Zurück in der Normalität

Die News:

  • So schwinden auch die letzten Ankündigungen nach dem Fastabstieg dahin. Nichts wird es mit der personellen Verstärkung der Fußballkompetenz in der Clubführung. „Wir brauchen keinen Sportdirektor“, erklärte Palikuca-Nachfolger Dieter Hecking in einem Interview. Nun ja, wenn er das alleine kann, warum sollte man da – vor allem angesichts der vielen Fragezeichen auf der Einnahmenseite – unnötig Geld ausgeben. Trainer könnte Hecking ja notfalls auch…
  • Zur Verstärkung der Abwehr hat der Club noch Pius Krätschmer von Schweinfurt 05 verpflichtet. Dafür soll der zunächst als gefühlte Verstärkung an die Würzburger Kickers verliehene Simon Rhein wohl doch abgegeben werden. Dennis Lippert, lange verletztes Clubtalent, darf schon mal in Bayreuth den Neuanfang starten. Ob Robin Hack geht oder bleibt, ist weiter unklar. Tendenz im Augenblick: Er bleibt.
  • Für die Clubheimspiele werden wieder Zuschauer zugelassen. 10.000 dürfen sich nach dem Windhundprinzip um die Karten für das Spiel am 27. September gegen den SV Sandhausen streiten. Letztlich entscheiden aber – siehe München – die aktuellen Infektionszahlen.

Das Spiel:

Zum Saisonstart stellte sich wieder so etwas wie Fußballnormalität ein. 3000 Regensburger Fans durften ins Jahn-Stadion. Offenbar wurden sie nach Stimmgewalt ausgesucht. Doch wenn 3000 versuchen, wie 30.000 zu klingen, kann das leicht nervtötend werden. Andererseits bot das Spiel dann eher bescheidene Zweitliga-Hausmannskost. Die Nerven wurden also dort eher wenig strapaziert.

Fast aus dem Nichts fiel kurz vor der Pause der Führungstreffer für den Club. Handwerker packte aus gut 25 Metern einfach mal den Hammer aus und überwand den sichtlich überraschten Regensburger Keeper Meyer.

Man könnte die Führung durchaus als glückllich bezeichnen, zumal Jahn Regensburg die besseren Chancen besaß. Zum Ausgleich kam der Jahn allerdings nur mit Hilfe des überforderten Schiedsrichters Jöllenbeck und der Unterstützung von Bibiana Steinhaus im Kölner Keller. In der 57. Minute traf Besuschkow aus kürzester Distanz den angelegten Arm von Enrico Valentini. Gesehen hat dieses „Vergehen“ kaum einer. Selbst Jöllenbeck brauchte zwei Minuten um am Bildschirm was zu entdecken. Den Elfer versenkte Besuschkow danach zum zwar verdienten, in der Entstehung aber lächerlichen Ausgleich.

Schnell war der Club also auch auf dem Spielfeld in der Normalität angekommen. In der nervt halt so einiges. Nicht bloß die Zuschauer, sondern auch das Regelwerk, der VAR, der DFB, aber halt auch die eigene Mannschaft, die zwar hinten stabiler wirkt, nach vorne jedoch weiter ziemlich ideenlos anrennt und kaum Chancen generiert. Immerhin brach sie nach dem Gegentor nicht ein und schaukelte wenigstens den einen Punkt nach Hause.

Insofern kann man zwar erfreut feststellen, dass im Spielbetrieb wieder Normalität einkehrt. Wir als Clubfans hätten es aber gerne etwa unnormaler.

Harm- und chancenlos

  • In der Kapitänsfrage ist inzwischen eine Entscheidung gefallen. Statt Hanno Behrens trägt jetzt Enrico Valentini die Binde. Bei ihm ist offenbar die Chance größer, dass er spielt.
  • Ein bisschen Bewegung kommt offenbar doch ins Trainerwechselabnich-Gremium. Reporterlegende Günther Koch tritt im Herbst nicht mehr an.

Das Spiel:

Heute dann das erste Pflichtspiel. Und glecih wieder die Ernüchterung. Wenn man – wie Christian Mathenia – bereits in der 3. Minute einen individuellen Fehler macht, der dann prompt bestraft wird, hat man halt gegen eine Mannschaft wie RB Leipzig keine Chance. Eigentlich hätten wir nach dem frühen Rückstand gleich heim gehen/ äh abschalten können. Dass dann im Verlauf des Spiels doch wieder Hoffnung aufkeimte, war nicht der Spielweise des FCN zu verdanken, sondern der mangelnden Chancenverwertung des Champions-League-Halbfinalisten. So lag der Club lediglich mit einem Tor zur Halbzeit zurück. Einer Halbzeit allerdings, in der praktisch nur der Gast spielte und auf der Gegenseite keinerlei Torchance zu verzeichnen war. Wie auch, wenn spätestens der zweite Pass beim Gegner landete.

