Zum Saisonstart

  • Selbst in spielfreien Zeiten wird der Clubfan mit ausreichend Lektüre beglückt. Die Substanz kann zwar nicht mit der Menge Schritt halten. Aber wenn ein Verlag einem Journalisten schon den Auslandsaufenthalt im österreichischen Trainingslager bezahlt, dann muss eben auch geliefert werden. Zum Ausgleich haben wir uns in vornehmer Zurückhaltung geübt und kommen erst jetzt – nachdem sich der Nebel gelichtet hat – zurück.
  • Neun neue Spieler hat der FCN verpflichten können. Der teuerste (2,5 Millionen) war Nikola Dovedan (offensives Mittelfeld) vom 1. FC Heidenheim. 2 Mio. soll Rechtsaußen Iuri Medeiros von Sporting Lissabon gekostet haben, wo auch der – leider inzwischen wieder zurückgekehrte, aber von Schalke 04 umgarnte – Matheus Pereira kickt. Für jeweils eine halbe Million wechselten Robin Hack (Linksaußen aus Hoffenheim) und Asger Sörensen (Innenverteidiger aus Salzburg) nach Nürnberg. 450.000 Euro kostete Fabian Schleusener (Stürmer vom SC Freiburg). Für Linksverteidiger Tim Handwerker flossen 300.000 Euro nach Köln. Ablösefrei konnte sich der Club zuvor schon Felix Lohkemper (Mittelstürmer vom FC Magdeburg), Oliver Sorg (Rechtsverteidigeer von Mitabsteiger Hannover 96) und Andreas Lukse (Ersatz für Keeper Mathenia von Trainer Canadis früheren Verein SCR Altach) schnappen.
  • Allerdings hatte der Club auch einige – mehr oder weniger – schmerzliche Abgänge zu verzeichnen. Ewerton und Tim Leibold werden künftig den Aufstiegskonkurrenten HSV unterstützen. Ebenfalls zur Konkurrenz (VfB Stuttgart) wechselte Fabian Bredlow. Eduard Löwen wird bei Hertha BSC weiter in der ersten Liga aktiv sein. Immerhin elf Millionen Euro brachten diese Abgänge dem FCN ein, so dass – Stand jetzt – ein Transferplus vor rund fünf Millionen bleibt. Zu ihren Stammvereinen zurück kehrten die Leihspieler Robert Bauer (Werder Bremen), Timothy Tillman (FC Bayern), Yuya Kubo (KAA Gent) und der bereits erwähnte Matheus Pereira (Sporting Lissabon). Noch unklar ist, wo Ivo Ilicevic und Edgar Salli landen. Bei beiden ist der Vertrag ausgelaufen.
  • Die Testspiel-Bilanz ist eher durchwachsen. Peinlichen Niederlagen gegen Bayreuth und Basel stand zum Schluss immerhin ein achtbares 1:1 gegen Paris Saint-Germain gegenüber. Eher im Zeichen der Fanfreundschaft stand das Spiel gegen Rapid Wien. Dass es eine 1:2-Niederlage gab, spielte da eine untergeordnete Rolle. Andererseits wissen wir nicht nur aus dem letzten Jahr, dass die Zahl der Testspielerfolge kaum Rückschlüsse auf den Saisonverlauf zulässt. Ernst wird es erst am Samstag in Dresden. Zumindest zeigt das Transfergeschehen, dass der Club hinter den Mitabsteigern und Fastaufsteiger HSV rangiert. Insofern ist es sicher nicht verkehrt, dass Neu-Trainer Damir Canadi zwei Jahre für den Wiederaufstieg eingeräumt werden.
  • Was das nichtspielende Personal angeht, hat sich die angekündigte Zusammenarbeit mit Peter Hermann leider zerschlagen. Dafür wurde die in der Vergangenheit häufig bemängelte Einbindung früherer Clubspieler vorangetrieben, neben Tomas Galasek und Dieter Frey ist jetzt auch Andreas Wolf fest am Valznerweiher engagiert. Apropos Wolf. Der war nicht immer nur der resolute Abräumer, sondern machte in seiner aktiven Zeit auch einige Verunsicherungsphasen durch, weshalb die Clubfreunde damals an die eher unrühmliche Mentalcoachperiode beim FCN erinnerten. Der kehrte jetzt zum zwischenzeitlich verpönten „Psychoquatsch“ zurück und ließ im Trainingslager zwei „Teambuilder“ aufmarschieren.
  • Im Testspiel gegen Paris brillierte mit Federico Palacios ausgerechnet einer, dem beim Club keine bedeutende Rolle zugedacht war. Zudem standen mit Hack und Sörensen lediglich zwei Neuzugänge auf dem Platz. Entweder ist also noch einiges an Integrationsarbeit zu leisten oder es erweist sich, dass der zweite Anzug (Canadi setzt da auch auf seinen bislang kaum eingesetzten Landsmann Lukas Jäger) durchaus ausbaufähig ist.

Ein Letztes:

Beim offiziellen Mannschaftsfoto vermittelte ein „Blitzer“ den irrigen Eindruck, Nürnberg sei eine Radlerstadt:

Wieder im Fahrstuhl

Die Woche:

