Länderspiel gegen Brasilien in Fürth

Für unsere Veranstaltungstipps suchen sich die Greuther-Weiber immer etwas Besonderes heraus. Sei es thematisch oder dass es für Fürth ein spannendes Event ist. Dieses Mal möchte ich auf ein echtes Highlight hinweisen – nicht nur für Fußballerinnen und weibliche Fußball-Fans.
Auf dem Weg zur Frauen-Weltmeisterschaft 2015 in Kanada kommt es in Fürth zu einem Treffen der Giganten: Am 8. April spielt ab 18 Uhr die deutsche Frauen-Nationalmannschaft im „Stadion am Laubenweg“ gegen das Team aus Brasilien. Ein Top-Spiel gegen einen hervorragenden Gegner. Und damit genau das Richtige für die DFB-Frauen zur Vorbereitung auf die WM, die vom 6. Juni bis 5. Juli ausgetragen wird. Bundestrainerin Silvia Neid kommentiert die Begegnung so:

„Wir freuen uns, dass wir mit Brasilien auf einen Gegner von Weltklasse-Format treffen, der zu einer der Favoriten auf den WM-Titel zählt. Die individuellen technischen Fähigkeiten der Brasilianerinnen sind herausragend, zudem haben sie in Marta eine außergewöhnliche Spielerin mit unglaublichem Offensivdrang in ihren Reihen. Ich erwarte ein spannendes Spiel auf höchstem Niveau.“

Fußballfans können sich auf ein Treffen von Weltklassespielerinnen freuen. Nadine Angerer im deutschen Tor, Lira Alushi, Dzsenifer Marozsan, Celia Sasic & Co. gegen Marta, den Star des brasilianischen Frauenfußballs (auf dem Foto oben voll in action). Dass dieses Spiel ausgerechnet in Fürth stattfindet, das finde ich bemerkenswert. „Samba in Fürth“ – das verspricht jede Menge Tore und technische Kabinettstückchen. Gestern Abend hat das deutsche Frauenteam übrigens einen mit 3:1 glanzvoll herausgespielten Prestigesieg gegen Brasilien beim Algarve-Cup geschafft. Trotzdem haben die deutschen Damen das Finale verpasst und können ihren Titel aus dem Vorjahr damit nicht mehr verteidigen.Ticket_Frauen-Laenderspiel

Die Tickets (auf dem Foto ist meines!) können übers Internet oder bei den bekannten Vorverkaufsstellen in Fürth (z.B. Franken Ticket am Kohlenmarkt) gekauft werden. Die Karten kosten zwischen 25 und neun Euro.

Mit Fürstenhöfer wieder auf dem Weg nach oben?

Oliver_FuerstenhoeferJetzt  ist es endlich offiziell: Die erste Frauenmannschaft der Spielvereinigung hat ihren ehemaligen Trainer Oliver Fürstenhöfer wieder. Schon beim letzten Heimspiel gegen den ETSV Würzburg stand er an der Seitenlinie und coachte von dort aus die Aktionen auf dem Spielfeld. Fürstenhöfer hatte ja bis Ende der letzten Saison die Kleeblatt-Mädls erfolgreich trainert. Noch im Juni habe ich eine der Begegnungen hautnah miterlebt und in unserem Greuther-Weiber-Blog über ein Spiel der U23-Mädchen um den Aufstieg in die Bezirksoberliga geschrieben. Und ich habe damals versprochen, die Mannschaft nicht aus den Augen zu verlieren und immer mal wieder über sie zu bloggen!

Mit Fürstenhöfer waren die Mädchen vor zwei Jahren aufgestiegen und konnten einige Erfolge verbuchen. Doch im Sommer war es klar: Fürstendörfer sollte sich ab sofort anderen Aufgaben widmen. Für ihn kam Kenan Koc als Coach (vom Nachbarverein aus Nürnberg). Und ab da war der Erfolg in dieser Saison mäßig: Aktuell rangiert das Team in der Frauen-Bayernliga auf einem traurigen zehnten Rang (von 12 Mannschaften). Sieben Punkte nach neun Spielen – das kann es ja wohl nicht sein.

