Good Bye, „NZ“-Greuther-Weiber!

Dass im Verlag der Nürnberger Presse einiges im Umbruch ist, blieb ja nicht nur für Insider kein Geheimnis. Ab 1. Oktober 2020 wird es eine Zentralredaktion beider Zeitungen – der „Nürnberger Zeitung“ und der „Nürnberger Nachrichten“ – geben. Deshalb wurde in den vergangenen  Monaten vieles im Verlag umstrukturiert.
Dass diese Neuerungen Konsequenzen für die Blogs von NZ und NN haben werden, war zu befürchten. Allerdings ist die Art und Weise, wie wir Autorinnen und Autoren nur wenige Tage vor Einstellung der Blogs per Post oder Mail informiert wurden, nicht angemessen. Im Brief an mich steht:
Wie Sie sicherlich mitbekommen haben, starten wir ab Oktober mit einer Zentralredaktion. Dazu gehören auch neue Formate im Internet zum Thema Fußball. Wir wollen deshalb den Fürther Blog nicht mehr bedienen. Deshalb müssen wir unsere Zusammenarbeit beenden. Trotzdem: Alles Gute weiterhin. Mit freundlichen Grüßen…“

Nicht nur für Anhänger der „old school“ ist diese Formulierung wenig empathisch. Hätte man nicht einen Satz des Dankes und der Anerkennung für 1094 Blogbeiträge in über elf Jahren an uns Autorinnen erwarten können? (Leider habe ich meine 1000 Blogbeiträge nicht mehr ganz voll bekommen – mit diesem Abschiedspost sind es genau 989.) Aber offenbar ist auch in Bereichen wie dem Journalismus, wo man mit Sprache und Worten umzugehen versteht und feiner Feder arbeiten möchte, mittlerweile jedes verbindliche oder höfliche Wort zu viel. Schade.
Uns hat es immer Spaß gemacht, im Greuther-Weiber-Blog alle Ereignisse rund um und mit der Spielvereinigung Greuther Fürth zu begleiten und zu kommentieren. Ob wir auch in Zukunft einen Blog über das Kleeblatt schreiben werden? Mal sehen… Vielleicht gibt es ja bald die „Greutherweiber 2.0“. Auf Facebook und Twitter sind wir auf jeden Fall weiter zu finden.
Unseren zahlreichen Lesern und Anhängern danken wir für das Feedback und die gute Resonanz auf unseren Blog. Euch alles Gute und vor allem Gesundheit in diesen Corona-eingeschränkten Zeiten. Bis hoffentlich bald!

Kein normaler Fußballsommer

In eigenartigen Zeiten wie diesen, da stoßen sogar die Greuther-Weiber und „Die 3 Clubfreunde“ ins gleiche Horn: Worüber soll man als Blogger schreiben, ohne ins Lamento über nicht stattfindende Spiele einzufallen? Oder banale Sportthemen aufzubauschen? Themenflaute auf ganzer Linie!
Ein kleiner „Hoffnungsschimmer“ tat sich auf, als der bayerische Ministerpräsident Markus Söder und Nordrhein-Westfalens Regierungschef Armin Laschet eine mutmachende Vision von „möglichen Geisterspielen ab dem 9. Mai“ ins Gespräch brachten. Nun rudert jetzt das Bundesinnenministerium zurück: Man ist strikt dagegen, jetzt schon einen Termin für die Wiederaufnahme von Bundesliga-Spielen zu nennen. Das geht aus einem Schreiben hervor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. In dem Papier heißt es, die von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Regierungschefs der Länder zunächst bis zum 3. Mai vereinbarten Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus gälten „uneingeschränkt“ auch für den Sport. Angesichts der weiterhin schwierigen Pandemielage sollten derzeit keinerlei Öffnungen oder Lockerungen für den Sportbetrieb zu einem konkreten Termin in Aussicht gestellt werden.

Also doch keine Perspektive für Fußballfans! Wobei man sich fragen muss, ob Geisterspiele ohne Zuschauer überhaupt einen Sinn machen. Ob dann nicht die Fußballanhänger bevorzugt sind, die sich die Begegnungen bei einem Bezahlsender ansehen können. Und dann wird der Run auf diese Pay-TV-Abos vermutlich groß. Außerdem: Was passiert, wenn einer der Spieler positiv getestet wird (wie es ja bei den letzten Spielen Mitte März schon der Fall war)? Müssten dann alle Spieler in Quarantäne, müssten diese Vereine aus dem Wettbewerb herausgenommen werden? Würde also der Verein Deutscher Meister 2020, der bis zum Ende keinen infizierten Spieler hat?
Aber – und da wird mir bestimmt auch der Autor der „3 Clubfreunde“ zustimmen: Warten wir es ab. Es tut sich ja jeden Tag etwas Neues, warum nicht auch in Sachen Sport?

