Optimistisch ins neue Jahrzehnt 2020

Vom Jahr 2020 trennen uns nur noch wenige Stunden. Ich hoffe darauf, dass es glücklicher und sorgenfreier, kurzum: besser wird als 2019. Das wünsche ich mir vor allem aus ganz persönlicher Perspektive.

Für die Spielvereinigung Greuther Fürth verlief das letzte Jahr teilweise kurios, aber insgesamt gar nicht schlecht. Die Partie gegen den SV Ingolstadt Ende Januar war von zwei Roten Karten und einem Elfmeter geprägt. Und endete mit einer 0:1-Heimniederlage. Anfang Februar wurde dann Trainer Damir Buric entlassen. Sein Nachfolger heißt Stefan Leitl – und der macht seinen Job richtig gut. Die Zweitligaspiele haben wir Greuther-Weiber im Februar weitgehend im Fernsehen verfolgt – Winterurlaub in der Steiermark heißt eben nicht, dass man sich auch eine Auszeit vom Kleeblatt nimmt. Der März war in unserem Blog vor allem von diesen Themen geprägt: Dem Spiel gegen den Hamburger SV, mit dem die SpVgg immer eine Rechnung offen hat. Ein Beitrag handelte vom Stellenwert des Frauenfußballs im deutschen Sport. Außerdem ging es um das Thema „Videobeweis“, das immer wieder Auslöser für hitzige Emotionen und Diskussionen ist.

Der April 2019 war dann der Monat der Unentschieden und Niederlagen. Weiter abwärts mit der Kleeblattleistung ging es Anfang Mai im Heimspiel gegen den 1. FC Köln. Die Begegnung – bei toller Stimmung im fast ausverkauften Stadion im Ronhof – endete 0:4. Dadurch qualifizierten sich die Kölner endgültig für den Wiederaufstieg in die Bundesliga. Versöhnlich endete fürs Kleeblatt am 19. Mai die Spielzeit 2018/19 mit einem 2:1-Sieg gegen den FC St. Pauli und dem 13. Tabellenrang.

Im Juni und Juli fand die Frauen-Fußball-WM in Frankreich statt. Mir gefiel der witzige Spot des Werbepartners der Frauen-Nationalmannschaft. Auf den Punkt brachten es die Fußballerinnen mit dem Satz: “ Aber weißt du was? Wir brauchen keine Eier, wir, wir haben Pferdeschwänze“.

Ende Juli startete die neue Zweitliga-Saison 2019/20. Alle Kleeblattfans sollten wieder in Weiß ins Stadion kommen – und viele nahmen sich die Aufforderung zu Herzen. Leider verlor die SpVgg gegen Erzgebirge Aue das Eröffnungsspiel mit 0:2. Pech war auch im August das Ausscheiden im Erstrundenspiel im DFB-Pokal gegen den Drittligisten MSV Duisburg mit einer 0:2-Niederlage. Mein Blogbeitrag über das Buch des Kleeblattstürmers Daniel Keita-Ruel wurde oft geklickt. Es kommt am 16. Januar 2020 auf den Markt – man darf gespannt sein.

Der September zeichnete sich durch mäßige Leistungen der Kleeblattprofis aus. Besonders niederdrückend war das 0:3 am Kärwa-Sonntag gegen Holstein Kiel. Da konnte auch eine Musikgruppe mit fränkischer Musik vor dem Stadttheater die Stimmung nicht mehr aufheitern. Mitte Oktober fand das Kleeblatt dann im Spiel gegen Dynamo Dresden – nach einer 0:2-Niederlage gegen den HSV (!) – wieder in die Spur. Gott sei Dank! Ende Oktober war wieder der häufig kritisierte Videobeweis Grund für Ärger und das torlose Unentschieden gegen den VfL Osnabrück. Ein schönes Geburtstagsgeschenk wurde mir mit dem 3:1-Heimsieg gegen SV Darmstadt 98 Anfang November beschert. Das Lokalderby am 24. November gegen den Bundesliga-Absteiger 1. FC Nürnberg „gewannen“ die Kleeblätter mit 0:0: Es war für Kleeblattfans lediglich ein gefühlter Sieg, es fielen leider keine weiß-grünen Tore, aber die Partei ging wenigstens friedlich über die Bühne. Bei den Spielen 16 und 17 der Saison im Dezember lief die Spielvereinigung endlich zur Hochform auf: 3:1 gegen den VfL Bochum und ein 5:1 beim Karlsruher SC. Die hervorragende Arbeit von Coach Leitl trägt inzwischen Früchte, die Spieler beweisen, dass sie auch ohne den verletzten Marco Caligiuri, einen gesperrten Maximilian Wittek und den z.T. erst spät eingewechselten Stürmer Keita-Ruel Erfolg haben. Die Chemie passt, das Konzept stimmt und die Resultate (aktuell mit 25 Punkten Tabellenplatz 8) auch. Der eine oder andere „Ausrutscher“ ist zu verzeihen… Nach der Winterpause geht es mit dem 19. Spieltag – SpVgg gegen FC St. Pauli – am Dienstag, 28. Januar 2020, um 20.30 Uhr im Sportpark Ronhof | Thomas Sommer weiter.

