Da gehen sie hin, die Feindbilder

  • Im letzten Beitrag hatten wir noch Bedenken geäußert, der neue Sportvorstand Dieter Hecking könnte zu arg „old school“ sein und den Club nicht wirklich weiter bringen. Statt dem damals noch befürchteten Markus Weinzierl hat Hecking aber den Leipziger Co-Trainer Robert Klauß aus dem Hut gezaubert. Das könnte zusammen mit seiner Erfahrung durchaus passen.
  • Aus Leipzig bringt Klauß das hoch gehandelte Talent Tom Krauß mit. Der 19-Jährige soll als Leihspieler Spielpraxis sammeln.
  • Neben der Leipzig-Connection gibt es offenbar auch eine Bayern-Connection. Vom FCB will der Club das Torwarttalent Früchtl, den Offensivallrounder Sarpreet Singh und den Flügelspieler Oliver Batista-Meier (hat sich mittlerweile aber wohl zerschlagen) ausleihen. Mit den Bayern und Red Bull im Boot, das muss man auch erst mal sacken lassen.
  • Den ganz großen Umbruch wird es aber beim Club – schon coronabedingt – nicht geben. Platz im ziemlich breiten Kader machten lediglich Felix Dornebusch, Dinos Mavropanos, Philip Heise, Patrick Erras, Mikael Ishak, Michael Frey und Sebastian Kerk. Dabei schmerztt vor allem der Weggang von Patrick Erras (zu Werder Bremen), der nicht nur als Vorlagengeber zum immens wichtigen Schleusener-Tor in Ingolstadt einer der wenigen Lichtblicke der vergangenen Katastrophensaison war. Er wäre vielleicht sogar beim Club geblieben, wenn der zu Saisonende handlungsfähig gewesen wäre.
  • Ein paar gefühlte Neuzugänge gilt es ebenfalls zu vermelden. Virgil Misidjan steht offenbar nach langer Verletzung wieder zur Verfügung, außerdem kehren Simon Rhein (Würzburg), Törles Knöll (Wehen-Wiesbaden) und Kevin Goden (Braunschweig) von ihren Leihbereinen zurück.
  • Im Trainerstab tat sich einiges. So trennte sich der FCN unter anderem von Mentalcoach Mathias Berthold, von Torwarttrainer Martin Scharrer und Fitnesstrainer Florian Klausner. Was jetzt angesichts der vielen Gegentore, der Fitnessdefizite und der Schwächen im Mentalbereich durchaus nachvollziehbar ist. Als Neuzugänge vermeldet der FCN: Tobias Schweinsteiger (der Bruder des bekannten Bayernspielers Bastian Schweinsteiger wird Co-Trainer), Tobias Dippert (der Athletiktrainer kommt ebenfalls von den Bayern) sowie Dennis Neudahm (Torwarttrainer, kommt aus Hoffenheim).
Der erst vor wenigen Wochen engagierte Rehacoach Frank Steinmetz darf bleiben.
  • Der bisher als Doping-Experte gefragte Heroldsberger Professor Fritz Sörgel hat sich zu einer anderen FCN-Baustelle geäußert: dem Aufsichtsrat. Vergleichbar Kritisches war hier auch schon zu lesen. Ob es bei der nächsten JHV zum Umbruch kommt, da gibt es dennoch Zweifel. Zum einen steht nur ein Teil der Aufsichtsräte zur Wiederwahl an. Zum anderen müssten sich erst einmal kompetente Gegenknadidaten melden. Selbstkritik scheint diesem seltsamen Gremium ohnehin fremd. AR-Mitglied Ulrich Maly äußerte dieser Tage erst, dass er da gerne weiter machen wolle und Unkenntnis im sportlichen Bereich dabei kein Problem sei. Er sei dort schließlich „nie mit dem Ehrgeiz, sportliche Kompetenz zu haben, angetreten„.
  • Bleibt noch die Frage nach der Gefühlslage. Wirklich bereut haben wir diese Liebe zwar nicht, ein bisschen mehr Gegenleistung wäre aber schon nett. Im Augenblick sind es lediglich Namen, aus denen man Hoffnung schöpfen kann. Allerdings ist da auch die Botschaft herauszulesen, dass wir gefälligst unser alten Feindbilder (Bauern, Dosenplörre) begraben sollten. Uns wiederum an unserer eigener Begeisterung erfreuen, das dürfte noch eine Weile dauern. Statt einer Dauerkarte wird es dann erstmal wohl nur ein Sky-Ticket. Übersetzt heißt das: Kein Strauß Rosen, sondern nur ein Gänseblümchen für die – gerade nicht mehr ganz so – große Liebe.

Zurück in die Zukunft

Dass man beim Club in diesen Zeiten auf einen Billigflieger als Symbol setzt, begeistert höchstens die Jubelperser-Fraktion unter den Fans und den Nürnberger Bürgermeister, der sich um die Stadioneinnahmen sorgt. Das beste an der Vorstellung des Corendonfliegers war noch, dass Aufsichtsratschef Grethlein dann doch nicht anwesend war. Wäre auch ein bisschen peinlich gewesen, wenn der auf dem Rollfeld den Grüßaugust gegeben hätte, während der FCN weiter ohne sportliche Führung dasteht.