Viel besser wurde es nach der Pause allerdings auch nicht. Jetzt spielte Geis für Neuzugang Pascal Köpke. Wenig später wurde auch noch Singh (für ihn kam Hack) ausgewechselt, so dass außer Krauß nur die bekannten Gesichter auf dem Platz standen. Die durften dann zuschauen, wie Leipzig in der 67. und der 90. Minute noch zwei Treffer nachlegte und damit auch vom Ergebnis her den Klassenunterschied untermauerte.

Der FCN kann sich jetzt wenigstens ganz auf den Nichtabstieg konzentrieren. Irgendwelche weiteren Ambitionen sollten wir uns schnell abschminken.

Zurück in die Zukunft

Dass man beim Club in diesen Zeiten auf einen Billigflieger als Symbol setzt, begeistert höchstens die Jubelperser-Fraktion unter den Fans und den Nürnberger Bürgermeister, der sich um die Stadioneinnahmen sorgt. Das beste an der Vorstellung des Corendonfliegers war noch, dass Aufsichtsratschef Grethlein dann doch nicht anwesend war. Wäre auch ein bisschen peinlich gewesen, wenn der auf dem Rollfeld den Grüßaugust gegeben hätte, während der FCN weiter ohne sportliche Führung dasteht.

Das ist nun vorbei. Nachdem das mit Michael Wiesinger einigermaßen geklappt hat, soll nun erneut jemand, unter dem der Club bessere Zeiten gesehen hat, das Ruder herumreißen. Diesmal fungiert Dieter Hecking allerdings als Sportvorstand, der jetzt nicht bloß einen Trainer, sondern auch einen Sportdirektor installieren darf (wobei – passend zu diesem Aufsichtsrat – das auch noch nicht fix ist). Kurz zuvor hatte der ebenfalls als Palikuca-Nachfolger gehandelte Benjamin Schmedes mit der bezeichnenden Begründung, er sei mit der Ausrichtung des FCN nicht zufrieden, abgesagt. Im Gegensatz zu Hecking wäre Schmedes für Innovation und Aufbruch in die Zukunft gestanden, aber das sagte man letztes Jahr von Palikuca auch. Beim Club macht man die gleichen Fehler eben immer erst beim übernächsten Mal. Diesmal also der Griff in die Vergangenheit mit Hecking, der den Club 2012 kurz vor Weihnachten plötzlich verließ, um beim VfL Wolfsburg anzuheuern. Der Club stand damals doppelt blöd da, denn er hatte Hecking mit einer Ausstiegsklausel den Karrieresprung zum reichen VW-Club erst ermöglicht. Ein bisschen erinnert das an den Spruch, man sehe sich im Leben immer zwei Mal, einmal auf dem Weg nach oben und dann auf dem Weg nach unten.

Viel Zeit hat Hecking nicht, den Club personell neu aufzustellen. So könnte sich das Gerücht bestätigen, dass Markus Weinzierl neuer Clubtrainer wird. Das ist einer, der bei offenem Fenster schläft, damit er auch den leisesten Ruf noch mitbekommt. Beim VfB Stuttgart hatte er zuletzt allerdings nur deshalb ein halbes Jahr amtieren dürfen, weil wenigstens der Club ein Einsehen hatte und ihn gewinnen ließ.

Nach Aufbruch und mutigen Konzepten sieht das jedenfalls nicht aus. Statt einer Neupositionierung in einem, sich leider nicht zum Positiven entwickelndem Fußballgeschäft, setzt man Seriosität von vorgestern. Immerhin verfügt Hecking wenigstens über jenen zuletzt schmerzlich vermissten sportlichen Sachverstand. Insofern hat der Aufsichtsrat erst mal für Ruhe gesorgt und sich aus der Schusslinie genommen. Trotzdem ist dieser Sachverstand wieder nur ein eingekaufter. Im Aufsichtsrat, der in den letzten Tagen bewiesen hat, dass er zumindest gegenüber der Bildzeitung den Mund aufmachen kann, fehlt er nach wie vor. Hoffen wir mal, dass das bis zur Jahreshauptversammlung nicht in Vergessenheit gerät, damit da nicht wieder die Fünf-Minuten-Dampfplauderer ins Amt gewählt werden.

Mit Glück und Grethlein

Inzwischen habe ich mir wieder ein paar Spiele angetan. Auch die vom Club. So ganz kann man es dann doch nicht lassen.

