Jetzt sind wir wieder alleiniger Rekordhalter

Nein, das konnten wir uns nicht bieten lassen, dass Arminia Bielefeld genauso oft aus der Bundesliga abgestiegen ist wie wir. Nun ist das endlich repariert. Man kann also auch noch im tiefsten Loch was Positives finden. Das war´s aber auch schon.

Im letzten Spiel auf Schalke lief zwar eine verjüngte und runderneuerte Mannschaft auf. Kapitän Schäfer, Pinola, Plattenhardt und Kiyotake waren nicht dabei. Stattdessen ließ Nachwuchstrainer Prinzen einige seiner Nachwuchskräfte auflaufen. Geändert hat das letztlich alles nichts. Es lief wie immer. Auch auf Schalke. Der Club spielte ein bisschen mit. Doch dann macht irgendeiner wieder einen depperten Fehler, dann liegt man hinten, bricht innerlich zusammen. Wenns gut läuft, geht noch ein Schuss an den Pfosten (diesmal traf den Martin Angha). Doch das Aluminium kann auch den Blick auf die Realitäten verstellen. Trifft das einer, kann er sein Pech bejammern, anstatt seine Unfähigkeit. Josip Drmic traf immerhin noch und bewahrte Roger Prinzen vor der Schmach als Nulltore-Trainer in die an Negetivrekorden nicht gerade arme Clubhistorie einzugehen. 26 Punkte am Ende einer Spielzeit, das müssen künftige Trainer erst einmal toppen. Und damit ist der Club immerhin noch 17. geworden. Und nicht nur der letzte Braunschweig hat mitgespielt, auch der HSV hat verloren. Der Club hätte, wie so oft, nur seine Chance nutzen sollen.

Aber verdient hat diese Mannschaft den Bundesligaverbleib nicht. Ob sie in der Relegation noch eine Chance gehabt hätte, dürfte in dieser Form auch zweifelhaft gewesen sein. Insofern behalten wir wenigstens noch unseren Titel als Relegationsweltmeister.

Doch ich bin schon wieder im Sarkasmusmodus. Dabei weiß ich genau, spätestens morgen bin ich stinksauer. Bayern Meister, Fürth steigt möglicherweise auf, der Club geht runter und ist in Bayern wahrscheinlich bestenfalls noch die Nummer 4. Katastrophaler geht es aus Clubfansicht eigentlich gar nicht mehr. Und wenn man dann daran denkt, mit welcher Laxheit und welcher Einstellung uns die Mannschaft und die Clubführung in diese Situation gebracht haben. Eigentlich ist da nichts, wo man noch Hoffnung draus ziehen kann. Ohnehin wurde diese Fähigkeit bei uns Clubfans in dieser Saison schon überstrapaziert. Jetzt ist mal Schluss! Jetzt sollte es endlich vorbei sein mit dem Sich-in-die-Tasche-lügen und dem In-Watte-packen. Mit Muschis holt man auch in der 2. Liga nichts. Mit diesem Aufsichtsrat, mit diesem Management auch nicht. Und dass wir Fans mit bedingungsloser Liebe da nichts ausgleichen können, das haben wir ja gesehen.

Andererseits: Irgendwer muss die Weichen umstellen. Insofern ist die Lage weitaus bescheidener als bei früheren Abstiegen. Dabei hätte man doch für diesen Fall vorsorgen können. Schließlich ist es nichts Ungewöhliches, dass der Club absteigt. Aber, das wissen wir. Was wissen Bader und die abgetauchten Aufsichtsräte?

Es dürfte spannend werden. Hoffnung will allerdings nicht aufkeimen.

14 Kommentare in “Jetzt sind wir wieder alleiniger Rekordhalter

  1. Heute morgen beim Frühstück hörte ich im Radio auf Bayern 1 als Schlagzeile: 1.FC Nürnberg kämpft um den Klassenerhalt.
    „Ja wenns nur so wäre“, dachte ich mir bloß.