Das ist nun vorbei. Nachdem das mit Michael Wiesinger einigermaßen geklappt hat, soll nun erneut jemand, unter dem der Club bessere Zeiten gesehen hat, das Ruder herumreißen. Diesmal fungiert Dieter Hecking allerdings als Sportvorstand, der jetzt nicht bloß einen Trainer, sondern auch einen Sportdirektor installieren darf (wobei – passend zu diesem Aufsichtsrat – das auch noch nicht fix ist). Kurz zuvor hatte der ebenfalls als Palikuca-Nachfolger gehandelte Benjamin Schmedes mit der bezeichnenden Begründung, er sei mit der Ausrichtung des FCN nicht zufrieden, abgesagt. Im Gegensatz zu Hecking wäre Schmedes für Innovation und Aufbruch in die Zukunft gestanden, aber das sagte man letztes Jahr von Palikuca auch. Beim Club macht man die gleichen Fehler eben immer erst beim übernächsten Mal. Diesmal also der Griff in die Vergangenheit mit Hecking, der den Club 2012 kurz vor Weihnachten plötzlich verließ, um beim VfL Wolfsburg anzuheuern. Der Club stand damals doppelt blöd da, denn er hatte Hecking mit einer Ausstiegsklausel den Karrieresprung zum reichen VW-Club erst ermöglicht. Ein bisschen erinnert das an den Spruch, man sehe sich im Leben immer zwei Mal, einmal auf dem Weg nach oben und dann auf dem Weg nach unten.

Viel Zeit hat Hecking nicht, den Club personell neu aufzustellen. So könnte sich das Gerücht bestätigen, dass Markus Weinzierl neuer Clubtrainer wird. Das ist einer, der bei offenem Fenster schläft, damit er auch den leisesten Ruf noch mitbekommt. Beim VfB Stuttgart hatte er zuletzt allerdings nur deshalb ein halbes Jahr amtieren dürfen, weil wenigstens der Club ein Einsehen hatte und ihn gewinnen ließ.

Nach Aufbruch und mutigen Konzepten sieht das jedenfalls nicht aus. Statt einer Neupositionierung in einem, sich leider nicht zum Positiven entwickelndem Fußballgeschäft, setzt man Seriosität von vorgestern. Immerhin verfügt Hecking wenigstens über jenen zuletzt schmerzlich vermissten sportlichen Sachverstand. Insofern hat der Aufsichtsrat erst mal für Ruhe gesorgt und sich aus der Schusslinie genommen. Trotzdem ist dieser Sachverstand wieder nur ein eingekaufter. Im Aufsichtsrat, der in den letzten Tagen bewiesen hat, dass er zumindest gegenüber der Bildzeitung den Mund aufmachen kann, fehlt er nach wie vor. Hoffen wir mal, dass das bis zur Jahreshauptversammlung nicht in Vergessenheit gerät, damit da nicht wieder die Fünf-Minuten-Dampfplauderer ins Amt gewählt werden.

Ein „Weiter so“ kann es geben

Geschafft! In mehrfacher Hinsicht. Zum einen der Klassenerhalt. Zum anderen wir. Und nicht zuletzt diese beknackte Saison. Längstmögliches Leiden war da angesagt. Nicht bloß wegen der Coronapause. Dazu auch noch das Nachsitzen in der Relegation und dort extremstes Gefühlskarussell mit einer nicht mehr für möglich gehaltenen Erlösung in der 96. Minute. Gut, es hätte auch noch Verlängerung geben können und somit Steigerungsmöglichkeiten. Die sind aber selbst beim Club nur theoretischer Art.

Letztlich sind wir im Soll und der nach dem Bundesligaabstieg ausgerufene Zwei-Jahres-Plan ist immer noch umsetzbar. Was sollen also all die defätistischen Kommentare, wonach es ein „Weiter so“ nicht geben dürfe und der Club einschneidende Veränderungen nötig habe? Fußball ist ein Ergebnissport . Da fragt schon nach ein paar Tagen keiner mehr, wie Siege oder Klassenerhalte zustande gekommen sind.

Ahem! Nein, wir haben nicht wegen des einen Schleusener-Tores die Seiten gewechselt. Wir wollten nur einmal unter Beweis stellen, dass wir realitätsfernes Schönreden nach Grottenkicks ebenfalls beherrschen. Das dürfte ohnehin auch künftig angesagt sein, weil sich nämlich am Weiterwursteln wenig ändern dürfte. Die von Palikuca unter dem Titel „Neuanfang“ zusammengekaufte Mannschaft wird uns nämlich weitgehend bleiben. Interessenten, die dann auch ähnlich hohe Gehälter zahlen, wird es in der gegenwärtigen Situation kaum geben. Angesichts des aufgeblähten Kaders muss man beim FCN froh sein, dass dann doch ein paar Verträge auslaufen (Ishak, Erras) und Robin Hack abgegeben werden kann, um somit wenigstens die Defizite auf bestimmten Positionen beheben zu können. Dass dabei ausgerechnet die wenigen Aktivposten der laufenden Positionen den Verein verlassen, spielt in dieser Notlage keine Rolle .