Die Greuther-Weiber wünschen allen Teams der Spielvereinigung, den Kleeblattfans, unseren Lesern und all denen, die uns mit Tipps, Zuspruch und Anerkennung unterstützen, einen guten Rutsch. Und ein gesundes, erfolgreiches und glückliches Jahr 2020.

Unser Foto stammt von der Eröffnungsfeier der neuen Haupttribüne 2017 (Foto: Sportfoto Zink).

Der liebe Gott ist Kleeblattfan

Ich freue mich immer, wenn Leser unseres Greuther-Weiber-Blogs uns auf etwas aufmerksam machen. Mal ist es ein Laden, der witzige Kleeblatt-Accessoires anbietet. Ein andermal ein Lokal, das Gerichte mit einschlägigen Namen auf der Speisekarte hat. Oder ein Fan, der originelle Ideen hat und sie auch umsetzt.

Heute morgen hat mir ein treuer Freund auf Facebook (danke, Dieter) einen Tipp gegeben: Ich solle mir doch mal einen Link anschauen, für richtige Kleeblattfans sei das Sweatshirt doch genau das Richtige. Recht hat er! Gott hat sich am achten Schöpfungstag überlegt, einen Fußballverein zu erschaffen, und er ist offenbar ein Freund der Spielvereinigung. Seine Wahl war meiner Ansicht nach ein Geniestreich.

Also: Wer noch etwas für eine Fürtherin oder einen Fürther sucht, um ihm zu Weihnachten eine Freude zu machen, dann empfehlen wir das! Damit liegt man bestimmt nicht daneben – es gibt das Shirt auch als Tanktop, T-Shirt oder Hoodie (Foto: Screenshot Moteefe).

Von Eiern und Pferdeschwänzen

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Für uns Greuther-Weiber wird auch diese „Kleeblattfreie“ Zeit nicht langweilig. Heute beginnt die achte Fußball Weltmeisterschaft der Frauen in Frankreich, die bis zum 7. Juli 2019 dauert. Das Ansehen von Frauenfußball in der Bevölkerung ist ja leider nach wie vor nicht so groß wie das der Männer. Das hat sich auch in den letzten Jahren – obwohl die Deutsche Frauen-Nationalmannschaft zwei Mal Weltmeister (2003 und 2007) und acht Mal Europameister wurde – wenig geändert.

Witzig und mutig finde ich den Spot der Commerzbank (Werbepartner der deutschen Frauen-Nationalmannschaft), mit dem das Frauenteam auf die Frankreich-WM aufmerksam macht: „Dass wir drei Mal Europameisterinnen waren, weißt du schon, oder?! Nicht? Stimmt, es waren ja auch acht Mal. Beim ersten Titel gab’s dafür ein Kaffeeservice„, kommentieren die Sportlerinnen selbstironisch. „Aber weißt du was? Wir brauchen keine Eier, wir, wir haben Pferdeschwänze“, heißt es weiter im Video. Eine provokante Aussage, die garantiert im Gedächtnis bleibt. Zum ersten Mal lief der Spot übrigens am Dienstagabend vor der Tagesschau.

