Mit der Einstellung die Aufstellung kompensiert

Bildschirmfoto 2015-07-31 um 20.13.55Für die Fans (ausgenommen ein paar Ultras) war das gestern ein echter Befreiungsschlag. Insgeheim hoffte jeder, das würde sich heute auch auf die Mannschaft niederschlagen. Mancher munkelte, die habe in Freiburg gar nicht gegen den SC, sondern gegen den MB (Martin Bader) gespielt.

Nun ist der FC Heidenheim sicher ein anderes Kaliber als der Absteiger aus dem Breisgau. Dennoch sah man der Club-Mannschaft an, dass sie wollte und dass sie sich durchaus bemühte, ansehnlich Fußball zu spielen. Das lag sicher nicht nur daran, dass diesmal mit dem Not-/Verzweiflungs-Einkauf Miso Brecko ein echter Rechtsverteidiger auf dem Platz stand. Links vertrat mit Niklas Stark ebenfalls eine Notlösung unseren angestammten Javier Pinola. Vielmehr lag das vor allem auch an Blum und Burgstaller, die vorne echt Betrieb machten und daran, dass die Mannschaft ganz offensichtlich gewillt war zu beweisen, dass Einstellung wichtiger ist als Aufstellung.

Die Aufstellung hat ja vorwiegend MB verbockt. Bei der Einstellung hat er, siehe Raststättengate, offensichtlich auch nicht den besten Einfluss ausgeübt. Da ist auf jeden Fall Entwarnung zu vermelden. Die Aufstellung, das bewiesen selbst die spielerisch doch recht limitierten Heidenheimer, taugt für höhere Ziele nicht. Die Abwehr kam fast regelmäßig ins Schwimmen, wenn der Gegner Druck machte. Außerdem strotzte der neue Keeper Thorsten Kirschbaum – kein Wunder nach dem Sechserpack in Freiburg – auch nicht gerade vor Selbstvertrauen und Souveränität. Bei dem, zugegeben, auch glücklichen zweiten Treffer der Heidenheimer, machte er jedenfalls eine ziemlich seltsame Figur.

Dafür krempelte kurz vor Schluss noch Jan Polak die Ärmel hoch und packte seinen Hammer aus, so dass es am Ende noch zum Dreier langte. Der Club ist damit im Zweitligamittelfeld. Dort, wo er letzte Saison schon landete. Wenn er weiterhin in jedem Spiel drei Tore schießt und es schafft, hinten weniger zu kassieren, dann könnte das vielleicht sogar noch was werden.

Möglicherweise sorgt ja der neue Sportdirektor noch für ein paar brauchbare Verstärkungen der Abwehr. Sollte das der bereits beim Klassik Open Air und heute auch im Stadion gesichtete Schmelzer-Spezi Felix Magath werden, dann brauchen wir uns zumindest über neue Spieler keine Gedanken machen.