Der Club gewinnt nur mit Wecker

1165858815In Düsseldorf trafen heute zwei Traditionsmannschaften aufeinander, die beide auch schon mal bessere Tage gesehen hatten. Und so schaute es dann auch gut eine Stunde lang aus, das Spiel. Guten Fußball musste man sich aus der Erinnerung dazudenken.

Die Fortuna hatte keinen Plan, wie sie den Ball ins Tor bringen sollte. Der Club scheiterte meistens schon im Aufbauspiel. Kaum hatte einer der diesmal in Weiß auflaufenden Clubspieler den Ball, war er auch schon wieder weg. So plätscherte es dahin, der Zuschauer nickte langsam weg: eine typische Nullnummer, bei der offenbar keiner dem anderen weh tun wollte bzw. konnte.

Bis zur 67. Minute. Da kassierte der Club nach einer Ecke ein saublödes und wahrscheinlich so gar nicht gewolltes Gegentor. Doch Zeit zum Aufregen gab es nicht. Offenbar hatte der FCN – genau wie wir Zuschauer – diesen Weckruf gebraucht. Jetzt wurde plötzlich Fußball gespielt. Auf einmal wurde der Zweck der Übung, den Ball im Netz unterzubringen, erkennbar. Zunächst hämmerte ihn Stark in die Maschen. Dann ließ der eingewechselte Danny Blum das 2:1 folgen und schließich machte der ebenfalls gerade eingewechselte Sebastian Kerk das Endergebnis perfekt.

Man könnte meinen, da saßen einfach die richtigen Leute auf der Bank und die falschen wurden aufgestellt. Das trifft es aber nur halb. Wahrscheinlich hatten die auf der Bank einfach nur den besseren Blick aufs Spiel, waren von der Schläfrigkeit des Kicks noch nicht infiziert und merkten von draußen: Da geht heute was.

Angesichts der Tabellensituation könnte nun mancher Fan ebenfalls merken: Da geht generell noch was. Immerhin hat der Club Boden auf die Konkurrenz um den Aufstieg gut gemacht. Vielleicht war das Spiel in Düsseldorf so etwas wie eine Wende. 60 Minuten lang schien der Club in der 2. Liga lediglich tristesse-mäßig angekommen zu sein, dann checkte er, dass man am Zielort nicht bloß ankommen, sondern auch etwas erreichen kann.

Freilich: Da werden noch Mannschaften antreten, bei denen es nicht reicht, erst nach einer guten Stunde aufzuwachen.