  • Irgendwo hatten wir immer noch eine vage Hoffnung. Aber letztlich war die durch nichts begründet. Schon seit Monaten stehen die Zeichen auf Abstieg. Dass der erst nach dem vorletzten Spieltag feststeht und das bei gerade mal 19 Punkten, grenzt eigentlich an ein Wunder. Normalerweise hätte ein derart miese Bilanz eine mehrmonatige Abschiedstour bedeutet. Andererseits beweist das auch, dass es wohl noch nie so einfach war, drinzubleiben.
  • Dem als neuen Clubtrainer gehandelten Damir Canadi eilt ein etwas zweifelhafter Ruf voraus. Menschlich sei er schlimm wird kolporiert. Der Österreicher wird im Umgang gern mal mit Peter Pacult verglichen. Allerdings habe der wenigstens gewusst, „dass er nicht Gott ist“. Allerdings springt Canadi auch mit Journalisten nicht gerade respektvoll um. Vielleicht hat dann wenigstens das Kuscheln dort ein Ende.
  • Apropos Kuscheln: Vor diesem Hintergrund fällt es dann auch kaum auf, ob der neue Clubvorstand vom Verein selber oder von anderweitig bezahlten Journalisten interviewt wird.
  • Einen Trainer, der im nahen Erlangen geboren und beim Club groß geworden ist, und der von daher gut zum FCN passen würde, hat sich jetzt laut Bild der 1. FC Köln geangelt: Achim Beierlorzer.
  • Defizite bei einem gewissen Herrn Sabiri auszumachen, ist nicht schwer. Zumal der frühere Clubspieler inzwischen – meistens als Ersatzspieler – mit seinem Verein aus der ersten englischen Liga abgestiegen ist. Dass er sich jetzt mit seinem alten Verein beschäftigt, mag man als Nachtreten bezeichnen. Ein Schuh wird aber auch draus, dass ihn Bornemann und Köllner los haben wollten und die beiden jetzt nicht mehr da sind. Für eine Rückführung zum FCN gibt es aber wohl noch andere Hinderungsgründe.
  • Besagter Andreas Bornemann hat inzwischen beim FC St.Pauli als Sportdirektor angeheuert. Beim Club hätte er zwar noch bis nächstes Jahr Vertrag gehabt, aber dort ist man froh, ihn von der Gehaltsliste streichen zu können und zahlt ihm sogar noch eine Abfindung von 150.000 Euro.
  • Die U19 des FCN ist leider ebenfalls abgestiegen. Trotz eines 4:0 im letzten Spiel gegen die Stuttgarter Kickers geht es runter in die Bayernliga.
  • Keine schlechte Taktik, dort, wo erfolglose Vorgänger gebremst haben, Gas zu geben. Sportvorstand Palikuca kann sich eine Pinola-Rückkehr durchaus vorstellen.

Das Spiel:

Verletzungsbedingt musste Trainer Schommers diesmal umstellen. Ewerton und Pereira, mit die besten in den letzten Wochen, fehlten. Margreitter und der zuletzt nicht mal auf der Bank sitzende Misidjan kamen dafür rein. Letzterer ewar noch in Aktivposten. Bis zum Strafraum sah das beim FCN teilweise sogar ganz gut aus. Dann fehlten jedoch immer ein paar Millimeter, wurde oft die falsche Entscheidung getroffen oder zu durchsichtig gespielt. Das zog sich leider halt schon durch die gesamte Saison. Mönchengladbach hatte zwar auch zwei, drei gute Chancen, überzeugte insgesamt aber kaum. Eine konkurrenzfähige Bundesligamannschaft hätte da längst führen müssen. Die Abstiegskonkurrenz machte das vor. Während Stuttgart und Hannover vorne lagen, ging es in Nürnberg torlos in die Kabine.

Roch es da schon streng nach Abstieg, kam dann in der 56. Minute der KO. Ausgerechnet Ex-Clubspieler Drmic war es, der Mönchengladbach in Front brachte und den Club den letzten Zahn zog. Danach war die Sache eigentlich gegessen, zumal der VfB Stuttgart und Hannover nachlegten. Selbst wenn jetzt doch noch wundersamerweise jemand entdeckt hätte, wie das geht mit dem Tore schießen, es hätte nichts mehr gebracht.

Stattdessen brach der Club danach ein. Gladbach legte noch drei Dinger nach. Genau genommen nur zwei. Denn das 0:2 war ein Eigentor von Lukas Mühl.

So wurde dann eben auch deutlich, was passiert, wenn der Einsatz nicht hundertprozentig stimmt. Dann geht der Club unter. Stimmt er, dann reicht es aber auch nicht zum Sieg. Insofern ist der Abstieg folgerichtig. Jetzt wahrscheinlich auch noch als Tabellenletzter mit traurigen 19 Punkten.

Als erstklassig erwiesen sich hingegen die Fans, die den FCN trotz des 9. Abstiegs feierten und Maximilian Kerners „Iech bin a Glubberer“ intonierten.

Ein Letztes:

Palikuca könnte in jedem Film den Mafia Boss spielen. #fcn— Chris1900 (@1fcn_1990) 9. Mai 2019


Bayern am Rand einer Niederlage

Die Woche:

  • Ex-Trainer Köllner war bekanntlich bei „Blickpunkt Sport“ zu Gast. Unter anderem erzählte er dort, dass die Übernahme der Mannschaft durch Co-Trainer Boris Schommers „so nicht besprochen“ war. Muss man nicht verstehen. Schommers tut es übrigens auch nicht. Köllner fand die Formulierung später dann auch „missverständlich“. Fazit: Sendezeit und Papier verbraucht.
  • Seine (nicht unsere) wirklich wichtigen Ziele hat der FCN erreicht: Seit 12 Jahren erhält er erstmals wieder die Lizenz ohne Auflagen
  • Wie der Vater, so der Sohn. Das raunten manche, nachdem Sven Jablonski als Videoschiedsrichter das korrekte Behrens-Tor gegen Schalke verhindert hatte. Jablonskis Vater war nämlich beim ominösen Phantomtor 1994 Linienrichter. Schiedsrichter war damals ein gewisser Herr Osmers. Diesmal gab wieder ein Herr Osmers bei einem Spiel der Bayern gegen den Club den Unparteiischen. Im Kölner Keller. Harm Osmers ist aber weder verwandt noch verschwägert mit dem Phantomtor-Schiedsrichter Hans-Joachim Osmers. Dafür saß wiederum jener Schiedsrichter, der das Behrens-Tor aberkannte, im Videokeller bei der Bayern-Hilfsaktion im Pokalspiel gegen Bremen. So dient die Namensgleichheit dann eben doch als Wegweiser in Sumpfgebiete.

Das Spiel:

Nach den Ergebnissen vom Samstag war der Club in Zugzwang. Nur mit einem Sieg bestand eine realistische Chance, wenigstens noch den Relegationsplatz 16 zu erreichen. Trainer Schommers setzte bei der Aufstellung erneut auf Kontinuität. Allerdings rückte diesmal Eduard Löwen zu Mikael Ishak mit in den Sturm. Dafür standen bei FCB-Ballbesitz sechs Mann in der Abwehr.

In der ersten Hälfte kam der FCB so zu mehr Torchancen. Die beste als Mathenia einen Alaba-Freistoß gerade noch gegen die Latte lenken konnte. Auf der anderen Seite passierte nicht viel. Lediglich eine Unaufmerksamkeit des Bayern-Keepers hätte beinahe eine ungeahnte Möglichkeit für Löwen eröffnet. Aber Ulreich konnte den Ball gerade noch wegspitzeln.