Favorit ist das Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg leider nicht, sondern die USA. Das Team dominiert seit Jahren – und ist auch Titelverteidiger. Bei der Heim-WM 2011 schieden die DFB-Frauen schon im Viertelfinale aus. Der Kader hat einen Umbruch hinter sich. Der größte Star ist allerdings immer noch dabei: Angreiferin Dzsenifer Marozsán.

Die Frauen Fußball-WM startet heute mit dem Duell des Gastgebers Frankreich gegen Südkorea (21 Uhr). Die deutsche Mannschaft trifft morgen um 15 Uhr auf die Volksrepublik China. Das Finale findet am 7. Juli im Stadion des französischen Meisters und Champions-League-Siegers Olympique Lyon statt. Die Spiele der deutschen Nationalmannschaft werden im Wechsel auf den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF übertragen, hinzu kommen noch ausgewählte Partien anderer Nationen.

Weitere Infos zur Fußball-WM der Frauen findet Ihr auf der Website der FIFA.

30 Minuten zwischen gestern und heute

Jedes Jahr versuche ich, der tristen Witterung und dem unvermeidlichen Wintereinbruch für kurze Zeit zu entkommen. Nach Fuerteventura und La Palma war dieses Mal die Kanarische Insel Teneriffa dran. Greutherweib uwo musste hier die Stellung halten und hat über den neuen Vizepräsidenten der Spielvereinigung – Volker Heißmann – und den Last-Minute-Sieg gegen den 1. FC Magdeburg gebloggt. Ich habe mich mit meinem iPad auf dem Laufenden gehalten und das Fußball-Geschehen in Fürth aus rund 3500 Kilometern Distanz verfolgt.

Gestern Abend kam ich nun zurück, landete in Nürnberg und fuhr mit Koffer und schwerem Rucksack mit dem Bus vom Flughafen nach Fürth. Während der Fahrt durchs Knoblauchsland hat man die Möglichkeit – quasi zur Ablenkung – interessante elektronische Fahrgastinformationen auf einem LED-Monitor zu lesen: nächste Haltestelle – Uhrzeit – Nummer der Buslinie – Werbung – lustige Redensarten. Doch schon nach wenigen Sekunden hatte ich ein untrügliches Gefühl, so, als ob die Zeit stehen geblieben wäre. Nein, nicht nur für eine Woche, sondern für mehrere Monate. Die eingeblendeten Kleeblatt-Infos (Fotos: KH) machten auf eine Aktion aufmerksam, die schon längst Geschichte ist: Der Dauerkartenverkauf für die Spielzeit 2018/19. Nicht nur eingefleischte Ronhofbesucher und Dauerkartenbesitzer wissen, dass dieser Zug schon im Sommer abgefahren ist. Aber auch der Hinweis auf die „Ausflugsfahrten 2018 der infra“, war uralt: Der Besuch im Opel-Zoo bei Kronberg/Königstein beispielsweise fand am 28. Juli 2018 statt.
Als ich jedoch auf dem Weg zwischen dem Albrecht-Dürer-Airport und der Fürther Innenstadt aus dem Busfenster schaute, war ich wieder ganz in der Gegenwart. Denn viele Häuser, Gärten und Fenster waren mit Lichterketten und blinkenden Rentieren dekoriert. Franken im Weihnachtsfieber! Die Adventszeit wird unweigerlich kommen. Aber in der heilen Welt des 33-er Busses und den Infos des VGN fühlte ich mich für eine knappe halbe Stunde um Monate in einen herrlichen Sommer zurückversetzt.

1000 Beiträge im Greuther-Weiber-Blog!

Unseren Greuther-Weiber-Blog gibt es seit dem 17. Juli 2009. Das letzte Posting am 11. November (ausgerechnet über die in jeder Beziehung negative Zweitliga-Begegnung gegen Union Berlin) war unser 1000. Blogbeitrag. Vieles hat sich ereignet in den vergangenen neun Jahren. Es gab gute, schlechte und traurige Zeiten bei der Spielvereinigung. Zu den positivsten Momenten gehört auf jeden Fall der Aufstieg in die Bundesliga und die dazugehörige Feier im Mai 2012: Fast 30.000 Fürther standen vor dem Rathaus und jubelten Trainer Mike Büskens, Präsident Helmut Hack und der erfolgreichen Mannschaft zu.

