2:3 gegen Schalke: „Ich werd verrückt, ein Tor!“

Fuflball: DFB-Pokal, 1. FC N¸rnberg - FC Schalke 04, 2. Runde am 26.10.2016 in Grundig Stadion, N¸rnberg (Bayern). Der N¸rnberger Tobias Kempe (r) erzielt gegen Schalkes Torwart Ralf F‰hrmann (3.v.l.) das 2:3 per Elfmeter. Foto: Daniel Karmann/dpa (Wichtiger Hinweis: Der DFB untersagt die Verwendung von Sequenzbildern im Internet und in Online-Medien w‰hrend des Spiels (einschliefllich Halbzeit). Sperrfrist! Der DFB erlaubt die Publikation und Weiterverwertung der Bilder auf mobilfunkf‰higen Endger‰ten (insbesondere MMS) und ¸ber DVB-H und DMB erst nach Spielende.) +++(c) dpa - Bildfunk+++

„Drei, vier, fünf, Aogo. Aaaaaaahogo streichelt den Ball. Ahhhhh ist das schön. Auf die Schwimmbadkurve, und der Club schwimmt. Flachschuss. Ahhhh. Die Kirsche ist unten. Der Kirschbaum hat die Pille.“
– Günther Koch im FCN-Fanradio zu Beginn der zweiten Hälfte 

FCN-Aufsichtsrat und Reporterlegende Günther Koch (GüKo), der das DFB-Pokalspiel zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem FC Schalke 04 am Mittwochabend im Fanradio kommentierte, war sich zu Beginn des zweiten Durchgangs sicher: Das Ding ist durch. Ein Eindruck, den man zu diesem Zeitpunkt teilen konnte. Die erste Hälfte war klar an die Knappen gegangen, Konoplyanka (20.), Huntelaar (31.) und nochmal Konoplyanka (45.) hatten die Blauen in Front gebracht. Doch dann, wie aus dem Nichts, gelang dem Club das 1:3 und es wurde nochmal spannend.

„Ich werd verrückt, ein Tor“, jubelte GüKo, nachdem sich Burgstaller auf der linken Außenbahn durchgetankt und den Ball in die Mitte gebracht hatte, wo Kempe am langen Eck draufhielt und Schalkes Baba anschoss, der die Kugel ins eigene Netz bugsierte (59.). Plötzlich war wieder Leben im Nürnberger Spiel gegen die in den zweiten 45 Minuten lethargischen Gäste. Erstmals in dieser Partie entfachte der Club Druck auf das gegnerische Tor – und das zahlte sich aus. Wieder über links war es in der 66. Minute Behrens, der Fahrt aufnahm, nach innen zog und in den Sechzehnmeterraum eindrang. Dort rauschte Junior Calcara an und grätschte ihn um – Elfmeter!

Und GüKo? Der rastete im Fanradio nun richtig aus. „Strafstoß für Nürnberg. Das ist die Hölle!“, brüllte der 74-Jährige in das Mikrofon. Tatsächlich wurde es ungemütlich für den Bundesligisten aus Gelsenkirchen, denn Kempe verwandelte den Elfer sicher mit einem strammen Flachschuss ins linke untere Eck (68.). Es folgte ein kaum mehr für möglich gehaltenes Aufbäumen beim FCN, man merkte der Truppe von Coach Alois Schwartz an, dass sie sich inzwischen gefunden hat. Doch es reichte nicht mehr für ein drittes Tor. Da half auch aller Enthusiasmus von GüKo („Merkt euch eins, der Teuchert wird noch Nationalspieler, das sage ich euch heute“) nichts.

Insgesamt betrachtet, ging der Sieg für den FC Schalke 04 in Ordnung. Zu fehleranfällig und löchrig hatte sich die wegen Bulthuis‘ Ausfall notgedrungen umformierte Abwehr um die Innenverteidiger Hovland und Mühl präsentiert. Die Gegentreffer durch Konoplyanka fielen beide nach Ecken und hätten durch klugeres Stellungsspiel trotz Klassenunterschied verhindert werden können. Günther Koch machte in seiner Analyse noch einen Schuldigen aus: „Was der Salli hier geboten hat, ist eine Unverschämtheit“, befand der Aufsichtsrat. Auch wenn er mit Salli unserer Ansicht nach hier zu hart ins Gericht ging, hatte er in einer weiteren Äußerung recht: Am Ende fehlte die Kraft.

„Salli, ein vogelwilder Fußballer. Ein Leichtgewicht, 1,70 Meter groß, 55 Kilo. Dunkelhaarig, dunkelhäutig sowieso.“
– Günther Koch im FCN-Fanradio nach der Einwechslung von Edgar Salli