Zu glauben, dass jetzt nur der richtige Trainer verpflichtet werden muss, ist ebenso blauäugig, wie der Gedanke, dass ausgerechnet Robert Palikuca diesen bei seinem dritten Versuch entdeckt,. Allerdings, selbst wenn er diesen richtigen Trainer fände, würde der unter den gegebenen Umständen wohl kaum zum Club gehen. Das Gleiche gilt übrigens für eine etwaige Suche nach einem neuen Sportvorstand.

Womit wir bei der schon seit Jahrzehnten immer wieder gebetsmühlenhaft geäußerten Forderung wären, der Verein brauche mehr Sachverstand in der Führung, denn dann hätten unerfahrene Sportvorstände und eher mittelmäßige Trainer wenigstens ein Korrektiv. Die Forderung ist zwar immer noch richtig. Getan har sich aber all die Jahre nichts. Warum wohl?

Vielleicht ist es der im Aufsichtsrat nicht unbekannte Dunning-Kruger-Effekt, der wohl auch dafür verantwortlich war, dass Palikuca, Canadi oder Keller regelmäßig mit ihrem Schöngerede durchkamen. Mit Geschwurbel gewählt, mit Geschwurbel ruhig gestellt. So präsentiert sich das oberste Cluborgan. Kein Wunder, dass dieses uns Fans genauso billig ruhig stellen will: etwa mit FCN-Rufen und einer Zigarre . Trotzdem: Bei der nächsten JHV werden sie erneut Stuhlfauth und Morlock zitieren und wir wählen sie wieder…. Allerdings, haben wir eine andere Wahl? Leute mit Sachverstand lassen sich dort halt selten aufstellen. Womit sich wieder die Frage stellt: Warum wohl?

Vielleicht bewirkt der ganz tiefe Blick in den Abgrund endlich etwas. Bedauerlicherweise müssen wir auch hier auf Leute setzen, denen wir – spätestens nach dieser Saison – wenig zutrauen.

Vielleicht werden jetzt auch ein paar Richtige gehen, es werden aber auch jede Menge Falsche bleiben. Die müssten es aber auf wundersame Weise schaffen, sich selber an ihren Haaren (Zigarren?) aus der Malaise zu ziehen. Hoffen wir, dass da ein Schleusener kommt und hilft.

Hilferuf nach Fürth

Blogbeiträge nach Cluberfolgen werden immer besser geklickt, als nach Niederlagen oder drögen Unentschieden. Da will man dann möglichst nicht daran erinnert werden und sucht woanders Ablenkung. Insofern hätten wir hier die Chance nutzen sollen und das 6:0 in Wiesbaden gebührend abfeiern müssen. Doch interessieren uns Zugriffszahlen? Mitichten!

Deshalb ließen wir die Klicks liegen, feierten verhalten und hakten das Ganze erst einmal unter „unerklärlicher Ausrutscher“ ab. Bei den Mitkonkurrenten aus Osnabrück oder Karlsruhe kursierten ja schon Verschwörungstheorien, die verdammt an das 5:1 der Frankfurter gegen Kaiserslautern erinnerten, weswegen der fast schon gesicherte FCN dann 1999 doch noch abgestiegen ist. Gab es da Absprachen, waren gar Drogen oder Schmiergelder im Spiel?

Nun ja! Auch in der Hinrunde gab es mit dem 4:0 in Hannover schon so einen „Ausrutscher“, der dann aber nur den Blick auf die Realitäten verstellte und allenfalls den Beweis erbrachte, dass die Mannschaft zwar gewinnen kann, aber halt nur wenn Ostern und Weihnachten zusammenfallen, also wenn alles passt und der Gegner vorwiegend mit sich selber zu tun hat.

Insofern wollten wir erst einmal das Heimspiel gegen den VfB Stuttgart abwarten. Da war der Club dann prompt wieder der Alte. Nichts zu sehen vom gewonnenen Selbstvertrauen, von umgestoßenen Bock oder von den – schon wieder nach oben geschriebenen – Unterschiedsspielern. Der Club fing – wie gewöhnlich – ganz nett an. leistete sich dann aber bereits in der 11. Minute den ersten Fehler (diesmal war es Margreitter, der pennte) und lag prompt 0:1 hinten. Danach lief es so, wie wir das noch aus Erstligazeiten bei frühen Rückständen gegen überlegene Teams kennen: Die „Mannschaft“ fiel in sich zusammen. Beim VfB wunderter man sich ein ums andere Mal, wie einfach gegen den Club Torchancen generiert werden konnten. Am Ende kassierte der FCN genau jene sechs Tore, die er gegen Wiesbaden noch geschossen hatte. Und damiti war er sogar noch gut bedient. Der jetzt als Aufsteiger feststehende VfB hätte nämlich locker noch mehr Treffer erzielen können gegen eine völlig desolate Clubabwehr. Wobei die Kritik an der Abwehr nur das eine ist. Nach vorne ging nämlich auch nichts. Da bestand 90 Minuten lang eigentlich nie Gefahr für den Stuttgarter Keeper Kobel. Das Ergebnis war also auch in der Höhe mehr als verdient.