Uns Autorinnen  – kiki und uwo – geht es in den Beiträgen natürlich primär um die sportlichen Aspekte des Vereins, um die Spieler und die Kleeblattfans. Aber wir sind auch immer auf der Suche nach ungewöhnlichen Themen rund um die Spielvereinigung. Dazu gehören Personen in Fürth, deren Herz am Verein hängt, die ihre Geschäftsidee weiß-grün färben oder einfach kreative Ideen haben, wie man Fußball und sonstiges Leben verknüpfen kann. Dazu gehören Kneipen und Restaurants, kleine Läden und Geschäfte, Künstler und richtige Fürther Originale. Und wir treffen in Fürth immer wieder interessante Leute, die sich für Fußball und insbesondere fürs Kleeblatt mit großem Einsatz engagieren. So war uns zum Beispiel die Arbeit der Behindertenbeauftragten der SpVgg und ihres Kollegen in den „Hilfsbereiten Geistern vom Fürther Ronhof“ natürlich eine Geschichte wert.
Manchmal fragen unsere Blogleser, wie wir auf die Themen „rund ums Kleeblatt“ kommen. Sicher, das wird nach 1000 Beiträgen nicht unbedingt leichter. Die Fürther und ihre besondere Beziehung zu „ihrem“ Fußball-Verein bringen uns aber auf immer neue Ideen. Und dem einen oder anderen Tipp gehen wir natürlich gerne nach. Die ausgesprochene – eher neutrale – Sportberichterstattung überlassen wir den Kollegen der Sportredaktionen. Wir dagegen können mit richtiger Wut im Bauch ungerechte (Schiedsrichter-)Entscheidungen im Spiel kommentieren, wir greifen witzige Anekdoten rund um die Profispieler auf oder geben den Fans ein Forum. Und wenn es ganz schlimm kommt und gar nichts mehr zu gehen scheint bei unserem Kleeblatt, dann wenden wir uns auch mal direkt an die Mannschaft, wie im Brandbrief Anfang dieses Jahres.

„Leiden – kämpfen – jubeln – Mit jeder Faser Kleeblatt.“ steht auf dem Transparent, das derzeit die Kurgartenstraße in Fürth überspannt (Foto: KH). Treffender könnten wir unseren Seelenzustand beim Verfassen der Blogbeiträge nicht beschreiben. Also: Auf die nächsten Erfolge der Spielvereinigung! Auf eine spannende und friedliche Saison 2018/19! Und auf unseren Greuther-Weiber-Blog!

Kleine Fußball-Auszeit in Wien

Ein paar Tage in Wien bei meinem Kurzurlaub waren vollgepackt mit Eindrücken und interessanten Unternehmungen. Ausstellungen zu Gustav Klimt und Egon Schiele im Leopold-Museum (Foto: Museum), die grandiose Monet-Ausstellung in der Albertina. Eine „Eitrige mit am Kinderschaß“ (Käsekrainer mit Senf) am Kult-Würstelstand  Bitzinger. Und natürlich ein Theaterbesuch im Burgtheater. Ein paar Tage ohne Informationen aus der Kleeblatt-Stadt. Muss auch mal sein.

Die Freunde, die ich besucht habe, machen sich zwar viel aus Sport, aber mit dem Thema Fußball beschäftigen sie sich nur, wenn ich sie Beiträge im Greuther-Weiber-Blog lesen lasse. Und die Stadt Wien war gestern ohnehin nicht gut auf den internationalen Fußball zu sprechen, weil Rapid Wien in der Europa League gegen den FC Villarreal mit 0:5 verloren hat.

Ich bin jetzt auf dem Weg zurück nach Fürth. Und werde es wohl gerade noch schaffen, die letzten 30 Minuten im heutigen Auswärtsspiel der Spielvereinigung gegen den SV Darmstadt 98 anzusehen. Ich hoffe natürlich auf einen Sieg des Kleeblatts, das seinen zweiten Tabellenplatz verteidigen soll – und womöglich sogar ganz an die Spitze rücken kann. Dem Wiedersehen der Spieler mit Ex-Kleeblatt Serdar Dursun sehe ich entspannt entgegen. Wir schaffen das!

