Aufbauhilfe gegen Nichtabstiegshilfe?

148408372Das war halt mehr als nur ein Drei-Punkte-Spiel. Da kommt der Club, seit langem mal wieder in der Tabelle vor den Bayern stehend, nach München, sollte also mal das Selbstbewusstsein besitzen, um dort was zu reißen. Und da sind die Bayern, denen langsam die Meisterschaftsfelle davonzuschwimmen scheinen, die den Sieg unbedingt brauchen. Ein Situation, die den Clubfreund ins Träumen bringt. Drei Punkte in München, den Nervgegner Nummer 1 besiegen, auf Distanz halten, und gleichzeitig dafür sorgen, dass die die Saison praktisch abschreiben können oder mimndestens massiv die Panik bekommen. Es hätte so schön sein können.

Andererseits, die Bayern haben die Punkte gebraucht und dringend ein Erfolgserlebnis. Der Clubfan kann zwar normalerweise die Bayern nicht leiden. Der Clubverantwortliche schon. Immerhin hat der FCB dem Club mit Leihgeschäften aus der Bredouille geholfen. Zwei Ex-Leihspieler waren in München dabei: Andreas Ottl und Breno. Ekici, diesmal eher unauffällig, (noch) beim Club. Unterstellt, in der Bundesliga ist eh alles nur Geschäft, war das Nichtabstiegshilfe gegen Aufbauhilfe. Der Club gab jedenfalls für die keineswegs übermächtigen und durchaus schlagbaren Bayern den Aufbaugegner.

In der ersten Halbzeit schon nachgerade erschreckend harmlos, ließ der FCN den FCB das Spiel machen und hatte praktisch keine einzige Torchance. In der zweiten Hälfte ging es wenigstens ansatzweise nach vorne. Schieber hatte zwei exzellente Torchancen, machte aber nichts draus. Aber das war es auch schon. Irgendwie wirkten die Clubspieler immer so als hätten sie die Handbremse angezogen. Der FCB hatte chancenmäßig ein eindeutiges Übergewicht und hätte, nicht bloß wegen des verschossenen Elfers, durchaus höher gewinnen können. Der Club ermöglichte es Bayern-Trainer van Gaal sogar, seinen Rekonvaleszenten Ribery und Breno wieder Spielpraxis zu geben. Nach dem 3:0 schienen kurzfristig sogar – wie in der vergangenen Saison – wieder alle Dämme zu brechen.

Schade, schade! Es hätte so schön sein können! Hoffen wir mal, dass wir nun für nächste Saison wieder zwei Leihspieler beim FCB gut haben.

Maximal ein Punkt ist drin – für die Bayern!

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Ein seltenes Bild in der Saison 1967/68: Franz Brungs scheitert an Sepp Maier.

26 Mal standen sich der Rekordmeister aus München und der Ex-Rekordmeister aus Nürnberg in der Landeshauptstadt anlässlich eines Bundesliga-Duells gegenüber. 26 Mal 90 Minuten, in denen sich die Bayern eine beeindruckende Bilanz gegen den fränkischen Rivalen erarbeiteten. 19 Siege heimsten die Münchner bei vier Unentschieden und drei Club-Erfolgen ein. Grund genug für den sieben Euro zahlenden Südkurvenbesucher, sich auch am kommenden Sonntag als haushoher Favorit zu fühlen. Ein Trugschluss, dem wir nicht aufsitzen werden.

Blickt man nämlich etwas genauer hin, kommt man nicht daran vorbei, zu erkennen, dass der Club in München fast immer hielt, was er versprach. Stempelte die Tabelle den Ruhmreichen im Vorfeld des Derbys zum Punktelieferanten, gab es an der Isar fast nie etwas zu holen. 23 Mal reiste der 1. FC Nürnberg als die im Klassement schlechter platzierte Mannschaft nach München – mit der atemberaubenden Ausbeute von insgesamt unfassbaren sechs Punkten (nach der 3-Punkte-Regel). Stand der fränkische Gast allerdings zufällig mal in der Tabelle vor den Bayern, konnte die Schickeria stets den Schampus auch nach Spielende im Kühlschrank lassen. Mehr als ein Punkt war für den FCB dann nämlich nie drin.

