Kleeblatt im alten Fahrwasser?

Schade, schade. Heute feiert die Spielvereinigung ihren 115. Geburtstag. Am 23. September 1903 wurde sie in der Gustavstraße gegründet. Und so hatten sich die angereisten Kleeblattfans beim Auswärtsspiel in Heidenheim auch eine passende Choreographie (Foto: Sportfoto Zink) vor dem Anpfiff ausgedacht. Der Verein hätte sich  dann auch über ein Punktegeschenk gefreut. Aber leider ist der gute Vorsatz voll daneben gegangen.
Trotz weitaus größeren Ballbesitzes in der ersten Spielhälfte gelang den Kleeblättern beinahe nichts. Es war komplett der Wurm drin. weiter lesen

Und laufen und laufen …

Ganz entspannt sind Kleeblattfans seit vergangenem Samstag: Nach dem 4:1-Heimsieg gegen Holstein Kiel rangiert die SpVgg ganz oben in der Tabelle der Zweiten Liga. Naja, seit dem gestrigen Erfolg des HSV in der nachgeholten Partie gegen Dynamo Dresden nicht mehr an der Spitze, sondern auf dem zweiten Platz. Aber immerhin!
Dass die Kleeblattprofis sich in dieser Saison wirklich engagieren, ist nicht zu übersehen. Da sind die Pässe endlich mal präzise, da ist man beim Spielaufbau originell, weiter lesen

Wir feiern! Das Kleeblatt hat’s geschafft!

Bis zur letzten Sekunde haben wir gezittert und gehofft, dass der FC Heidenheim nicht noch ein Tor in den Kasten von Sascha Burchert donnert. Aber dank des 6:2-Sieges des Aufsteigers (und Erstliga-Aspiranten) Holstein Kiel gegen Eintracht Braunschweig und vor allem durch das superspäte Tor von SV Darmstadt 98 gegen Erzgebirge Aue (86. Minute) schließt die Spielvereinigung auch mit dem 1:1-Unentschieden die Saison 2017/18 auf einem glücklichen 15. Tablellenplatz ab. Keine Relegation gegen den gefürchteten Karlsruher SC. Kein Abstieg in die Dritte Liga. Einfach Erleichterung. Der Verein, die Spieler (Foto nach dem Tor von Julian Green, Sportfoto Zink), wir Greuther-Weiber, viele Fürther feiern jetzt. Wir mit Champagner.

Offen gesagt hat fast jeder, den man in den letzten Tagen gefragt hat, nicht mehr an den Verbleib in der 2. Liga geglaubt. „So viel kann ich gar nicht hexen“, meinte meine Nachbarin heute lakonisch, deren magische Fähigkeiten dem Kleeblatt schon so manchen Sieg beschert haben. Verkäuferinnen beim Einkaufen schüttelten nur resigniert den Kopf. Sogar manch eingefleischte Club-Anhänger drückten heute dem Erzfeind Kleeblatt die Daumen und sprangen über ihren Schatten. Und Mitarbeiter der Spielvereinigung waren (unter vorgehaltener Hand) eher skeptisch und befürchteten das Schlimmste.

Wie dem auch sei: Das Kleeblatt hat’s geschafft. Dass es nach 34 Spielen mit jeweils 90 Minuten heute am Ende auf jede Sekunde ankam, ist symptomatisch. Dass der verletzungsbedingte Austausch von Maximilian Wittek und Kapitän Marco Caligiuri in der 83. Minute eine mögliche Achillesferse der Mannschaft hätte werden können, ein Albtraum. Dass Sascha Burchert auch heute wieder absolutes Engagement zeigte und mehrere Chancen der Heidenheimer mit tollen Paraden vereitelte, sollte niemand vergessen. Und wie die angereisten Kleeblattfans lautstark ihre Mannschaft anfeuerten, das war absolute Spitze!

Die Spielzeit ist vorbei. Ein sportliches Resumée ziehen wir in unserem Greuther-Weiber-Blog erst in der nächsten Woche. Wenn wir uns wieder beruhigt haben. Und die Anspannung von uns abgefallen ist. Und wir uns dann einfach nur auf ruhige Wochen bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland und dann auf einen Neustart fürs Kleeblatt in die Spielzeit 2018/19 freuen.

Laxe Spielvereinigung steht am Abgrund!

964 Blogbeiträge haben wir Greuther-Weiber seit Juli 2009 geschrieben. Wir haben alle Höhen und Tiefen der Spielvereinigung begleitet. Haben uns über den Aufstieg in die Bundesliga 2012 gefreut, den Abstieg ein Jahr später mit einem weinenden Auge kommentiert. Und uns viel „rund ums Kleeblatt“ einfallen lassen. Und immer schlug unser Herz weiß-grün. Auch wenn wir oft so empfunden haben wie auf dem Plakat oben zu lesen ist.