Optimistisch ins neue Jahrzehnt 2020

Vom Jahr 2020 trennen uns nur noch wenige Stunden. Ich hoffe darauf, dass es glücklicher und sorgenfreier, kurzum: besser wird als 2019. Das wünsche ich mir vor allem aus ganz persönlicher Perspektive.

Für die Spielvereinigung Greuther Fürth verlief das letzte Jahr teilweise kurios, aber insgesamt gar nicht schlecht. Die Partie gegen den SV Ingolstadt Ende Januar war von zwei Roten Karten und einem Elfmeter geprägt. Und endete mit einer 0:1-Heimniederlage. Anfang Februar wurde dann Trainer Damir Buric entlassen. Sein Nachfolger heißt Stefan Leitl – und der macht seinen Job richtig gut. Die Zweitligaspiele haben wir Greuther-Weiber im Februar weitgehend im Fernsehen verfolgt – Winterurlaub in der Steiermark heißt eben nicht, dass man sich auch eine Auszeit vom Kleeblatt nimmt. Der März war in unserem Blog vor allem von diesen Themen geprägt: Dem Spiel gegen den Hamburger SV, mit dem die SpVgg immer eine Rechnung offen hat. Ein Beitrag handelte vom Stellenwert des Frauenfußballs im deutschen Sport. Außerdem ging es um das Thema „Videobeweis“, das immer wieder Auslöser für hitzige Emotionen und Diskussionen ist.

Der April 2019 war dann der Monat der Unentschieden und Niederlagen. Weiter abwärts mit der Kleeblattleistung ging es Anfang Mai im Heimspiel gegen den 1. FC Köln. Die Begegnung – bei toller Stimmung im fast ausverkauften Stadion im Ronhof – endete 0:4. Dadurch qualifizierten sich die Kölner endgültig für den Wiederaufstieg in die Bundesliga. Versöhnlich endete fürs Kleeblatt am 19. Mai die Spielzeit 2018/19 mit einem 2:1-Sieg gegen den FC St. Pauli und dem 13. Tabellenrang.

Im Juni und Juli fand die Frauen-Fußball-WM in Frankreich statt. Mir gefiel der witzige Spot des Werbepartners der Frauen-Nationalmannschaft. Auf den Punkt brachten es die Fußballerinnen mit dem Satz: “ Aber weißt du was? Wir brauchen keine Eier, wir, wir haben Pferdeschwänze“.

Ende Juli startete die neue Zweitliga-Saison 2019/20. Alle Kleeblattfans sollten wieder in Weiß ins Stadion kommen – und viele nahmen sich die Aufforderung zu Herzen. Leider verlor die SpVgg gegen Erzgebirge Aue das Eröffnungsspiel mit 0:2. Pech war auch im August das Ausscheiden im Erstrundenspiel im DFB-Pokal gegen den Drittligisten MSV Duisburg mit einer 0:2-Niederlage. Mein Blogbeitrag über das Buch des Kleeblattstürmers Daniel Keita-Ruel wurde oft geklickt. Es kommt am 16. Januar 2020 auf den Markt – man darf gespannt sein.