Zuletzt gab es das seltene Szenario im August 2006. Hans Meyers Traumfabrik begann gerade erst zu produzieren und verschonte den FCB beim 0:0 zumindest halbwegs. Genug für den Club, um auch nach Spieltag drei Spitzenreiter zu bleiben.

Unvergessen der 30. Durchgang der Saison 1991/92, als der weit vor den Münchnern rangierende FCN mit 3:1 im Olympiastadion gewann. Wück und Zarate (2) wurden zu Helden, „Tiger“ Effenberg zum Deppen, weil er beim Stand von 1:2 per Strafstoß an Köpke scheiterte.

Und dann war da noch die Spielzeit 1967/68! Am vorletzten Spieltag hatte der Club die Möglichkeit, mit einem Sieg bei Beckenbauer, Müller und Co. die neunte Meisterschaft einzutüten. Brungs mit seinem sechsten Saisontor gegen Sepp Maier (nach fünf Stück beim 7:3 im Hinspiel) und Strehl sorgten für den 2:0-Erfolg und brachten die Schale mit in die Noris.

Womit wir beim nächsten Punkt, der für den Club spricht, wären. Stand der FCN vor dem Derby in München vor den Bayern, holte der 1. FC Nürnberg am Ende der Saison in mehr als 66 Prozent der Fälle einen Titel (2007 Pokal, 1968 Meisterschaft). Die Bayern dagegen gingen am Schluss immer leer aus. Was soll da noch schief gehen?

Gebt dem Club mal ein bisschen Geld!

4235971776So, Freunde des Fußballs! Dort, wo der FCN spielt, dort seid ihr verkehrt. Wenn ihr euch etwa am Land in der Wirtschaft gegen die versprengten BVB- oder Schalke-Fans durchsetzen müsst und schließlich doch das Spiel aus Leverkusen in Sky eingestellt wird. Wenn ihr dann immer wieder hört, was das für ein Scheißkick sei und jetzt endlich umgeschaltet werden solle, da werde nämlich wenigstens guter Sport geboten. Wenn dann dort auch noch die Tore fallen, das Denkmal Magath demontiert wird, während in Leverkusen die absolute Nullnummer abläuft. Dann fühlt man sich als Spielverderber, als Spaßbremser und als Totengräber des Fußballs. Das nächste Mal werden die anderen mit Sicherheit sagen: Was Club, da schau mer nimmer hie – und der Wirt wird sich überlegen, ob er seine Gäste verlieren oder lieber sein Clubfähnchen hoch halten will.
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Warum die Nürnberger Fürther werden

20100501 Petric happy nach 3:0 - Diekmeier am BodenBei Twitter habe ich inzwischen etliche Kölner Fans um Unterstützung gebeten. Man will ja nichts unversucht lassen, unseren Club (auch wenn manche meinen, er hätte es nicht verdient) in der ersten Liga zu halten. Wie man die Kölner Spieler dazu bringen könnte, am Samstag lieber dem Hedonismus und dem laissez faire zu huldigen anstatt sich gegen den Club reinzuhängen, habe ich gefragt. Ob und was die Spieler gerne trinken? Ob vielleicht ein paar Schäufele vor dem Match oder in der Pause genehm wären? Mit Fitnessgeräten hätten wir auch schon gute Erfahrungen gemacht. Frauen gebe es in Nürnberg ebenfalls…. Halt alles was die Grauzone zwischen professionellem Wettbewerb und Bestechung hergibt.