Deshalb: Jetzt wieder mit Fürstenhöfer volle Kraft voraus! Dass die Chemie zwischen ihm und der ersten Damenmannschaft der SpVgg stimmt, dokumentiert unser Foto, das uns Frank Kreuzer zur Verfügung gestellt hat. Eine Schaumdusche nach gewonnenem Spiel – das hat was!
Das nächste Auswärtsspiel der Kleeblatt-Frauen findet am kommenden Samstag, 15. November, um 14.30 Uhr gegen das Tabellenschlusslicht, den FC Karsbach, statt. Good luck! Und ab jetzt wird wieder gewonnen!

 

Greuther-Weiber-TV-Tipp: „Elf Freundinnen“

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Morgen spielt das Kleeblatt um 13.30 Uhr gegen den SV Sandhausen. Danach kann man dann „8 Jahre-Babylon“ des Fürther Kult-Kinos „Babylon“ feiern: Mit Bio-Gegrilltem, süffigem Bier, einem ausgesuchten Filmprogramm und Live-Musik verschiedener Bands, z.B. der „Kapelle Konrad“. Wer danach noch Lust hat, für den habe ich heute einen ganz besonderen Fernsehtipp. Auf 3SAT wird um 21.45 Uhr der Dokumentarfilm „Elf Freundinnen“ gezeigt. Die südkoreanische Regisseurin Sung Hyung Cho zeigt elf Spielerinnen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft privat, beim Training und bei der Vorbereitung auf wichtige Spiele, wozu auch die Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland gehört. In der 100-minütigen Dokumentation kämpft sich die Frauenfußball-Nationalmannschaft vom ersten Trainingslager bis zum WM-Spiel 2011. Die deutsche Frauenfußballmannschaft tritt im Berliner Olympiastadion vor 74.000 begeisterten Zuschauern zu ihrem ersten Spiel an. Davon hatten die Fußballerinnen geträumt: Dass ihr Sport in der Mitte der Gesellschaft ankommen würde. Und davon, dass sie ihrem Publikum ein neues Sommermärchen bescheren könnten. Bekanntlich haben die deutschen Fußballmädels im Viertelfinale der WM gegen Japan zu ihrer großen Enttäuschung nicht den erträumten Sieg erreicht und verpassten somit die Chance auf den nochmaligen Titel.

Schon Sönke Wortmann hatte ja der männlichen deutschen Nationalmannschaft mit dem Film „Deutschland. Ein Sommermärchen“ 2006 gewissermaßen ein Denkmal gesetzt. Neben der Leidenschaft zum Fußball, dem Training und der Vorbereitung auf die Spiele der Frauen interessiert sich Regisseurin Sung Hyung Cho vor allem für die Privatleben und Hintergründe der Spielerinnen. In mehreren Interviews beleuchtet sie die Träume, den Alltag und auch einige Schwierigkeiten der Frauen. Neben den Spielerinnen (darunter Bianca Schmidt, Anja Mittag, Lira Bajramaj und Dszenifer Marozsán) interviewt sie auch Trainer.

Hin und Her: Doch noch Trainerin im Profi-Männer-Fußball

Das war ein einziges Durcheinander in den letzten Tagen. Und es hat dem Image von Frauen in der vermeintlichen Männerdomäne „Fußball“ nicht gerade gut getan. Im französischen Männer-Fußball wird in der kommenden Saison nun doch erstmals eine Frau eine Profi-Mannschaft trainieren. Nachdem die gerade gekürte Trainerin Helena Costa  – hier hatten wir im Greuther-Weiber-Blog darüber geschrieben – überraschend ihren Rückzug als Trainerin des französischen Vereins Clermont Foot publik gemacht hatte, kommt jetzt doch eine Frau zum Zuge: Die Fußballer vom französischen Zweitligisten werden künftig von der früheren Nationalspielerin Corinne Diacre trainiert.