Wenn man ohne Vertrag woanders mitgucken kann und daher nichts zahlen muss, fällt einem aber leider auch auf, dass man immer noch Zeit investiert. Zeit, die man eigentlich für vieles sinnvoller nutzen und unterhaltsamer verbringen könnte. Oben steuern die Bayern ihren drölfzigsten Titel an. Unten wird der Club nur durch die Hilfe der Gegner noch einigermaßen am Leben gehalten. In der ersten Hälfte des Heimspiels gegen Aue wäre ich beinahe weggenickt. Spielerisch und kämpferisch kommt da gar nichts. Nicht einmal akustisch. Die Clubspieler haben offenbar besonders große Angst vor Tröpfcheninfektion und taumeln deshalb stumm in Richtung 3. Liga. Der ebenfalls ziemlich ruhige Trainer Jens Keller scheint mit seinem Latein ohnehin am Ende (dürfte sich eher um das kleine Latinum handeln), was sich auch in dem hilflosen Wortgeschwurbel widerspiegelt, mit dem er die Lokalpresse abspeist.

Einzig Aufsichtsratschef Thomas Grethlein ist mit verbalen Supportversuchen im fanentleerten Stadion zu hören. Außer „FCN“ und „Weiter“ hatte er aber nichts auf der Platte. Da erkennt man erst, wie originell doch die Fans sind. Wobei es auch da Ausnahmen gibt, zum Beispiel wenn fast eine Halbzeit lang bloß das hier gebrüllt wird. Die Leistungen der Fans verhalten sich da anscheinend umgekehrt proportional zu denen auf dem Platz.

Im Heimspiel gegen Aue schien zumindest Kapitän Hanno Behrens dem „Weiter“ seines AR-Vorsitzenden Gehör zu schenken. Sein energischer Vorstoß führte dann wenigstens zum Ausgleich.

In Regensburg war es mit dem von Keller geschmähten Ishak ebenfalls einer der „Alten“, der uns endlich mal ein Feldtor bescherte. Aber egal, auf welcher Seite das Tor fällt, beim FCN scheint das immer Lähmung und Zurückschalten in den Verwaltungsmodus zu bedeuten. Gegen den Jahn ging das sogar eine Zeit lang gut. Statt jedoch nach den beiden Aluminiumtreffern aufzuwachen und das eigene Glück nicht weiter zu strapazieren, bettelte der Club so lange bis er 1:2 in Rückstand lag. Dass dann in der Nachspielzeit noch der kaum erwartbare Ausgleich durch den derzeit besten Clubstürmer (Eigentor) fiel, dürfte höchstens dazu dienen, den trostlosen Auftritt wieder irgendwie schönzureden. In der Tabelle hat sich der Abstand zum Mittelfeld für den Club weiter vergrößert. Möglicherweise muss so lange gezittert werden, bis Dresden seine beiden Nachholspiele absolviert hat.

Andererseits ertappe ich mich mittlerweile bei dem Gedanken, ob nicht ein Abstieg und eine völlige Neuorientierung für den FCN besser wäre als eine irgendwie glücklich zustande gekommene Verlängerung des jetzt noch deutlicher zu Tage tretenden Trauerspiels. Ohne Fans ist der Club, noch mehr als andere Vereine, ein Nichts.

Doch wie soll eine solche Neuorientierung stattfinden? Bekanntlich gibt es nichts Richtiges im Falschen. Einige Fankommentatoren schlagen da vor, das Rad der Zeit um etwa 15 Monate zurück zu drehen, Köllner und Bornemann wieder zu holen und stattdessen die, für deren Entlassung verantwortlichen „Amateure“ in die Wüste zu schicken. Die Beiträge unserer Scoutingabteilung machen Bornemanns reservierte Haltung, was Neuverpflichtungen anging, nachträglich verständlich. Aktuelles Beispiel ist der, lediglich durch seinen Fehlschuss im Derby aufgefallene, Iuri Medeiros, der jetzt an Braga abgegeben werden soll.

Kosten minimieren dürfte beim Club wieder oberstes Gebot werden. Guter Fußball für die Fans interessiert da eher weniger. Ohnehin weiß keiner genau, wie es nach der Saison weiter geht. Im August dürfte es bestimmt noch keinen Impfstoff geben. Ob wir gegen Fürth oder gegen Würzburg nicht hin dürfen, ist dann auch egal.

Immerhin scheint Grethlein – trotz stark limitierter Mittel – erkannt zu haben, dass es beim Produkt Fußball auch um Unterhaltungswerte geht. Das ist schon mal ein Hoffnungsschimmer. Vielleicht finden sich ja in der Möchtegern-Kulturhauptstadt noch ein paar – derzeit ohnehin beschäftigungslose – Künstler, die wenigstens das mit der akustischen Unterstützung ein bisschen besser hinbekommen.