So ging es torlos in die Pause.

Danach belohnte sich der Club endlich für sein couragiertes Spiel gegen den Tabellenführer. Eine Flanke von Kerk nahm Löwen auf. Seinen Schuss konnte Ulreich zwar noch abwehren, doch Pereira setzte den Nachschuss überlegt ins lange Eck. Jetzt war Stimmung im Stadion und der Club hatte Oberwasser. Drei Minuten später tauchen drei Cluberer vor dem Bayerntor auf. Aber Löwen bleibt am letzten Mann, an Süle hängen. Das hätte eigentlich das 2:0 und der dringend notwendige Dreier gegen heute schwache Bayern sein müssen.

Die schafften es auch danach nicht, das Clubtor in Gefahr zu bringen. Höchstens bei Standardsituationen. Etwa in der 69. Minute als James einen Freistoß erneut nur an die Latte zirkeln kann. Jetzt verstärkten die Münchner den Druck weiter. Den Ausgleich markierten sie allerdings nur mit viel Glück. Eine Kimmich-Flanke versuchte Bauer in der 75. Minute aus dem Strafraum zu schlagen, traf aber genau den hinter ihm stehenden Gnabry, von dem sich der Ball ins Clubtor senkte.

Der Club gab danach allerdings nicht auf. In der 89. Minute hatte er endlich einmal das Schiedsrichterglück, das sonst so oft gefehlt hatte. Der eingewechselte Davies hatte den ebenfalls eingewechselten Margreitter im Strafraum gefoult. Elfmeter! Nochmal die Riesenchance auf den Dreier. Nachdem Behrens zuletzt zwei Mal verschossen hatte, trat diesmal Leibold an. Aber er scheiterte am Innenpfosten. Das waren Millimeter! Aber das ist halt auch die aktuelle Situation beim Club:

Sie spielen mittlerweile gut, haben die Bayern am Rande einer Niederlage und scheitern dann an den eigenen Nerven. Wobei in der Schlussminute Mathenia wiederum nervenstark gegen den allein durchgebrochenen Coman rettete und so den, wenn auch wahrscheinlich wertlosen, Punkt rettete.

Wenn wir nur unsere Elfmeter verwandelt hätten, hätten wir wohl sechs Punkte mehr, und wären noch gut dabei. So schaut es – trotz einer guten Leistung und dem Nachweis, durchaus bundesligatauglich zu sein – leider schlecht aus.

Der Abstand zu Rang 16 ist an diesem Wochenende auf fünf Punkte angewachsen. Und inzwischen gibt es nur noch drei Möglichkeiten das wettzumachen.

Ein Letztes:

Elfmeter verschossen. Vielleicht lag´s nicht nur am Pfosten. Zuvor musste Tim Leibold nämlich in der Bild lesen, er werde beim FCN „die Flatter machen“. Tim Leibold veröffentlichte seine „Gegendarstellung“ dann via Instagram:

Wieder nichts, aber…

Die Woche:

  • Verpfiffen fühlten wir uns – wieder mal – nach dem Unentschieden gegen Schalke. Wobei die Frage ist, ob überhaupt gepfiffen wurde, bevor Hanno Behrens den Ball am Schalker Keeper Nübel vorbeispitzelte und das vermeindliche 1:0 erzielte. Schiedsrichter Dr. (so viel Zeit muss sein) Kampka soll schon vor dem Tor gepfiffen haben (was laut Sportschau auch nach intensiven Studiums der O-Ton-Aufzeichnungen aber nicht zu belegen ist). Dann wäre das Spiel unterbrochen gewesen und der Kölner Keller hätte nicht eingreifen dürfen. Dann hätte sich nur die Frage gestellt, warum pfeift der Mann so voreilig?. Andernfalls liegt der Fokus auf den Videoassistenten. Und da muss man aufpassen, nicht in den Verschwörungsmodus zu geraten. Geleitet wurde das Assistententeam nämlich von Sven Jablonski. Das ist zum einen der jüngste Bundesligaschiedsrichter, zum anderen der Sohn von Jörg Jablonski, der 1994 als Linienrichter verantwortlioch dafür war, dass damals das berühmte Phantomtor gegen den Club gegeben wurde. Bei Sven Jablonski müsste jetzt eigentlich verstärktes Laufen im Bremer Bürgerpark angesagt sein.
  • Seiner Heimatzeitung hat Ex-Clubtrainer Michael Köllner jetzt ein Interview gegeben. Demnach drückt er dem Club noch die Daumen. Angeblich habe er auch schon wieder neue Angebote. Trotzdem ist er aber am Sonntag Gast in der Trainer-Verkupplungsshow „Blickpunkt Sport“.
  • Thomas Ziemer, die Älteren erinnern sich, hat sich auch zur Situation beim FCN geäußert. Die sieht er als desolat an und glaubt, dass der Verein näher an der dritten als an der ersten Liga steht. Auch beim NLZ sieht er vieles im Argen liegen.
  • Wer geht, wer bleibt? Offenbar ist Eduard Löwen wohl am Gehen. Er ist schließlich „Jungstar“. Da wundert es nicht, wenn die Russen, neben den Frankfurtern, Interesse haben. Andererseits gingen wir alle auch davon aus, dass Matheus Pereira den Club zu Saisonende verlässt. Doch Neu-Sportvorstand Palikuca scheint da seine Beziehungen spielen zu lassen. Ungewohnter Einsatz, wenn man da an die Bornemannschen Winterpausenaktivitäten denkt.

Das Spiel:

Im Gegensatz zur Köllner-Ära muss man über die Aufstellung nicht viel Worte verlieren. Wenn sich niemand verletzt und keiner gesperrt ist, spielen bei Schommers bekanntlich immer die gleichen. Der Stabilität der Abwehr kommt das auf jeden Fall zugute. Allerdings werden auch die Konter nur mit angezogener Handbremse gefahren. Absicherung nach Hinten ist oberstes Gebot.

Gegen Bayer Leverkusen war dann in der ersten Hälfte vor allem die Abwehr gefragt. Nach etwas zehn Minuten entfachten die Werkskicker Dauerdruck, agierten aber letztlich meistens zu umständlich. Die beste Chance hatte Havertz in der 18. Minute. Mathenia konnte seinen Schuss aber noch gegen das Aluminium lenken.

