Der WM-Effekt

Man sollte nicht übermütig werden. Gerade als erfahrener Clubfan. Dennoch: Da war heute mehr drin. Gegen die schon im Vorfeld wegen Überbelastung durch englische Wochen jammernden Ingolstädter hätte eigentlich ein beruhigenderer Vorsprung eingefahren werden müssen als nur ein 2:0.

Andererseits: Nach den letzten Zweitligaauftritten war die Hoffnung völlig im (vom gleichnamigen Trainer symbolisierten) Keller. Da hätte keiner darauf gewettet, dass der Club derart souverän den Gegner dominiert. Dass da mit einer ganz anderen Körpersprache kein Ball verloren gegeben wurde. Schon früh wurden die Ingolstädter angelaufen und zu Fehlpässen oder Rückgaben gezwungen und kamen kaum einmal gefährlich in die Nähe von Mathenias Kiste.

Sicher, Ingolstadt machte nicht den frischesten Eindruck. Zudem fehlte der Ex-Clubberer Kutschke vorne als Anspielstation. Trotzdem war die Handschrift des neuen Trainerduos Wiesinger/Mintal und ein damit verbundener Motivationsschub deutlich erkennbar. Wobei dann in der zweiten Hälfte dann doch etwas der Faden verloren ging. Immerhin gelang es, die Null zu halten und ein Auswärtstor der Schanzer zu verhindern. Auch das war früher anders.

Bezeichnend schließlich, dass der zweifache Torschütze Nürnberger hieß und somit ein zusätzliches Signal für heimische Lösungen gesetzt wurde. Dass Fabian Nürnberger in Hamburg geboren wurde, lassen wir mal leger beiseite, ebenso wie den, dann doch verdammt an alte Zeiten erinnernden Auftritt des eingewechselten Michael Frey.

Für den Samstag und den Zweitligaverbleib sieht es jedenfalls schon mal gut aus. Wobei der Club halt immer noch der Club ist. Also: Trotz des positiven WM-Effekts sollten wir am Boden bleiben.