Clermont_WebsiteZweitligist Clermont Foot 63 gab am Samstag die Verpflichtung der früheren französischen Nationalspielerin Diacre bekannt. Die 39-Jährige, die schon Co-Trainerin der weiblichen Landesauswahl war, habe einen Zweijahresvertrag unterschrieben, hieß es. Auf der Website des französischen Vereins (screenshot) ist ein Videoclip mit der Vorstellung Diaces zu finden. Clermont Foot hatte ursprünglich unter viel Medienrummel die Portugiesin Helena Costa als Coach verpflichtet. Die 36-Jährige hatte allerdings am Dienstag rund eineinhalb Monate nach der Unterzeichnung ihres Vertrags abgesagt.
Diacre sagte in einer ersten Reaktion, sie sei «extrem begeistert». Clubpräsident Claude Michy erklärte, er habe unbedingt einer Frau eine Chance geben wollen. «Die Welt verändert sich, und Sachen anders zu machen, macht das Alltägliche interessanter. Es ist ein Luxus, solche Entscheidungen treffen zu können», sagte er dem Radiosender Europe1. Diacre nimmt ihre Arbeit den Angaben zufolge zu Beginn dieser Woche auf. Sie soll den Verein aus der Auvergne im Zentrum Frankreichs als Nachfolgerin von Régis Brouard erstmals ins französische Oberhaus führen. Die vergangene Saison hatte der Club in der unteren Tabellenhälfte auf Rang 14 beendet.

Costa, die in Anlehnung an ihren berühmten Landmann «(José) Mourinho in Rock» genannt wird, hatte zunächst auf einer Pressekonferenz im Stadion des Vereins in Clermont-Ferrand nur «persönliche Gründe» für ihre unerwartete Absage angeführt. Später sagte sie, der Club habe ohne Absprache mit ihr mehrere Spieler verpflichtet. Clubboss Michy kritisierte Costas Rückzieher als «verwunderlich, irrational, unverständlich».

Frauenpower im französischen Männerfußball

Gestern hat die Fußball-WM in Brasilien begonnen – die Augen aller Fußballfans richten sich in den nächsten vier Wochen auf Südamerika. Obwohl es doch auch aus Europa Interessantes zu berichten gibt: In Frankreich wird ab der nächsten Saison ein Männer-Profiteam von einer Frau gecoacht.

France Soccer Helena CostaHelena Margarida dos Santos Costa kann mit dem wenig schmeichelhaften Spitznamen „Mourinho in Röcken” ganz gut leben. Die 36-jährige Portugiesin leidet nicht unter mangelndem Selbstvertrauen und stellt sich cool der großen Herausforderung. Beim französischen Zweitligisten Clermont-Ferrand trägt sie künftig als Cheftrainerin die Verantwortung. Ihren Spitznamen hat Helena Costa nach einem Fortbildungsaufenthalt beim FC Chelsea erhalten, wo sie sich mit Portugals Star-Trainer José Mourinho anfreundete. Der war ja auch schon mal bei einem Kleeblattspiel in der Trolli ARENA.

Costa hat eine erstaunliche und bewegte Geschichte hinter sich. Sie hat schon in Lissabon eine Männermannschaft unter ihren Fittichen gehabt, auch wenn das Amateure waren und keine Profis. Für die toughe Frau ist es egal, ob sie Frauen oder Männer trainiert: „Der Fußball ist der gleiche – es spielen elf gegen elf. Es gibt keinen Unterschied.”

Die ehemalige portugiesische Fußballspielerin Costa verfügt über eine Lizenz in Sportwissenschaft. Sie begann bei Benfica Lissabon, zunächst als Trainer der Bambini-Mannschaften, dann ab 2005 als Assistentin des Trainers der männlichen U17, die wurden Vizemeister. Dann übernahm sie eine Amateurmannschaft in der Großregion Lissabon. Parallel dazu wurde sie Talentspäherin für Celtic Glasgow. 2010 wechselt sie nach Katar, um dort den Frauenfußball zu entwickeln. 2012 avacierte sie zur Nationaltrainerin der Frauenmannschaft des Iran, den sie 2013 aus „persönlichen Gründen” wieder verließ und nach Portugal zurückkehrte. Seit Mai 2014 ist sie jetzt beim „Clermont Foot Auvergne 63“, einem französischen Fußballverein aus Clermont-Ferrand, der Hauptstadt des französischen Départements Puy-de-Dôme in der Auvergne. Hier geht’s direkt zur Vereinswebsite und einem Videoclip der Pressekonferenz bei Costas Präsentation als künftige Trainerin.