Verdient hätte diese Truppe nach diesem Auftritt auch den Abstieg in die dritte Liga. Dass der mittlerweile – zumindest auf direktem Weg – nicht mehr möglich ist, haben wir den Darmstädtern zu verdanken, die gegen Wehen-Wiesbaden gewonnen haben. Am nächsten Sonntag geht es also nurmehr darum, wer in die Relegation muss, der KSC oder der FCN.

Der Club hat zwar zwei Punkte Vorsprung, muss aber noch nach Kiel, während der KSC in Fürth gewinnen muss. Da die Hoffnung, die Kieler zu schlagen, nach dem heutigen Auftritt nicht allzu groß ist, sind wir wohl auf die Hilfe des Kleeblatts angewiesen. Schlimmer kann eine Demütigung kaum sein.

Mit Glück und Grethlein

Inzwischen habe ich mir wieder ein paar Spiele angetan. Auch die vom Club. So ganz kann man es dann doch nicht lassen.

Wenn man ohne Vertrag woanders mitgucken kann und daher nichts zahlen muss, fällt einem aber leider auch auf, dass man immer noch Zeit investiert. Zeit, die man eigentlich für vieles sinnvoller nutzen und unterhaltsamer verbringen könnte. Oben steuern die Bayern ihren drölfzigsten Titel an. Unten wird der Club nur durch die Hilfe der Gegner noch einigermaßen am Leben gehalten. In der ersten Hälfte des Heimspiels gegen Aue wäre ich beinahe weggenickt. Spielerisch und kämpferisch kommt da gar nichts. Nicht einmal akustisch. Die Clubspieler haben offenbar besonders große Angst vor Tröpfcheninfektion und taumeln deshalb stumm in Richtung 3. Liga. Der ebenfalls ziemlich ruhige Trainer Jens Keller scheint mit seinem Latein ohnehin am Ende (dürfte sich eher um das kleine Latinum handeln), was sich auch in dem hilflosen Wortgeschwurbel widerspiegelt, mit dem er die Lokalpresse abspeist.

Einzig Aufsichtsratschef Thomas Grethlein ist mit verbalen Supportversuchen im fanentleerten Stadion zu hören. Außer „FCN“ und „Weiter“ hatte er aber nichts auf der Platte. Da erkennt man erst, wie originell doch die Fans sind. Wobei es auch da Ausnahmen gibt, zum Beispiel wenn fast eine Halbzeit lang bloß das hier gebrüllt wird. Die Leistungen der Fans verhalten sich da anscheinend umgekehrt proportional zu denen auf dem Platz.

Im Heimspiel gegen Aue schien zumindest Kapitän Hanno Behrens dem „Weiter“ seines AR-Vorsitzenden Gehör zu schenken. Sein energischer Vorstoß führte dann wenigstens zum Ausgleich.

In Regensburg war es mit dem von Keller geschmähten Ishak ebenfalls einer der „Alten“, der uns endlich mal ein Feldtor bescherte. Aber egal, auf welcher Seite das Tor fällt, beim FCN scheint das immer Lähmung und Zurückschalten in den Verwaltungsmodus zu bedeuten. Gegen den Jahn ging das sogar eine Zeit lang gut. Statt jedoch nach den beiden Aluminiumtreffern aufzuwachen und das eigene Glück nicht weiter zu strapazieren, bettelte der Club so lange bis er 1:2 in Rückstand lag. Dass dann in der Nachspielzeit noch der kaum erwartbare Ausgleich durch den derzeit besten Clubstürmer (Eigentor) fiel, dürfte höchstens dazu dienen, den trostlosen Auftritt wieder irgendwie schönzureden. In der Tabelle hat sich der Abstand zum Mittelfeld für den Club weiter vergrößert. Möglicherweise muss so lange gezittert werden, bis Dresden seine beiden Nachholspiele absolviert hat.

Andererseits ertappe ich mich mittlerweile bei dem Gedanken, ob nicht ein Abstieg und eine völlige Neuorientierung für den FCN besser wäre als eine irgendwie glücklich zustande gekommene Verlängerung des jetzt noch deutlicher zu Tage tretenden Trauerspiels. Ohne Fans ist der Club, noch mehr als andere Vereine, ein Nichts.

Doch wie soll eine solche Neuorientierung stattfinden? Bekanntlich gibt es nichts Richtiges im Falschen. Einige Fankommentatoren schlagen da vor, das Rad der Zeit um etwa 15 Monate zurück zu drehen, Köllner und Bornemann wieder zu holen und stattdessen die, für deren Entlassung verantwortlichen „Amateure“ in die Wüste zu schicken. Die Beiträge unserer Scoutingabteilung machen Bornemanns reservierte Haltung, was Neuverpflichtungen anging, nachträglich verständlich. Aktuelles Beispiel ist der, lediglich durch seinen Fehlschuss im Derby aufgefallene, Iuri Medeiros, der jetzt an Braga abgegeben werden soll.