Der September zeichnete sich durch mäßige Leistungen der Kleeblattprofis aus. Besonders niederdrückend war das 0:3 am Kärwa-Sonntag gegen Holstein Kiel. Da konnte auch eine Musikgruppe mit fränkischer Musik vor dem Stadttheater die Stimmung nicht mehr aufheitern. Mitte Oktober fand das Kleeblatt dann im Spiel gegen Dynamo Dresden – nach einer 0:2-Niederlage gegen den HSV (!) – wieder in die Spur. Gott sei Dank! Ende Oktober war wieder der häufig kritisierte Videobeweis Grund für Ärger und das torlose Unentschieden gegen den VfL Osnabrück. Ein schönes Geburtstagsgeschenk wurde mir mit dem 3:1-Heimsieg gegen SV Darmstadt 98 Anfang November beschert. Das Lokalderby am 24. November gegen den Bundesliga-Absteiger 1. FC Nürnberg „gewannen“ die Kleeblätter mit 0:0: Es war für Kleeblattfans lediglich ein gefühlter Sieg, es fielen leider keine weiß-grünen Tore, aber die Partei ging wenigstens friedlich über die Bühne. Bei den Spielen 16 und 17 der Saison im Dezember lief die Spielvereinigung endlich zur Hochform auf: 3:1 gegen den VfL Bochum und ein 5:1 beim Karlsruher SC. Die hervorragende Arbeit von Coach Leitl trägt inzwischen Früchte, die Spieler beweisen, dass sie auch ohne den verletzten Marco Caligiuri, einen gesperrten Maximilian Wittek und den z.T. erst spät eingewechselten Stürmer Keita-Ruel Erfolg haben. Die Chemie passt, das Konzept stimmt und die Resultate (aktuell mit 25 Punkten Tabellenplatz 8) auch. Der eine oder andere „Ausrutscher“ ist zu verzeihen… Nach der Winterpause geht es mit dem 19. Spieltag – SpVgg gegen FC St. Pauli – am Dienstag, 28. Januar 2020, um 20.30 Uhr im Sportpark Ronhof | Thomas Sommer weiter.

Die Greuther-Weiber wünschen allen Teams der Spielvereinigung, den Kleeblattfans, unseren Lesern und all denen, die uns mit Tipps, Zuspruch und Anerkennung unterstützen, einen guten Rutsch. Und ein gesundes, erfolgreiches und glückliches Jahr 2020.

Unser Foto stammt von der Eröffnungsfeier der neuen Haupttribüne 2017 (Foto: Sportfoto Zink).

Der liebe Gott ist Kleeblattfan

Ich freue mich immer, wenn Leser unseres Greuther-Weiber-Blogs uns auf etwas aufmerksam machen. Mal ist es ein Laden, der witzige Kleeblatt-Accessoires anbietet. Ein andermal ein Lokal, das Gerichte mit einschlägigen Namen auf der Speisekarte hat. Oder ein Fan, der originelle Ideen hat und sie auch umsetzt.

Heute morgen hat mir ein treuer Freund auf Facebook (danke, Dieter) einen Tipp gegeben: Ich solle mir doch mal einen Link anschauen, für richtige Kleeblattfans sei das Sweatshirt doch genau das Richtige. Recht hat er! Gott hat sich am achten Schöpfungstag überlegt, einen Fußballverein zu erschaffen, und er ist offenbar ein Freund der Spielvereinigung. Seine Wahl war meiner Ansicht nach ein Geniestreich.

Also: Wer noch etwas für eine Fürtherin oder einen Fürther sucht, um ihm zu Weihnachten eine Freude zu machen, dann empfehlen wir das! Damit liegt man bestimmt nicht daneben – es gibt das Shirt auch als Tanktop, T-Shirt oder Hoodie (Foto: Screenshot Moteefe).

Von Eiern und Pferdeschwänzen

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Für uns Greuther-Weiber wird auch diese „Kleeblattfreie“ Zeit nicht langweilig. Heute beginnt die achte Fußball Weltmeisterschaft der Frauen in Frankreich, die bis zum 7. Juli 2019 dauert. Das Ansehen von Frauenfußball in der Bevölkerung ist ja leider nach wie vor nicht so groß wie das der Männer. Das hat sich auch in den letzten Jahren – obwohl die Deutsche Frauen-Nationalmannschaft zwei Mal Weltmeister (2003 und 2007) und acht Mal Europameister wurde – wenig geändert.

Witzig und mutig finde ich den Spot der Commerzbank (Werbepartner der deutschen Frauen-Nationalmannschaft), mit dem das Frauenteam auf die Frankreich-WM aufmerksam macht: „Dass wir drei Mal Europameisterinnen waren, weißt du schon, oder?! Nicht? Stimmt, es waren ja auch acht Mal. Beim ersten Titel gab’s dafür ein Kaffeeservice„, kommentieren die Sportlerinnen selbstironisch. „Aber weißt du was? Wir brauchen keine Eier, wir, wir haben Pferdeschwänze“, heißt es weiter im Video. Eine provokante Aussage, die garantiert im Gedächtnis bleibt. Zum ersten Mal lief der Spot übrigens am Dienstagabend vor der Tagesschau.

Favorit ist das Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg leider nicht, sondern die USA. Das Team dominiert seit Jahren – und ist auch Titelverteidiger. Bei der Heim-WM 2011 schieden die DFB-Frauen schon im Viertelfinale aus. Der Kader hat einen Umbruch hinter sich. Der größte Star ist allerdings immer noch dabei: Angreiferin Dzsenifer Marozsán.