Ein Letztes:

War´s das?

Eigentlich wollten wir uns erst am Sonntag nach dem St.Pauli-Spiel melden. Eigentlich wollten wir da einen Dreier feiern (oder auch nicht). Eigentlich wollten wir da nochmal auf wirre, aber auch auf originelle Fans eingehen. Doch daraus wird jetzt nichts.

Es gibt Wichtigeres als Fußball. Alle Bundesligabegegnungen wurden abgesagt. Dass bei der DFL da doch noch die Vernunft über die Geldgier gesiegt hat, dazu hat auch der Club beigetragen. Indirekt. Nachdem beim letzten Gegner Hannover 96 gestern bereits zwei Coronainfektionen zu vermelden waren, meldete heute auch der FCN eine. Fabian Nürnberger war positiv getestet worden (gute Besserung!). Der Club bat daraufhin alle Spieler zuhause zu bleiben und die DFL das Spiel in Hamburg abzusagen. Da hatte die DFL noch die Durchführung des Spieltages geplant, um zu verhindern, dass die dritte Tranche der Fernsehgelder einbehalten wird.

Kann leicht sein, dass auch der Plan, die Saison mit Verzögerung zum Abschluss zu bringen, kassiert werden muss. Dann würde Plan B greifen. Der sieht nach jetzigem Stand vor, dass die Saison für beendet erklärt wird. Absteiger wird es dann keine geben. Nur Aufsteiger. Die Bundesliga wird dann um vier Aufsteiger aufgestockt. Für die zweite Liga hieße das, Bielefeld, Stuttgart, HSV und Heidenheim gehen rauf und aus Liga 3 rücken die vier ersten vier nach. Der Club bliebe also drin.

Insofern hat das Ganze für uns nach dieser grottig verlaufenen Saison sogar noch eine positive Seite. Die negativen Folgen sind hingegen noch nicht absehbar und werden wohl erst in den nächsten Tagen und Wochen deutlich. Was bedeutet das Ausfall der TV-Gelder und der Zuschauereinnahmen? Wer kommt für den Schaden auf? Wie sieht das mit den vertraglichen Verpflichtungen aus (Spielergehälter, Stadionmiete)? Wo gibt es finanzielle Hilfen?

Für uns stellt sich zudem die Frage, wie gehen wir mit der Langeweile um? Vielleicht ist das der Durchbruch für die eSportler. Da ist Daniel Butenko vom FCN immerhin bei den Play Offs Ende März dabei. Zuschauer wird es dabei zwar nur per Twitch geben. Aber immerhin. Für Publikumssound ist softwareseitig gesorgt. Also gibt es da schon mal keine trostlosen Geisterspiele.

Wir melden uns hier wieder, wenn es Neues gibt. Haltet durch und bleibt gesund!

Wie ein Absteiger

  • Wer etwas auf sich hält, hat einen Podcast. Der FCN natürlich auch. Inzwischen ist die sechste Folge hörbereit. Diesmal mit Kapitän Hanno Behrens. In der ersten Folge kam übrigens der scheidende OB Ulrich Maly zu Wort, was zu der Frage führt: Hat er jetzt endlich Zeit für seine Aufsichtsratstätigkeit oder räumt er seinen Platz für den neuen OB?
  • Kaum hat der Club wieder Anschluss ans Zweitliga-Mittelfeld gefunden, schießen die Transfergerüchte ins Kraut. An Bernard Tekpetey und Kevin Bua sei der FCN dran, außerdem möchte er Michael Frey für eine Rekordsumme fest verpflichten. Dafür stehe Robin Hack vor einem Wechsel… Nun, vielleicht sollte man erst einmal seine Hausaufgaben machen, sonst wird das nämlich nichts mit der Versetzung.
  • Die Vereine sollen es richten. Das meinen DFB, Kalle Rummenigge und jetzt auch die Polizei. Kennen die den FCN? Der stellt noch nicht mal die richtigen Fragen. Das müssen die Fürther machen. Wobei sich die Vereinsführung dank der Ultras gar nicht bewegen muss. Die haben nämlich angeblich angekündigt, auf beleidigende Plakate zu verzichten.
  • In Italien finden die Fußballspiele gegenwärtig ohne Zuschauer statt. Da dürften sich die dort kickenden Nationalspieler und deren ausgeschlossene Fans freuen, wenn sie am 31. März im Max-Morlock-Stadion im Testspiel gegen die deutsche Nationalmannschaft mal wieder richtigen Fußball zelebrieren können. Auch mancher Nürnberger hätte statt karge Zweitligakost gerne mal wieder gehobenerer Fußballkunst konsumiert. So wie es aussieht, wird daraus aber nichts.