Der Club hätte allerdings zehn Minuten später ebenfalls in Führung gehen können. Bender stellt sich strafstoßverdächtig Eduard Löwen in den Weg. Aber gut, den Elfer kann man auch nicht geben. Gegen den Club sowieso.

So ging es dann torlos in die Pause.

In der zweiten Halbzeit ging das einseitige Spiel leider weiter. Der Club ließ sich weiterhin hinten rein drängen. Das ging eine Stunde lang gut. Aber dann war es eben doch passiert. Nach der neunten Ecke köpfte Alario den Ball in die lange Ecke, wo Leibold zwar noch artistisch zu klären versucht. Doch die Torlinientechnik bewies, der Ball war deutlich hinter der Linie.

Eigentlich hätte der Club jetzt kommen müssen, doch da offenbarte sich eben auch, dass Leverkusen defensiv sicher stand und den Clubflügelspielern Perreira und dem eingewechselte Misidjan kaum Raum gönnte. Erst in der 83. Minute kam der Club überhaupt zur ersten Ecke. Kurz darauf kann Löwen eine Superkombination des FCN nicht im Kasten versenken. Der Club löste jetzt die Handbremse, was sich prompt rächte. Bauer verlor in der Vorwärtsbewegung den Ball und Volland hatte dann wenig Probleme, den Sack zuzumachen.

Leverkusen tat sich zwar schwer, aber der Sieg geht leider völlig in Ordnung. Ärgerlich, denn so wurde die Chance, auf den Relegationsplatz zu klettern, vergeben. Immerhin hat Stuttgart verloren, so dass sich nächste Woche nochmal eine Chance eröffnet. Dann müssten wir aber gegen die Bayern gewinnen.

Eine Letztes:

Neuer Sportdirektor und dann das. Da macht sich mancher Gedanken.

Jose #Mourinho in #Nürnberg… 😲😳 #Thespecialone

(gesehen bei Erik Engelhardt auf Instagram) pic.twitter.com/RkBtAy1wgn— SteWö (@Flying_Stevie) 15. April 2019

Sie haben es immerhin versucht

Die Woche:

  • Nun hat es also doch keine acht Wochen gedauert, bis der Club endlich einen Bornemann-Nachfolger präsentieren konnte. Auserwählt wurde allerdings keine der in der Gerüchteküche gehandelten Personen. Auch keiner mit bekanntem Namen. Pali-wer, fragte sich mancher. Der 40-jährige Robert Palikuca kann immerhin darauf verweisen, den Mitaufsteiger Fortuna Düsseldorf in die Erfolgsspur gebracht zu haben. In Düsseldorf stand er allerdings als „Kadermanager“ in der zweiten Reihe. In Nürnberg macht er demnach einen Karriereschritt. Das soll jedoch nicht der einzige Grund für seinen Wechsel gewesen sein. Offenbar stimmte in Düsseldorf das Verhältnis zum Sportvorstand, zum Chef der Scoutingabteilung und zu Trainer Funkel nicht.
  • Wenn man jemanden nicht kennt, dann sucht mal halt im Netz nach Informationen. Die fördern dann aber auch manch Abseitiges zutage. Demnach ist Palikuća auch ein Ort in Serbien. Dem Google-Übersetzer wiederum ist die Info zu verdanken, dass der kroatische Name Palikuća „Brandstifter“ (via) heißt. Vielleicht sollte der FCN jetzt noch einen Biedermann einstellen….
  • Laut NZ (Print only) soll Palikuca nämlich noch ein Kaderplaner oder Sportdirektor zur Seite gestellt werden. Offenbar hat der Aufsichtsrat eigene und strukturelle Schwächen jetzt doch erkannt.
  • In diesem Zusammenhang sind die Vorgänge beim FC Augsburg nicht ganz uninteressant. Dort wurden – Grund war auch die Niederlage gegen den FCN – neben Trainer Manuel Baum und Berater Jens Lehmann der Technische Direktor Stephan Schwarz gefeuert. Schwarz galt lange Zeit als Kandidat für die Bornemann-Nachfolge vielleicht heuert er beim Club jetzt in anderer Funktion an.
  • Wer bleibt, wer geht? Diese Fragen rücken beim erwartbaren Abstieg natürlich verstärkt in den Fokus. Auf jeden Fall dürften die Leihspieler weg sein. Auch bei Eigengewächs Patrick Erras gibt es inzwischen Wechselgerüchte. Nicht erwähnt wurde hier Ewerton, der ebenso wie Erras zuletzt erheblich dazu beigetragen hat, dass die Abwehr stabil steht. Dafür haben nach Tim Leibold auch Enrico Valentini und Sebastian Kerk angekündigt, bei einem Abstieg beim FCN bleiben zu wollen.
  • Und was ist mit Neuzugängen? Immerhin kann der FCN vielleicht doch noch mit zusätzlichen Einnahmen aus einem Verkauf des früheren Club-Spielers Niclas Füllkrug rechnen.
  • Stolz verkündet hat der kaufmännische Vorstand des FCN, dass es bald einen neuen Fanshop in zentraler Lage geben wird. Vielleicht am Josephsplatz. Dort, wo bisher Dirndl und Trachtenjacken verkauft wurden. Allerdings wird dafür erst einmal der gut angenommene Fanshop in Höfen geschlossen. Die Freude, so überhaupt vorhanden, ist als getrübt.
  • Die Fanfreundschaft zwischen dem Club und Schalke 04 war aktuell auch Thema im Kicker. Dabei geht es auch um die Legenden, die sich darum und um ihre Ursprünge ranken.

Das Spiel:

Gegen unsere „Freunde“ hatten wir im Hinspiel fünf Tore kassiert. In der Zwischenzeit ging es bei Schalke 04 zunehmend abwärts. Wir waren eh schon unten, so dass das heute zu einem Abstiegsduell wurde, wobei es beim Club eher um den letzten Strohhalm ging.

Von Abstiegskampf war jedoch zunächst nicht viel zu spüren. Schalke brachte kaum etwas auf die Reihe. Der Club war das bessere Team. Bereits nach 13 Minuten gab es die fünfte Ecke für uns. Doch leider gelang es nicht, die zahlreichen Chancen in Zählbares umzusetzen.