Fifa-Präsident Joseph Blatter sieht die Verpflichtung von Helena Costa übrigens positiv. Und die französische Ministerin für Jugend und Sport, Najat Vallaud-Belkacem, betont, dass es der Fußballverein „Clermont Foot“ als erster verstanden hat, dass die Zukunft des Profifußballs darin liegt, den Frauen ihren Platz zu geben.

Damit ist Costa die erste Frau in der Geschichte des französischen Profifußballs und nach der Italienerin Carolina Morace und der Bolivianerin Nelfi Ibañez Guerra (in Peru bei Hijos de Acosvinchos) die dritte Frau, die ein Männer-Profi-Fußballteam coacht. Carolina Morace hatte 1999 die Profis von A.S. Viterbese Calcio in der Serie C1 trainiert. Sie musste jedoch nach nur zwei Spielen aufgrund des starken Mediendrucks zurücktreten. Na, da bin ich mal gespannt, wie lange Helena Costa in Clermont Ferrand auf ihrem Trainerstuhl sitzen wird.

Visionen einer Kleeblattanhängerin

Es geht allmählich in die Endphase dieser Fußballsaison. Die Spielvereinigung steht nach wie vor auf dem zweiten Tabellenplatz – punktgleich (49 Punkte) mit dem SC Paderborn. In den letzten sechs Spielen gibt es noch einige pikante, allerdings nicht unbezwingbare Gegner. Den Anfang macht morgen, 7. April, ab 20.15 Uhr der SC Ingolstadt, dann z.B. noch die 1860er und der SV Sandhausen. Und am Ostersonntag, 20. April, um 13.30 Uhr findet das wichtige, vielleicht alles entscheidende Auswärtsspiel in der Benteler-Arena gegen den SC Paderborn statt.

Weniger gute Chancen, in der Bundesliga zu bleiben, haben unsere „Freunde“ aus Nürnberg. Der Club hat gestern zu Hause die Partie gegen Borussia Mönchengladbach mit 0:2 verloren und verharrt auf dem 17. Platz. Und heute hat der Tabellenletzte – Eintracht Braunschweig – das Niedersachsen-Derby gegen Hannover 96 überraschend mit 3:0 gewonnen. Nur jeweils einen Punkt entfernt ist Braunschweig noch vom Tabellenvorletzten aus Nürnberg und einen weiteren Punkt vom 15. oder 16. Platz. Pech für den 1. FCN, dass er bei den letzten Spielen in der Saison 2013/14 noch Gegner hat, gegen die Siege ernsthaft fast nicht möglich sind. Dazu gehören u.a. Bayer Leverkusen, der VfL Wolfsburg, Mainz 05 und Schalke 04.

Heute war ich bei einem Damenfußballspiel in Baiersdorf und habe mich am Rande der Partie mit einer Zuschauerin unterhalten. Sie hofft auf einen sicheren Wiederaufstieg des Kleeblatts. Oder – von der Spannung her – auf das Relegationsspiel zwischen der Spielvereinigung und dem Club. „Und das gewinnen die Kleeblätter natürlich haushoch. Die Nürnberger fegen wir vom Platz, so schnell schauen die gar nicht“, meint sie. Auf meinen Einwand hin, dass bei diesen hochbrisanten Begegnungen oft Auseinandersetzungen zwischen Nürnberger und Fürther Fans drohen (z.B. auf dem Foto beim Frankenderby im November 2012, als die Polizei die Straßen in Fürth sperrte, damit die Fans des 1. FCN zum Stadion gehen konnten), machte der weibliche Kleeblattfan einen interessanten Vorschlag. „Die sollen im Relegationsspiel dann irgendwo im Geheimen spielen, ohne dass jemand davon weiß. So wäre das eine friedliche Partei.“ Warum eigentlich nicht? Das hätte was!

Ein Blickfang vor der Haustür in Bolsena?

Greuther-Weib „uwo“ ist ja seit fast drei Wochen in Italien und kommentiert das nächste halbe Jahr in unserem Blog von dort Fußball aus der Perspektive einer Frau. So z.B. ein Spiel zwischen der bolsenesischen Heimmannschaft und einem Team aus der Gegend von Rom. Und schreibt natürlich in „Attenti al lupo, Achtung,Wolf!“.

