Nürnberg, Bielefeld und die Allianz der Deppen

Nun, der Club ist als Oberknalldepp wieder alleiniger Rekordhalter in Sachen Abstieg aus der Bundesliga. Zum achten Mal geht es hinunter, Arminia Bielefeld (sieben Abstiege), kann da nicht mithalten, wie Kollege vip zu Recht anmerkte.

Dennoch, so ganz wollen die Ostwestfalen die Konkurrenz aus Franken in Sachen Deppentum nicht alleine lassen. Und so haben sie prompt einen satten 3:1-Vorsprung gegen Darmstadt im Relegations-Rückspiel noch vergeigt, und das vor heimischem Publikum und auch noch in der allerletzten Minute der Verlängerung. 2:4 hieß es am Ende, Bielefeld steigt wieder in den Fahrstuhl. Für die Arminia ist es der dritte Abstieg aus der Zweiten Bundesliga nach 1988 und 2011. Zählt man Erst- und Zweitliga-Abstiege zusammen, liegt Bielefeld also mit Nürnberg weiter gleichauf, denn dann steht es 10:10. Und das auch nur, wenn man beim Club den sportlichen Abstieg aus der Zweiten Liga von 1995 dazuzählt, damals durfte der Club ja drinbleiben, weil Dresden aus finanziellen Gründen und Saarbrücken wegen fehlender Unterlagen zwangsabsteigen mussten. Sonst würde Bielefeld 10:9 führen.
Ergo: Die Arminia ist sehr solidarisch mit dem Club.

Deppen-Zusatzpunkte gibt es auch dafür, dass den Bielefeldern ähnlich wie dem 1.FCN dieselben Peinlichkeiten immer wieder unterlaufen. Heuer reichte ein 3:1-Auswärtssieg nicht, die Klasse in der Relegation zu halten, anno 1977 geschah Vergleichbares. Damals war die Zweite Liga noch zweigeteilt, die beiden Meister der Staffeln Süd und Nord stiegen direkt auf, die Zweitplatzierten spielten in Hin- und Rückspiel einen drittem Aufsteiger aus. Bielefeld, im Norden Zweiter hinter dem FC St. Pauli, traf auf 1860 München – und gewann das Hinspiel 4:0. Damit sollte eigentlich alles klar sein. Doch die Schützlinge von Trainer Karl-Heinz Feldkamp schafften es tatsächlich, bei den Löwen mit 0:4 unter die Räder zu geraten und verloren dann auch noch das Entscheidungsspiel mit 0:2. Das ist eigentlich fast noch trotteliger als der Abstieg heuer.
Bielefeld ist mir jedenfalls angesichts einer solchen Historie hochgradig sympathisch. Eigentlich sollten der Club und die Arminia eine Allianz der Deppen gründen. Bei diesen Vereinen ist wirklich immer was geboten.

Schluss mit dem Deppentum!

Dass der Club ein Depp ist, wird als gegeben hingenommen. Deswegen kommen wir auch immer wieder in Situationen wie die augenblickliche und fühlen uns dann eher heimisch, als dass wir auf die Barrikaden gingen.

Die Feststellung der Club ist ein Depp ist aber falsch und irreführend. Selbst der Urheber Klaus Schamberger hat inzwischen nachgebessert und gesagt „Der Club ist ein Knalldepp“. Freilich ist der Club nicht per se ein Depp, sondern eher eine Ansammlung von Deppen, die den Verein regelmäßig in die Bredouille reiten.

In dieser Saison herrschte die größte Deppendichte im Kader. „Das ist die dümmste Mannschaft, die der Club je hatte“, klagte neulich ein Kollege. Auch von vielen, die Clubspieler mal privat getroffen haben oder sonstwie hinter die Kulissen schauten, kam da kein Widerspruch. Mancher wird einwenden, ein Fußballer muss es nicht in der Birne, sondern in den Beinen haben. Aber das ist nicht einmal die halbe Wahrheit. Zumindest einige sollten schon noch Verstand besitzen.