Die Frauen Fußball-WM startet heute mit dem Duell des Gastgebers Frankreich gegen Südkorea (21 Uhr). Die deutsche Mannschaft trifft morgen um 15 Uhr auf die Volksrepublik China. Das Finale findet am 7. Juli im Stadion des französischen Meisters und Champions-League-Siegers Olympique Lyon statt. Die Spiele der deutschen Nationalmannschaft werden im Wechsel auf den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF übertragen, hinzu kommen noch ausgewählte Partien anderer Nationen.

Weitere Infos zur Fußball-WM der Frauen findet Ihr auf der Website der FIFA.

30 Minuten zwischen gestern und heute

Jedes Jahr versuche ich, der tristen Witterung und dem unvermeidlichen Wintereinbruch für kurze Zeit zu entkommen. Nach Fuerteventura und La Palma war dieses Mal die Kanarische Insel Teneriffa dran. Greutherweib uwo musste hier die Stellung halten und hat über den neuen Vizepräsidenten der Spielvereinigung – Volker Heißmann – und den Last-Minute-Sieg gegen den 1. FC Magdeburg gebloggt. Ich habe mich mit meinem iPad auf dem Laufenden gehalten und das Fußball-Geschehen in Fürth aus rund 3500 Kilometern Distanz verfolgt.

Gestern Abend kam ich nun zurück, landete in Nürnberg und fuhr mit Koffer und schwerem Rucksack mit dem Bus vom Flughafen nach Fürth. Während der Fahrt durchs Knoblauchsland hat man die Möglichkeit – quasi zur Ablenkung – interessante elektronische Fahrgastinformationen auf einem LED-Monitor zu lesen: nächste Haltestelle – Uhrzeit – Nummer der Buslinie – Werbung – lustige Redensarten. Doch schon nach wenigen Sekunden hatte ich ein untrügliches Gefühl, so, als ob die Zeit stehen geblieben wäre. Nein, nicht nur für eine Woche, sondern für mehrere Monate. Die eingeblendeten Kleeblatt-Infos (Fotos: KH) machten auf eine Aktion aufmerksam, die schon längst Geschichte ist: Der Dauerkartenverkauf für die Spielzeit 2018/19. Nicht nur eingefleischte Ronhofbesucher und Dauerkartenbesitzer wissen, dass dieser Zug schon im Sommer abgefahren ist. Aber auch der Hinweis auf die „Ausflugsfahrten 2018 der infra“, war uralt: Der Besuch im Opel-Zoo bei Kronberg/Königstein beispielsweise fand am 28. Juli 2018 statt.
Als ich jedoch auf dem Weg zwischen dem Albrecht-Dürer-Airport und der Fürther Innenstadt aus dem Busfenster schaute, war ich wieder ganz in der Gegenwart. Denn viele Häuser, Gärten und Fenster waren mit Lichterketten und blinkenden Rentieren dekoriert. Franken im Weihnachtsfieber! Die Adventszeit wird unweigerlich kommen. Aber in der heilen Welt des 33-er Busses und den Infos des VGN fühlte ich mich für eine knappe halbe Stunde um Monate in einen herrlichen Sommer zurückversetzt.

1000 Beiträge im Greuther-Weiber-Blog!

Unseren Greuther-Weiber-Blog gibt es seit dem 17. Juli 2009. Das letzte Posting am 11. November (ausgerechnet über die in jeder Beziehung negative Zweitliga-Begegnung gegen Union Berlin) war unser 1000. Blogbeitrag. Vieles hat sich ereignet in den vergangenen neun Jahren. Es gab gute, schlechte und traurige Zeiten bei der Spielvereinigung. Zu den positivsten Momenten gehört auf jeden Fall der Aufstieg in die Bundesliga und die dazugehörige Feier im Mai 2012: Fast 30.000 Fürther standen vor dem Rathaus und jubelten Trainer Mike Büskens, Präsident Helmut Hack und der erfolgreichen Mannschaft zu.