Von hier aus möchte ich jetzt einen Deko-Tipp nach Latium schicken. Wie wäre es mit einem Kleeblatt-Fußabstreifer vor der Eingangstür? Denn ab sofort können alle Fans der Spielvereinigung ihre Gäste mit einer Kleeblatt-Fußmatte empfangen. Dieser „Abstreifer“ ist ein echter Blickfang und wird auch italienische Gäste bestimmt in Verzückung versetzen. Die Fußmatte ist 60 x 40 cm groß, aus waschbarem Velours und kostet 19,95 Euro.

Und für alle Sammler von Kleeblatt-Fanartikeln gibt es eine weitere Neuigkeit: Jetzt kann man den neuen Kleeblatt-Fotoball mit den Abbildungen aller Spieler aus der Rückrunde der laufenden Saison erwerben. Der dekorative Mannschaftsball 2013/2014 kostet 24,95 Euro.
Erhältlich sind alle neuen Fanartikel in den Fanshops Greuther Teeladen, bei Franken Ticket am Fürther Kohlenmarkt und natürlich auch bequem von zu Hause aus über den Online-Shop (von da habe ich auch das Foto).
Und wenn „uwo“ wirklich die Kleeblatt-Fußmatte möchte, dann könnte man ohne Problem eine Art „Carepaket“ aus Fürth nach Italien schicken. Vielleicht noch mit einer neuen großen Portion fränkischer Bratwürste. Dieses Mal – zum Geschmacksvergleich – vielleicht mit Grillroastern von der Zirndorfer Metzgerei Schäfer?

Sexismus im Fußball – Auch in Fürth?

Werden Mädchen und Frauen in der männerdominierten Welt des Fußballs nicht ernst genommen, vielleicht sogar diskriminiert? Dieses Thema brennt vielen Sportinteressierten auf den Nägeln und war auch zentrale Frage einer Veranstaltung in der Fürther Kofferfabrik. Dort war zwei Wochen lang die Wanderausstellung „Tatort Stadion 2“ (mit Workshops und Diskussionsrunden) zu sehen – auf Initiative der Horidos 1000, einer Ultragruppe der Spielvereinigung.

Nur Sexobjekte?
In der Veranstaltung „Sexismus im Fußball“ berichtete Antje Hagel aus Offenbach vom Netzwerk Frauen im Fußball über ihre Erfahrungen. Mit dem Background der Frauenbewegung der 80-er Jahre sieht sie vor allem die Anerkennung weiblicher Fans bei ihren männlichen Kollegen kritisch. Zwar seien 20 bis 30 Prozent aller Besucher im Stadion Frauen, aber oft nur als Begleiterin ihrer Männer, Freunde und Brüder. Immer wieder erfährt sie – so Hagel – dass männliche Fans Mädchen und Frauen „schwach“ anreden, beleidigen oder als Sexobjekt ansehen. Und: Oft sprechen sie ihnen jegliche fachliche Kompetenz beim Thema „Fußball“ ab. Fußball ist eben ein Sport von Männern für Männer. Immer noch?

Und in Fürth?
Richtig interessant beim Fürther Abend in der „Koffer“ wurde es, als sich Zuhörer aus dem Publikum zu Wort meldeten. „Früher durften Frauen in unseren Fanbussen nicht mitfahren“, berichtete ein junger Mann. Es hieß: „Die zicken doch nur rum“. Aber inzwischen habe sich hier manches positiv verändert. Vorurteile einzelner werden in der Gruppe oft besprochen, relativiert und so bestimmte diskriminierende Verhaltensweisen „aufgeweicht“. Die Fürther Ultras sind – und das fällt immer wieder positiv auf – friedlicher und denken und handeln sozialer als Fangruppierungen anderer Vereine. Super finde ich übrigens die Begleitbroschüre, die von den Horidos zu „Tatort Stadion“ herausgegeben wurde: „Fußball und Diskriminierung“. Da geht es nicht nur um Sexismus, sondern auch um Antisemitismus, Homophobie und Nazistrukturen in der fränkischen Region. Gute Infos und mutige Statements – auf solche Ultras kann das Kleeblatt sich was einbilden!