Womit wir bei Martin Bader wären. Der ist einer der wenigen, die was in der Birne haben. Deswegen hat er nach dem Weggang von Timmy Simons immerhin bemerkt, dass da eine intellektuelle Lücke im Team entstanden ist. Freilich suchte er dann nach einem „Sechser“ und nicht nach einer Intelligenzbestie. Trotzdem: Bader ist im Verein der Deppen ein Aktivposten. Deshalb ist er es. der sich jetzt einen Mitarbeiter für das Sportliche suchen darf. Bader als Verantwortlichen für die Misere in die Wüste zu schicken, kann man im Internet (wo ja auch oft das Motto gilt „hier bin ich Depp, hier darf ich´s sein“) schnell fordern und trifft da sicher keinen Unschuldigen. Aber wer, bitteschön, soll jetzt neue Verträge mit vorhandenen oder künftigen Spieler abschließen? Günther Koch? Ulrich Maly? Sollen die vielleicht auch den neuen Trainer suchen?

Es wird also kein Weg daran vorbei führen, dass einige nicht ganz Unschuldige an dem Debakel weitermachen werden. Dass dabei der Ober den Unter sticht ist leider eine Regelmäßigkeit – nicht nur im Fußballgeschäft. Wer also auf einen Umbruch gehofft hat, der kann sich ganz schnell wieder setzen. Es werden nur kleine Brötchen gebacken, weil sonst nämlich die Gefahr droht, dass der unschuldige Rest bereits beim Mehlkauf scheitert.

Ich möchte daher noch nicht einmal meine alte Forderung nach einem Rücktritt des Aufsichtsrats aufrecht erhalten. Eine Bitte an das Gremium hätte ich aber dennoch: Passt wenigstens darauf auf, dass die Mächtigen im Verein (Bader, Schäfer, Woy…) nicht wieder nur minderbemitteltes Personal einstellen bloß damit ihnen niemand ins Handwerk pfuschen und ihre Positionen streitig machen kann. Lieber ein Streit zwischen intelligenten Menschen als noch einmal so ein lemmingartiges Abgrundgetaumel.

Nehmt endlich den Kampf gegen das Deppentum auf, dann bereue ich auch diese Liebe nicht!

Leidenschaftslos in die 2. Liga

Es war ja schon vorher erstaunlich, wo die geduldigen und treuen Fans vor dem letzten Heimspiel nochmal die Hoffnung herauskramten. Es war ja nur Hannover, das da im Frankenstadion auflief. Für die ging es um nichts mehr. Viel gerossen hatten die in dieser Saison auch nicht. Aber letztlich waren selbst die eine Nummer zu groß für diese leblose, blutleere und desorientierte Mannschaft (bezeichnend für deren Fehleinschätzung der Lage und der eigenen Fähigkeiten war ja auch, wie die sich blauäugig nach dem Spiel bei den Fans ihre Abfuhr abholten). Die Spieler ließen in keiner Minute erkennen, dass es um irgendwas ging. Hatten sich offensichtlich schon längst aufgegeben und waren in keiner Phase in der Lage, die Chancen, die sie auf dem eigenen und auf fremden Plätzen immer wieder geboten bekamen (Hamburg und Braunschweig verloren ebenfalls) zu nutzen.

Der Trainerwechsel hatte jedenfalls null Effekt. Das Gefasel Baders „wir müssen in den Endspielmodus kommen und Impulse setzen“ wurde grandios konterkariert. Impulse setzte Ersatztrainer Roger Prinzen dann bloß durch Verzweiflungswechsel. Da ließ er Pachonik und Colak auflaufen. Nachwuchskräfte, die angebliche Leistungsträger ersetzten. Wobei weder Kiyotake noch Pekhart in den letzten Monaten irgendwie den Eindruck vermittelten, Leistungsträger sein zu können.

Die, aber auch die anderen Clubkicker machten eher den Eindruck von Fußballbeamten, die Dienst nach Vorschrift schieben. Nicht unangenehm auffallen. Ein bisschen auf Betriebstemperatur geraten und schauen, dass man bei der Kickerbenotung nicht auf eine 6 kommt. Mehr? Ach wozu? Dann müsste man ja Überstunden machen. Eventuell sogar gegen Fürth.

Dass diese Mannschaft jetzt immer noch eine Chance hat, ist eigentlich der größte Witz an der Geschichte. Dass beim Saisonabschluss in Gelsenkirchen Pinola, Plattenhardt und Chandler gelbgesperrt fehlen, hätten wir früher als Schwächung empfunden. Jetzt tun wir nicht einmal das. Wer auch immer auf Schalke aufläuft, schlechter als die, die heute gegen Hannover sang- und klanglos die drei Punkte verschenkt haben, können sie es eigentlich auch nicht machen.