Uns Autorinnen  – kiki und uwo – geht es in den Beiträgen natürlich primär um die sportlichen Aspekte des Vereins, um die Spieler und die Kleeblattfans. Aber wir sind auch immer auf der Suche nach ungewöhnlichen Themen rund um die Spielvereinigung. Dazu gehören Personen in Fürth, deren Herz am Verein hängt, die ihre Geschäftsidee weiß-grün färben oder einfach kreative Ideen haben, wie man Fußball und sonstiges Leben verknüpfen kann. Dazu gehören Kneipen und Restaurants, kleine Läden und Geschäfte, Künstler und richtige Fürther Originale. Und wir treffen in Fürth immer wieder interessante Leute, die sich für Fußball und insbesondere fürs Kleeblatt mit großem Einsatz engagieren. So war uns zum Beispiel die Arbeit der Behindertenbeauftragten der SpVgg und ihres Kollegen in den „Hilfsbereiten Geistern vom Fürther Ronhof“ natürlich eine Geschichte wert.
Manchmal fragen unsere Blogleser, wie wir auf die Themen „rund ums Kleeblatt“ kommen. Sicher, das wird nach 1000 Beiträgen nicht unbedingt leichter. Die Fürther und ihre besondere Beziehung zu „ihrem“ Fußball-Verein bringen uns aber auf immer neue Ideen. Und dem einen oder anderen Tipp gehen wir natürlich gerne nach. Die ausgesprochene – eher neutrale – Sportberichterstattung überlassen wir den Kollegen der Sportredaktionen. Wir dagegen können mit richtiger Wut im Bauch ungerechte (Schiedsrichter-)Entscheidungen im Spiel kommentieren, wir greifen witzige Anekdoten rund um die Profispieler auf oder geben den Fans ein Forum. Und wenn es ganz schlimm kommt und gar nichts mehr zu gehen scheint bei unserem Kleeblatt, dann wenden wir uns auch mal direkt an die Mannschaft, wie im Brandbrief Anfang dieses Jahres.

„Leiden – kämpfen – jubeln – Mit jeder Faser Kleeblatt.“ steht auf dem Transparent, das derzeit die Kurgartenstraße in Fürth überspannt (Foto: KH). Treffender könnten wir unseren Seelenzustand beim Verfassen der Blogbeiträge nicht beschreiben. Also: Auf die nächsten Erfolge der Spielvereinigung! Auf eine spannende und friedliche Saison 2018/19! Und auf unseren Greuther-Weiber-Blog!

Kleine Fußball-Auszeit in Wien

Ein paar Tage in Wien bei meinem Kurzurlaub waren vollgepackt mit Eindrücken und interessanten Unternehmungen. Ausstellungen zu Gustav Klimt und Egon Schiele im Leopold-Museum (Foto: Museum), die grandiose Monet-Ausstellung in der Albertina. Eine „Eitrige mit am Kinderschaß“ (Käsekrainer mit Senf) am Kult-Würstelstand  Bitzinger. Und natürlich ein Theaterbesuch im Burgtheater. Ein paar Tage ohne Informationen aus der Kleeblatt-Stadt. Muss auch mal sein.

Die Freunde, die ich besucht habe, machen sich zwar viel aus Sport, aber mit dem Thema Fußball beschäftigen sie sich nur, wenn ich sie Beiträge im Greuther-Weiber-Blog lesen lasse. Und die Stadt Wien war gestern ohnehin nicht gut auf den internationalen Fußball zu sprechen, weil Rapid Wien in der Europa League gegen den FC Villarreal mit 0:5 verloren hat.

Ich bin jetzt auf dem Weg zurück nach Fürth. Und werde es wohl gerade noch schaffen, die letzten 30 Minuten im heutigen Auswärtsspiel der Spielvereinigung gegen den SV Darmstadt 98 anzusehen. Ich hoffe natürlich auf einen Sieg des Kleeblatts, das seinen zweiten Tabellenplatz verteidigen soll – und womöglich sogar ganz an die Spitze rücken kann. Dem Wiedersehen der Spieler mit Ex-Kleeblatt Serdar Dursun sehe ich entspannt entgegen. Wir schaffen das!

Greuther-Weiber-Blog wieder online!

Unser Greuther-Weiber-Blog ist seit gestern wieder im Netz. Eine gute Nachricht. Einige unserer treuesten Leser/-innen riefen an oder mailten und wollten wissen, ob die Autorinnen wohl aufgrund der mäßigen sportlichen Ergebnisse der Spielvereinigung in der letzten Spielzeit frustriert wären und das Handtuch geschmissen hätten. Ganz im Gegenteil! Die neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) hatte uns einen Streich gespielt, die NZ-Blogs waren deshalb 14 Tage offline. Und Tierorakel Daisy (Foto: KH) hat die Pause für so manches Schläfchen genutzt!