Letzte Veranstaltung: Samstag, 21. September, 19 Uhr im Vereinsheim der Sportfreunde Ronhof: Dr. Eckart Dietzfelbinger zu „Aufstieg der NSDAP und Arisierung in Franken mit besonderem Blick auf die Kleeblattstadt“.

Dieser „Pep“ hat wirklich Pep!

Ein Greuther-Weib schreibt nicht nur leidenschaftlich gerne über das Auf und Ab bei der Spielvereinigung. Nein, ein Greuther-Weib ist in erster Linie auch Frau und aufgeschlossen gegenüber ästhetischen Genüssen. Deshalb habe ich gestern mit großem Interesse die Verpflichtung von Josep „Pep“ Guardiola i Sala als neuen Trainer des FC Bayern München registriert. Ab dem 1. Juli 2013 wird dieser optische Leckerbissen als Nachfolger von Coach Jupp Heynckes den erfolgreichsten deutschen Bundesligaverein trainieren. Zur Zeit – und das imponiert mir – verbringt er ein Sabbatjahr in seinem hippen Upper West Side-Appartement in New York – wer würde das nicht auch mal gerne machen? Guardiola wurde von vielen französischen, englischen und italienischen Spitzenvereinen hofiert, man wollte ihn mit bis zu 20 Millonen Euro Jahresgage locken. Aber er hat sich – wie zu hören war – aus „romantischen Gründen“ für das Engagement in Deutschland entschieden. Mal sehen, ob er, der den FC Barcelona in vier Jahren zu 14 Titeln und Erfolgen führte, auch mit den Bayern und ihrer „mia san mia“-Philosophie klar kommt.

Ich finde, dieser Mann, der morgen 42 Jahre alt wird, ist eine echte Augenweide. Er kleidet sich stylisch und legt auch sonst viel Wert auf sein Äußeres. Übrigens hat er nach der Schule kurze Zeit Jura studiert. Und: Pep Guardiola ist großer Fan der englischen Pop-Rock-Band Coldplay.
Ich freue mich schon darauf, wenn Pep dann in der nächsten Bundesliga-Saison hier im Stadion im Ronhof auf der Trainerbank sitzt und uns Frauen – neben einem spannenden Spiel – auch etwas fürs Auge geboten wird!

Italientrikot fürs Greuther-Weib

Über die Spielvereinigung gibt es derzeit vor allem Skurriles zu berichten, z.B. die Geschichte vom brütenden Kiebitz auf dem zukünftigen Stadiongelände. Oder staubige Fakten wie den Umbau der Südtribüne für die erste Bundesliga-Saison des Kleeblatts.

Aber direkt „fußballfrei“ sind die Tage ja nicht – wie viele von Euch sitze ich abends vor dem Fernseher und sehe mir Spiele der Fußball-EM an. Besonders engagiert und interessiert die Begegnungen in Gruppe C. Wer in unserem Greuther-Weiber-Blog unter „Die Autorinnen“ über mich gelesen hat, der weiß, dass ich ein Faible für die italienische Mannschaft, die Squadra Azzurra habe. Total gefreut habe ich mich deshalb über den Feind in meinem Haus, der bei einem der großen Sportartikelhersteller in Herzogenaurach arbeitet. Er bzw. sie hat mir – einfach so – ein Original-Trikot der italienischen Nationalmannschaft geschenkt, das sie bekommen hatte. Ein toll gestyltes Shirt, Besonderheit: Der Kragen in den Italien-Farben. Offenbar war es meinem „Feind“ nicht verborgen geblieben, dass mein Herz für die italienischen Stürmer und auch Keeper Gianluigi Buffon schlägt.
Ich werde heute Abend das letzte Vorrundenspiel in Gruppe C zwischen Italien und Irland ansehen (leider nur die zweite Halbzeit). Dann trage ich natürlich das azurblaue Nationalmannschafts-Trikot und hoffe, dass es die Italiener schaffen, sich für das Viertelfinale zu qualifizieren. Denn dann könnte es im Endspiel am 1. Juli in Kiew zur Top-Begegnung zwischen Deutschland und Italien kommen. Und das wäre ganz in meinem Sinne.
Also, lieber Feind, nochmals „danke“ – und das Trikot bekommt nach der EM 2012 einen Ehrenplatz neben meiner Kleeblatt-Fahne!