Der Club schlittert also weiter in die 2. Liga. Wie es dort weiter gehen soll? Mit dieser Mannschaft dürfte es – schon von der Einstellung her – für die 2. Liga nicht reichen, zumal etlöiche „Leistungsträger“ ohnehin weg sind. Eigentlich bleiben jetzt nur noch die Nachwuchsspieler als Hoffnungsträger übrig. Nicht mal in den Bereich das Absurden verweisen möchte man in dieser Situation den Vorschlag einiger twitternder Clubfans, Gertjan Verbeek wiederzuholen, Bader zu entlassen und den Alttrainer eine Mannschaft zusammenstellen lassen, die zu ihm passt. Der Club ist jedenfalls – wieder mal – am Nullpunkt angelangt. Da sind nur noch unermüdliche Fans und eine leere Hülle, die nichts, aber auch gar nichts in der ersten Liga verloren hat.

Der Club ist ein Depp, aber kein Arschloch

Fangen wir mit dem Positiven an: Braunschweig und Hamburg haben auch verloren. Insofern ist der Relegationsplatz noch drin. Eigentlich müsste man aber sagen: wäre. Denn so wie der Club sein Heimspiel gegen Leverkusen absolvierte, fragt sich nicht nur der niemals bereuende Liebhaber: Wann und gegen wen sollen wir eigentlich noch gewinnen?

Der Club, daran wurden wir heute wieder überdeutlich erinnert, ist ein Depp. Das ist wohl ein ehernes Gesetz. In dieser Saison taten wir immerhin alles, um kein Arschloch zu sein. Ein bisschen schön spielen, keine Linkereien, nicht einfach fallen lassen oder den Schiri anbrüllen. Nein, wir sind Gentlemen. Solche Mätzchen überlassen wir den Streichs der Liga.

Und genauso sah dann auch das Spiel über weite Strecken aus. Wer nicht wusste, um was es für den Club geht, der hatte den Eindruck, da spielt eine im Mittelfeld der Tabelle stehende Mannschaft um die goldene Ananas. Da versuchte dann ein Marvin Plattenhardt mal der Gareth Bale-Trick und scheiterte an seiner eigenen Lamgsamkeit (aber danach versenkte er immerhin einen Freistoß). Da ließ ein Hiroshi Kiyotake hin und wieder gute Absichten erkennen. Da deutete ein Josip Drmic an, dass er unter anderen Umständen schon mal für ein Tor gut sein könnte. Da rannten die oftmals vom Mittelfeld in die Bredouille gebrachten Abwehrspieler wenigstens noch, wenn schon die Spielintelligenz fehlte. Aber letztlich erschöpften sich diese Bemühungen immer dann, wenn der Gegner einmal das praktizierte, worauf es im Fußball ankommt: den Ball im Netz eintüten. Dann mischte sich in die Bemühungen mitzuspielen Resignation. Dann wählten die Clubspieler den wohlfeielen Weg der Selbstaufgabe: Gewinnen können wir ja schließlich ein anderes Mal, heute ist das zu anstrengend und nervenaufreibend.

Die anderen Male sind allerdings nicht mehr so reich gesät. Genauer gesagt gibt es noch drei Chancen, es anders zu machen. Dass ausgerechnet die genutzt werden sollten, dafür fehlt mir mittlerweile der Glaube.

Kircher will uns auch nicht haben

Keine Ahnung, was man da noch sagen, raten, anmerken soll. Der Trainer wurde schon gewechselt. Spieler wurden auch nachverpflichtet. Diverse Taktiken wurden ausprobiert. Mit Schönspielen haben wir´s probiert, mit Schlechtspielen auch. Sogar Hanno Balitsch bekam wieder eine Chance. Das einzige, was wir vielleicht versäumt haben, dem Schiedsrichterobmann mal was von unserem Vontobelkonto…. Aber nee, das gibt es ja nicht. Bei uns geht alles korrekt zu und Hoeneß ist ein ehrenwerter Mann, vor dem man Respekt haben muss 😉

Vielleicht sollten wir angesichts dieser Situation etwas tun, das wir bislang vermieden haben: in den Abgrund blicken. Der heißt: 2. Liga. So wie es aussieht geht der 1.FC Köln rauf und die anderen, auf die wir nicht ab können, eventuell auch. Denen können wir schon mal aus dem Weg gehen. Besser, als gegen die in der Relegation rausfliegen. Zwar sind wir dann in Bayern nur noch die Nummer 4. Aber, was soll´s? Dann kommen wir halt von hinten, mit jungen Spielern, die durchaus auch die Verbeeksche Taktik umsetzen können und nicht von routinierteren Kollegen im Abstiegskampf düpiert werden.