Beim Fürther Kleeblatt hat sich in den zwei Wochen einiges getan: Die einschneidendste Personalie ist wohl die Entscheidung von Helmut Hack, nach 22 Jahren unter das Thema „Spielvereinigung“ – zumindest in seiner Funktion als Präsident und Geschäftsführer – Ende Juli einen Strich zu ziehen. Jetzt hat man die Vereinsführung erst mal neu geordnet und Aufgaben anders gewichtet. Wie bisher wird auch weiterhin Holger Schwiewagner Geschäftsführer der Spielvereinigung bleiben. Daneben wird als Geschäftsführer Sport Rachid Azzouzi fungieren. Die Fürther Führungsmannschaft komplettieren der Direktor Finanzen Dirk Weißert und Martin Meichelbeck als Technischer Direktor. Wer das Kleeblatt in Zukunft nach außen und innen als Kopf leiten wird, ist noch nicht raus.

Welche Spieler dem Kleeblatt in der neuen Saison 2018/19 nicht mehr zur Verfügung stehen, darüber haben wir in unserem Posting „Verein macht Tabula rasa im Fürther Ronhof“ schon gebloggt. Sicher ist inzwischen, dass Mario Maloca, Kapitän Marco Caligiuri und Daniel Steininger weiter im weiß-grünen Kader stehen werden. Außerdem hat die SpVgg die Option bei Lukas Gugganig gezogen. Der österreichische Defensivspieler wurde vom Verein für ein weiteres Jahr gebunden.
Ansonsten gibt es in der Gerüchteküche rund ums Kleeblatt im Moment keine News. Aber da wir jetzt wieder bloggen können, was das Zeug hält, können unsere Leser sicher sein: Wir halten Euch auf dem Laufenden.

Laxe Spielvereinigung steht am Abgrund!

964 Blogbeiträge haben wir Greuther-Weiber seit Juli 2009 geschrieben. Wir haben alle Höhen und Tiefen der Spielvereinigung begleitet. Haben uns über den Aufstieg in die Bundesliga 2012 gefreut, den Abstieg ein Jahr später mit einem weinenden Auge kommentiert. Und uns viel „rund ums Kleeblatt“ einfallen lassen. Und immer schlug unser Herz weiß-grün. Auch wenn wir oft so empfunden haben wie auf dem Plakat oben zu lesen ist.

Aber jetzt – wenige Tage vor Ende der Saison 2017/18 – sind wir zum ersten Mal ernsthaft enttäuscht und gefrustet. Am kommenden Sonntag muss die SpVgg beim letzten Auswärtsspiel gegen den 1. SC Heidenheim unbedingt gewinnen und drei Punkte einfahren, um überhaupt noch eine Chance zu haben, in der Zweiten Liga zu bleiben. Bei einem Fürther Unentschieden und der Niederlage von Eintracht Braunschweig könnte sich das Kleeblatt auf den Relegationsplatz retten (das wäre für den Verein auch nicht leicht, denn der Gegner Karlsruher SC war schon immer eine harte Nuss). Diese Option bestünde auch auch bei einigen anderen Ergebnissen – wir gehen jetzt nichts ins Detail. Auf jeden Fall kann sich das Kleeblatt aus eigener Kraft nur mit einem Sieg vor dem Abstieg in die Dritte Liga retten.

Was uns in dieser Spielzeit und in der jetztigen Situation einfach nervt, ist die offensichtliche Laxheit und das mangelnde Identifikationsgefühl einiger Spieler, denen der Abstieg in die Dritte Liga offenbar am A… vorbei geht. Sie werden mit Sicherheit wenige Stunden nach dem Abstieg am Sonntag  ihre Berater kontaktieren und sondieren, welche anderen Vereine an ihnen interessiert sind. Wirklich engagiert scheinen einem Außenstehenden im Moment eigentlich nur Sascha Burchert, Maximilian Wittek und Marco Caligiuri.

Und auch die frohe Botschaft, die der Verein jetzt publiziert – dass wichtige Sponsoren wie Thomas Sommer und Martin Bauer der Spielvereinigung beim Abstieg die Treue halten und ihre Finanzspritzen nicht kündigen würden -, zeigt überdeutlich:  Selbst die Vereinsspitze glaubt wohl nicht mehr daran, dass das Kleeblatt zweitklassig bleibt.

Also, liebe Spieler, reißt Euch doch bitte am Sonntag in Heidenheim endlich mal am Riemen, wachst über Eure Möglichkeiten hinaus und siegt! Denn ein drittklassiges Kleeblatt ist für Fürth wahrlich kein Aushängeschild!