Aber jetzt – wenige Tage vor Ende der Saison 2017/18 – sind wir zum ersten Mal ernsthaft enttäuscht und gefrustet. Am kommenden Sonntag muss die SpVgg beim letzten Auswärtsspiel gegen den 1. SC Heidenheim unbedingt gewinnen und drei Punkte einfahren, um überhaupt noch eine Chance zu haben, in der Zweiten Liga zu bleiben. Bei einem Fürther Unentschieden und der Niederlage von Eintracht Braunschweig könnte sich das Kleeblatt auf den Relegationsplatz retten (das wäre für den Verein auch nicht leicht, denn der Gegner Karlsruher SC war schon immer eine harte Nuss). Diese Option bestünde auch auch bei einigen anderen Ergebnissen – wir gehen jetzt nichts ins Detail. Auf jeden Fall kann sich das Kleeblatt aus eigener Kraft nur mit einem Sieg vor dem Abstieg in die Dritte Liga retten.

Was uns in dieser Spielzeit und in der jetztigen Situation einfach nervt, ist die offensichtliche Laxheit und das mangelnde Identifikationsgefühl einiger Spieler, denen der Abstieg in die Dritte Liga offenbar am A… vorbei geht. Sie werden mit Sicherheit wenige Stunden nach dem Abstieg am Sonntag  ihre Berater kontaktieren und sondieren, welche anderen Vereine an ihnen interessiert sind. Wirklich engagiert scheinen einem Außenstehenden im Moment eigentlich nur Sascha Burchert, Maximilian Wittek und Marco Caligiuri.

Und auch die frohe Botschaft, die der Verein jetzt publiziert – dass wichtige Sponsoren wie Thomas Sommer und Martin Bauer der Spielvereinigung beim Abstieg die Treue halten und ihre Finanzspritzen nicht kündigen würden -, zeigt überdeutlich:  Selbst die Vereinsspitze glaubt wohl nicht mehr daran, dass das Kleeblatt zweitklassig bleibt.

Also, liebe Spieler, reißt Euch doch bitte am Sonntag in Heidenheim endlich mal am Riemen, wachst über Eure Möglichkeiten hinaus und siegt! Denn ein drittklassiges Kleeblatt ist für Fürth wahrlich kein Aushängeschild!

Magyars Tor macht Kleeblattfans glücklich

Nach dem fulminanten 4:0-Heimsieg gegen den FC St. Pauli vor zwei Wochen hat das Kleeblatt letzten Samstag gegen den MSV Duisburg wieder geschwächelt. Umso wichtiger sind die drei Punkte, die es heute gegen den 1. FC Heidenheim im Ronhof einfahren konnte. 1:0 lautete das Ergebnis nach dem Abpfiff.

Im Gespräch haben mich diese Woche zwei Fußball-Greenhorns gefragt, woran es in dieser Saison bei der Spielvereinigung eigentlich hakt. Ich brachte es schnell auf den Punkt: Grundsätzlich ist das Zusammenspiel bei den Fürthern harmonisch und effektiv. Die einzelnen Spieler haben durchaus Qualitäten und sind auch motiviert. Aber die Offensive hat im gegnerischen Strafraum oft kein Durchsetzungsvermögen, zu wirklichen Abschlüssen – sprich: Toren – kommt es einfach zu selten. So ähnlich war es auch heute wieder. Die Spielvereinigung agierte mit Mut und Können, aber wo war die Chancenverwertung? Und der FC Heidenheim hatte (Gott sei Dank!) einen schlechten Tag und musste nach zuletzt fünf ungeschlagenen Spielen (vier Siege, ein Remis) wieder mal eine Niederlage einstecken.

Schon in der sechsten Spielminute wäre es beinahe zum Kleeblatt-Tor gekommen: Jurgen Gjasula hatte sich einen Abpraller ergattert und scheiterte nur an einer starken Parade des Heidenheimer Keepers Kevin Müller. In der folgenden halben Stunde gelang den Gästen erst mal nicht viel. Als sie dann endlich Oberwasser hatten und verstärkt im Fürther Strafraum kämpften, waren es die Kleeblätter in der 28. Minute, die zu ihrem heiß ersehnten Treffer kamen: David Raums Pass und Gjasulas Abschluss wurde vom herausrennenden Müller und Timo Beermann erst mal geblockt. Doch Gjasula behielt seinen klaren Kopf, gab an Richard Magyar ab, der seinen Größenvorteil gegenüber Ronny Philp ausnutzte (Magyar ist neun Zentimeter größer) und aus fünf Metern zum 1:0 einköpfte. So lautete auch der Pausenstand.
Gut zehn Minuten nach dem Wiederanpfiff hätte die SpVgg fast das 2:0 gemacht. Aber Khaled Nareys starker Lauf war nicht vom Erfolg gekrönt, und Julian Greens Kopfball scheiterte an Keeper Müller. Insgesamt bleib der heutige Angstgegner FC Heidenheim in den Zweikämpfen zu zaghaft. Echte Chancen hatten vielmehr die Kleeblätter. Aber – wie oben kritisiert – die Chancenverwertung klappte eben nur mäßig! Bis vor das gegnerische Tor spiel(t)en sie stark, bei vermeintlich todsicheren Gelegenheiten sind die Jungs aber einfach zu lax.