Ich bekam auch etliche Antworten. Unter den Kölner Fans sind nämlich durchaus auch nette, die dem Club alles Gute gönnen. Die meisten meinten allerdings, die Kölner würden eh verlieren. Die stünden zwar in der Tabelle besser da als der FCN, seien aber qualitativ nicht hochwertiger. Allerdings betonten sie auch, dass die Kölner Mannschaft auswärts meistens besser spiele als daheim. Offenbar gebe es eine tiefsitzende Angst vor dem eigenen Publikum. Insofern, so riet einer, wäre es vielleicht nicht schlecht, wenn sich die Clubfans als Köln-Fans verkleiden würden.
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Einen Punkt gegen die Bayern erzittert

201002201:1 gegen die von Sieg zu Sieg eilende Übermannschaft FC Bayern München, was will man mehr? Vor dem Spiel hätte ich das auch gesagt. Nachdem ich diese Bayern gesehen habe, meine ich aber: Da war mehr drin. Solche Heimspiele muss man eigentlich gewinnen. Die Bayern waren ohne Ribbery und später auch ohne Robben ideenlos und kein Gegner, wegen dem man sich ins Hemd machen muss. Das tat der Club aber zumindest in der ersten Halbzeit. Da hatten die Spieler viel zu viel Respekt und pennten dann auch noch beim 1:0 durch Thomas Müller.

Dass dann Gündogan den Ausgleich machte, Schäfer ein paarmal bravourös rettete und sich – vor allem – die Bayern ziemlich blöd anstellten, das war wohl das Glück, das man auch mal braucht. Wenn es am Ende der Saison dann ebenfalls heißt: Schlecht gespielt, aber es hat gelangt, dann soll uns das recht sein.

Allerdings: Die Spiele gegen die Bayern hatten schon immer ihre eigenen Gesetze. Schon öfter spielte der Club gegen die Bauern gut und erfolgreich und stieg dann trotzdem ab. Manchmal war ein Erfolg gegen den FCB sogar sowas wie das letzte Aufbäumen vor dem völligen Abkacken. Aber wir wollen nicht unken. Die Welt schaut wieder freundlicher aus – und den doch oft noch ziemlich hochnäsigen Bayern ein bisschen in die Suppe gespuckt zu haben, das ist doch auch was.

Wieder einmal: „Retter“ von den Bayern

breno_DW_Sport_Marb_526427gDas letzte Mal als sich der Club einen Retter von den Bayern holte, ging das bekanntlich in die Hose. Der Club stieg ab, Uli Hoeneß laborierte am Knie und schoss kein einziges Tor.

Auch damals holte man den „Retter“in der Winterpause. Jetzt, 31 Jahre später, holt der Club erneut Rettung von den Bayern, der brasilianische Verteidiger Breno (Bild) soll auf Leihbasis die Abwehr verstärken. Andreas Ottl soll im defensiven Mittelfeld aushelfen. Und dann kursiert – schließlich ist es eh schon egal, ob zwei oder drei Ex-Bayern beim FCN kicken (dann fremdeln die wenigstens nicht) – das Gerücht, Roy Makaay könnte ablösefrei von Feyenoord Rotterdam zum Club wechseln.

Eins scheint auf jeden Fall klar: Der Club wird langsam wieder der alte. Nichts mehr mit Bescheidenheit, Kontinuität, Setzen auf Junge, Verzicht auf so genannte Altstars… Mit Michael Oenning ist diese Absicht, obwohl die auch nicht unbedingt hundertprozentig durchgesetzt wurde, anscheinend zu den Akten gelegt worden. Dieter Hecking scheint eher die bewährten Rezepte zu bevorzugen. Dafür allerdings wurde er wohl auch geholt.

Absichten und gute Vorsätze sind das eine, der Erfolg ioft etwas anderes. Auch schlechte Erfahrungen, zumal wenn sie Jahrzehnte zurück liegen, müssen einen ja nicht ewig belasten. Uns wäre es jedenfalls am liebsten, wir müssten den Namen Hoeneß hier nicht noch einmal erwähnen. Und wenn ein paar Bayern-Exporte dem Club weiterhelfen, warum nicht. Vorurteile sind dazu da, widerlegt zu werden.

Eins ist aber auch klar, diese Zugänge (wie viele auch immer es sein werden) dürften, da sie z.T. nur auf Leihbasis kommen, keine Option auf die Zukunft sein. In der Sommerpause wird es wieder einmal einen Nauaufbau geben müssen. Ganz egal, ob die Rettungsaktion gelingt.

