„Fußball-Matrix“ ist das beste Fußball-Buch

Beim Club, so selbstironisch sollte man sein, bekommt man es selten zu sehen: Das perfekte Spiel. Vielleicht sollten die Cluberer Biermann lesen. Aber nicht den Liedermacher und Lyriker Wolf, sondern den Journalisten Christoph. „Die Fußball-Matrix. Auf der Suche nach dem perfekten Spiel“ heißt nämlich das aktuelle Buch von Christoph Biermann, der dafür nun den mit 5000 Euro dotierten Preis der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur für das beste Fußball-Buch des Jahres erhält. Eine zwölfköpfige Jury, der Trainer-Fuchs Hans Meyer und Jürgen Kaube („Frankfurter Allgemeine Zeitung“) vorstanden, entschied sich für Biermann.
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Fußballspruch 2010 gesucht

Die in Nürnberg ansässige Akademie für Fußballkultur sucht wieder den Fußballspruch des Jahres. Aus den vorausgewählten Sprüchen soll das Publikum bei der Fußballkulturpreis-Gala am 29. Oktober in der Nürnberger Tafelhalle den Sieger auswählen. Wir geben euch (bisher lagen wir da ja fast immer richtig) auch diesmal wieder die Gelegenheit, eure Meinung kund zu tun.

Hier erst einmal die zur Wahl stehenden Sprüche:
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Auf andere Gedanken kommen…

Als Club-Fan kann man derzeit den permanent im Kopf rotierenden Rechenschieber  wohl ohnehin nicht abstellen.  Wer aber am Tag vor dem Abstiegsfinale doch noch auf andere Gedanken kommen will, kann am Freitagabend mal wieder einer Diskussionsrunde der Fußball-Akademie beiwohnen. Ab 20 Uhr wird im Marmorsaal des Presseclubs (Gewerbemuseumsplatz 2) über Fußball und Internet diskutiert, der Eintritt ist frei. „Der Fußball geht online: Wer gewinnt, wer verliert – und was ist wirklich neu im Netz?“, lautet das Thema bei der dritten Auflage der Nürnberger Gespräche zur Fußball-Kultur.

Mit dabei sind Ludger Schulze (Sportressortleiter der Süddeutschen Zeitung), Oliver Fritsch (Zeit online) und Alexander Wagner (kicker online). Die Debatte moderiert Wolfgang Habermeyer (BR alpha).

Flucht in die ruhmreiche Vergangenheit

Kollege vip klingt ja fast ein bisschen optimistisch. Irgendwie kann ich mir jedoch kaum vorstellen, dass der Club noch das rettende Ufer erreicht. Zugegeben, bei den Siegen in Wolfsburg (3:2) und Hannover (3:1) zeigte die Mannschaft ihr spielerisches Potenzial – aber gegen krisengeschüttelte Gegner, die sich derzeit ähnlich desolat zeigen wie der Ruhmreiche.

Freilich liegt darin vielleicht die Chance des FCN, das „Schneckenrennen“ (so ARD-Moderator Gerhard Delling) am Tabellenende doch noch für sich zu entscheiden – vielleicht sind die anderen noch ein bisschen langsamer. Erinnerungen werden wach an die Spielzeit 2001/02, als der FCN mit mickrigen 34 Pünktchen und stattlichen 20 Niederlagen sogar schon am 33. Spieltag den Klassenerhalt feiern konnte, weil Köln, Freiburg und St. Pauli sogar noch ein bisschen schlechter waren.

Aber einen Vorteil  gegenüber der Konkurrenz aus Freiburg und Hannover haben wir zumindest: Die Annalen des FCN sind prall gefüllt mit Erfolgsgeschichten, mit deren Hilfe man aus der trüben Gegenwart flüchten kann. Am Donnerstag, 18. Februar (19.30 Uhr), werden im Südpunkt (Pillenreuther Straße 147) wieder solche Geschichten erzählt. Dort ist dann nämlich in der Gesprächsreihe „Weißt du noch, damals…!?“ der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur „Steff“ Reisch zu Gast, der dabei war, als der Club 1961 seine achte Meisterschaft feiert. Zweiter Teilnehmer der Runde ist der Immobilienentwickler Gerd Schmelzer,  von 1983 bis 1991 Präsident des FCN. Da war der frühere Glanz des Altmeisters freilich schon verblasst – aber immerhin qualifizierte sich der Club in Schmelzers Amtszeit mal für den Uefa-Cup.