So war das nämlich gegen Frankfurt. Die zeigten, dass man nicht Angst haben, sondern Angst machen muss. Zum Beispiel, indem man, wie Joselu, einfach mal dem noch unerfahrenen Gegner eine mitgibt (Bild). Gut, wenn der Schiri von Frankfurt aus verwaltet wird und sowas dann schon mal übersehen darf. Als Petrak dann wegen seiner Gehirerschütterung behandelt wurde, nutzte die Eintracht die Überzahl zum Führungstreffer. Joselu, der sich auch nicht hätte beschweren dürfen, wenn er da schon unter der Dusche gestanden hätte, war dann sogar noch an zwei weiteren Treffern beteiligt. Der Club spielte derweil derart mutlos und verunsichert, dass wir alle froh waren, nur mit einem 0:1 in die Pause entlassen zu werden. Danach hätte alles besser werden können, aber was kam: der zweite Treffer der Frankfurter. Die legten sogar, allerdings aus Abseitsposition, auch noch den dritten nach. Wir schauten da schon mal nach Aue und Paderborn.

Doch, wenn du denkst, es geht nichts mehr, kommt irgendwo der Drmic her. Der haute plötzlich den Ball in die Maschen und auf einmal stand ein ganz anderer Club auf dem Rasen. Jetzt waren die Frankfurter verunsichert, machten Fehler und kassierten folgerichtig durch Campana noch ein zweites Tor. Aber da war ja auch noch Schiedsrichter Knut Kircher. Der wusste, den Pinola kann man schon aufgrund seiner Frisur mal ne Karte zeigen. Gut, es war jetzt nicht die vollkrasse Fehlentscheidung. Irgendwie war vielleicht Körperkontakt da. Aber das sind halt auch die Momente, wo die Weichen in Richtung Abstieg gestellt werden.

Eines können wir uns nach dieser neuerlichen Pleite gegen einen Abstiegskonkurrenten aber zugute halten: Wenigstens sind wir am Ende ehrlich abgestiegen.

Wir können alles, außer gewinnen

Das Schlimme am Club ist, dass es immer noch schlimmer geht. Das muss man erst einmal bringen, auch in fast aussichtsloser Situation noch ein Unentschieden zu erreichen. Der Club bringt das. Nur der Club schafft es auch, dass wir Fans selbst nach einer 3:0 zittern. Und mit was? Mit Recht, wie sich in Hannover gezeigt hat.

Der Club ist wieder mal der Depp. Inzwischen ist er vielleicht ein schönspielender Depp. Aber Depp bleibt Depp.

Es reicht halt nicht, nur 15 Minuten vor der Halbzeit aufzudrehen und die Fans zu begeistern, wenn dann hinterher alles wieder eingerissen wird. Bloß zeigen, dass man es kann, ist halt nicht genug. Ich würde mal sagen, mit einem Simons hätten wir den Vorsprung über die Zeit gerettet. Und einen Simons haben wir halt in dieser Saison nicht. Niemand, der Ruhe in die Aktionen bringt, der mal Nervosität rausnimmt.

Das Blöde ist: Langsam wird es pathologisch. Der Club hat jetzt nicht bloß ein Spieler-, sondern ein Psychoproblem. Hannover hat vor dem Spiel einen Mentaltrainer engagiert. Da holt man offenbar auch Unentschieden, wenn man schwächer ist und aussichtslos zurückliegt. Beim Club müsste jetzt einer mit Antideppen-Keulen anrücken. Ein Sechser allein reicht jedenfalls nur bedingt.

Ach so: Das zweite Tor war aus Abseits erzielt (Bild). Kann man sich drüber aufregen. Aber es hilft halt nichts. Auch ein beschissener Depp bleibt ein Depp. Genauso wie ein liebenswerter Depp…

Wer spielte da gegen wen?