Das Spiel verflachte danach etwas. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit drehte der Club wieder auf. In der 43. Minute spitzelte Behrens nach einem Abwehrfehler der Schalker den Ball an Torwart Nübel vorbei und machte das Tor. Schiedsrichter Kampka entschied allerdings fälschlicherweise auf „gestrecktes Bein“. In der Nachspielzeit gab es dann Elfmeter für den Club. Nübel hatte Pereira von den Beinen geholt. Behrens legte sich den Ball hin. Doch Nübel hält. Statt zwei standen zur Pause null Tore auf der Habenseite.

In der zweiten Hälfte kamen die Gegner ein bisschen besser ins Spiel. Unsere Mannschaft hatte wohl noch an den Ereignissen zuvor zu knabbern. Doch nach einer Stunde kam der Club wieder auf. Mehrfach parierte Nübel glänzend. In der 63. Minute klärte zudem noch ein Mitspieler auf der Linie. Das wird nichts mehr, dachten alle. Da gelang ausgerechnet dem eingewechselten Yuya Kubo das scheinbar Unmögliche. In Minute 82 köpfte er eine Flanke des – wieder mal – gefährlichsten Nürnbergers Pereira gegen den Innenpfosten, von wo er zum längst verdienten 1:0 ins Schalker Tor prallte.

Aber der Club wäre nicht der Club, wenn er so einen Vorteil nach Hause schaukeln würde. Keine zwei Minuten später konnte Mathenia einen Schuss nur nach vorne abwehren. Aus dem Hintergrund zog Mascarell einfach mal ab. Nastasic fälschte den Ball dann unhaltbar ab. Ausgleich! Unverdient! Unglücklich!

Wieder mal bekam der Club den rettenden Strohhalm nicht zu fassen. Diesmal war es wohl der letzte.

Wobei: Vielleicht kommt ja noch der hinterletzte. Gegen die Bayern.

Ansonsten nötigt zumindest die Art, wie unsere Mannschaft inzwischen auftritt, Respekt ab. Wenn Schalke mal Meister der Herzen war, dann sind wir wohl Nichtabsteiger der Herzen.

Ein Letztes:

Fast wäre es der Typ links im Bild geworden. pic.twitter.com/xzLdSKMBec— Corinna (@Kleinekoenen) 6. April 2019

Dass wir das noch erleben dürfen

Die Woche:

  • Club-Trainer Boris Schommers hat trotz der historisch schlechten Tabellensituation die Mannschaft gelobt. Sie gehe an die Grenze und gebe ihr Optimum. Heißt im Umkehrschluss: Mehr ist mit diesem Kader nicht drin. Dann legte er nochmal in einem großen Interview nach. Der Glaube sei noch da. Auch Aufsichtsratsvorsitzender Thomas Grethlein hatte sich zuvor in der Bildzeitung (kein Link) ähnlich geäußert.
  • Ungeachtet solchen Wunderglaubens bleibt dem Club der Hauptsponsor erhalten. Die Nürnberger Versicherung hat den Vertrag verlängert. Bislang zahlte sie 1,7 Millionen Euro pro Jahr. Die Zielvorgabe ist aber klar: Wir wollen in der ersten Liga spielen.
  • In der 2.Liga hätte der Club zumindest einen kleinen Vorteil. Er kennt den bald auch dort geltenden Videobeweis schon und hat die dafür notwendigen technischen Voraussetzungen.
  • Einen kurzen Aufreger lieferte die Meldung: „Köllner verklagt den Club“. Inzwischen ist aber die Luft ziemlich raus. Der ehemalige Trainer wird sich mit dem FCN außergerichtlich über noch offene Fragen nach der Entlassung einigen.
  • Was die vakante Position des Sportvorstands angeht (angeblich soll nächste Woche eine Entscheidung fallen), ist derzeit Markus Krösche vom SC Paderborn Favorit in der Gerüchteküche. Da der 38-Jährige dort noch Vertrag hat, kursieren jetzt Ablösesummen von 1,5 bis 4 Millionen. Dass ausgerechnet der finanziell klamme FCN, dem in der Winterpause jeder Euro für notwendige Verstärkungen zuviel war, hier eine solche Summe ausgibt, entbehrt nicht einer gewissen Komik.
  • Wer meint, der Aufsichtsrat würde fieberhaft nach einem Bornemann-Nachfolger suchen, der irrt. Offensichtlich bleibt noch genügend Zeit, um eine Fußball-Bibliothek einzuweihen.
  • Der Club konnte schon vorher das Gewinnen üben. Im Testspiel gegen den tschechischen Erstligisten Mlada Boleslav gab es ein 5:1. Den letzten Sieg feiern durfte der Club übrigens ebenfalls in einem Testspiel gegen ein tschechisches Team. Im November gab es ein 4:2 gegen Usti nad Labem.

Das Spiel:

Einen signifikanter Unterschied bietet der Trainerwechsel: Die Aufstellung ändert sich mittlerweile nur noch marginal. Gegen Augsburg rückte der gesperrte Leibold ins Team, Tillman musste dafür auf die Bank. Bei Köllner hatten viele mangelnde Konstanz beklagt, beim konstanten Schommers klagt mancher inzwischen über Mutlosigkeit.

Leider lieferte der Auftritt in der ersten Hälfte dafür zunächst auch entsprechend Munition. Da ging es vorwiegend um Fehlervermeidung. Nach vorne brachten höchstens Standards Gefahr. Andererseits hatten auch die Augsburger ihre Chancen. Beim FCA hatte man jedoch das Gefühl, dass denen auch ein Unentschieden reichen würde. So entwickelte sich ein Spiel, bei dem die einen offensichtlich nicht wollten und die anderen nicht konnten.

Aber wie gesagt, es gab noch die Standards. Und in der 52. Minute war es dann soweit. Kerk zirkelte einen Freistoß aufs lange Eck, wo sich Mikael Ishak hinter der Augsburger Abwehr durchgestohlen hatte und zum umjubelten 1:0 einschieben konnte.

Jetzt begann der FCA langsam aufzuwachen. und machte mehr Druck. Schommers reagierte richtig und brachte Konterspieler Matheus Pereira für Kerk. Der hatte nach seinem Platzverweis wieder was gutzumachen. Und das sind dann die Dinge, die das Fanherz erfreuen, wenn Rechnungen einfach einmal aufgehen.