Greuther-Weiber-Blog wieder online!

Unser Greuther-Weiber-Blog ist seit gestern wieder im Netz. Eine gute Nachricht. Einige unserer treuesten Leser/-innen riefen an oder mailten und wollten wissen, ob die Autorinnen wohl aufgrund der mäßigen sportlichen Ergebnisse der Spielvereinigung in der letzten Spielzeit frustriert wären und das Handtuch geschmissen hätten. Ganz im Gegenteil! Die neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) hatte uns einen Streich gespielt, die NZ-Blogs waren deshalb 14 Tage offline. Und Tierorakel Daisy (Foto: KH) hat die Pause für so manches Schläfchen genutzt!

Beim Fürther Kleeblatt hat sich in den zwei Wochen einiges getan: Die einschneidendste Personalie ist wohl die Entscheidung von Helmut Hack, nach 22 Jahren unter das Thema „Spielvereinigung“ – zumindest in seiner Funktion als Präsident und Geschäftsführer – Ende Juli einen Strich zu ziehen. Jetzt hat man die Vereinsführung erst mal neu geordnet und Aufgaben anders gewichtet. Wie bisher wird auch weiterhin Holger Schwiewagner Geschäftsführer der Spielvereinigung bleiben. Daneben wird als Geschäftsführer Sport Rachid Azzouzi fungieren. Die Fürther Führungsmannschaft komplettieren der Direktor Finanzen Dirk Weißert und Martin Meichelbeck als Technischer Direktor. Wer das Kleeblatt in Zukunft nach außen und innen als Kopf leiten wird, ist noch nicht raus.

Welche Spieler dem Kleeblatt in der neuen Saison 2018/19 nicht mehr zur Verfügung stehen, darüber haben wir in unserem Posting „Verein macht Tabula rasa im Fürther Ronhof“ schon gebloggt. Sicher ist inzwischen, dass Mario Maloca, Kapitän Marco Caligiuri und Daniel Steininger weiter im weiß-grünen Kader stehen werden. Außerdem hat die SpVgg die Option bei Lukas Gugganig gezogen. Der österreichische Defensivspieler wurde vom Verein für ein weiteres Jahr gebunden.
Ansonsten gibt es in der Gerüchteküche rund ums Kleeblatt im Moment keine News. Aber da wir jetzt wieder bloggen können, was das Zeug hält, können unsere Leser sicher sein: Wir halten Euch auf dem Laufenden.

Laxe Spielvereinigung steht am Abgrund!

964 Blogbeiträge haben wir Greuther-Weiber seit Juli 2009 geschrieben. Wir haben alle Höhen und Tiefen der Spielvereinigung begleitet. Haben uns über den Aufstieg in die Bundesliga 2012 gefreut, den Abstieg ein Jahr später mit einem weinenden Auge kommentiert. Und uns viel „rund ums Kleeblatt“ einfallen lassen. Und immer schlug unser Herz weiß-grün. Auch wenn wir oft so empfunden haben wie auf dem Plakat oben zu lesen ist.

Aber jetzt – wenige Tage vor Ende der Saison 2017/18 – sind wir zum ersten Mal ernsthaft enttäuscht und gefrustet. Am kommenden Sonntag muss die SpVgg beim letzten Auswärtsspiel gegen den 1. SC Heidenheim unbedingt gewinnen und drei Punkte einfahren, um überhaupt noch eine Chance zu haben, in der Zweiten Liga zu bleiben. Bei einem Fürther Unentschieden und der Niederlage von Eintracht Braunschweig könnte sich das Kleeblatt auf den Relegationsplatz retten (das wäre für den Verein auch nicht leicht, denn der Gegner Karlsruher SC war schon immer eine harte Nuss). Diese Option bestünde auch auch bei einigen anderen Ergebnissen – wir gehen jetzt nichts ins Detail. Auf jeden Fall kann sich das Kleeblatt aus eigener Kraft nur mit einem Sieg vor dem Abstieg in die Dritte Liga retten.

