. Europaleague ist eher ein Unfall als ein Titel. Da bleibt nicht mehr viel. Relegationschiefs sind wir schließlich auch schon. Oder wollt ihr ewige Graumaus in der Bundesliga bleiben? Also: Rock´n´Roll! Auf und nieder! Immer wieder!

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