Am Ende reichte es heute durch den einen Treffer von Magyar (der sich nach Spielende richtig freute, Foto: Sportfoto Zink) für drei ganz wichtige Punkte. Mit insgesamt 17 Punkten nähert sich die Spielvereinigung wieder den Nicht-Abstiegsplätzen. Der SV Darmstadt 98 hat gegen Erzgebirge Aue verloren und liegt nach 17 Spielen nur einen Punkt vor dem Kleeblatt auf Tabellenrang 16. Und genau diese Darmstädter sind die Gegner der SpVgg beim letzten Heimspiel des Fußballjahrs 2017 am nächsten Sonntag, 17. Dezember. Hoffentlich kommen dann mehr Zuschauer ins Stadion als heute: Gerade mal 6965 Zuschauer waren da – ein Armutszeugnis!

Am Sonntag ist wieder Kleeblatt-Time

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Am nächsten Sonntag ist endlich wieder „Kleeblatt-Time“. Die Länderspielpause seit dem Heimsieg gegen den VfB Stuttgart ist dann vorbei. Allerdings – und da werde ich vielen Fußballfans aus dem Herzen sprechen: Die beiden Länderspiele waren unterhaltsam. Vor allem das Frendschaftsspiel gegen England war teilweise hoch emotional. Als Lukas Podolski bei seinem Abschiedsspiel in der Nationalmannschaft seine Begrüßungsworte sprach, das hatte was. Und nach seinem Traumtor in der 69. Minute – das 49. in seiner Länderspiellaufbahn – schwappten die Gefühle im Dortmunder Stadion und bei den Zuschauern vor den Fernsehgeräten über. Poldi – Du hast die Fußballszene bereichert und bist ein echt toller Typ! (Angeblich will Poldi, bevor er nach Japan geht, im Sommer noch eine Eisdiele eröffnen. Dazu wünschen wir ihm eine Extra-Portion Glück!)

Ob die Auswärtspartie der Spielvereinigung am 2. April gegen den 1. FC Heidenheim ähnlich spannend wird, muss man sehen. Das Kleeblatt ist immerhin seit sieben Spielen ungeschlagen und steht momentan auf dem sechsten Tabellenplatz. Der 1:0-Sieg gegen den (damaligen) Tabellenführer VfB Stuttgart war Balsam auf die Seelen vieler Fürther Kleeblattfans. Die sportliche Leistung verbessert sich kontinuierlich. Die Mannschaft hat sich inzwischen mehr und mehr aufeinander eingespielt, das Konzept von Trainer Janos Radoki geht offensichtlich auf. Er gibt immer wieder auch jungen Spielern die Chance, sich in einem Zweitligaspiel zu bewähren. „Alte Hasen“ wie Robert Zulj, Niko Gießelmann und Marco Caligiuri sind eine sichere Bank. Und die (hoffentlich) baldige Rückkehr von Jurgen Gjasula (nach langem krankheitsbedingtem Ausfall) könnte dem Team einen Schub geben.
Es sind noch neun Spiele bis zum Saisonende am 21. Mai im Fürther Ronhof, wenn das Kleeblatt zum krönenden Abschluss gegen Union Berlin antritt – den aktuellen Tabellenführer. Die Gegner bis dahin sind mit z.B. Eintracht Braunschweig und Dynamo Dresden keine leichten, aber äußerst attraktiv. Vielleicht – und da werden so manche wieder sagen, wir Greuther-Weiber sehen die SpVgg manchmal zu sehr durch die rosarote Brille – wird nach dem Abpfiff des letzten Spiels der Saison 2016/17 der Berliner Kiezverein in die Bundesliga aufsteigen. Und das Kleeblatt steht dann womöglich wieder einmal auf dem Relegationsplatz…