In der 88. Minute kann der Club gerade noch den Ausgleich verhindern. Leibold schickt im eigenen Strafraum Pereira auf die Reise und der macht das wichtige 2:0. Danach durfte noch Edu Löwen die Auflösungserscheinungen in der FCA-Abwehr nutzen und zum 3:0 erhöhen.

Nach einem halben Jahr Flaute endlich mal wieder ein Dreier und dann auch noch mit drei Treffern und ohne Gegentor. Dass wir das nochmal erleben dürfen.

Allerdings: Wenn da jetzt keine Positivserie folgt, bringt uns dieser Sieg hinsichtlich Klassenerhalt rein gar nichts.

Ein Letztes:

Das FrankenFernsehen hat Club-Vorstand Niels Rossow interviewt. Als Fakt bleibt immerhin, dass der FCN einen Fanshop in Innenstadtlage eröffnen will und inzwischen wohl den Mietvertrag unterzeichnet hat. Als Nicht-Fakt bleibt hingegen ein Satz wie: „Ganz Nürnberg sprüht vor Optimismus“. Wobei der inzwischen wenigstens wieder glimmt.

Die Luft ist draußen

  • Der Club steht am Tabellenende. Die Punkteausbeute ist historisch schlecht. Dennoch behauptet der Aufsichtsratsvorsitzende, der Verein sei „attraktiver“ geworden. Woran er das festmacht? An der Zahl der Bewerbungen für die Nachfolge von Andreas Bornemann. Möglicherweise liegt das aber nicht an der Attraktivität des FCN, sondern daran, dass inzwischen die Zahl arbeitsloser Bewerber größer geworden ist.
  • Für Adam Zrelak ist die Saison gelaufen. Im Training zog er sich einen Kreuzbandriss zu. Wir wünschen gute Besserung.
  • Punkte sind im Fußball nicht alles. Für Toleranz, Offenheit und Fairness im Sport hat der 1. FCN jetzt den „Makkabäer 2019“ erhalten.
  • Sie lernen es einfach nicht: Auch wenn sich kaum noch einer an den letzten Sieg erinnern kann, wird vor jedem Spiel auf Zuversicht gemacht. Irgendwo wird noch ein Aspekt herbeigezerrt, der einen möglichen Sieg begründen könnte. Nach dem Motto: Wenn der Samstag auf einen Montag fällt und alle 150 Prozent geben, dann holen wir die drei Punkte. Wie wäre es damit: Einfach den Mund halten und erstmal auf dem Platz dafür sorgen, dass man medial wieder glaubwürdig wird.
  • Der Club präsentiert sich mit einem eigenen Stand auf der Freizeitmesse. Unter anderem werden dort derzeit eher schlecht verkäufliche Trikots mit Rabatt verhökert. Es werden aber auch Gespräche mit Fans geführt. Mancher Zuspruch und manches Lob ist dabei eher zweischneidig. Zum Beispiel, wenn sich Bayern-Fans dafür bedanken, dass der FCN dem Meisterschaftskonkurrenten aus Dortmund zwei Punkte abgenommen hat.

Das Spiel:

Notgedrungen lief diesmal eine auf drei Positionen veränderte Clubmannschaft auf. Ishak ersetzte der verletzten Zrelak, Kerk lief für den gesperrten Pereira und Erras für Petrak auf. Der Club kam zunächst gut ins Spiel. Diesmal schien sich auch das nötige Glück einzustellen. In der 9. Minute ließ Konate am Strafraum das Bein stehen, Leibold fiel drüber, Schiedsrichter Schlager entschied zunächst auf Freistoß und Gelb, via VAR wurde jedoch auf Elfmeter nachgebessert. Behrens tritt an, verlädt Gästekeeper Gulacsi, doch der Ball knallt an die Latte.

Der Club spielt zwar weiter gut mit, aber mehr und mehr übernimmt Leipzig das Kommando. Anders als gegen Dortmund reichte es aber nicht, durch Hintenreistellen die Null zu sichern. Zunächst konnte sich Mathenia noch mehrfach auszeichnen. Nach einem Eckball kommt Klostermann aber in der 40. Minute völlig freistehend an den Ball und hämmert diesen durch die im Torraum versammelte Abwehr am diesmal machtlosen Mathenia in die Maschen. Der Club hätte eigentlich führen müssen. Jetzt liegt er wieder hinten.

In der zweiten Hälfte muss Leipzig nicht mehr mit vollem Einsatz agieren. Beim Club überwiegt allerdings die Angst, sich einen der gefürchteten schnellen Konter zu fangen. Deswegen geht nach vorne nicht viel. Für Aufregung muss da eben der Kölner Keller sorgen. In der 58. Minute bekommt Konate nach einem Foul an Ishak erneut die gelbe Karte vors Gesicht gehalten. Der muss runter, dachten alle. Aber nichts da. Wie sich – erst jetzt – herausstellte, hatten die Kölner die erste Gelbe wegen der Nachbesserung auf Elfmeter zurückgenommen. Kann man machen, allerdings versteht der Zuschauer, vor allem wenn er im Stadion sitzt, zunehmend weniger, was sich auf dem Rasen abspielt.

Ob der Club gegen zehn Leipziger ein Tor gemacht hätte, ist eh fraglich. Diesmal ging nach vorne nicht viel zusammen. Das lag auch daran, dass Kerk und Kubo blaß blieben und der Club inzwischen leider auch was den läuferischen und kämpferischen Einsatz angeht nicht den Eindruck erweckte, als würde er sich mit aller Kraft gegen den Abstieg aufbäumen.

Immerhin gab es diesmal keine Klatsche und das ist ja auch schon was.

Ein Letztes:

Matheus Pereira hat für seine Tätlichkeit im Düsseldorf-Spiel einiges einstecken müssen und sich jetzt entschuldigt. Erinnert sei in diesem Zusammenhang daran, dass beim Club schon mal ein Leihspieler aus Südamerika zunächst durch mangelnde Disziplin auf dem Platz aufgefallen ist, um sich dann zu einem Publikumsliebling zu entwickeln. Einem, für den sich jetzt, da Bornemann weg ist, vielleicht sogar wieder eine Tür öffnen könnte.