Das Spiel:

Wir erinnern uns, in der Hinrunde konnte der Club in Hannover 4:0 gewinnen, was allerdings nur das Missverständnis mit Damir Canadi verlängerte. Dass das Urteil für Jens Keller mal besser ausfällt, machte nach dem schwachen Auftritt des Clubs keiner unterschreiben. Kein Plan, kein Zug zum Tor, kein Druck, keine Zweikampfstärke… Die Mannschaft fing, wie aus Heimspielen sattsam bekannt, zwar ganz gefällig, aber wenig zielstrebig und ohne den letzten Biss an. Nach einer guten Viertelstunde musste Mathenia erstmals sein ganzes Können aufbieten. Kurz danach war er aber machtlos, als nach einer Ecke ausgerechnet der lange Erras das Kopfballduell gegen Hübers verlor. Hannover führte. Beim Club begannen bereits woeder die Schultern zu hängen und die Einzelaktionen Überhand zu nehmen. Immerhin scheint es bei der fehlenden Frustrationstoleranz so etwas wie mannschaftliche Geschlossenheit zu geben, Folgerichtig kamen die Gäste immer besser ins Spiel und dann sogar zum zweiten Treffer. Ex-Cluberer Cedric Teuchert konnte völlig inbedrängt nach vorne marschieren, auf Maina passen, der dann das 2:0 machte. Danach wieder kein Aufbäumen.

In der zweiten Hälfte ging es im selben Stil weiter. Nur dass Hannover es inzwischen lockerer angehen ließ. Im sicheren Gefühl, den einfallslosen Club im Griff zu haben. Teilweise erinnerte das Spiel an die Schlussphase des Bayernauftritts in Hoffenheim. Sinnloses Ballgeschiebe im Mittelfeld, Fußball zum Abgewöhnen!

Akzente von der Bank wurden auch nicht gesetzt. Nur insofern, als Keller erst Ishak zur Einwechslung losschickte, ihn dann aber zurück beorderte. Dafür kam später Lohkemper noch zum Einsatz, der die einzig nennenswerte Torchance des Clubs haben sollte. Aber offenbar war er ob der ungewohnten Situation so überrascht, dass er den Kopfball weit neben das Tor platzierte. So kam dann Hannover 96 in der Schlussminute durch Weydandt noch zum 3:0.

Auf der Suche nach etwas Positiven fing Günther Koch im Fanradio an, den Platzwart zu loben. Das ehrt ihn. Leider fällen die Platzverhältnisse als Ausrede damit auch flach. Aber wenigstens gibt es einen, an dem es nicht liegt.

Nachtrag:

Vielleicht ist das eine Erklärung für diesen schwachen Auftritt.

Ein Letztes:

Endlich kommt Farbe in die Stadt:

…und eine berechtigte Frage,

die sich hier aber genauso stellt:

Dreier im Kellerduell

  • Unter Klimagesichtspunkten, aber auch in punkto Kundenzufriedenheit fördert die Corendon-Partnerschaft das Clubimage nicht unbedingt. Besser als ein in den FCN-Farben angemalte Flieger kommt da schon eine ähnlich gestylte Straßenbahn. Ein auf Twitter geäußerter Wunsch sollte allerdings nicht unerwähnt bleiben.
  • Club-Profi Dennis Lippert bleibt auch nichts erspart. Während er sich nach langer Verletzung wieder herankämpft, wurde er vom DFB für tot erklärt. Grund war eine Verwechslung mit einem gleichnamigen Motorradrennfahrer, der im vergangenen Juni tödlich verunglückte.

Das Spiel:

Vor dem Spiel versuchte Trainer Jens Keller den Druck von seinen Spielern zu nehmen. Entscheidend sei die Begegnung mit dem KSC nicht, obwohl der bei einem Sieg den Club auf einen Abstiegsplatz hätte kicken können. Nun ja, am 24. Spieltag fallen normalerweise auch noch keine Entscheidungen. Vor allem, wenn es so eng zugeht, wie derzeit in der 2. Liga.

Der Club begann in Karlsruhe erneut durchaus selbstbewusst. Was die Zahl der Chancen anging, war er den Hausherren überlegen. Allerdings kam nichts dabei rum. Beispielsweise als Margreitter völlig frei vor dem Tor zum Kopfball kam oder als ein Schuss von Geis knapp neben das Tor abgefälscht wurde.

Bereits nach 37 Minuten hatte Keller genug von dem unkonzentrierten Auftritt von Oliver Sorg. Für ihn kam der Ex-KSC-Spieler Enrico Valentini, der prompt mit Pfiffen bedacht wurde. Kurz vor der Halbzeit erspielte sich auch der KSC seine Chancen, so dass das 0:0 zur Pause in Ordnung ging.

