Bauern bauen auf

Sonst baut der Club ja gerne mal kriselnde Konkurrenten auf. Diesmal warens die Bayern, die die kleine Niederlagenserie des FCN beendeten. Mit gnädiger Mithilfe des Bayerntorwarts Thomas Kraft durfte Christian Eigler dann doch noch den Ausgleich erzielen. Zunächst sah es nicht danach aus. Der Rekordmeister spulte das eher wie ein Trainingsspielchen runter. Lediglich bei manchen Zweikämpfen sah man, dass die Bayern die Clubspieler eher als Sparringspartner betrachteten und pampig wurden, wenn die nicht ehrfürchtig auf Distanz gingen. Bastian Schweinsteiger zum Beispiel, der fehlende Klasse durch Rumjammern und Reklamieren meint ausgleichen zu müssen (oder Arjen Robben, der sich beim bestimmt nicht Clubfreundlichen Schiri die rote Karte wegen Beleidigung abholte).

Bezeichnend auch, dass das frühe Tor durch Thomas Müller wohl auch desweegen fiel, weil Javier Pinola wohl mit den Gedanken eher bei der Wiedergutmachung für die Spuckattacke aus dem Hinspiel gegen Schweinsteiger beschäftigt war, als mit seinem Gegenspieler Arjen Robben. Danach sah das Spiel lange Zeit nach „Einigung am grünen Tisch“ aus. Wir geben euch den Ekici für ein weiteres Jahr, dafür gebt ihr uns die Punkte. So oder ähnlich hätte der Deal lauten können. Auich Schiedsrichter Knut Kircher schien dafür zu sein, dass Ekici weiter beim Club bleibt und die Bayern für den Endspurt in der Bundesliga nicht durch irgendwelche Karten belastet werden.

Doch Thomas Kraft hatte dankenswerterweise etwas dagegen. Er ermöglichte dem ansonsten ziemlich ungefährlichen Christian Eigler ein weiteres Tor. Danach hätte der Club, wenn er etwas energischer zur Sache gegangen wäre, sicher noch den Sack zumachen können. Aber nachdem es bis zum überraschenden Ausgleich doch stark nach Bayernsieg ausgesehen hat, hält sich die Trauer doch in Grenzen.

Und dass die Bauern uns aufbauen, wo es geht, hat doch auch etwas.

Wenn´s zu viel wird, können wir uns dann ja, wie die Sechziger-Fans, mal dagegen wehren 😉

Pino, das Lama

Eigentlich würden wir die Niederlage in München schnell abhaken. Aber nun wird noch nachgekartelt. Sebastian Schweinsteiger fordert den Fußballverband auf, den Clubspieler Javier Pinola zu bestrafen. Aus dessem Mund sei Flüssigkeit ausgetreten und in seine Richtung geflogen.

Auch wenn man sowas nicht macht (die Bildzeitung spricht gar von einer „fiesen Lama-Attacke“), zeigt es zumindest, dass wenigstens Pino in der Allianz-Arena engagiert bei der Sache war. Aber seht selbst:

Wobei: Das hat der Pino vielleicht bei den Holländern gelernt. So kehrt alles irgendwie zurück. Auch Spucke.
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Maximal ein Punkt ist drin – für die Bayern!

brungs_maier

Ein seltenes Bild in der Saison 1967/68: Franz Brungs scheitert an Sepp Maier.

26 Mal standen sich der Rekordmeister aus München und der Ex-Rekordmeister aus Nürnberg in der Landeshauptstadt anlässlich eines Bundesliga-Duells gegenüber. 26 Mal 90 Minuten, in denen sich die Bayern eine beeindruckende Bilanz gegen den fränkischen Rivalen erarbeiteten. 19 Siege heimsten die Münchner bei vier Unentschieden und drei Club-Erfolgen ein. Grund genug für den sieben Euro zahlenden Südkurvenbesucher, sich auch am kommenden Sonntag als haushoher Favorit zu fühlen. Ein Trugschluss, dem wir nicht aufsitzen werden.