Kosten minimieren dürfte beim Club wieder oberstes Gebot werden. Guter Fußball für die Fans interessiert da eher weniger. Ohnehin weiß keiner genau, wie es nach der Saison weiter geht. Im August dürfte es bestimmt noch keinen Impfstoff geben. Ob wir gegen Fürth oder gegen Würzburg nicht hin dürfen, ist dann auch egal.

Immerhin scheint Grethlein – trotz stark limitierter Mittel – erkannt zu haben, dass es beim Produkt Fußball auch um Unterhaltungswerte geht. Das ist schon mal ein Hoffnungsschimmer. Vielleicht finden sich ja in der Möchtegern-Kulturhauptstadt noch ein paar – derzeit ohnehin beschäftigungslose – Künstler, die wenigstens das mit der akustischen Unterstützung ein bisschen besser hinbekommen.

Ein Letztes:

War´s das?

Eigentlich wollten wir uns erst am Sonntag nach dem St.Pauli-Spiel melden. Eigentlich wollten wir da einen Dreier feiern (oder auch nicht). Eigentlich wollten wir da nochmal auf wirre, aber auch auf originelle Fans eingehen. Doch daraus wird jetzt nichts.

Es gibt Wichtigeres als Fußball. Alle Bundesligabegegnungen wurden abgesagt. Dass bei der DFL da doch noch die Vernunft über die Geldgier gesiegt hat, dazu hat auch der Club beigetragen. Indirekt. Nachdem beim letzten Gegner Hannover 96 gestern bereits zwei Coronainfektionen zu vermelden waren, meldete heute auch der FCN eine. Fabian Nürnberger war positiv getestet worden (gute Besserung!). Der Club bat daraufhin alle Spieler zuhause zu bleiben und die DFL das Spiel in Hamburg abzusagen. Da hatte die DFL noch die Durchführung des Spieltages geplant, um zu verhindern, dass die dritte Tranche der Fernsehgelder einbehalten wird.

Kann leicht sein, dass auch der Plan, die Saison mit Verzögerung zum Abschluss zu bringen, kassiert werden muss. Dann würde Plan B greifen. Der sieht nach jetzigem Stand vor, dass die Saison für beendet erklärt wird. Absteiger wird es dann keine geben. Nur Aufsteiger. Die Bundesliga wird dann um vier Aufsteiger aufgestockt. Für die zweite Liga hieße das, Bielefeld, Stuttgart, HSV und Heidenheim gehen rauf und aus Liga 3 rücken die vier ersten vier nach. Der Club bliebe also drin.

Insofern hat das Ganze für uns nach dieser grottig verlaufenen Saison sogar noch eine positive Seite. Die negativen Folgen sind hingegen noch nicht absehbar und werden wohl erst in den nächsten Tagen und Wochen deutlich. Was bedeutet das Ausfall der TV-Gelder und der Zuschauereinnahmen? Wer kommt für den Schaden auf? Wie sieht das mit den vertraglichen Verpflichtungen aus (Spielergehälter, Stadionmiete)? Wo gibt es finanzielle Hilfen?

Für uns stellt sich zudem die Frage, wie gehen wir mit der Langeweile um? Vielleicht ist das der Durchbruch für die eSportler. Da ist Daniel Butenko vom FCN immerhin bei den Play Offs Ende März dabei. Zuschauer wird es dabei zwar nur per Twitch geben. Aber immerhin. Für Publikumssound ist softwareseitig gesorgt. Also gibt es da schon mal keine trostlosen Geisterspiele.

Wir melden uns hier wieder, wenn es Neues gibt. Haltet durch und bleibt gesund!

Wie ein Absteiger

  • Wer etwas auf sich hält, hat einen Podcast. Der FCN natürlich auch. Inzwischen ist die sechste Folge hörbereit. Diesmal mit Kapitän Hanno Behrens. In der ersten Folge kam übrigens der scheidende OB Ulrich Maly zu Wort, was zu der Frage führt: Hat er jetzt endlich Zeit für seine Aufsichtsratstätigkeit oder räumt er seinen Platz für den neuen OB?
  • Kaum hat der Club wieder Anschluss ans Zweitliga-Mittelfeld gefunden, schießen die Transfergerüchte ins Kraut. An Bernard Tekpetey und Kevin Bua sei der FCN dran, außerdem möchte er Michael Frey für eine Rekordsumme fest verpflichten. Dafür stehe Robin Hack vor einem Wechsel… Nun, vielleicht sollte man erst einmal seine Hausaufgaben machen, sonst wird das nämlich nichts mit der Versetzung.
  • Die Vereine sollen es richten. Das meinen DFB, Kalle Rummenigge und jetzt auch die Polizei. Kennen die den FCN? Der stellt noch nicht mal die richtigen Fragen. Das müssen die Fürther machen. Wobei sich die Vereinsführung dank der Ultras gar nicht bewegen muss. Die haben nämlich angeblich angekündigt, auf beleidigende Plakate zu verzichten.
  • In Italien finden die Fußballspiele gegenwärtig ohne Zuschauer statt. Da dürften sich die dort kickenden Nationalspieler und deren ausgeschlossene Fans freuen, wenn sie am 31. März im Max-Morlock-Stadion im Testspiel gegen die deutsche Nationalmannschaft mal wieder richtigen Fußball zelebrieren können. Auch mancher Nürnberger hätte statt karge Zweitligakost gerne mal wieder gehobenerer Fußballkunst konsumiert. So wie es aussieht, wird daraus aber nichts.