Wollte mich nur entschuldigen. In dieser schwierigen Moment ich sage
Entschuldigung liebe Fans und @1_fc_nuernberg ein sehr großer Fehler gemacht ,mehr niemals aufgeben pic.twitter.com/OmptpxFghM— Matheus Pereira (@MatheusPereira) 27. Februar 2019

Rückkehr zum Bewährten

Die Woche:

  • Vordringlich muss – offiziell zumindest – ein neuer Sportvorstand gefunden werden; und zwar ziemlich schnell, sollen die aufgrund der Unfähigkeit der Abstiegskonkurrenz noch existierenden Chancen auf den Klassenerhalt genutzt werden. In der Gerüchteküche wird neben Bader-Spezi Christian Möckel, Olaf Rebbe, dem Holländer Stan Valckx und Ex-Clubspieler Per Nilsson auch der Name Felix Magath gehandelt. Der ist zumindest schon mal gut vernetzt.
  • Vernetzung wird – wie es aussieht – im Bundesligafußball aber wohl überbewertet. Auch ohne Sportvorstand und eigenes Zutun stehen beim Club die Trainer auf der Matte. Da ist Bundesligaerfahrung genauso dabei, wie regionaler Bezug , die in einem Fall sogar noch mit einer gewissen Weltläufigkeit gepaart ist. Und das ist ja nur die Spitze des Eisbergs. Wenn sich die Trainerfindung als genauso easy erweist wie das Einkaufen im Baumarkt, dann könnte sich Klein-Grethe eventuell überlegen, das Geld für einen Sportvorstand ganz einzusparen.
  • Via Facebook hat sich jetzt auch Michael Köllner zur Wort gemeldet. Er werde sich erst einmal der „Erholung und Aufarbeitung“ widmen. Trotzdem wurde er zusammen mit dem gleichfalls entlassenen Sportvorstand Andreas Bornemann beim Spiel unserer U19-Mannschaft gesichtet.

Das Spiel:

Schon wieder ein Montagspiel in Nürnberg. Mit Stinkefingern und der Ankündigung, die Ligabosse „in der Pfeife rauchen“ zu wollen, protestierten die organisierten Fans. Berechtigt! Später gabs dann leider auch noch Tennisbällchen und schwarzen Rauch.

Doch eigentlich interessanter war, was sich im Spiel eins nach Köllner/Bornemann geändert hatte. Da standen mit Kubo und Löwen zwei Spieler in der Startelf, die zuletzt kaum berücksichtigt wurden. Dagegen saß Mikael Ishak wieder nur auf der Bank.

Auffällig auch die Art, wie sich die Mannschaft gegen den Tabellführer reinschmiss. Hinten wurde Beton angerührt, was dazu führte, dass der Club kaum in die gegnerische Hälfte und bei den Ballbesitzwerten zunächst gerade mal auf 20 Prozent kam.

Die Dortmunder rannten sich meistens in der vielbeinigen Clubabwehr fest und wenn es doch einmal brenzlig wurde, war Mathenia auf dem Posten. Kurzzeitig gab der Club dann aber doch die Zurückhaltung auf. Nach einer knappen halben Stunde hatte Kapitän Hanno Behrens sogar zwei Großchancen und Pech. Kurz darauf hatte der Club wiederum Glück. Sancho fiel nach einem Zweikampf mit Leibold im Strafraum um. Da hätte es auch Elfmeter und einen Einspruch aus Köln geben können (aber vlt. arbeiten die montags nicht). So ging es dann torlos in die Pause. Einen Eckball für die Dortmunder ließ der aus Hannover stammende Schiedsrichter zuvor übrigens nicht mehr ausführen, wohl um sich ein weiteres Bälletheater zu ersparen.

Nicht schön, aber was das Unterbinden des Dortmunder Spielflusses anging erfolgreich, ging es in der zweiten Hälfte weiter. Über weite Strecken mit Mann und Maus hielt die Clubabwehr die Gäste vom Tor fern. Neben Mathenia verdienten sich dabei besonders Ewerton und Behrens Bestnoten.

Dem BVB fiel gegen die aufopferungsvoll abwehrende Clubelf nicht mehr viel ein. Auch Joker Alcacer stach nicht. Ishak, der – ungewohnt – bereits nach einer guten Stunde eingewechselt wurde, allerdings auch nicht.

Am Ende rettete der Club die Null ins Ziel. Mit einer bewährten Taktik. Also völlig unköllnerlike.

Ein Letztes:

Kaum hissen wir das Deppen-Fähnchen, schon ist der Club in der deutschen Fußballwelt wieder Thema. So wundert sich beispielsweise Arnd Zeigler, warum Trainer und Sportvorstand gehen mussten, obwohl die Mannschaft doch eine Galavorstellung nach der anderen abgeliefert hat.

Hurra, der Depp ist zurück

  • Die Süddeutsche hatte nach der Niederlage in Hannover den „Deppen“ -Begriff aus der Versenkung geholt. Da wollte halt wieder ein Wichtigtuer demonstrieren, wie sehr diese Zeitung Dinge gegen den Strich bürsten kann, dachten wir da noch. Denn trotz der sportlichen Misere hatten es Bornemann und Köllner immerhin geschafft, den Club aus der Deppenecke zu hieven. Das lag aber wohl auch daran, dass der Aufsichtsrat bis zum Wochenende den Mund hielt und die beiden machen ließ.
  • Jetzt wollte besagter Aufsichtsrat dann doch gerne seines Amtes walten und wieder mal einen Trainer feuern und das, obwohl AR-Vorsitzender Grethlein auf der Pressekonferenz zugab, von Trainern keine Ahnung zu haben und deswegen eine Neuverpflichtung lieber dem Sportvorstand zu überlassen.
  • Den Sportvorstand muss man sich jetzt allerdings ebenfalls erst suchen, denn Bornemann wurde mitentlassen, weil er an Köllner festhielt und nur der Sportvorstand eine Trainerentlassung vornehmen kann.
  • Hat der AR wenigstens die Kompetenz, einen geeigneten Sportvorstand zu finden? Zweifel sind erlaubt. Zunächst hat dieses Laiengremium jedenfalls keinen in der Hinterhand. Die Entlassung Bornemanns war nicht geplant. Man werde sich Zeit lassen, versuchte Grethlein wenigstens etwas Vertrauen aufzubauen, und man werde auf eine einschlägige Ausbildung achten.
  • Angesichts der Freiheit und Machtfülle, die ein Sportvorstand beim Club genießt, müsste da aber schon ein Tausendsassa gefunden werden. Und solche gibt es selten. Und wenn, dann gehen sie nicht zum Club.
  • Wahrscheinlicher ist also, dass der Club sowohl auf dieser Position als auch beim Traineramt weiter mit Defiziten zurecht kommen muss. Bei Michael Köllner war das die fehlende Bundesligaerfahrung. Das hat er in einem lichten Moment sogar selber angesprochen. In der allgemeinen Aufstiegseuphorie wurde das jedoch niedergebügelt. Auch seitens des Aufsichtsrats wurde nichts unternommen, da irgendwo ein Korrektiv zu installieren. Beim FCN scheint der AR aber halt nur zu handeln, wenn es um das Auswechseln von Führungspersonal geht.
  • Michael Köllner kann andererseits nicht bloß den Aufstieg auf der Habenseite verbuchen. Aus dem Nachwuchs hat er etliche Talente zumindest auf Zweitliganiveau gehievt. Die werden ihm dankbar sein und langfristig verbunden bleiben. Sollte er also irgendwann bei Regensburg, Ingolstadt oder sonst einem Verein, bei dem er sich verständlich machen kann, anheuern, dann dürfte ihm vielleicht der eine oder andere folgen. Blöderweise sind es jedoch genau diese Spieler, die dem Club Hoffnung machen, wenigstens in der 2. Liga erfolgreich zu sein.
  • Wir wünschen Köllner und Bornemann trotzdem alls Gute. Natürlich auch Boris Schommers und Marek Mintal, die ja nichts dafür können, wenn dieser Aufsichtsrat Hoffnungen in sie setzt.

