Die Fans sind auch keine Hilfe

Am Montag haben wir unsere Umfrage gestartet, wie es beim Club weitergehen soll. Obwohl inzwischen mehr als 400 Stimmen abgegeben wurden, zeichnet sich eigentlich keine deutliche Tendenz ab. Jeweils etwa ein Viertel will, dass in neue Spieler investiert oder dass Trainer Oenning entlassen wird. 19 Prozent wollen erst einmal das Spiel in Köln abwarten und jweils 14 Prozent glauben, dass Manager Martin Bader entlassen werden sollte bzw. dass Ruhe bewahrt werden sollte. Wenn man die Ruhebewahrer und diejenigen, die das Köln-Spiel abwarten wollen, addiert, stellt man aber fest, dass das eigentlich die Mehrheit ist. Und sollte am Samstag mindestens ein Punkt rausspringen, dann dürfte Oenning wohl weitermachen und vielleicht noch bei ein oder zwei Verstärkungen mitreden dürfen.
Ach so, in den sonstigen Antworten fiel mehrfach der Name Hans Meyer. Außerdem wurde vorgeschlagen, die Intrigen zu beenden, indem man die dafür verantwortlichen Spieler in die Wüste schickt. Eine riet sogar zu einem ganz radikalen Schritt: Profilizenz zurückgeben und Neubeginn in der Regionalliga.

Umfrage: Wie soll es beim Club weitergehen?

Drei Niederlagen in Folge, eine peinlicher als die andere. Kein Tor geschossen, eine verunsicherte Mannschaft, ein angezählter Trainer, ein Manager, der sich in Durchhalterparolen ergeht… Beim Club ist endgültig die Krise ausgebrochen. Im Spiel gegen den HSV forderten Fans „Oenning raus!“, andere bedrohten Manager Martin Bader. Wobei hier Sachen ablaufen, die mit Fußballbegeisterung nichts mehr zu tun haben.
Nichtsdestotrotz sollte man sich jetzt am Valznerweiher langsam Gedanken machen. Einfach nur darauf zu warten, dass Torhüter Raphael Schäfer wieder kommt und vielleicht auch mal wieder (wie in Wolfsburg) das Glück, dürfte zum Klassenerhalt nicht ausreichen, zumal sich auch das Glück hart tut, einer Mannschaft Gutes zu tun, die zwar vorne keine Tore schießt, aber regelmäßig einbricht, wenn sie in Rückstand gerät.
Doch, wo sollen die Clubverantwortlichen den Hebel ansetzen? Um ihnen eine Hilfestellung anzubieten, starten wir hier eine Umfrage. Weil es aber an mehreren Stellen Defizite gibt, ist Multiple-Choice mit bis zu drei Antworten möglich.

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Tickt der weibliche Fan anders?

Wie wird man ein Fan? Und wie entscheidet man sich, für wen man Fan sein will? Bei Fußballfans ist das Naheliegende wohl, dass man sich einfach für seinen Heimatverein begeistert. Aber ganz so selbstverständlich ist das nicht mehr. Wenn man in der Schule jemand nicht leiden kann und es stellt sich heraus, der ist Clubfan, dann sucht man sich wahrscheinlich einen anderen Verein (Greuther!?). Wenn einer ein typischer Loser ist und endlich mal das Gefühl zu gewinnen genießen will, dann wird er bestimmt nicht Clubfan. Es gibt auch Leute, denen gefallen einfach bestimmte Spieler. Wahrscheinlich ist das bei Frauen eher der Fall als bei Männern.

Um etwas Licht in diesen Bereich zu bringen, haben wir uns mit unserer Modefachfrau Isabel Strohschein unterhalten. Sie ist auch noch Clubfan (wie heißt eigentlich die weibliche Form von Fan? Fanin?), was ihr dann noch eine Zusatzkompetenz verleiht:

isaNach welchen Kriterien wird jemand Fan einer bestimmten Mannschaft?

Ich glaube, entweder, das ist schon eine Familientradition, in die man hineingeboren wird oder man entscheidet aus dem Bauch heraus nach Sympathie. Manche wollen auch einfach zu den Gewinnern gehören (wie die meisten Bayern-„Fans“, die ja in letzter Zeit nicht viel zu lachen hatten). Das sind dann so Pseudo-Fans, die ihr Leben lang von einem Sitz in der VIP-Lounge träumen.