Aus dem aktuellen Kader wird eventuell  Torwart Alexander Stephan dabei sein, die Runde moderiert Mathias Zeck, Sportchef des Funkhauses. Die Akademie hatte die erfolgreiche Reihe 2009 gestartet, um Legenden von einst zu Wort kommen zu lassen.

Und am Freitag, 19. Februar (19.30 Uhr),  gibt es für die Fans der Fußball-Akademie gleich einen weiteren Höhepunkt: Christoph Biermann, Sportjournalist des „Spiegel“, stellt  im Zeitungscafe Hermann Kesten der Stadtbibliothek (Eingang neben der Katharinenruine), sein neues Buch „Die Fußball-Matrix. Auf der Suche nach dem perfekten Spiel“ vor. Mit früheren Fußball-Büchern landete Biermann sowohl 2006 als auch 2007 auf Platz zwei bei der Wahl zum besten Fußball-Buch des Jahres, die die Akademie alljährlich durchführt.

Diskussionsabend mit dem „Helden von Rom“

„Nürnberg grüßt Europa“, jubilierte Star-Kommentator Günther Koch vor 21 Jahren, als sich der 1.FC Nürnberg endlich mal wieder für den Uefa-Pokal-Wettbewerb qualifiziert hatte. „Nürnberg grüßt Europa“ lautet auch der Titel eines Diskussionsabends, zu dem die Deutsche Akademie für Fußball-Kultur einlädt, um die raren  internationalen Momente des Clubs wieder aufleben zu lassen.

In der Akademie-Gesprächsreihe „Weißt du noch damals…“, in der Legenden von einst und aktuelle Spieler über die Geschicke des FCN sinnieren, sind diesmal Tasso Wild, Dieter Eckstein und Peer Kluge zu Gast.

Der heute 69-jährige Wild spielte zwischen 1959 und 1967 für die erste Mannschaft des FCN und wurde mit ihr 1961 Meister sowie 1962 Pokalsieger. Wild spielte daher auch in den Spielzeiten 1961/62 sowie 1962/63 international für den Club, als dieser im Europapokal der Landesmeister bzw. der Pokalsieger jeweils die dritte Runde erreichte.

saneWesentlich kürzer war das internationale Gastspiel 1988/89, das sich der FCN dank eines fünften Platzes in der Saison 1987/88 verdient hatte. Allerdings gelang beim haushohen Favoriten AS Rom ein 2:1-Sieg – der inzwischen  45-jährige Eckstein erzielte einen Treffer und avancierte in den Herzen der Fans für immer zum „Helden von Rom“, auch wenn durch ein 1:3 nach Verlängerung  im Rückspiel das schnelle Aus kam. Das andere Tor für den FCN beim AS Rom, der immerhin Rudi Völler in seinen Reihen hatte, erzielte übrigens Souleyman „Sammy“ Sane (unser Foto).
Wesentlich länger konnte sich der FCN bei seinem letzten internationalen Auftritt im Wettbewerb halten. 2007/08 überstanden Peer Kluge und Co. die erste Runde und die Gruppenphase des Uefa-Cups, bevor sie in der Zwischenrunde gegen Benfica Lissabon unglücklich ausschieden.

Markus Löser von der „Abendzeitung“ moderiert die Diskussion im Südpunkt (Pillenreuther Straße 147), die am Donnerstag, 15. Oktober, um 19.30 Uhr beginnt. Der Eintritt ist frei.

Sprüche: Jury traf Vorentscheidung

„Zu spät gepisst ist auch gedopt“: Mit diesem Plakat ereiferten sich die Dortmunder Fans vergangene Saison über zwei Hoffenheimer, die zu spät zur Doping-Probe erschienen waren. Für die Leser unseres Blogs war das der originellste Spruch der vergangenen Saison, 20 Prozent votierten in unserer Abstimmung dafür. Die Jury der Akademie für Fußball-Kultur sah dies anders und  reihte den Spruch nur auf Rang sieben ein – damit stehen die Dortmunder Fans nicht auf der Short-List jener vier Kandidaten, die sich noch Hoffnungen auf den Preis der Akademie machen dürfen, über den am 2. Oktober das Publikum bei der alljährlichen Gala in der Tafelhalle entscheidet. 

Auch Ex-Cluberer Uwe Wolf hat es als Fünftplatzierter ganz knapp nicht geschafft. Bei unseren Nutzern wäre er mit seiner charmanten Erklärung, warum  er Thorsten Fink nícht beleidigt habe, in der Endauswahl gewesen. „Ich habe ihm nur gesagt, dass er die Fresse halten und auf seinen Platz zurückgehen soll.“

Wie Wolf erhielt Neven Subotic („Er muss ja nicht unbedingt dahin laufen, wo ich hingrätsche“) 15 Prozent; doch Subotic fand auch vor der Jury Gnade. Ebenso wie Thomas Hitzlsperger, der mit seinen nachdenklichen Tönen über seine Jubelvarianten („Und dann laufe ich da so rum mit Gesten, die ich hinterher peinlich finde“) sowohl bei uns (12 Prozent) als auch bei der Akademie in die Top 4 vorstieß.