Was uns in dieser Spielzeit und in der jetztigen Situation einfach nervt, ist die offensichtliche Laxheit und das mangelnde Identifikationsgefühl einiger Spieler, denen der Abstieg in die Dritte Liga offenbar am A… vorbei geht. Sie werden mit Sicherheit wenige Stunden nach dem Abstieg am Sonntag  ihre Berater kontaktieren und sondieren, welche anderen Vereine an ihnen interessiert sind. Wirklich engagiert scheinen einem Außenstehenden im Moment eigentlich nur Sascha Burchert, Maximilian Wittek und Marco Caligiuri.

Und auch die frohe Botschaft, die der Verein jetzt publiziert – dass wichtige Sponsoren wie Thomas Sommer und Martin Bauer der Spielvereinigung beim Abstieg die Treue halten und ihre Finanzspritzen nicht kündigen würden -, zeigt überdeutlich:  Selbst die Vereinsspitze glaubt wohl nicht mehr daran, dass das Kleeblatt zweitklassig bleibt.

Also, liebe Spieler, reißt Euch doch bitte am Sonntag in Heidenheim endlich mal am Riemen, wachst über Eure Möglichkeiten hinaus und siegt! Denn ein drittklassiges Kleeblatt ist für Fürth wahrlich kein Aushängeschild!

Transfer-Countdown beim Kleeblatt

Wir haben uns sehr über die Resonanz auf unseren „Brandbrief ans Kleeblatt“ gefreut, den Greuther-Weib uwo nach dem Unentschieden gegen Holstein Kiel am vergangenen Samstag verfasst hat. Eure Kommentare bestärken uns darin, dass wir mit unserer Einschätzung goldrichtig liegen.

Heute Abend um 18.00 Uhr wird das Winter-Transferfenster für Neuzugänge und Abgänge in der Fußball-Bundesliga geschlossen. Bis dahin könnte/sollte sich bei der Spielvereinigung noch was tun. Verteidiger Stephen Sama wird bis zum Saisonende an den VfL Osnabrück ausgeliehen. „Für Stephen ist es wichtig, die Möglichkeit zu haben, Spielpraxis zu sammeln. Deshalb ist diese Lösung für uns und für ihn gut“, so Sportdirektor Rachid Azzouzi auf der SpVgg-Webseite. Und Fürths Torwart Balazs Megyeri ist über seine Reservistenrolle beim Kleeblatt deprimiert und beschäftigt sich deshalb mit einem Wechsel. Der 27-jährige Ungar hatte seinen Stammplatz nach dem 9. Spieltag der laufenden Saison an Sascha Burchert verloren und kam seitdem auch wegen einer Schulterverletzung nicht mehr zum Einsatz. Nach einem überzeugenden ersten Jahr beim Kleeblatt konnte er  in dieser Spielzeit nicht mehr an die gezeigten Leistungen anknüpfen. Gut möglich, dass Megyeri noch im Winter-Transferfenster den Verein verlassen wird.

Das Kleeblatt steht vor einer Ausleihe mit Kaufoption von Mittelfeldspieler Uffe Bech von Hannover 96. Nach Abschluss der Wechselformalitäten soll der dreimalige dänische Nationalspieler die Franken bis zum Sommer im Kampf gegen den Abstieg unterstützen. Bech absolvierte seit seinem Wechsel 2015 bei den Niedersachsen elf Bundesligaspiele (ein Tor) und lief siebenmal in der 2. Liga auf (ein Tor). In der aktuellen Saison kam der 25-Jährige zunächst wegen einer langwierigen Knieverletzung noch nicht zum Einsatz.
Und nach Informationen des kicker steht die Spielvereinigung kurz vor der Verpflichtung von Stürmer Kaylen Hinds vom VfL Wolfsburg. Der 20-jährige Engländer wurde beim FC Arsenal ausgebildet und schloss sich im Sommer den Wölfen an. Seitdem kam er auf ein Spiel in der Bundesliga und einen Einsatz im DFB-Pokal. Vertraglich ist der 1,79 Meter große Londoner noch bis 2020 an die Niedersachsen gebunden – wahrscheinlich ist ein Leihgeschäft mit dem Kleeblatt.
Also: Warten wir ab, was sich in den nächsten Stunden beim Kleeblatt noch tut! (Foto:Sportfoto Zink)