Gibt es dabei Geschlechterunterschiede?

Ganz sicher, weil die wenigsten Frauen von Kindesbeinen an als Fan „erzogen“ werden, sie suchen sich meistens als Erwachsene eine Mannschaft ganz bewusst aus. Männer haben oft schon die Vereinsmitgliedschaft zur Geburt geschenkt bekommen oder wenigstens die Babyausstattung in Vereinsfarben (siehe Schalke-Anhänger).

Wie war das bei Dir?

Ich habe mich lange nur sehr generell für Fußball interessiert, also für Weltmeister- und Europameisterschaften, das aber schon als Kind. Ich habe auch mal mit Fußball angefangen, aber das ging nicht lange gut, denn damals gab es noch keine Mädchenmannschaften und ich konnte mich gegen die Jungs nicht mehr durchsetzen, rein körperlich gesehen natürlich. Dann habe ich Tennis gespielt. Als ich später regelmäßig Pokalspiele und Uefapokalspiele wie NK Dynamo Zagreb gegen FC Temesvar zu schauen begann, war ich offensichtlich auf dem Weg zum Fußballfan. Und bitte: Welchem Club soll man anhängen, wenn man aus Nürnberg kommt und dort lebt? Als Clubfan macht man alles mit, alles durch, und die fränkische Seele kann sich ganz in diesem Unglück (meistens) wunderbar wohlig suhlen.

Worauf gucken Frauen besonders bei Fußballspielern?

Auf die Augen! Natürlich gibt es da sehr attraktive Exemplare, die meist so einen richtigen Männer-Typus vertreten. Luis Figo: Der südländisch-feurig-melancholische Macho, David Beckham: Der suchende Trendsetter mit Proll-Einschlag, Luca Toni: Der Rimini-Verführer mit Ferrari-Ausstattung, Philipp Lahm: Der ehrgeizig-hochbegabt-schüchterne Junge. Da haben Frauen schon eine Riesen-Auswahl. Mir ist allerdings wirklich wichtig, dass derjenige in erster Linie ein erstklassiger Fußballspieler ist. Ich war Zinedine Zidane verfallen, allein wegen seiner Ballannahmen, seiner Eleganz des Spiels, die immer auch kraftvoll, nie nur spielerisch war. Und ich verehre Lionel Messi, der ist ja jetzt auch kein Beau im klassischen Sinne.

Lassen Frauen sich dabei auch von ihrem Partner beeinflussen?

Niemals! Ansonsten sind sie keine Fans, sondern Mitläuferinnen.

Welche Rolle spielt Kleidung, z.B. die Trikotfarbe?

Das macht die Sache einfach attraktiver oder ärgerlicher – wie Mode abseits des Fußballplatzes eben auch. Ich persönlich liebe dunkle Trikots, die aber selten sind. Der MSV Duisburg oder auch die Borussia haben sich in den vergangenen Jahren in richtig hässlichen Trikots schlagen müssen, das ist doch demotivierend. Manche Spieler stehen eine halbe Stunde vor dem Spiegel, um ihren Brilli ins Ohr und das Haar in Form zu bringen – und sollen dann in ein abartig-buntes, schlabbriges Etwas schlüpfen? Die Club-Trikots gehen derzeit, nur diese Atom-Nummer auf der Brust..naja. Immer noch besser als für einen Textil-Diskont zu werben.


Du hast eine häßliche Mannschaft, die dauernd gewinnt, und eine schöne, die dauernd verliert, für welche würdest Du Dich entscheiden?

Da ich schon Männer nicht weinen sehen kann, und weinende Fußballer gar nicht ertrage, würde ich mich für die schönen Verlierer entscheiden. Das Auge freut sich, das Herz leidet mit, da hat man dann emotional ziemlich viel abgedeckt. Spart man sich schon das Geld fürs Kino.

Was müsste der Club aus Sicht einer Modefachfrau anders machen?

Schwarz-Rot ist eine gute Farbkombination, steht den meisten und kombiniert klassische Eleganz mit Temperament. Das Logo ist rund und freundlich, aber etwas langweilig. Ich würde mehr Dynamik ins Trikot bringen, mit asymmetrischen Elementen, wie es die Nationalmannschaft in ihrer neuen Ausstattung hat. Dringendst müsste der Club schickere Fan-Artikel, vor allem für Frauen, anbieten.
Da verzweifle ich jedes Mal, wenn ich im Fanshop stehe – und dann doch nichts kaufe. Aber: Wenn die Dinge Erinnerungswert haben, ist mir die Optik egal. Meinen Pokalsiegerschal, in der Nacht des Triumphes am Hauptmarkt erstanden, liebe ich über alles.