Das Spiel:

Wir erinnern uns, in der Hinrunde konnte der Club in Hannover 4:0 gewinnen, was allerdings nur das Missverständnis mit Damir Canadi verlängerte. Dass das Urteil für Jens Keller mal besser ausfällt, machte nach dem schwachen Auftritt des Clubs keiner unterschreiben. Kein Plan, kein Zug zum Tor, kein Druck, keine Zweikampfstärke… Die Mannschaft fing, wie aus Heimspielen sattsam bekannt, zwar ganz gefällig, aber wenig zielstrebig und ohne den letzten Biss an. Nach einer guten Viertelstunde musste Mathenia erstmals sein ganzes Können aufbieten. Kurz danach war er aber machtlos, als nach einer Ecke ausgerechnet der lange Erras das Kopfballduell gegen Hübers verlor. Hannover führte. Beim Club begannen bereits woeder die Schultern zu hängen und die Einzelaktionen Überhand zu nehmen. Immerhin scheint es bei der fehlenden Frustrationstoleranz so etwas wie mannschaftliche Geschlossenheit zu geben, Folgerichtig kamen die Gäste immer besser ins Spiel und dann sogar zum zweiten Treffer. Ex-Cluberer Cedric Teuchert konnte völlig inbedrängt nach vorne marschieren, auf Maina passen, der dann das 2:0 machte. Danach wieder kein Aufbäumen.

In der zweiten Hälfte ging es im selben Stil weiter. Nur dass Hannover es inzwischen lockerer angehen ließ. Im sicheren Gefühl, den einfallslosen Club im Griff zu haben. Teilweise erinnerte das Spiel an die Schlussphase des Bayernauftritts in Hoffenheim. Sinnloses Ballgeschiebe im Mittelfeld, Fußball zum Abgewöhnen!

Akzente von der Bank wurden auch nicht gesetzt. Nur insofern, als Keller erst Ishak zur Einwechslung losschickte, ihn dann aber zurück beorderte. Dafür kam später Lohkemper noch zum Einsatz, der die einzig nennenswerte Torchance des Clubs haben sollte. Aber offenbar war er ob der ungewohnten Situation so überrascht, dass er den Kopfball weit neben das Tor platzierte. So kam dann Hannover 96 in der Schlussminute durch Weydandt noch zum 3:0.

Auf der Suche nach etwas Positiven fing Günther Koch im Fanradio an, den Platzwart zu loben. Das ehrt ihn. Leider fällen die Platzverhältnisse als Ausrede damit auch flach. Aber wenigstens gibt es einen, an dem es nicht liegt.

Nachtrag:

Vielleicht ist das eine Erklärung für diesen schwachen Auftritt.

Ein Letztes:

Endlich kommt Farbe in die Stadt:

…und eine berechtigte Frage,

die sich hier aber genauso stellt:

Dreier im Kellerduell

  • Unter Klimagesichtspunkten, aber auch in punkto Kundenzufriedenheit fördert die Corendon-Partnerschaft das Clubimage nicht unbedingt. Besser als ein in den FCN-Farben angemalte Flieger kommt da schon eine ähnlich gestylte Straßenbahn. Ein auf Twitter geäußerter Wunsch sollte allerdings nicht unerwähnt bleiben.
  • Club-Profi Dennis Lippert bleibt auch nichts erspart. Während er sich nach langer Verletzung wieder herankämpft, wurde er vom DFB für tot erklärt. Grund war eine Verwechslung mit einem gleichnamigen Motorradrennfahrer, der im vergangenen Juni tödlich verunglückte.

Das Spiel:

Vor dem Spiel versuchte Trainer Jens Keller den Druck von seinen Spielern zu nehmen. Entscheidend sei die Begegnung mit dem KSC nicht, obwohl der bei einem Sieg den Club auf einen Abstiegsplatz hätte kicken können. Nun ja, am 24. Spieltag fallen normalerweise auch noch keine Entscheidungen. Vor allem, wenn es so eng zugeht, wie derzeit in der 2. Liga.

Der Club begann in Karlsruhe erneut durchaus selbstbewusst. Was die Zahl der Chancen anging, war er den Hausherren überlegen. Allerdings kam nichts dabei rum. Beispielsweise als Margreitter völlig frei vor dem Tor zum Kopfball kam oder als ein Schuss von Geis knapp neben das Tor abgefälscht wurde.