Auch in der zweiten Hälfte schaffte es keiner, eine der auf dem Papier schwächsten Abwehrreihen zu überwinden. Vorne war beim Club Robin Hack der einzige Aktivposten. Michael Frey brachte kaum Brauchbares zustande. Bezeichnend, dass er in der 73. Minute selbst eine Hundertprozentige liegen ließ. So musste wenige Sekunden später ein Ex-Nürnberger helfen. KSC-Torwart Uphoff ließ eine Geis-Ecke durch die Finger gleiten, hinter ihm stand Patrick Erras und sagte Danke.

Keine zehn Minuten später schien aber die mühsam erarbeitete Führung dahin. Hack traf Stiefler im Strafraum. Videobeweis! Diesmal meinte es der Kölner Keller aber gnädiger mit uns. Kein Elfmeter!

Mit Glück schaukelte der Club den knappen Vorsprung ins Ziel. Auch, weil die Karlsruher am Ende platt waren. Wichtige drei Punkte, zumal auch Dresden gewonnen hat. Aber, wie Keller schon sagte, entscheidend war das Spiel in Karlsruhe nicht.

Ein Letztes:

Verpfiffen!

  • Kommt Michael Köllner nach Nürnberg zurück? Kooperieren zwei eher von der Tradition lebende bayrtische Fußballclubs? Diese Fragen stellen sich plötzlich, nachdem die Sechziger für zwei Jahre ein Ausweichquartier benötigen und nun auch das Max-Morlock-Stadion im Gespräch ist. Allerdings haben die Münchner Verantwortlichen die Wahrscheinlichkeit, dass es dazu kommt, mittlerweile als „eher gering“ eingestuft
  • Der Club ist eine Partnerschaft mit den türkischen Corendon Airlines eingegangen. Die haben sogar angekündigt, einen Flieger in den Clubfarben zu bemalen. Offenbar, weil´s wurscht ist.
  • Er ist nicht nur Clubspieler, sondern auch Clubfan. Bisschen schade, dass das besonders erwähnt werden muss. Umso besser aber, dass der FCN jetzt den Vertrag mit Enrico Valentini verlängert hat.
  • Torwart beim Club, das scheint die Vorstufe zum Lazarett zu sein. Jetzt fällt Andreas Lukse wegen einer Adduktorenverletzung auf unbestimmte Zeit aus.
  • Einer, der sich derzeit richtig für den Club reinhängt und innerhalb weniger Wochen zum Publikumsliebling avancierte (und der heute leider schon in der 13. Minute verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste) , ist nur Leihspieler und wird wohl nicht beim FCN bleiben: Konstantinos Mavropanos.

Das Spiel:

Zunächst konnte man beim zäh beginnenden Heimspiel gegen Darmstadt 98 Kleidungsfragen erörtern. Der Club lief nämlich nicht im traditionellen Rot-Schwarz sondern erneut in Grau auf. Der meist blaue Gast musste so auf Orange ausweichen. Den ersten Aufreger gab es erst in der 12. Minute. Dinos Mavropanos ging im Clinch mit Dursun zu Boden und musste verletzt raus.

Für ihn kam Lukas Mühl. Wer jetzt dachte, die Clubabwehr würde damit an Stabilität verlieren, sah sich aber getäuscht. Mühl, von den Fans lautstark aufgebaut, hatte sich offenbar vom griechischen Leihspieler einiges in Sachen Einsatz abgeschaut.

Die Lilien aus Darmstadt hatten zwar ein optisches Übergewicht, kamen aber kaum gefährlich vor das Club-Tor. Anders der Club. Der erspielte sich in der 24. Minute die erste Gelegenheit. Nürnberger flankte in den Strafraum auf Behrens, der aber von Holland zu Boden gezogen wurde. Schiedsrichter Patrick Alt winkte ab, ohne den VAR zu Rate zu ziehen. In ähnlichen Situationen hatte es freilich schon mal Strafstoß gegeben. Dafür nutzte der Club nach einer halben Stunde seine nächste Chance zur Führung. Hack und Frey kombinierten sich in den Darmstädter Strafraum. Freys Schuss konnte von Darmstadts Torhüter Schuhen nur nach vorne weggefaustet werden, wo Nikola Dovedan stand und den Ball mit Karacho unter die Latte knallte.

Nicht ganz so effektiv war der Club dann bei den sich danach noch eröffnenden Chancen. Das sollte sich leider noch rächen.