Der grün-weiße Vorstadtverein wird hier blogmäßig von Frauen betreut, kann es sein, dass die Greuther eher die Mutterinstinkte wecken?

Bitte? Welcher Vorstadtverein? Kenn ich nicht.

Welches sind für Dich die fünf bestaussehendsten Spieler?

Da für mich nicht nur die reine Optik zählt (kein Witz!), mag meine Auswahl recht kurios erscheinen, aber ich schaue ja vor allem auf die spielerischen Qualitäten. Also: Javier Pinola, Philipp Lahm, Marek Mintal, Lionel Messi, Thierry Henry, Iker Casillas, letzterer vereint beides in Perfektion.

Für welchen Verein sollten die fünf kicken, damit Du sie noch ein bisschen toller finden würdest?

Für den Club natürlich! Oder für den FC Barcelona.

PS

Wer Fan der Clubfreunde werden will, kann das übrigens jetzt bei Facebook tun.

Stadionverbote haben wenig mit Hass zu tun

Hass gehört nicht ins Stadion. Solche Gefühle soll man gemeinsam mit seiner Frau daheim im Wohnzimmer ausleben.

Das hat der frühere Bundestrainer Berti Vogts mal gesagt und zufällig war das auch das heutige NZ-Motto des Tages. Ebenfalls heute wurde nämlich bekannt, dass Vereine ein Stadionverbot schon bei Verdacht aussprechen können. Dies hat der Bundesgerichtshof so entschieden, nachdem ein Bayern-Fan geklagt hat.

Verstehen können wir das allerdings nicht. Soll er doch froh sein, dass er nicht hin muss, der Schikeria-Heini. Wie kann denn einer klagen, dass er viel Geld dafür zahlen darf nur um einem FC Bayern beim Spielen zuzuschauen?

Aber verstehen müssen wir so etwas wahrscheinlich nicht. Da geht es wohl um Angebot und Nachfrage. Und so lange genug Leute ins Stadion wollen, so lange kann man sich die auch aussuchen.

Für Gegenbeispiele braucht man allerdings nicht lange zu suchen. Bei einem geografisch nicht weit entfernten Zweitligaverein dürfte man sich mit dem Aussprechen von Stadionverboten jedenfalls um einiges härter tun als in der Säbener Straße in München.

Hier geht es noch zur Stellungnahme des Fanrechtfonds weiter lesen

Ey Fans, wie wär´s mit klatschen?

So, genug geunkt, gekrittelt und niedergemacht! Jetzt sollte man sich mal mit der Frage beschäftigen: Wie soll es konkret weitergehen? Nicht: wie könnte es weitergehen, wenn der Club Geld hätte und wenn irgendwo irgendwelche Torgarantien auf der Bank sitzen würden um von einem Verein wie dem FCN wachgeküsst zu werden?
Der Club steckt offenbar in einer Falle, aus der er nicht herauskommt. Handeln können ganz offensichtlich – und da danken wir den Clubfans-United für den entscheidenden Denkanstoß – derzeit nur die Fans. Wir Fans könnten freilich die Clubverantwortlichen für Fehl- und Nichtverhalten abstrafen. Doch das bringt aus o.g. Gründen nichts. Wir könnten aber genausogut die verängstigten und nicht unbedingt vor Kampfeswillen strotzenden Spieler derart nach vorne peitschen, dass die grätschen, schießen, grasfressen und fighten was das Zeug hält. Wir könnten – wie in diesem Video demonstriert – aufbauend Beifall spenden, selbst wenn es sich um scheinbare Selbstverständlichkeiten handelt (wenn man unten drinsteckt, ist ohnehin vieles nicht mehr selbstverständlich).
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Also Leute: Pfeifen war gestern!

…und vielleicht fällt uns bis zum Hertha-Spiel nächste Woche auch noch was anderes als Klatschen ein.

Langsam wird´s peinlich

Langsam wird´s peinlich, ja blamabel. Das 0:4 in Leverkusen zeigt nämlich nicht bloß vom Ergebnis her: Der Club hat mit dieser Mannschaft in der ersten Liga nichts verloren. Die Bayer-Fans skandierten. „So spielt ein Absteiger.“ Viel Fußballverstand gehört zu einer solchen Erkenntnis nicht.

