Rot, röter, Polter

1. FC Nürnberg - 1. FC Union BerlinRöter gehts nimmer. Dümmer auch net. Sebastian Polter hat am Sonntag in Nürnberg die Rolle des Depps übernommen. Nachdem er zunächst noch gegen seinen Ex-Verein zum 1:1 für Union Berlin ausgeglichen hatte, verursachte er durch ein bödsinniges wie unnötiges Handspiel im Sechzehner einen Elfmeter, den Jakub Sylvestr sicher verwandelte. Polter sah für seine Ego-Nummer NUR Gelb. Da der Ball jedoch ganz klar aufs Tor ging, meinen wir: Das war Rot – nichts anderes!

So wurde die Nummer 23 auf Seiten der Berliner zur entscheidenden Figur des Spiels. Polter war die ganze Partie über brandgefährlich – allerdings eben nicht nur vor dem gegnerischen Gehäuse, sondern auch vor dem eigenen.

Von der „Geburt einer neuen Mannschaft“ (Ex-Trainer Ismael nach dem 4:0-Hinspielsieg) konnte an diesem Narren-Sonntag aber keine Rede sein. Von einer erwachsenen Leistung leider auch nicht. Denn ohne Polters besagte Handball-Einlage wäre der Club wohl weiter in den Windeln gelegen, rein punktemäßig betrachtet hat er es sich mit dem Sieg immerhin ins Pubertäts-Alter fortentwickelt. Doktor Weiler sei Dank, rückte der 1. FC Nürnberg still und heimlich auf Platz 7 vor.

Besonders erfreulich war übrigens der Auftritt von Peniel Mlapa, der bereits in Minute 4 das 1:0 für den FCN besorgte. Zwar hatte er nach einer Ecke nur den Schlappen hingehalten, um einen Befreiungsschlag der Eisernen zu blocken – deshalb durfte er sich aber trotzdem in die Torschützenliste eintragen. Auch Jan Polak erwischte einen starken Tag. Sylvestr erwies sich einmal mehr als eiskalter Vollstrecker und setzte dem Ganzen am Ende sogar noch das 3:1-Sahnehäubchen auf (87.).  Jetzt kann nochmal ordentlich Fasching gefeiert werden am Valznerweiher. Depp Polter sei Dank!