Mit Glück und Burgi

1826413618Als ob wir es nicht geahnt hätten. Da nehmen die ersten (allen voran eine hiesige Tageszeitung) schon wieder das Wort Aufstieg in den Mund. Da gewinnt der FCN dann auch noch am berüchtigten Betzenberg und das sogar mit 3:0 und dann kommt Bielefeld… „Däi budsmer wech!“ sagt da der Franke. Aber nur der, der den Club nicht kennt. Nicht umnsonst ist der FCN – übrigens genau mit jener Arminia aus Bielefeld zusammen – ganz vorne bei den Abstiegen und Aufstiegen, weil es normales Ernstnehmen auch vermeintlich schwacher Gegner nicht gibt, weil immer gleich abgehoben wird, wenn man gerade mal ein bisschen Land gesehen hat.

Wobei abgehoben wohl der falsche Begriff ist für das, was Brecko, Hovland und Kirschbaum in der 4. Minute veranstaltet haben. Die Drei standen da im Torraum brav Spalier und dachten wohl, haha der kleine Bielefelder, mal gucken, was der so treibt? Tja, ins Tor schießen, was sonst! Danach war die Mannschaft erst einmal perplex. Nichts ging mehr. Kaum ein Pass erreichte noch den eigenen Mann. Gedanklich waren die Roten immer eine Idee langsamer als die Weißen und der ernüchterte Fan sehnte nur noch die Pause herbei, in der Hoffnung, dass während er sich ein Bier holt ein Hallowach durch die Kabine dröhnen würde.

Mitnichten! Erneut war es der Bielefelder Klos, der diesmal schon in der 3. Minute der zweiten Hälfte dem Club den Zahn zog. Diesmal pennte Kirschbaum solo und konnte einen Weitschuss nur noch zum dankbaren Gegner abklatschen. Danach stand Bielefeld mit allen elf Mann hintendrin und der Club hatte, wie schon in der ersten Halbzeit, keinen Plan und auch keine überraschende Idee um das Bollwerk zu knacken. Die besseren Chancen hatte sogar Bielefeld, ließ sie aber fahrlässig liegen. In der 83. Minute durfte dann endlich Kevin Möhwald mal eine Ecke treten (warum nicht schon früher?) und prompt war Guido Burgstaller zur Stelle und markierte den Anschlusstreffer. In der 89. Minute schaffte Burgstaller sogar den kaum noch für möglich gehaltenen Ausgleich, während die Bielefelder danach noch einmal den Pfosten trafen.

Über mangelndes Glück dürfen wir uns zurzeit also nicht beklagen. Verdient war der Punkt nämlich eigentlich nicht. Hoffnung macht eher, dass ein Unentschieden gegen einen Aufsteiger aus der dritten Liga in einem Heimspiel nicht unbedingt Aufstiegsträume nährt. Insofern besteht die Aussicht, dass die nächsten Begegnungen vielleicht etwas aufgeweckter angegangen werden.