Mal angenommen, irgendwer in der Clubmannschaft möchte gerne einen anderen Trainer. Dann waren die bisherigen Unentschieden, selbst die knappe Niederlage gegen Augsburg, wohl noch nicht ausreichend. Da musste eine anderer Dosis her, damit die Sparstrümpfe im Clubvorstand aufwachen. Jetzt haben der – oder diejenigen – ein Pfund vorgelegt, das nicht so einfach vom Tisch zu wischen ist. 0:5 gegen einen Verein, der zuvor auf dem Relegationsplatz, also noch hinter dem Club stand, das ist mal eine Ansage gegen den Trainer.

Mal angenommen aber, Michael Wiesinger wusste schon, dass er nicht mehr lange auf der Bank sitzt. Und er wusste auch, dass bereits mit Felix Magath gesprochen wurde und dieser sogar hinter ihm auf der Tribüne saß. Dann hätte er kaum noch so richtig Durchsetzungsvermögen besessen. Dann erklärt sich auch, warum er seine Mannschaft nur alibimäßig auf den Gegner einstellte. In der ersten Hälfte, die gewohntermaßen vergeigt wurde, spielte die Clubelf nur so ein bisschen mit – in der Hoffnung, der Gegner würde halt auch mitkicken. Doch der hat einen van der Vaart in der Mannschaft und der haut dann einfach mal einen rein. Das ist natürlich doof. Aber, was lernen wir: Sparsamkeit zahlt sich manchmal halt auch nicht aus und Geld kann den Unterschied machen. Eine solche Erkenntnis lähmt natürlich. Auch den Trainer.

In der zweiten Hälfte gab der HSV dann immer noch nicht den willigen Mitspieler. Plötzlich explodierte sogar ein Lasogga. Offenbar hat der Trainerwechsel beim HSV einiges bewirkt. Van Marwijk hat bei einigen die richtigen Knöpfe gedrückt. Jedenfalls ließ sich der HSV gar nicht erst zurückdrängen und darauf ein, den knappen Vorsprung zu halten. Was lernen daraus? Ein Trainerwechsel kann durchaus positive Effekte erzielen.

Und jetzt zu dem Gast im Stadion: Felix Magath war – wie bei etlichen anderen Vereinen auch – schon mal Trainer beim Club und beim HSV. Dementiert wurde das Gerücht, dass sich Martin Bader bereits vor etlichen Tagen mit ihm getroffen hat, bislang nicht. Kann also leicht sein, dass er demnächst beim Club auf der Bank sitzt. Immerhin ist jetzt erst einmal Länderspielpause, da hat man ein bisschen Zeit um nachzudenken. Kann auch leicht sein, dass der Club seinen strikten Sparkurs korrigiert. Das muss er wohl auch, denn ohne ein paar Euro für Spielereinkäufe dürfte der Felix nicht zu haben sein. Es wird möglicherweise einiges passieren beim FCN. Nicht bloß auf der Bank.

Wie hat Michael Wiesinger vor dem HSV-Spiel angekündigt: Es werde einen Befreiungsschlag geben. Vielleicht hat er damit den ersten Saisonsieg gemeint. Doch da hat er sich geirrt.

Übrigens dürfte auch Hanno Balitsch zu den Gewinnern dieses Spiels zählen.

Mit Pino nix, ohne Pino noch nixer

Gegen Hoffenheim hatten wir Glück. Gegen die Hertha hat uns der Schiri nicht leiden können. Gegen die Bayern kann man verlieren. Bisher konnten wir also noch nicht sagen, wo der Club steht in der Saison 2013/14. Bis heute!

Das Spiel gegen die Augsburger dürfte auch dem letzten gezeigt haben, der Club wurde zurecht von vielen als Abstiegskandidat gehandelt. Vor allem aber: Die Mannschaft scheint nichts dazu gelernt zu haben. Da stimmt wenig bis nichts. Der eine weiß nicht, was der andere macht. Struktur fehlt völlig und im Spiel nach vorne muss man froh sein, wenn mal mehr als ein Pass ankommt. Eine Bank ist lediglich Raphael Schäfer.

Der hielt auch lange Zeit die Null fest, so dass die Niederlage gegen die Augsburger keineswegs unverdient ist.

