Club rutscht in der wahren Tabelle ab

409864349Kennt ihr die Wahre Tabelle? Da stand der Club bislang auf Platz eins. In der wahren Tabelle werden nämlich Schiedsrichterfehlleistungen rausgerechnet – und was die Unparteiischen angeht, da waren wir bislang eben selten die Nutznießer. Jetzt hat sich da einiges ausgeglichen. Dafür haben wir in der realen Tabelle einen Riesenschritt in Richtung Relegation gemacht, denn der FC St.Pauli (Heimniederlage gegen Paderborn) liegt mittlerweile acht Punkte hinter uns.

Doch der Reihe nach! Auf der Bielefelder Alm sah es lange nicht nach einem Clubsieg aus. Im Gegenteil. Die Arminia drängte mit Macht gegen das Clubtor. Entlastung gab es selten und die verpuffte meistens, weil die Clubelf seltsam schlampig im Aufbau agierte. Spätestens der letzte Pass landete immer beim Gegner. Das ging praktisch eine Stunde lang so. Doch dann fiel dank einer fgeinen Einzelleistung von Sebastian Kerk (Bild) das 1:0. Den Bielefeldern gab das einen Knacks. Das können wir aus leidvollen Eigenerfahrungen nachvollziehen. Wenn du unten stehst, dann sitzt sowas einfach schmerzhafter. Und dann kommt auch noch der Schiedsrichter dazu. Diesmal Martin Petersen aus Stuttgart. Der pfiff drei Minuten später nicht nur Elfmeter, er stellte auch gleich noch den Bielefelder Hornig vom Platz. Beides, sagen wir mal, zweifelhaft. Aber so ist das, wenn du unten drin steckst und der andere in der (wahren!?) Tabelle vorne steht. Danach waren die Bielefelder nur noch zu zehnt und lagen mit zwei Toren hinten. Dass der Club dann noch zwei Mal durch Burgstaller (im Hinspiel hatte er allerdings noch zwei Mal getroffen) und Behrens traf, war die fast logische Folge.

Am Ende also 4:0. Das hilft auch unserem Torverhältnis. Ganz verdient war es vielleicht nicht. Aber, wie gesagt, wir haben immer noch was gut. Und weil wir bei gut sind: Patrick Rakovsky bot diesmal eine astreine Partie. Das ist das zweite Ausrufezeichen, neben dem klaren Ergebnis.

Eklig, aber nicht erfolgreich

Langsam wird es eng. Dabei geht es, was die Clubleistung angeht, durchaus aufwärts. Auf Schalke war der Club jener eklige Gegner, den Trainer Dieter Hecking vor der Begegnung gefordert hatte. Schon im Mittelfeld machten die FCN-Spieler den Schalkern das Leben schwer. Sich selber aber leider auch. Denn kaum wurde der Ball erobert, war er auch schon wieder weg. Zur Vorgabe eklig spielen gehörte halt nicht: genau passen. So lief der Ball beim Club höchstens mal über zwei oder drei Stationen. Klar, dass da vorne wenig lief. Dabei waren die Champions-League-geschwächten Gegner in der Abwehr keineswegs sattelfest.

Aber wenn die besten Chancen von Spielern wie Pinola oder Cohen abgeschlossen werden, die bekanntlich nicht die gelernten Goalgetter sind, dann wird das nichts. Andererseits war der einzige Stürmer Tomas Pekhart völlig zugestellt und fiel praktisch überhaupt nicht auf. Mike Frantz verletzte sich, wieder einmal, früh. Timo Gebhart hatte immerhin ein paar gute Szenen. Kiyotake hatte zu Beginn eine gute Chance, passt sich aber leider – auch was die Fehlpässe angeht – mehr der restlichen Mannschaft an als umgekehrt. Da geht halt dann schwer was in Richtung Tor. Hinten stand immerhin mit Youngster Rakovsky der beste Mann zwischen den Pfosten. Die paar kleineren Fehler waren eher auf Übermotiviertheit zurückzuführen und nicht gravierend. Beim Tor von Farfan in der 77. Minute gabs nichts zu halten. 92 Minuten volle Konzentration, das bringt die Clubabwehr eben auch an besseren Tagen nicht hin.

Eigentlich hätte der Club durchaus ein Unentschieden in Gelsenkirchen verdient gehabt. Aber so ist das halt, wenn man unten drin steht. Alte Fußballerweisheit! Dummerweise steht der Club jetzt unten noch drinner und beim nächsten Gegner greift endlich der Magath-Effekt, so dass da eine erneute Niederlage zu befürchten ist. Harte Zeiten dräuen. Als Clubfans müssen wir uns wohl in mehrfacher Hinsicht warm anziehen..

BVB nur mit Glück zum Sieg

Schade, dass es beim Fußball keine Haltungsnoten gibt. So gut hat nämlich schon lange keine Nürnberger Mannschaft in Dortmund ausgesehen. Ein spielerischer Unterschied oder eine deutliche Überlegenheit waren kaum festzustellen. Dabei ist der BVB immerhin Meister, hat sich für viel Geld verstärkt und spielte im eigenen Stadion. Der Club hatte dagegen etliche Leistungsträger – unter anderem seinen Spielmacher Gündogan an den BVB – abgegeben, hatte noch dazu einen 18-Jährigen zwischen die Pfosten stellen müssen, weil Raphael Schäfer verletzt ist. Also war eigentlich krasser Außenseiter. Doch trotz aller Bemühungen hat es leider nicht zu Zählbarem gereicht.

Vorne hatten Jens Hegeler in der ersten Hälfte und Julian Wießmeier in der zweiten zwar Superchancen, um einen Treffer zu machen. Stattdessen machen die die Dortmunder. Einmal hatte die sonst solide Clubabwehr nicht aufgepasst. Einmal half ein depperter Duseltreffer.

Aber grämen müssen wir uns nicht. Nicht nur, dass sich auf dieser Leistung aufbauen lässt. Auch Schäfer-Vertreter Patrick Rakovsky bewies, dass er ein Guter ist und sich Club-Manager Martin Bader hektische Einkaufsaktivitäten sparen kann.
Also: Weiter so, dann kommt auch das (verdiente!) Glück wieder – und der Klassenerhalt dürfte kein Problem sein!