Bereits nach 37 Minuten hatte Keller genug von dem unkonzentrierten Auftritt von Oliver Sorg. Für ihn kam der Ex-KSC-Spieler Enrico Valentini, der prompt mit Pfiffen bedacht wurde. Kurz vor der Halbzeit erspielte sich auch der KSC seine Chancen, so dass das 0:0 zur Pause in Ordnung ging.

Auch in der zweiten Hälfte schaffte es keiner, eine der auf dem Papier schwächsten Abwehrreihen zu überwinden. Vorne war beim Club Robin Hack der einzige Aktivposten. Michael Frey brachte kaum Brauchbares zustande. Bezeichnend, dass er in der 73. Minute selbst eine Hundertprozentige liegen ließ. So musste wenige Sekunden später ein Ex-Nürnberger helfen. KSC-Torwart Uphoff ließ eine Geis-Ecke durch die Finger gleiten, hinter ihm stand Patrick Erras und sagte Danke.

Keine zehn Minuten später schien aber die mühsam erarbeitete Führung dahin. Hack traf Stiefler im Strafraum. Videobeweis! Diesmal meinte es der Kölner Keller aber gnädiger mit uns. Kein Elfmeter!

Mit Glück schaukelte der Club den knappen Vorsprung ins Ziel. Auch, weil die Karlsruher am Ende platt waren. Wichtige drei Punkte, zumal auch Dresden gewonnen hat. Aber, wie Keller schon sagte, entscheidend war das Spiel in Karlsruhe nicht.

Ein Letztes:

Verpfiffen!

  • Kommt Michael Köllner nach Nürnberg zurück? Kooperieren zwei eher von der Tradition lebende bayrtische Fußballclubs? Diese Fragen stellen sich plötzlich, nachdem die Sechziger für zwei Jahre ein Ausweichquartier benötigen und nun auch das Max-Morlock-Stadion im Gespräch ist. Allerdings haben die Münchner Verantwortlichen die Wahrscheinlichkeit, dass es dazu kommt, mittlerweile als „eher gering“ eingestuft
  • Der Club ist eine Partnerschaft mit den türkischen Corendon Airlines eingegangen. Die haben sogar angekündigt, einen Flieger in den Clubfarben zu bemalen. Offenbar, weil´s wurscht ist.
  • Er ist nicht nur Clubspieler, sondern auch Clubfan. Bisschen schade, dass das besonders erwähnt werden muss. Umso besser aber, dass der FCN jetzt den Vertrag mit Enrico Valentini verlängert hat.
  • Torwart beim Club, das scheint die Vorstufe zum Lazarett zu sein. Jetzt fällt Andreas Lukse wegen einer Adduktorenverletzung auf unbestimmte Zeit aus.
  • Einer, der sich derzeit richtig für den Club reinhängt und innerhalb weniger Wochen zum Publikumsliebling avancierte (und der heute leider schon in der 13. Minute verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste) , ist nur Leihspieler und wird wohl nicht beim FCN bleiben: Konstantinos Mavropanos.

Das Spiel:

Zunächst konnte man beim zäh beginnenden Heimspiel gegen Darmstadt 98 Kleidungsfragen erörtern. Der Club lief nämlich nicht im traditionellen Rot-Schwarz sondern erneut in Grau auf. Der meist blaue Gast musste so auf Orange ausweichen. Den ersten Aufreger gab es erst in der 12. Minute. Dinos Mavropanos ging im Clinch mit Dursun zu Boden und musste verletzt raus.

Für ihn kam Lukas Mühl. Wer jetzt dachte, die Clubabwehr würde damit an Stabilität verlieren, sah sich aber getäuscht. Mühl, von den Fans lautstark aufgebaut, hatte sich offenbar vom griechischen Leihspieler einiges in Sachen Einsatz abgeschaut.

Die Lilien aus Darmstadt hatten zwar ein optisches Übergewicht, kamen aber kaum gefährlich vor das Club-Tor. Anders der Club. Der erspielte sich in der 24. Minute die erste Gelegenheit. Nürnberger flankte in den Strafraum auf Behrens, der aber von Holland zu Boden gezogen wurde. Schiedsrichter Patrick Alt winkte ab, ohne den VAR zu Rate zu ziehen. In ähnlichen Situationen hatte es freilich schon mal Strafstoß gegeben. Dafür nutzte der Club nach einer halben Stunde seine nächste Chance zur Führung. Hack und Frey kombinierten sich in den Darmstädter Strafraum. Freys Schuss konnte von Darmstadts Torhüter Schuhen nur nach vorne weggefaustet werden, wo Nikola Dovedan stand und den Ball mit Karacho unter die Latte knallte.

Nicht ganz so effektiv war der Club dann bei den sich danach noch eröffnenden Chancen. Das sollte sich leider noch rächen.