Doch, was tun? Die jungen Spieler, auf die der Club setzt, sind mit der Situation überfordert. Ihnen jetzt einfach weiter Zeit geben, dazu braucht es viel Geduld, die wohl weder beim Umfald noch bei den Fans vorhanden ist. Für erfahrene Profis, die das Spiel lenken und den Ball auch mal aus weniger aussichtsreichen Situationen im Tor versenken können, ist weder der Markt noch das Geld da.

Bleibt nur: Trainer Michael Oenning und Manager Martin Bader auszuwechseln. Die schauen zwar immer so, als hätten sie einen Plan. Das, man erinnert sich, hatte aber auch ein Thomas von Heesen mimisch drauf. Gegen Oenning, für den es uns schon leid tun würde, spricht, dass er genausowenig Bundesligaerfahrung hat wie seine jungen Spieler. An Schalke sieht man, dass ein erfahrener Trainer auch mit jungen Spielern und ohne Finanzmittel was reißen kann. Eigentlich wäre Oenning also fällig. Aber einerseits sind auch nicht unbedingt die Brüller unterwegs, um beim Club anzuheuern, andererseits fragt sich, ob Interimspräsident Schäfer, ein ebenfalls angeschlagener Bader und ein nicht gerade Selbständigkeit gewohntes Präsidium überhaupt zu einem wie auch immer gearteten Schritt in der Lage sind. Möglicherweise kulminiert alles in der Mitgliederversammlung am 13. Oktober.

Autogramm, nein danke!

Auf Autogrammkarten von Fußballern war früher ein meist nicht besonders hübscher, nichtsdestotrotz aber entschlossen geradeaus blickender, einsamer Mann abgebildet. Inzwischen haben offenbar auch in diesem Bereich Werbefuzzis, Marketingstrategen und Sponsorenbetreuer das Sagen. Heraus kommt dann so etwas völlig Verstrahltes (um im Sponsorenbild zu bleiben), bei dem man sich höchstens fragt, von wem bekomme ich jetzt das Autogramm und wie will der arme Michael Oenning diese Spieler jetzt noch auf die Bundesliga fokussieren. Eigentlich fehlen einem aber die Worte angesichts dieses Autogrammkartenangebots:

Stuhlfauth – nur für Fans!

Muss man Heiner Stuhlfauth kennen? Die jungen Kolleginnen in der Lokalredaktion meinen: Nein! Sie verstehen auch, dass meine, dann doch noch erfolgreiche (s.l.), Nachfrage nach einem Archivfoto mit Unverständnis beantwortet wurde. „Heiner Stuhlfauth, was macht der jetzt?“ „Eigentlich nichts…“

Aber wir schließen Bildungslücken gern. Besonders dann, wenn es um einen ganz Großen des FCN geht. Vor allem schließen wir diese Lücke aus aktuellem Anlass, denn auf den neuen Club-Trikots ist jetzt ein – regelmäßigen Frankenstadionbesuchern durchaus bekannter – Satz des legendären Torwarts aufgedruckt:

Es ist eine Ehre, für diese Stadt, diesen Verein und die Bewohner Nürnbergs zu spielen. Möge all dies immer bewahrt werden und der großartige 1. FC Nürnberg niemals untergehen.

Schöner Spruch! Leider steht er nicht dort, wo er wirklich hingehört, auf den Trikots jener elf Spieler, die kommende Saison wohl vor allem um den Klassenerhalt kämpfen müssen (dank an TobFis für den Hinweis via Twitter), sondern nur auf jenen Hemdchen, die die Fans für 69,95 Euro im Fanshop erwerben sollen. Das Areva-Logo ist dafür überall drauf, was wiederum nicht so ganz einleuchtet, denn dem Atomunternehmen geht es schließlich vorwiegend darum, kostenlos ins Fernsehen zu kommen, und nicht in die Nürnberger Kleiderschränke.

Ach so, den Unwissenden sind wir ja noch die Infos schuldig. Der 1966 verstorbene Stuhlfauth machte zwischen 1916 und 1933 mehr als 600 Spiele für den Club, stand auch in der Nationalmannschaft und war sowohl für seine Mütze als auch für seine „Abortdeckelhände“ bekannt. Er war wohl der erste „mitspielende“ Torwart in der Fußballgeschichte. Mehr findet Ihr im Franken-Wiki und noch mehr hier.