Mit Optimismus ins weiß-grüne Fußballjahr 2018

Jahresrückblicke haben oft so was Besserwisserisches. Da wird erklärt, was man hätte besser, anders oder schöner machen können. Und in Jahren, die nicht besonders glücklich und erfolgreich waren, hat ein Blick zurück sogar deprimierende Züge. Diesem Gefühl kann ich mich nur schwer entziehen, wenn ich meine Rückblicke im Greuther-Weiber-Blog auf vergangene Jahre durchlese. „Himmelhochjauchzend – zu Tode betrübt“ titelte ich im Dezember 2012 – trotz des Aufstiegs in die Bundesliga. Dann: „2013 war ein zwiespältiges Jahr für Kleeblattfans“, im Dezember 2015 riskierte ich den „Blick zurück mit Daisy“, unserem Tierorakel. „Kopf hoch: 2017 wird auf jeden Fall besser“ prognostizierte ich dann Ende 2016. Nein, im Dezember 2017 machen wir es anders. Die Spielvereinigung hat es verdient, dass man auch als kritisches Greuther-Weib die positiven Komponenten betont.

Mit dem Neubau der Haupttribüne und ihrer Verlängerung wurde rund um den Sportpark Ronhof | Thomas Sommer im vergangenen Jahr ein großes Projekt in Angriff genommen. Überdimensioniert oder ein Muss, wenn man im modernen Profi-Fußball bei Sponsoren und lukrativen Unterstützern eines Vereins punkten möchte? Ich glaube: Das Projekt war ein Schritt in die richtige Richtung.

Die Mannschaft hat sich nach der Trennung von Trainer Stefan Ruthenbeck (der sich inzwischen um das Schlusslicht in in der Bundesliga, den 1. FC Köln, kümmert) und Janos Radoki (bis Ende August 2017 in Fürth)  auf den (seit Anfang September) neuen Coach Damir Buric eingeschworen. Der hatte und hat es bestimmt nicht leicht, denn die Resultate der 18 bisherigen Zweitligaspiele sind alles andere als gut. Das Kleeblatt rangiert aktuell mit 18 von möglichen 54 Punkten auf dem 17. Tabellenplatz. Aber: Mit einer gefühlten Tendenz nach oben. Denn die einzelnen Spieler haben durchaus Potenzial und versuchen, ihr Können und ihre Erfahrung in den einzelnen Partien auszuspielen.

Seit wenigen Wochen ist Rachid Azzouzi nach fünf Jahren wieder Sportdirektor der Spielvereinigung. Von ihm erhofft man sich Taten und Entscheidungen, richtige Entscheidungen. Wer in der Winterpause gehen und – noch wichtiger – kommen wird, das wird sich zeigen. Das Kleeblatt ist neben Jahn Regensburg das einzige Zweitliga-Team, das nicht in den Genuss eines Trainingslagers im Ausland kommt. Die Kleeblätter trainieren ab Mittwoch, 3. Januar, in Fürth. Geplante Testspiele: 5. Januar bei Bayer Leverkusen, am 17. Januar gegen SV Darmstadt 98. Die Saison 2018 startet am Mittwoch, 24. Januar, mit der Auswärtspartie bei Arminia Bielefeld, dann bleiben der SpVgg noch 16 Spieltage, um sich vom Abstiegsplatz nach oben zu kämpfen. Ich denke mal, das ist zu schaffen. (Das Lokalderby gegen den 1. FC Nürnberg steigt am Samstag, 3. März 2018, um 13 Uhr im Max-Morlock-Stadion.)

Wenn sich die Kleeblattfans in den kommenden Monaten verstärkt dazu entscheiden könnten, ins Stadion im Ronhof zu gehen und ihrem Verein lautstark den Rücken zu stärken, dann könnte die Mannschaft nach gewonnenen Partien im Teamkreis vor dem Fanblock feiern (Foto: Sportfoto Zink). Und dann sollte diese bislang desolate Saison doch noch gut zu Ende gehen! Oder nicht?