In der zweiten Hälfte begann nämlich Schiedsrichter Alt sich zum Hauptdarsteller aufzuspielen. In der 52. Minute ahndete er eine ähnliche Situation wie bei Behrens in der ersten Halbzeit nicht nur mit Elfmeter, sondern auch mit Gelb gegen Asger Sörensen, der den Darmstädter Dursun an der Schulter gezogen hatte. War das schon überzogen, meldete sich auch noch der Kölner Keller und wies Alt darauf hin, er müsse auf Rot nachbessern. Das tat Alt dann auch. Kempe verwandelte zum 1:1 und der Club war nur noch mit zehn Mann auf dem Platz.

Die hängten sich aber für elf rein, zudem schien Darmstadt auch keinen Plan zu haben, aus der Überzahl Kapital schlagen zu können. Als der Club sich dann mit dem einen Punkt abgefunden hatte, kamen die Gäste kurz vor Schluss doch noch zum Siegtreffer. Dumic konnte sich gegen Frey durchsetzen und aus der Distanz Mathenia überwinden. Zuvor war der Ball möglicherweise im Aus. Aber auf Schiedsrichter Alt durfte sich im Max-Morlock-Stadion mittlerweile keiner mehr verlassen.

Im Gegenteil. Kurz darauf zeigte Alt Nürnberger noch wegen Meckerns die Ampelkarte. Und nach dem Schlusspfiff präsentierte der Gelbwütige dann auch noch Trainer Keller und Co-Trainer Stickroth sein Kärtchen.

Wer auch immer glaubte, die Einführung der Videobeweises würde mehr Objektivität in den Fußball bringen, heute wurde er eines besseren (für uns leider schlechteren) belehrt.

Ein Letztes:

Kiebitz? Nein, Fasching!

Ein Punkt gegen den Abstieg

  • Fast hatten wir ihn schon vergessen: Virgil Misidjan. Inzwischen hat er nicht nur sein Verfahren wegen Körperverletzung, sondern auch seinen Kreuzbandriss überstanden und trainiert wieder. Der Club plant angeblich sogar eine Vertragsverlängerung mit dem schnellen und seinerzeit nicht ganz billigen Außenstürmer.
  • Mit Robin Hack hat der Club noch einen schnellen Außenstürmer, der – wenn er nicht wie heute gelb-gesperrt ist – regelmäßig spielt und dabei mitunter richtig Spaß macht. Ihn deswegen jedoch deswegen jedesmal mit dem Attribut Shootingstar (auch hier) zu versehen, ist jedoch in zweierlei Hinsicht ungeschickt: Zum gibt es da kaum noch Steigerungsmöglichkeiten, zum sieht es stark nach Wegloben aus

Das Spiel:

Der Beginn war vielversprechend. Bereits mit dem ersten Angriff brachte Nikola Dovedan (letzte Saison noch bei den Hausherren unter Vertrag) den Club in Führung. Der zuletzt oft gescholtene Hanno Behrens hatte aufgelegt. Mit der Führung im Rücken trumpfte der Club selbstbewusst auf. Bereits im Mittelfeld wurden die Angriffe der Heidenheimer abgefangen und diese durch hohes Pressing zu Fehlern gezwungen. Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, wann der Club nachlegt. Aber damit war es nach einer guten Viertelstunde dann leider vorbei. Der Club schaltete in den Schongang und Heidenheim machte nun massiv Druck. Aber entweder war Mathenia zur Stelle oder Mavropanos, der einen Ball gerade noch von der Linie kratzen konnte. In der Nachspielzeit passierte es dann doch: Heidenheim erzielte den Ausgliech. Zunächst konnte Mathenia noch an den Pfosten abwehren, Den Abpraller bugsierten dann Kleindienst und Margreitter praktisch mit dem Pausenpfiff über die Linie.

Nach der Pause schien sich Geschichte zu wiederholen. Nach wenigen Sekunden kam Dovedan wieder zu einer Großchance. Diesmal verzog er allerdings. Kurz darauf vergab Heise. Nach gut einer Stunde machte er es aber besser, passte im Strafraum zu Behrens, der das 2:1 für den Club markiert.

Zehn Minuten später liegt der Ball erneut im Heidenheimer Tor. Margreitter hatte ihn nach Geis-Flanke per Kopf dorthin befördert. Allerdings stand der diesmal oft unglücklich agierende Michael Frey bei der Aktion im Abseits. Strittig, ob er dabei aktiv eingegriffen hat. Der Kölner Keller bejahte dies. So blieb es bei der knappen Führung.

Für die zuvor augenscheinlich verunsicherten Hausherren war das ein Weckruf. Erneut übernahmen sie das Zepter und schnürten den Club, bei dem langsam auch die Kräfte schwanden, mehr und mehr ein. Nach einer Ecke wurden die Bemühungen in der 83. Minute mit dem Ausgleich belohnt. Wieder war Kleindienst der Schütze.

Das Unentschieden war letztlich gerecht. Beim Club ist zwar ein Aufwärtstrend zu erkennen. Über weiter Strecken war er in Heidenheim sogar die bessere Mannschaft. Die Hausherren haben aber Stehaufmännchenqualitäten und da reicht die Verwaltung eines Ein-Tore-Vorsprungs halt nicht .

Ein Letztes:

Lebenshilfe für den Clubfan (für euch leider zu spät):