  2. Es klingt zwar wie Oberlehrergewäsch, aber die Mannschaft hatte offenbar Disziplin- und Autoritätsprobleme. Sie hatte zu viele „schwierige Typen“, die nicht ohne Grund bei anderen Vereinen gerne abgegeben wurden. Warum wurde ein Hanno Balitsch damals noch von Wiesinger in die U23 verbannt? Warum saß Pogatetz gegen Schalke – trotz Spielerengpässen – nicht mal auf der Bank? Was ist mit Campana, was mit Gebhart? Hat der Kapitän sich nur deshalb so lange schützend vor die Mannschaft gestellt und damit die eigentliche Misere gedeckt, weil sonst seine Position gelitten hätte? Wurde die kleine Verfehlung Verbeeks (Hochzeitsurlaub) von der Mannschaft ausgenutzt, um den Trainer beim Manager anzuschwärzen um den harten Hund loszuwerden?
    Ich muss ehrlich sagen, ich bin ratlos. Eigentlich langt es nicht nur, die Stinkstiefel loszuwerden. Auch die, die deren Treiben nicht unterbunden oder klein bei gegeben haben, gehören nicht in eine Profimannschaft. Vom Manager und vom Aufsichtsrat, die sich zunächst völlig rausgehalten haben, möchte ich gar nicht reden. Ein Aufsichtsrat, der seine Aufsichtspflicht versäöumt, kann eigentlich nur eine Konsequenz ziehen: Abtreten! Bader halte ich eigentlich für eine arme Sau, die außer sparen und Hiwi für SportFive spielen nichts kann. Immerhin haben wir dank ihm jetzt nicht auch noch Lizenzprobleme. Mit einem anderen Manager, einem der besser vernetzt und mehr Ahnung im sportlichen Bereich hat, wären wir eventuell gar nicht in diese Lage gekommen. Zumal in dieser Saison, wo es schon verdammt schwer war, abzusteigen.
    Wenn ich nicht wüsste, dass der Aufsichtsrat von den Mitgliedern gewählt wurde, würde ich jetzt sagen: Lasst doch die Fans abstimmen, wen sie als Manager wollen, wo der Hebel angesetzt werden soll und mit welcher Strategie der FCN weiter machen soll. Die Fans sind immerhin noch das einzige, was Hoffnung macht und was man in die Zukunft rüberretten sollte. Der Rest: Loser, Versager, Blindgänger oder Weicheier. Schade, denn wie hatte Gertjan Verbeek nach seinem Abschied noch gesagt: Eigentlich wäre das ein schöner Verein.

  3. Bei den Bayern entscheiden ehemalige Weltklassespieler über alle sportlichen Belange – bei Club gibt es außer Manfred Müller niemand. Die letzte sportliche Kompetenz ging mit Dieter Hecking.
    Wer soll den für einen sportlichen Neustart sorgen?
    Ein ehemaliger Radioreporter?
    Ein Meerrettichfabrikant?
    Ein Kaufmann für Musik und Medien?
    Ein 75 jähriger ehemaliger Leiter der Jugend und Amateure?
    Ein Bauunternehmer?
    Ein Oberbürgermeister der für den Profisport kein Geld hat?
    Martin Bader – zwei Abstiege reichen – wann geht der endlich!!!
    Vielleicht sollte ich mich für den Job bewerben. Ich bin zwar nur Fan, aber die anderen haben ja auch keinerlei Qualifikation!
    Wie soll das alles gehen?
    Passt bloß auf das es dem Club nicht irgendwann so geht wie Aachen, Duisburg oder vielen Ostvereinen ( Jena, Erfurt, Cottbus)

  4. Leute, das was da jetzt abläuft, ist doch kaum noch zu unterbieten. Da bestimmt ein Clubkapitän, der in seinem Amt kläglich versagt hat, dass jetzt nur noch Leute mit Charakter im Verein bleiben dürfen. Da entscheidet ein Aufsichtsrat, der allenfalls am Büffet Präsenz gezeigt hat, dass dem Manager, hinter dem er sich versteckt hat, noch ein „Fachmann“ zur Seite gestellt wird. Nur damit er dann 2 Leute hat, hinter denen er sich verstecken kann.