In der zweiten Hälfte begann nämlich Schiedsrichter Alt sich zum Hauptdarsteller aufzuspielen. In der 52. Minute ahndete er eine ähnliche Situation wie bei Behrens in der ersten Halbzeit nicht nur mit Elfmeter, sondern auch mit Gelb gegen Asger Sörensen, der den Darmstädter Dursun an der Schulter gezogen hatte. War das schon überzogen, meldete sich auch noch der Kölner Keller und wies Alt darauf hin, er müsse auf Rot nachbessern. Das tat Alt dann auch. Kempe verwandelte zum 1:1 und der Club war nur noch mit zehn Mann auf dem Platz.

Die hängten sich aber für elf rein, zudem schien Darmstadt auch keinen Plan zu haben, aus der Überzahl Kapital schlagen zu können. Als der Club sich dann mit dem einen Punkt abgefunden hatte, kamen die Gäste kurz vor Schluss doch noch zum Siegtreffer. Dumic konnte sich gegen Frey durchsetzen und aus der Distanz Mathenia überwinden. Zuvor war der Ball möglicherweise im Aus. Aber auf Schiedsrichter Alt durfte sich im Max-Morlock-Stadion mittlerweile keiner mehr verlassen.

Im Gegenteil. Kurz darauf zeigte Alt Nürnberger noch wegen Meckerns die Ampelkarte. Und nach dem Schlusspfiff präsentierte der Gelbwütige dann auch noch Trainer Keller und Co-Trainer Stickroth sein Kärtchen.

Wer auch immer glaubte, die Einführung der Videobeweises würde mehr Objektivität in den Fußball bringen, heute wurde er eines besseren (für uns leider schlechteren) belehrt.

Ein Letztes:

Kiebitz? Nein, Fasching!

Ein Punkt gegen den Abstieg

  • Fast hatten wir ihn schon vergessen: Virgil Misidjan. Inzwischen hat er nicht nur sein Verfahren wegen Körperverletzung, sondern auch seinen Kreuzbandriss überstanden und trainiert wieder. Der Club plant angeblich sogar eine Vertragsverlängerung mit dem schnellen und seinerzeit nicht ganz billigen Außenstürmer.
  • Mit Robin Hack hat der Club noch einen schnellen Außenstürmer, der – wenn er nicht wie heute gelb-gesperrt ist – regelmäßig spielt und dabei mitunter richtig Spaß macht. Ihn deswegen jedoch deswegen jedesmal mit dem Attribut Shootingstar (auch hier) zu versehen, ist jedoch in zweierlei Hinsicht ungeschickt: Zum gibt es da kaum noch Steigerungsmöglichkeiten, zum sieht es stark nach Wegloben aus

Das Spiel:

Der Beginn war vielversprechend. Bereits mit dem ersten Angriff brachte Nikola Dovedan (letzte Saison noch bei den Hausherren unter Vertrag) den Club in Führung. Der zuletzt oft gescholtene Hanno Behrens hatte aufgelegt. Mit der Führung im Rücken trumpfte der Club selbstbewusst auf. Bereits im Mittelfeld wurden die Angriffe der Heidenheimer abgefangen und diese durch hohes Pressing zu Fehlern gezwungen. Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, wann der Club nachlegt. Aber damit war es nach einer guten Viertelstunde dann leider vorbei. Der Club schaltete in den Schongang und Heidenheim machte nun massiv Druck. Aber entweder war Mathenia zur Stelle oder Mavropanos, der einen Ball gerade noch von der Linie kratzen konnte. In der Nachspielzeit passierte es dann doch: Heidenheim erzielte den Ausgliech. Zunächst konnte Mathenia noch an den Pfosten abwehren, Den Abpraller bugsierten dann Kleindienst und Margreitter praktisch mit dem Pausenpfiff über die Linie.

Nach der Pause schien sich Geschichte zu wiederholen. Nach wenigen Sekunden kam Dovedan wieder zu einer Großchance. Diesmal verzog er allerdings. Kurz darauf vergab Heise. Nach gut einer Stunde machte er es aber besser, passte im Strafraum zu Behrens, der das 2:1 für den Club markiert.

Zehn Minuten später liegt der Ball erneut im Heidenheimer Tor. Margreitter hatte ihn nach Geis-Flanke per Kopf dorthin befördert. Allerdings stand der diesmal oft unglücklich agierende Michael Frey bei der Aktion im Abseits. Strittig, ob er dabei aktiv eingegriffen hat. Der Kölner Keller bejahte dies. So blieb es bei der knappen Führung.