Statt den Dortmunder Fans und Uwe Wolf sind bei der Gala noch Felix Magath („Die Tabelle, die ja  nie lügt, täuscht ja oft“; bei uns mit vier Prozent nur Siebter) und Manuel Neuer („Wir schießen so wenig Tore, vielleicht heißen wir deshalb auch die Knappen“; bei uns mit elf Prozent Fünfter) in der Endausscheidung.

Gut übrigens, dass Rudi Völler („Bis zum 0:1 haben wir ganz gut gespielt. Leider fiel das Tor schon in der sechsten Minute“) in beiden Abstimmungen (Jury: Platz sechs; Club-Freunde: Platz sechs mit neun Prozent) durchgefallen ist. Solche Sprüche gab es in verschiedensten Varianten schon häufig. Ein Klassiker von Thomas Häßler:  „Wir wollten in Bremen kein Gegentor kassieren. Das hat auch bis zum Gegentor ganz gut geklappt.“ Und den Zeitfaktor hat TV-Reporter Holger Obermann mal grandios thematisiert: „Zwei Minuten gespielt, noch immer hohes Tempo.“

Erschien in Fußballakademie | Kommentare deaktiviert für Sprüche: Jury traf Vorentscheidung

Fußballspruch des Jahres: Vorauswahl

Auch 2009 wählt die Deutsche Akademie für Fußballkultur wieder den Fußballspruch des Jahres. Wir haben die Sprüche, die in die engeere Wahl kommen, bereits „zugespielt“ bekommen. Am 28. August wird dann eine Fachjury vier davon auswählen. Unter denen wird das Publikum bei der Preisgala am 2. Oktober den Sieger auswählen. Wie schon im letzten Jahr dürfen die Leser des Clubfreunde-Blogs schon einmal für ein Meinungsbild sorgen (das sich übrigens im vergangenen Jahr exakt mit dem des Publikums deckte).

Zur Auswahl stehen folgende elf Sprüche:
1. 
Ich habe keine Lust, immer der einzige Idiot zu sein, der einen Fehler zugibt. Deswegen mache ich es heute auch nicht. (Dietmar Beiersdorfer)
2. Zu spät gepisst ist auch gedopt! (Plakat von Borussia Dortmund-Fans beim Spiel gegen Hoffenheim)
3.Sieg oder Niederlage, manchmal liegt es an Kleinigkeiten, manchmal liegt es an nichts. (Lucien Favre)
4. Wir haben keine Auswärtsschwäche, sondern eine Ergebnisschwäche in Auswärtsspielen. (Christian Gentner – VfL Wolfsburg)
5. Immer wenn ich die Kiste mal treffe, denke ich: Und was machst du jetzt? Und dann laufe ich da so jämmerlich rum mit Gesten, die ich hinterher peinlich finde. (Thomas Hitzlsperger
)
6. Die Tabelle, die ja nie lügt, täuscht ja oft. (Felix Magath)
7. Wir schießen so wenig Tore, vielleicht heißen wir deshalb auch die Knappen. (Manuel Neuer
)
8. Das Wort Abstiegskampf ist nicht richtig. Denn um abzusteigen, brauchst du nicht zu kämpfen. (Bojan Prasnikar)
9. Er muss ja nicht unbedingt dahin laufen, wo ich hingrätsche. (Neven Subotic zu einem Foul an Hoffenheims Stürmer Demba Ba)
10. Bis zum 1:0 haben wir gut gespielt. Leider fiel das Tor schon in der 6. Minute. (Rudi Völler)
11. Ich habe Thorsten Fink nicht beleidigt. Ich habe ihm nur gesagt, dass er die Fresse halten und auf seinen Platz zurückgehen soll. (Uwe Wolf – Interimstrainer von 1860 München nach seinem Platzverweis im Spiel gegen Ingolstadt)

Zur Abstimmung:

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Was ist der Fußballspruch des Jahres?(online surveys)

Fahrstuhldiskussion mit Tom Brunner

„40 Jahre Club im Fahrstuhl“: So lautet der Titel einer Diskussionsveranstaltung, die am Donnerstag, 25. Juni, um 19.30 Uhr im Südpunkt (Pillenreuther Straße 147) stattfindet, der Eintritt ist frei. Sportreporter Günther Koch unterhält sich dabei mit drei Spielern, die das ewige Auf und Ab des „Ruhmreichen“ in den vergangenen vier Jahrzehnten mitgeprägt haben.