Klar, auch diesmal hat der Schiedsrichter (Michael Weiner) mitgemischt und den Club benachteiligt. Auch diesmal war wieder Pinola einer der Auslöser. Der scheint auf die Pfeifenleute nicht den sympathischsten Eindruck zu machen. Dennoch: Auch wenn er auf dem Platz steht und keine Schiedsrichter provoziert, hilft er dem Club schon seit Monaten nur noch wenig. Insofern wären zwei Außenverteidiger vielleicht wichtiger gewesen als ein Sechser, den sich der Club jetzt mit Hasebe für ziemlich teures Geld gesichert hat.

Freilich kam auch von den Kollegen nichts. Selbst wenn Pinola weiter hätte mitmachen dürfen und das Gegentor nicht gefallen wäre, müssten wir die Leistung des FCN als erschreckend schwach bezeichnen. Die Augsburger waren nämlich alles andere als eine Übermannschaft und stellten sich, was das Tore schießen anging, doch ziemlich stümperhaft an. Gegen einen besseren, zielstrebigeren Gegner wäre der Club schon vorher mit drei, vier Toren hinten gelegen.

Insofern sollten wir endlich aufhören, da irgendetwas schön zu reden. Auch ein Michael Wiesinger muss sich langsam mal die Frage gefallen lassen, was er mit seinen Leuten eigentlich übt.

…und wir dachten immer, der Club sei der Depp

Beim FC Bayern hat man als Außenstehender oft den Eindruck, die spielen was Management und Vereinsführung angeht, in einer anderen Liga. Dem scheint allerdings nicht so zu sein. Offenbar hat der FC Bayern Probleme mit den Fans und versucht die jetzt mit Methoden zahlenmäßig zu vermehren, die selbst einem Dorfverein zu peinlich wären.

Heute kündigte der FCB auf seiner Webseite und über die üblichen Social-Media-Kanäle an, es werde um 14 Uhr eine Pressekonferenz geben, der FCB werde einen „spektakulären“ neuen Offensivspieler vorstellen. Näheres erfahre man auf der Facebookseite des FCB. Dort sieht man allerdings nur etwas, wenn man Fan wird.

Um 14 Uhr fand dann allerdings keine Pressekonferenz statt, es gab auch keinen neuen Spieler. Nur den Hinweis, es habe sich um einen PR-Gag gehandelt. Etliche Fans, aber auch seriöse Medien, fielen zunächst auf diesen Gag rein. Man erwartet offenbar solche Scherze nicht bei einem Profiverein. weiter lesen

Merke: Der Club zerrt immer an den Nerven

Man sollte nie, nie, nie beim Club denken, dass wird heute ein entspannter Spieltag, heute werden mal sicher und souverän drei Punkte eingefahren. Nicht einmal wenn es zuhause gegen einen in dieser Saison eher bescheiden aufspielenden FSV Mainz 05 geht.

Nach 19 Minuten führte der Club mit 2:0. Mainz wirkte nie so, als hätte es da irgendetwas dagegenzusetzen. Der Club hatte alles im Griff und wir lehnten uns zurück, twitterten „läuft!“ und hakten bereits einen Heimsieg ab.

Aber der Club ist halt der Club. Dazu gehört auch, dass scheinbar problemfreie Mannschaftsteile wie die Innenverteidigung plötzlich ins Schwimmen geraten, blöde Fehler machen und einen schon am Boden liegenden Gegner aufbauen. Das 2:1 hätte man ja noch wegstecken und da weiter machen können , wo man zuvor aufgehört hatte. Nicht so der Club. Der war plötzlich völlig von der Rolle, kassierte vor der Pause noch den Ausgleich und wer gedacht hatte, in der Pause werde dann wieder Ruhe einkehren, der sah sich getäuscht. Die Mainzer gingen danach noch in Führung. Der Satz „der Club ist ein Depp“ wurde allerorten wieder ausgemottet – und zwar durchaus nicht unberechtigt. Eigentlich sah es nämlich auch nicht danach aus, als könnte die Nürnberger Mannschaft der drohenden Niederlage irgendetwas entgegen setzen.

Dass Pekhart dann doch noch der Ausgleich gelang, war eher Mainzer Unzulänglichkeiten als einem FCN-Aufbäumen zu verdanken. Trotzdem: Das Tor war enorm wichtig. Der Deppensatz kann weggepackt werden und die Psyche ist nicht völlig im Eimer. Außerdem hat der Club wenigstens einen Konkurrenten um den Abstieg nicht total aufgebaut.