Steckt nur im Sturm der Wurm?

mainz.8092061.jpg.8092066In der vergangenen Saison war Mainz 05 nur ganz knapp vor dem Club. Das war in der zweiten Liga. In der ersten Liga trennen die beiden Aufsteiger derzeit Welten. Die Mainzer stehen auf Platz 6, noch vor den Münchner Bayern. Der Club hängt unten drin.

Beim Spiel in Mainz waren „die unseren“ aber nicht unbedingt schlechter (NZ-Bericht). Wenn die Schiedsrichter korrekt agiert hätten, wäre am Ende auch ein Punkt rausgesprungen. Aber wie sagte schon Jürgen Wegmann: „Zuerst hatten wir kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu.“

Wobei das „kein Glück“ schon etwas relativiert werden muss. Albert Bunjaku hätte mindestens ein Tor machen müssen. Es ist also immer noch das Gleiche wie zu Beginn der Saison: Im Sturm steckt der Wurm. Dass der gleiche Spruch derzeit auch bei den Bayern die Runde macht, obwohl die mit Gomez, Toni und Klose Leute haben, die vom Namen her erste Kategorie sind, kann uns nicht unbedingt beruhigen, gibt aber zu denken. Belegtdies doch auch, dass Geld und große Namen offenbar auch keine Torgarantien sind. Denn selbst wenn der Club alles Geld der Welt hätte, dann wäre er derzeit besser beraten, von den Bayern Daniel van Buyten als Torjäger zu verpflichten und nicht einen Mario Gomez.

Torgefahr kann man nämlich auch als Abwehrspieler ausstrahlen. Beim Club fehlt sie leider vorne wie hinten. Oder, wie bei den Bayern (Stichwort: Kreativloch), in der Mitte. Ob es nur reicht, in der Weihnachtspause einen Stürmer zu verpflichten, das wagen wir deshalb zu bezweifeln.

Wer ist schlimmer, Bayern oder Fürth?

Wen einem das Schicksal (wobei es in dem Fall wohl eher Naivität oder Unerfahrenheit war) übel mitspielt, dann ist Ablenkung gefragt. Wenden wir uns also mal zwei anderen Vereinen zu. Aus – wie immer – gegebenem Anlass.

Im Pokal treffen nämlich die Münchner Bayern auf den Verein aus der Nachbarstadt, auf Greuther Fürth. Nun stehen diese beiden Vereine bei den Clubfans auf der Unbeliebtheitsskala ganz weit oben. Da dreht mancher die Hand nicht um.

Auch wir sind uns uneinig, wen wir hier auf Platz eins und wen auf Platz 2 setzen sollen. Daher wollen wir das gerne durch eine Befragung klären. Wem sollen wir im Viertelfinale, das am 9. und 10 Februar 2010 augetragen wird, die Daumen drücken, den Bayern oder den Fürthern? Stimmt fleißig ab!

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Stadionverbote haben wenig mit Hass zu tun

Hass gehört nicht ins Stadion. Solche Gefühle soll man gemeinsam mit seiner Frau daheim im Wohnzimmer ausleben.

Das hat der frühere Bundestrainer Berti Vogts mal gesagt und zufällig war das auch das heutige NZ-Motto des Tages. Ebenfalls heute wurde nämlich bekannt, dass Vereine ein Stadionverbot schon bei Verdacht aussprechen können. Dies hat der Bundesgerichtshof so entschieden, nachdem ein Bayern-Fan geklagt hat.

Verstehen können wir das allerdings nicht. Soll er doch froh sein, dass er nicht hin muss, der Schikeria-Heini. Wie kann denn einer klagen, dass er viel Geld dafür zahlen darf nur um einem FC Bayern beim Spielen zuzuschauen?

Aber verstehen müssen wir so etwas wahrscheinlich nicht. Da geht es wohl um Angebot und Nachfrage. Und so lange genug Leute ins Stadion wollen, so lange kann man sich die auch aussuchen.

Für Gegenbeispiele braucht man allerdings nicht lange zu suchen. Bei einem geografisch nicht weit entfernten Zweitligaverein dürfte man sich mit dem Aussprechen von Stadionverboten jedenfalls um einiges härter tun als in der Säbener Straße in München.

Hier geht es noch zur Stellungnahme des Fanrechtfonds weiter lesen