Blickt man nämlich etwas genauer hin, kommt man nicht daran vorbei, zu erkennen, dass der Club in München fast immer hielt, was er versprach. Stempelte die Tabelle den Ruhmreichen im Vorfeld des Derbys zum Punktelieferanten, gab es an der Isar fast nie etwas zu holen. 23 Mal reiste der 1. FC Nürnberg als die im Klassement schlechter platzierte Mannschaft nach München – mit der atemberaubenden Ausbeute von insgesamt unfassbaren sechs Punkten (nach der 3-Punkte-Regel). Stand der fränkische Gast allerdings zufällig mal in der Tabelle vor den Bayern, konnte die Schickeria stets den Schampus auch nach Spielende im Kühlschrank lassen. Mehr als ein Punkt war für den FCB dann nämlich nie drin.

Zuletzt gab es das seltene Szenario im August 2006. Hans Meyers Traumfabrik begann gerade erst zu produzieren und verschonte den FCB beim 0:0 zumindest halbwegs. Genug für den Club, um auch nach Spieltag drei Spitzenreiter zu bleiben.

Unvergessen der 30. Durchgang der Saison 1991/92, als der weit vor den Münchnern rangierende FCN mit 3:1 im Olympiastadion gewann. Wück und Zarate (2) wurden zu Helden, „Tiger“ Effenberg zum Deppen, weil er beim Stand von 1:2 per Strafstoß an Köpke scheiterte.

Und dann war da noch die Spielzeit 1967/68! Am vorletzten Spieltag hatte der Club die Möglichkeit, mit einem Sieg bei Beckenbauer, Müller und Co. die neunte Meisterschaft einzutüten. Brungs mit seinem sechsten Saisontor gegen Sepp Maier (nach fünf Stück beim 7:3 im Hinspiel) und Strehl sorgten für den 2:0-Erfolg und brachten die Schale mit in die Noris.

Womit wir beim nächsten Punkt, der für den Club spricht, wären. Stand der FCN vor dem Derby in München vor den Bayern, holte der 1. FC Nürnberg am Ende der Saison in mehr als 66 Prozent der Fälle einen Titel (2007 Pokal, 1968 Meisterschaft). Die Bayern dagegen gingen am Schluss immer leer aus. Was soll da noch schief gehen?

Einen Punkt gegen die Bayern erzittert

201002201:1 gegen die von Sieg zu Sieg eilende Übermannschaft FC Bayern München, was will man mehr? Vor dem Spiel hätte ich das auch gesagt. Nachdem ich diese Bayern gesehen habe, meine ich aber: Da war mehr drin. Solche Heimspiele muss man eigentlich gewinnen. Die Bayern waren ohne Ribbery und später auch ohne Robben ideenlos und kein Gegner, wegen dem man sich ins Hemd machen muss. Das tat der Club aber zumindest in der ersten Halbzeit. Da hatten die Spieler viel zu viel Respekt und pennten dann auch noch beim 1:0 durch Thomas Müller.

Dass dann Gündogan den Ausgleich machte, Schäfer ein paarmal bravourös rettete und sich – vor allem – die Bayern ziemlich blöd anstellten, das war wohl das Glück, das man auch mal braucht. Wenn es am Ende der Saison dann ebenfalls heißt: Schlecht gespielt, aber es hat gelangt, dann soll uns das recht sein.

Allerdings: Die Spiele gegen die Bayern hatten schon immer ihre eigenen Gesetze. Schon öfter spielte der Club gegen die Bauern gut und erfolgreich und stieg dann trotzdem ab. Manchmal war ein Erfolg gegen den FCB sogar sowas wie das letzte Aufbäumen vor dem völligen Abkacken. Aber wir wollen nicht unken. Die Welt schaut wieder freundlicher aus – und den doch oft noch ziemlich hochnäsigen Bayern ein bisschen in die Suppe gespuckt zu haben, das ist doch auch was.