 

Thomas Brunner zum Beispiel bejubelt zwar auf unserem Foto aus dem Jahr 1993 den Klassenerhalt (im Hintergrund ist Christian Wück zu sehen), der durch ein 4:1 gegen Saarbrücken am letzten Spieltag sichergestellt wurde  – aber nur ein Jahr später ging es bergab. Der treue Tom, mit 328 Einsätzen Bundesliga-Rekordspieler des Clubs, war auch beim Abstieg 1984 und dem Wiederaufstieg 1985 dabei. Und er gehörte im letzten Jahr seiner Karriere 1996 zu jener Mannschaft, für die der Fahrstuhl dann in der Drittklassigkeit halt machte. 

Da war auch Frank Baumann schon dabei, der anschließend zwei Aufstiege und vor seinem Wechsel zu Werder Bremen noch den legendären Last-Minute-Abstieg 1999 mitmachte. Kochs dritter Gesprächspartner ist Horst Leupold. Er verteidigte beim Club, als dieser seine Liebe zum Fahrstuhl entdeckte: Im Jahr 1969 stieg der FCN erstmals ab, und zwar als amtierender Meister. 

Veranstaltet wird die Diskussion von der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur im Rahmen der neuen Gesprächsreihe „Weißt du noch, damals“.

Ein Freilos gegen St. Pauli

Die Saison war ja bisher relativ nervenschonend, dümpelte der ansonsten doch stets im Aufstiegs- oder Abstiegskampf steckende FCN doch im gehobenen Mittelmaß vor sich hin. Zwar war der Kontakt zur Spitzengruppe nie ganz abgerissen, doch es sah lange nicht so aus, als würde die Oenning-Elf wirklich in der finalen Saisonphase noch um den Aufstieg mitspielen. Nun, nach vier Siegen in Serie, ist alles anders. Gegen St. Pauli wäre sogar der Sprung auf Platz zwei drin. Und vorbei ist es mit der gemütlichen Saison im Niemandsland.

Ich werde mir das Duell mit dem Kiez-Klub von der Haupttribüne aus zu Gemüte führen. Die Deutsche Akademie für Fußball-Kultur  hat zwei Tickets unter Journalisten verlost und ich war einer der glücklichen Gewinner. Jetzt hoff ich mal, dass sich der Gewinn nicht als trojanisches Pferd entpuppt und der Club ausgerechnet, wenn ich nach längerer Absenz mal wieder dabei bin, ein Waterloo erleidet…Aber eigentlich geht es für Pauli doch um nichts mehr. Vielleicht denken die Hamburger ja an das Jahr 2001. Da hat der als Zweitliga-Meister feststehende FCN das letzte Spiel gnädig mit 1:2 gegen die Jungs von der Reeperbahn verloren und den St. Paulianern damit den Mitaufstieg ermöglicht. Danach feierten Club- und Pauli-Fans gemeinsam. Zeit, sich zu revanchieren, oder, FC St. Pauli?

Bayern-Pleite: Schadenfreude ist erlaubt

Das war ein Neun-Punkte-Wochenende für Club-Fans! Der FCN holte sich einen lockeren „Dreier“, während Greuther Fürth verlor und Bayern München gar regelrecht unterging. Olaf Ü. verfügt wohl über prophetische Kräfte: Jedenfalls hat der Nürnberger schon in der Freitagsausgabe der Süddeutschen Zeitung in der Kolumne „Gewissensfrage“ – dort gibt der Rechtswissenschaftler Dr. Dr. Rainer Erlinger Auskunft zu ethischen Problemen – folgende Frage aufgeworfen: „Ist es unmoralisch, wenn ich mich freue, dass Bayern München eine Klatsche bekommt?“

Eigentlich, so Dr. Dr. Erlingers Replik, sei Schadenfreude ethisch bedenklich. Aber in diesem speziellen Fall konnte er dann doch grünes Licht geben und Olaf zugestehen, sie „relativ ruhigen Gewissens“ zu empfinden. Mit diesem philosophischen Beistand dürfte  Olaf dann das 5:1 der Wolfsburger gegen die Bayern gleich doppelt enthusiastisch bejubelt haben.  Oberbürgermeister Ulrich Maly hat auf den Artikel bei der Pressekonferenz der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur hingewiesen. Auch er schien über die Antwort des Doppeldoktors sehr erfreut…