Stuhlfauths berühmte Mütze ist übrigens im Nürnberger Museum Industriekultur zu besichtigen.

Wer Karten will, muss leiden

Es gibt im Fußball wohl kaum eine Odelgrube, in der unser Ruhmreicher nicht schon mal schwimmen war. Klar, dass er nun auch der erste sein musste, der die neue (gut, in grauer Vorzeit gabs die auch schon mal) Relegationsspielregelung durchexerziert. Genauso klar, dass er – obwohl das schon etliche Zeit irgendwie absehbar war – da nun völlig planlos reinschlittert. Und erst recht klar, dass er mal wieder die Chance nutzt, es seinen (blöden) Fans zu zeigen. Die sind schließlich an allem schuld. Ohne die könnte der Club am Valznerweiher in der Bezirksoberliga kicken und bräuchte sich nicht mit dem ganzen Profistress rumplagen – und müsste auch noch (das Allerletzte!) Stadionmiete zahlen.

Aber nun sind sie halt da die Fans. Noch dazu sind sie ziemlich anhänglich. Erwerben sogar für teures Geld eine Dauerkarte und löhnen dann trotzdem noch fürs Relegationsspiel. Aber nicht bloß das. Nein, nachdem die Clubverantwortlichen wissen, dass die Dauerkartenbesitzer immer kommen, kann man sie auch gleich am Sonntag im Stadion die Karten kaufen lassen. Am besten während des Spiels, dann sind sie noch nicht daheim.

Und weil die Clubfans so ziemlich die abgebrühtesten Fans sind, die es in Fußballdeutschland gibt, nehmen sie auch sowas in Kauf. Sie verzichten also darauf, den Club gegen 1860 München siegen zu sehen und stellen sich lieber am Kartenhäuschen an. Dass die Häuschen nur unzureichend besetzt waren, überschreitet dann bei einigen aber wohl doch die Abbrühungsgrenze.

Nun gut, kann man sich ja noch am nächsten Tag vor den Fanshop stellen. Dort ist auch nicht mehr Personal. Internet, modernes Ticketing, schon mal davon gehört? Das was der Club angeboten hat, soll gestern jedenfalls nicht, oder nur eingeschränkt, funktioniert haben. Ein Fan, der dann bei uns angerufen hat, war angeblich sogar vier Stunden in der Warteschleife (14 Cent/Minute).

Okay, okay! Wir wollen jetzt nicht allzusehr auf den Clubverantwortlichen herumtrampeln. Wenn die Liga Relegationsspiele einführt, dann sollte sie sich nicht nur darüber Gedanken machen, wie man die so terminiert, dass Spieler und Funktionäre auf ihre acht Wochen Urlaub kommen, sondern auch darüber, wie man dann den Ticketverkauf organisiert. Insofern war der Club halt auch Versuchskaninchen. Oder um im obigen Bild zu bleiben: Wenn der Club wo reinspringt, ist oft noch Odel drin. Später wird dann Wasser oder – spätestens, wenn die Bayern dran sind – Champagner nachgefüllt.

Der Horror geht weiter

„Ich brauch jetzt a Bier“. „Und ich a Zigaretten“. Der Nürnberger Holperkurs verpasst auch dem Gemüt von Teenagern eine Delle. Die enttäuschten Fans der Generation 12 plus suchten nach Ende des Spiels Linderung in Alkohol und Tabakdunst. So richtig schimpfen konnte gestern jedoch keiner.

Gerannt ist die Mannschaft, gekämpft hat sich auch, doch dies langt nicht mal in der 2. Liga. Viel zu umständlich agierte gegen Mainz wieder einmal das Mittelfeld. Deshalb holte sich Boakye seine Bälle oft aus der eigenen Hälfte. Bis er an den Strafraum kam, war er platt. Mintal und Frantz blieben unauffällig, Bunjaku blass. Auf der Bank saß auch kein Goalgetter, in der Winterpause holte man ja lieber einen weiteren Innenverteidiger. Die Zuschauer pfiffen bei Spielschluss nicht, jubelten ebenso wenig. Ein weiteres Jahr in Liga 2 ist jetzt sehr wahrscheinlich. Der Horror geht also weiter.