Der BR geht lieber nach Fürth

Der Club boykottiert den Bayerischen Rundfunk bzw. dessen Sendung „Blickpunkt Sport“). Na sowas! War es bisher nicht eher umgekehrt? Hat nicht der Bayerische Rundfunk den Club boykottiert? Oder sagen wir genauer: ihn als Randfigur behandelt, die höchstens mal zu fränkischer Folklore für Zwischendurch taugte. Zum Beispiel um einen Christian Eigler vorzuführen, wie er im Schwabacher Slang Daggdigg erklärte. Da lacht der Weltstädter: „Was haben wir doch für lustige Hinterwäldler in unserem Sendegebiet! Rührend!“ Der karrierebewusste Hinterwäldler tut wiederum alles, um sich an die Weltstädtler anzuwanzen (Waldi-Syndrom).

Und da meint Club-Aufsichtsrat und Ex-BR-Mitarbeiter Günther Koch, er könne das reparieren, wenn die Waldis nach Franken kämen und sähen, wie cool wir eigentlich sind. Dass das nicht klappen kann, das hätte man sich denken können. Der BR sagt dann zwar gnädig zu,. schließlich werden auch in Franken Rundfunkgebühren bezahlt, geht aber dahin, wo es noch mehr Folklore gibt und noch mehr Slang gesprochen wird: nach Fürth.

Der Bayerische Rundfunk wird nicht fränkisch (noch nicht mal schwäbisch). Der wird selbst die Boykottmeldungen aus Nürnberg nicht lesen. Der hat seine Nase oben. Zur Zeit in Madrid. Vergesst den, hakt die Rundfunkgebühren als Entwicklungshilfe für menschlich abgedriftete Sendermitarbeiter ab, schaut am Montag halt was anderes und gut isses!

Möglicherweise holt der Club nächstes Jahr einen Titel, dann kann der BR wieder mal spontan eine Luchs-Sendung ins Programm nehmen. Das wäre doch schön!

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Als die Spieler revoltierten

Auch da war der Club mal wieder Vorreiter: Im Oktober 1984 gab es eine bislang in der deutschen Fußballgeschichte noch unbekannte Spielerrevolte. Mehrere Clubprofis warfen nach einem vom damaligen Trainer Heinz Höher angesetzten Morgentraining (um sechs Uhr, also noch in der Dunkelheit, ließ er die Profis durch den Wald laufen) den Bettel hin. Sie übergaben eine Erklärung an die Nürnberger Tageszeitungen, worin sie ankündigten, nicht mehr unter Höher trainieren zu wollen. Beim nächsten Training waren ganze fünf Spieler anwesend. Der Rest boykottierte.

Präsident Gerd Schmelzer knöpfte sich daraufin jeden einzelnen der Spieler vor und kündigte Udo Horsmann, Stefan Lottermann, Rudi Kargus und Horst Weyerich die Verträge. Später bekamen auch noch Detlef Krella und Manfred Walz die Kündigung. Thomas Brunner der ebenfalls zu den Unterzeichnern der Presseerklärung gehörte, wurde hingegen als reuiger Sünder „begnadigt“ (später kam heraus, dass Höher offenbar absichtlich die Mannschaft provoziert hatte, um etliche Spieler, von denen er nicht überzeugt war, loszuwerden).

Nach den Kündigungen stand ein Spiel in Aachen an. Nur nach Rücksprache mit ihren Anwälten traten die verbliebenen Spieler überhaupt in Aachen an. Man verlor mit 1:2.  Dennoch gilt die Niederlage als Wende und Geburt einer jungen Mannschaft. Mit ihr schaffte der Club nicht nur den Aufstieg in die erste Liga ,  Hans Dorfner, Dieter Eckstein und Stefan Reuter avancierten später sogar zu Nationalspielern.

Insofern war die Spielerrevolte eigentlich eher ein Wendepunkt. Wir verbuchen sie dennoch als unseren:

TIEFPUNKT 12