Ein Letztes:

Kann ich den bringen: Treffen sich ein Philosoph, ein Bürgermeister, ein Radioreporter, ein Hockeyspieler und paar Marketingmenschen und spielen Bundesligamanager. #fcn ?— Commander Francesco Padrone 😡 (@thelastsifflord) 12. Februar 2019


Frühzeitige Planungssicherheit

Die Woche:

  • Unaufgefordert und selbst, wenn es um ganz andere Spiele ging, zogen reihenweise „Experten“ die letzten Tage über den Club her. Unterirdisch sei dessen Leistung. Die erinnere fast an Tasmania Berlin. Grund war der Auftritt im Pokal beim HSV. Ein bisschen merkwürdig ist allerdings, dass sich genau jene „Experten“ sonst kaum für den FCN interessieren. Scheint so, als ob es sie auch etwas verängstigt, wenn ein Verein trotz eines schlechten Tabellenstandes Investitionsverweigerung betreibt.
  • Zum Pokalspiel: Jetzt wissen wir auch, dass es selbst in der 2. Liga nicht reichen würde, wenn unsere Mannschaft nur „spielerische“ Lösungen versucht. Ohne kämpferischen Einsatz, ohne Konzentration und Motivation, ohne ein „Über-die-Grenzen-Gehen“ würde selbst da nichts laufen. Dass es daran in Hamburg fehlen würde, war allerdings schon im Vorfeld klar, schließlich hatte Köllner seine Prioritäten eindeutig auf die Bundesliga gelegt.

Das Spiel:

Wieder mal ließ sich besagter Trainer was einfallen. Wieder mal präsentierte er eine ungewohnte Startelf. Diesmal mit drei Neuen. Simon Rhein, der saß zuletzt nicht mal auf der Bank saß, durfte ran. Vorne ließ Köllner Zrelak und Knöll als Doppelsturm auflaufen. Eduard Löwen hingegen war überraschenderweise gar nicht im Kader.

Schnell wieder weg war dann auch Simon Rhein. Übermotiviert muss er nach einem rüden Einsteigen gegen Korb bereits in der 11. Minute mit Rot runter. Klar, war vertretbar, aber nicht zwingend. Der Club stellt auf 4-3-2 um und hält zunächst trotz Unterzahl mit. Das liegt allerdings auch daran, dass Hannover 96 nicht den Eindruck vermittelt, zu Unrecht ganz unten zu stehen. Der Club hatte sogar die besseren Chancen, während 96 wenig zustande bringt.

Wegen diverser Verletzungsunterbrechungen ließ Schiedsrichter Welz allerdings fünf Minuten nachspielen. Offensichtlich war die Clubabwehr geistig schon ein paar Sekunden früher in der Kabine. Sie ließ Nicolai Müller im Strafraum völlig allein stehen, der sagt Danke und nickt zum 1:0 ein.

In der zweiten Hälfte mühte sich der Club weiter vergeblich. Einsatz und Wille waren zwar da. Aber wirklich gefährlich waren die Bemühungen alle nicht. Auch ein – bezeichnenderweise von Mathenia einberufener – Spielerkreis half da nichts. So war es erneut Müller, der dann den Deckel drauf machte. Unterschiedsspieler Müller ist übrigens ein in der Winterpause verpflichteter Leihspieler. Die Club-Winterverpflichtung Ilicevic hingegen ist erst in ein paar Wochen einsatzfähig.

Da ist es dann auch egal. Wenn schon gegen einen schwachen Gegner wie Hannover nichts geht, wo soll dann noch was herausspringen?

Immerhin hat der Club jetzt – anders als der Schicksalsspielgegner, der in der ersten Liga ebenfalls nichts verloren hat – frühzeitig Planungssicherheit. Trainer Köllner wird in der Restsaison das machen, was er am liebsten macht: Nachwuchskräften Spielerfahrung vermitteln, vielleicht ein paar Transfererlöse erzielen und ein bisschen taktisch experimentieren.

Genau das war gegen Hannover leider das falsche Rezept. Da hätte es erfahrene Spieler gebraucht, die wenigstens nicht die Nerven verlieren. Da hätte auch ein Alexander Fuchs nicht als erste Wechseloption herhalten und ein Mikael Ishak nicht erst zwei Minuten vor Schluss eingewechselt werden dürfen. Aber Köllner ist eben doch eher Nachwuchs- als Bundesligatrainer.

Ein Letztes:

Manche Situationen kann man nur mit Humor ertragen. Wenn es schon nicht zu „El Classico“ langt, dann wenigstens zu dessem Gegenteil: „El Kackico“. Dazu gibt es unter anderem einen Trailer, einen Hashtag  (auch mit „K“ am Schluss) und sogar eine „Hymne“…und einen, der es voll verkackt hat.