Für die zuvor augenscheinlich verunsicherten Hausherren war das ein Weckruf. Erneut übernahmen sie das Zepter und schnürten den Club, bei dem langsam auch die Kräfte schwanden, mehr und mehr ein. Nach einer Ecke wurden die Bemühungen in der 83. Minute mit dem Ausgleich belohnt. Wieder war Kleindienst der Schütze.

Das Unentschieden war letztlich gerecht. Beim Club ist zwar ein Aufwärtstrend zu erkennen. Über weiter Strecken war er in Heidenheim sogar die bessere Mannschaft. Die Hausherren haben aber Stehaufmännchenqualitäten und da reicht die Verwaltung eines Ein-Tore-Vorsprungs halt nicht .

Ein Letztes:

Lebenshilfe für den Clubfan (für euch leider zu spät):

Nicht schön, aber erfolgreich

Die Woche:

  • Wer gewinnt, hat Recht. So setzte Clubtrainer Jens Keller nach dem Sieg gegen Sandhausen zur Medienschelte an. Angeblich missfiel ihm, wie nach dem HSV-Debakel die Leistung einiger Spieler beurteilt wurde. Wahrscheinlich aber war er auch sauer, weil darauf hingewiesen wurde, dass er sich halt etwas vercoacht hat. Egal! Obwohl wir uns nicht angesprochen fühlen müssen, geben wir gerne den Sündenbock (Scheißbock?), wenn´s dem Verein dient.
  • Apropos Trainer: Künftigen Entlassungen kann der Club stressfreier entgegen sehen. Das Phantom steht bereit. Marek Mintal hat alle Prüfungen bestanden und darf nun auch Profimannschaften trainieren.
  •  Kaum punktet der Club wieder, taucht Aufsichtsratschef Dr. (so viel Zeit muss sein) Thomas Grethlein wieder aus der Versenkung auf. In dem langen Interview sind es aber weniger die Infos, die bestechen, als vielmehr der salbungsvolle Tonfall und die verbindliche Wortwahl. Man könnte sich Dr. (so viel Zeit muss sein) Grethlein gut auch als Bundespräsidenten oder als Landesbischof vorstellen.
  • Beim Club muss vor allem gespart werden. Das fällt einem wieder ein, wenn die Fanradio-Reporter nicht mehr im Stadion sitzen, sondern nur die Sky-Bilder kommentieren.

Das Spiel:

Die neue, gegen Sandhausen erfolgreiche, Taktik bedeutet einerseits, dem Gegner den Ball überlassen und über schnelles Umschalten irgendwann ein Tor zu machen. Andererseits verlangt sie aber auch viel Geduld beim Zuschauer. Eine Stunde verbreiteten beide Mannschaften an der Bremer Brücke gähnende Langeweile. Die Osnabrücker demonstrierten, dass sie genauso wenig das Spiel machen können, wie der Club in seinen Krisenzeiten. So brannte dann trotz zwei Drittel Ballbesitz kaum etwas an in der erneut umgestellten Clubabwehr (Margreitter und Handwerker für die angeschlagenen Sörensen und Heise). Nach vorne ging beim Club allerdings auch wenig. Der für den gesperrten Frey spielende Adam Zrelak hing völlig in der Luft, Schleusener und Hack hatten kaum Ballkontakte.

Aber was soll´s? Auf die Tore kommt es an.. Dass das Tor ausgerechnet dem hauptsächlich durch diverse Stockfehler aufgefallenen Hanno Behrens gelang, ist da nur noch ein zusätzlicher Beleg.

Wie schon gegen Sandhausen kam die Flanke von links (Nürnberger) und statt Frey köpfte diesmal unser Kapitän mit dem Rücken zum Tor ins selbige.

Der Club führte.

Bei den Hausherren machte sich zunehmend Frust bemerkbar. Die besseren Chancen hatte der Club. Robin Hack hätte zwei Mal erhöhen können. Auch Behrens kam noch einmal zu einer Gelegenheit. Letztlich schaukelte der Club die knappe Führung aber nach Hause.

Früher hätten wir solche Spiele zwar interessanter gestaltet, aber wohl verloren. Insofern: Erstmal da unten raus, dann kann man vielleicht wieder an den Zuschauer denken.

Ein Letztes:

Als twitternder Clubfan wird man immer wieder auch mit Infos aus Nantes versorgt. Der dortige Fußballverein postet nämlich ebenfalls unter dem Hashtag #FCN. Dieser Tage war beim französischen Erstligisten ausnahmsweise mehr los als abei uns. Grund war das Topspiel gegen Paris St.Germain und das Diven-Gehabe der beiden gegnerischen Topstars. Mbappe schmollte nach einer Auswechslung und Neymar hatte sich nach einer pompösen Geburtstagsfeier wegen einer „Rippenverletzung“ krank gemeldet. Eine andere Welt!