Spätes Unentschieden bei Geisteratmosphäre

Dieses erste Heimspiel im Fürther Ronhof ohne Zuschauer – das war einfach ungewöhnlich. Aber ich finde, es hatte auch was! Viele Kleeblattfans mussten die Begegnung gegen den Bundesligabsteiger Hambuger SV auf den heimischen Bildschirmen verfolgen. Die Partie, die am 13. März kurzfristig wegen der Corona-Pandemie abgesagt wurde, war spannend und nahm am Ende einen glücklichen Ausgang für die Spielvereinigung.

Das Kleeblatt lief mit einigen in den vergangenen Wochen wieder genesenen Spielern auf (Green, Leweling, Wittek und Meyerhöfer). Alle vier standen heute in der Anfangself. Sie schafften es, in der ersten Halbzeit das Spiel schnell und kurzweilig zu gestalten. Die SpVgg hatte mehr Ballbesitz und war beim Spielaufbau ideenreicher als der Liga-Dino. Was dann in der 35. Spielminute auch mit einem Treffer belohnt wurde: Maximilian Wittek (der das Kleeblatt leider zum Saisonende verlassen wird) flankte den Ball in die Mitte, Havard Nielsen köpfte auf das Hamburger Tor von Heuer Fernandes – und traf! 1:0 für die Spielvereinigung. Aber natürlich kein Jubel der heimischen Zuschauer – gespenstisch!
In der Vergangenheit ist es dem Kleeblatt oft nicht gelungen, einen Vorsprung in die Halbzeitpause zu retten – und das war auch heute so: Der Hamburger Mittelfeldspieler Bakery Jatta war am Strafraumrand in recht guter Schussposition, wartete und steckte dann auf den Ex-Clubberer Tim Leibold durch. Der Linksverteidiger gewann den Zweikampf gegen Jamie Leweling, flankte an den zweiten Pfosten, wo Joel Pohjanpalo ins leere Fürther Tor einköpfte. Ausgleich!

Kurz nach dem Wiederanpfiff gelang dann dem Hamburger SV in der 48. Minute das 2:1. Und auch in den folgenden dreißig Minuten waren die Hanseaten die klar dominante Mannschaft. Fürths Trainer Stefan Leitl wechselte Maxi Wittek gegen David Raum und Julian Green gegen Kenny-Price Redondo. Aber die frischen Spieler konnten das Spiel nicht drehen. Marco Meyerhöfer machte seine Sache gut, Sascha Burchert, der seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert hat, konnte heute wieder mit spektakulären Paraden glänzen. Die 1:2-Heimniederlage der Kleeblätter nach der langen Pause schien klar zu sein. Dann entschied der Schiedsrichter auf vier Minten Nachspielzeit. In der letzten Spielminute gab es noch eine Ecke für die Spielvereinigung. Keeper Sascha Burchert kam nach vorne und sorgte so für Verwirrung beim Gegner. Im Fünfmeterraum des HSV waren Chaos und Hektik angesagt, bis van Drongelen den Ball vor die Füße von Havard Nielsen beförderte. Der Norweger reagierte cool und schoss den Ball trocken ins Hamburger Tor. 2:2-Ausgleich! Zwei Tore heute für den Norwegischen Stürmer in weiß-grünen Farben. Schade, dass er nicht von den Zuschauern gefeiert werden konnte.

Fazit: So ein Geisterspiel ohne Zuschauer (Foto: Sportfoto Zink) hat eine ganz eigene, sterile Atmosphäre. Man hört die lauten und ruppigen Anweisungen von Hamburgs Trainer Dieter Hecking, die hektischen Zurufe der Spieler untereinander. Die typische Fußballatmosphäre ist einfach nicht da. Aber: Immerhin hat die Spielvereinigung sich einen Punkt geholt. Das Kleeblatt ist (wie vor der Corona-Pause) Tabellenfünfter. Das nächste Spiel gegen Dynamo Dresden (ursprünglich geplant für den 24. Mai 2020) wurde aufgrund positiver Tests bei Dresdner Spielern und notwendiger Quarantäre abgesagt. Deshalb tritt die Spielvereinigung erst wieder am Dienstag, 26. Mai, um 18.30 Uhr an, wieder zu Hause im Ronhof. Der Gegner heißt VfL Osnabrück. Hoffen wir mal das Beste!

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