Schluss mit UPS!

1. FC Nürnberg - Fortuna Düsseldorf18 Neuzugänge, 19 Abgänge: Man dürfte meinen, beim Club hätte sich einiges verändert. Doch dem ist mitnichten so. Das gleiche planlose Gegurke wie seit Monaten, das Einbrechen nach Gegentreffern, die bekannte Ängstlichkeit, fehlende Initiative und am Ende war „die Mannschaft“ schuld. Dabei ist die Mannschaft eine andere. Die Neuen wurden sogar in dem Bewusstsein gekauft, nicht die Fehler der Alten zu machen.

Die machen sie auch nicht, wenn sie kurz genug da sind. Dann sind sie noch nicht infiziert. So wurde in Berlin gewonnen. Allerdings nicht nur deswegen. Ein glücklicher Spielverlauf, ein wohlgesonnener Schiri und ein weiterer Aspekt halfen mit. Trainer Ismael sprach da sogar vom Geburt einer neuen Mannschaft. Aber anstatt die dann beizubehalten, stellte er um. Prompt wurde aus der neugeborenen Mannschaft wieder die bekannte Gurkentruppe.

upsDiese Umstellung ist wider besseren Wissens erfolgt. Es macht mir keiner weis, dass Ersatztorhüter Patrick Rakovsky in einer Art Alleingang dem Kicker ein Interview gibt und dort kritisiert, dass es in der Torhüterfrage gar nicht um Leistung geht. Da dürften ihm noch einige andere angetrieben haben. Doch leider haben die peripheren Beobachter bei der Interview-Lektüre wohl nur wissend gegrinst und sich gedacht, Raphael Schäfer ist halt der Bessere, das musst du halt akzeptieren, du Jungspund. Schließlich stimmt es ja auch: Schäfer rettet oft in prekären Situationen und nicht umsonst haben wir bei fast jedem Spiel in jüngster Zeit mehrfach UPS (für „uff, puh, Schäfer!“) twittern müssen. Wenn sich ein Torwart auszeichnen soll, dann macht die Clubmannschaft eigentlich alles richtig.

Schäfer, das ist offensichtlich, ist ein guter Torwart. Als Kapitän hat er jedoch in der letzten Saison versagt. Genau wie sein Spezi Martin Bader auf Vorstandsebene hat er zielstrebig an der Alleinherrschaft gearbeitet. Die Konkurrenz wurde weggegrätscht. Symbolisch war da die Verletzung von Jan Polak im Aue-Spiel. Aber – weil im Eifer des Gefechts geschehen – ist das natürlich kein Beleg. Den findet man eher in den bis heute nicht aufgeklärten Abgängen von Hanno Balitsch oder Adam Matysek.

Schäfer ist inzwischen zwar nicht mehr Kapitän, aber immer noch der verlängerte Arm von Manager Martin Bader in die Mannschaft und umgekehrt derjenige, der Bader, aber auch befreundeten Journalisten, Mannschaftsinterna hinterträgt, oder auch nicht. Schäfer ist in der FCN-Mannschaft wie Mutti: alternativlos.

Dass das ein Problem ist, hat mancher (die meisten sind schon wieder weg) erkannt. Doch genau wie bei Manager Bader nützt es halt bei machtbewussten Weggrätschern nichts, wenn man ihnen willfährige Hiwis zur Seite stellt. Gegen die dunkle Seite der Macht sind Einzelkämpfer hilflos. Das dürfte auch dem Trainer klar geworden sein, weshalb er die neugeborene Mannschaft gegen Düsseldorf doch umstellte.

Was soll er auch tun, wenn nicht einmal von uns Fans Rückendeckung kommt.

Ich mache mal einen Anfang uns sage: Schluss mit UPS!