    Dabei hat der Club doch schon dauernd irgendwelchen Laien oder Halbkompetenten jemand zur Seite gestellt. Wass ist denn mit Zietsch und Möckel? Was ist denn mit Mintal und Reutershahn? Das waren doch auch schon Zurseitegestellte, oder nicht? Warum sollte ein neues Zurseitestellen denn jetzt die Wende bringen?

    Hätten sie lieber mal der Innenverteidigung noch jemand zur Seite gestellt oder dem Kiyotake. Aber leider darf man in der Bundesliga nur mit elf Spielern auflaufen. So was Blödes aber auch!

    Was lernen wir daraus? Nicht die Masse macht es, sondern die Qualität.

    Noch geringer als die Qualität auf dem Platz, war aber halt die Qualität der Clubführung. Da ist zu allererst der Aufsichtsrat zu nennen. Der Schramm ist da doch bloß ein einziges Mal aufgefallen: als er die Gross-Verpflichtung torpediert hat. Der Maly brauchte den Posten nur, um wiedergewählt zu werden. Der ausrangierte Sportreporter benötigt halt eine Beschäftigung und den Rest muss ohnehin keiner Kennen.

    Also: Mitgliederversammlung, diese Krücken abwählen und jemand mit dem Neuaufbau betrauen, dem es geht wie uns. Einen, der Potenzial hat, aber trotzdem unten ist, der wie wir von Wichtigtuern umgeben ist, die wenn es ernst wird abtauchen, die ihn aber aber auch nicht hochkommen lassen.

    Also, vergesst eure Ressentiments, werft eure alten Animositäten über Bord! Es ist Zeit für Lodda!

  5. Hab ich mich gar nicht getraut zu sagen, aber ich bin schon seit einiger Zeit der Meinung – Lodda muss her. Wer sich schon einmal seine Analysen auf Sky angehört hat, weiß hier sitzt jemand der Fussbachsachverstand hat. Nicht zu vergessen, der käme für wenig Geld und würde sich den A….. aufreißen um in Deutschland arbeiten zu können. Na ja, alle Frauen unter 30 müsste man wegsperren, aber was kann sonst schon passieren?
    Ich hab auch nochmal überlegt und glaube jetzt – den Bader könne die gar nicht entlassen, sonst gibt es ja keine einzige Person im Vorstand oder Aufsichtsrat mehr, die irgendwas vom Fußball versteht.
    Wie bei einem Amateurverein.

    • Lodda würde den Jungs wahrscheinlich die Freundinnen ausspannen. Meinst Du, dass das dem Manschaftsklima dienlich wäre?

    • Inzwischen ist der alte Wolf wieder da. Der hat Ahnung (und wurde deshalb von Bader entlassen). Der Lothar wird beim Club nichts (übrigens wie so viele andere „Hoffnungsträger“, z.B. Hans Meyer), solange dort Bader das Sagen hat.

      Lothar und Bader haben sich bekanntlich einmal getroffen und sind dann mit der Erkenntnis auseinander gegangen, dass der eine ein Kniefiesler (Lothar über Bader) und der andere ein Hallodri (Bader über Lothar) ist.

      Die „willigen Mädchen in der Nachbarschaft“ müssen also noch auf das nächste Clubdebakel warten. Vielleicht ist dann der Bader wirklich nicht mehr zu halten und Matthäus kann kommen. Immerhin hat der Bader schon den Oenning eingestellt. Über den konnten sie sich damals auch nicht beklagen.

      • Ja genau Oenning, dass war auch so ein Highlight.
        Ich hab mir gestern mal angesehen wenn Wolf damals alles so geholt hat. Man spricht ja jetzt nur noch von den Pokalhelden, aber da gab es auch jede Menge drittklassiger Mitläufer. Jetzt fehlt nur noch Michael A. Roth, dann sind die Helden wieder vereint. Dann fehlt als neuer Trainer nur noch Lienen oder Funkel, da man ja jemand sucht, der die zweite Liga kennt.

        • Der Roth ist schon längst mit im Boot (reimt sich). Von dem stammt doch der Vorschlag, dem Bader einen Sportsachverständigen zur Seite zu stellen. Oder dachtest du, unser kompetenter Aufsichtsrat hat sich das selber ausgedacht?

  6. Beim letzten Abstieg wollte ich noch selber ins Präsidium. Inzwischen bin ich zu alt für sowas. Ich würde aber gerne „Clubberer 68“ wenigstens für einen Aufsichtsratsposten vorschlagen. Der legt wenigstens die Finger auf die Wunden und hat in einem Kommentar auf Nordbayern.de folgendes geschrieben:

    „Jetzt nachdem die Saison rum ist, muss ich endlich das loswerden, was ich mit Bedacht bisher für mich behalten hatte. Hat mich enorm gewundert, weshalb die Balitsch-Suspendierung hier niemand mehr als Thema aufgegriffen hat. Ich kann euch mitteilen, dass die Ursache für dessen Suspendierung wohl der Hauptgrund für den Abstieg war. Es geht ein tiefer Riss durch das Team. Ich fordere alle echten Clubanhänger dazu auf, da nachzuhaken. Wie ich nämlich vor geraumer Zeit aus gut informierter Quelle gehört habe, geht es ins Private. Es waren da wohl 3 Spieler involviert. Preisfrage: was hat es da gegeben und wer war mitten drin dabei?“

    Sollte das stimmen, dann haben da nicht bloß der Manager, sondern auch der Mannschaftskapitän, der Vorstand und der Aufsichtsrat versagt. Allerdings nicht, weil ihnen der Fußballsachverstand fehlt, sondern jegliche Führungsqualifikation.

  7. Drittklassig spielende Mannschaft verdient noch nicht mal zweitklassiges Honorar! Da kann selbst ein besserer Trainer nichts ausrichten.

  8. Ich bin gespannt was auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung rauskommt. Wenn ich mich im Internet so umschaue haben die meisten scheinbar schon resigniert. Helfen würde wahrscheinlich nur ein größerer Zuschauerschwund. Solange auch in der zweiten Liga noch 18000 Dauerkarten verkauft werden, hat man doch keinen Grund was zu ändern. 45 Jahre gegen den Abstieg oder in der zweiten Liga rechen mir (ich weiß ein Pokalsieg und zwei mal Europapokal waren auch dabei)

    Ich persönlich bin aus der Geldvernichtung ausgestiegen – Sky habe ich letzten Sonntag nach 15 Jahren gekündigt und ich freue mich schon auf die Handballer aus Erlangen, die wahrscheinlich ab Herbst in der Frankenhalle spielen. Auch gehe ich wieder regelmäßig zum NBC um mir Basketball anzusehen. Ehrlicher Sport für kleines Geld, kann ich nur jedem mal empfehlen. Einfach mal die Club-Vereinsbrille absetzten und schon sieht die Welt wieder besser aus.
    Was mir auch aufstößt: Der Club ist zweitklassig und die meisten Fans drücken dem HSV in der Relegation die Daumen. Als Franke muss mir doch die SpVgg lieber sein, als der HSV. Wer das erste Spiel ohne Clubbrille gesehen hat, muss doch zugeben, die Fürther spielen einen tollen Fußball. Aber Neid kennt eben keine Grenzen.

    • Dieser Neid kennt vor allem eine Grenze nicht: die Stadtgrenze nach Westen.

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