0:2 – Ein Spiel zum Vergessen

SpVgg Greuther Fürth - FC HeidenheimDas war  heute nicht der Tag der beiden fränkischen Zweitliga-Mannschaften: Der 1. FC Nürnberg verlor auswärts gegen Eintracht Braunschweig mit 1:3. Und die Spielvereinigung  musste sich nach der 4:2-Klatsche bei Arminia Bielefeld heute mit einem 0:2 im heimischen Sportpark Ronhof geschlagen geben.
Das erste Tor des Aufsteigers 2014/15 1. FC Heidenheim fiel schon in der 6. Minute. Kapitän Marc Schnatterer, der zu einem der besten Akteure des Spieles werden sollte, hatte praktisch Narrenfreiheit. So war er auch der Initiator der frühen Führung: Nach einer pfeilgenauen Schnatterer-Flanke von rechts wirkte der Kleeblatt-Keeper Sebastian Mielitz wie ein aufgeschrecktes Huhn im Fünfmeterraum. Und Sebastian Heidinger stand auf der Leitung, so dass Robert Leipertz aus geringer Entfernung locker zum 0:1 für die Gäste einköpfte.
Trotz einiger mittelguter Chancen hatte das Kleeblatt heute Glück, dass auch die Heidenheimer nur mit Wasser kochten. Keine der beiden Mannschaften zeigte echte fußballerische Qualitäten im Abschluss. Der nach seiner Sperre (vier Spiele) heute wieder eingesetzte Jurgen Gjasula war aus dem Mittelfeld als Stratege unterwegs. Er gab dem Fürther Angriff ab und zu Drive, aber ohne Erfolg. Vielmehr machte das Team aus Heidenheim das zweite Tor: Nach einem Freistoß in der 57. Minute flog der Ball ans linke Fünfereck, Denis Thomalla war schneller als Heidinger (schon wieder!) und köpfte anschließend ein.
Was ist seit zwei Spielen mit dem Kleeblatt eigentlich los? Die Defensive um Marco Caligiuri glänzt durch Phlegma und wenig Initiative. Da stehen mehrere Kleeblattspieler im eigenen Strafraum, die Gegner schießen sich seelenruhig Pässe zu und bauen ihren Angriff auf. Da wird nicht interveniert, man geht nicht dazwischen. Pressing scheint für die Spielvereinigung zum Fremdwort geworden zu sein. Und dann schimpft ein manchmal überforderter Sebastian Mielitz wie in Rohrspatz mit seinen Kollegen, für deren Laschheit er die Kohlen aus dem Feuer holen muss. Und dann eben auch nicht immer alles halten kann.
Der Angriff mit Robert Zulj und Jurgen Gjasula ließ heute szenenweise erahnen, was die zwei drauf haben. Hoffentlich legen sich die beiden nicht nur deshalb so ins Zeug, weil sie im Hinblick auf einen Vereinswechsel mit guten Leistungen glänzen wollen. Aber wer könnte ihnen das verdenken?
Die Spielvereinigung rangiert zwei Spiele vor Saisonende auf dem zehnten Tabellenplatz. Mit Tendenz nach unten? Die beiden letzten Begegnungen – am 8. Mai gegen den 1. FC Kaiserslautern und am 15. Mai zu Hause gegen Sandhausen – wird das Kleeblatt wohl noch hinter sich bringen. Die Fans im Ronhof waren so positiv bei bestem Wetter in die Partie gestartet (Foto: Fankurve mit Spielball vor dem Anpfiff), aber dann pfiffen sie die Spieler gnadenlos aus. Trainer Stefan Ruthenbeck hat in dieser Spielzeit gute Arbeit geleistet und zwischenzeitlich zeigte das Kleeblatt auch, was es alles kann. Aber die letzten beiden Spiele waren – einfach zum Vergessen!

Goran Sukalo – unser Mann des Tages!

FC Heidenheim - SpVgg Greuther FürthBuchstäblich in der allerletzten Sekunde gewann heute die Spielvereinigung gegen den 1.FC Heidenheim. Ein glücklicher und wichtiger Sieg, die Mannschaft freute sich überschwänglich (Foto). Kein leichter Auswärtssieg. Obwohl die Partie ja vielversprechend begonnen hatte. Denn schon in der vierten Minute traf Goran Sukalo – der „Ersatz“ für den wegen fünf Gelber Karten gesperrten Jurgen Gjasula – nach einer Ecke von Rober Zulj  zum 1:0 gegen die Heidenheimer. Ein gelungener Start ins Spiel. Doch dann vergab das Kleeblatt, obwohl es eigentlich die dominierende Mannschaft war, weitere Möglichkeiten, Tore zu machen. Das wäre unbedingt wichtig, denn die beiden hohen Niederlagen gegen den VfL Bochum und SC Freiburg (mit zehn Gegentoren) könnten den Fürthern unter Umständen am Ende der Saison den Hals kosten.

Aber zurück zum heutigen Spiel. Ein 1:0 ist natürlich ein schmaler Vorsprung. Auch heute. Und prompt gelang Robert Leipitz  in der 64. Minute der ersehnte Ausgleich für den FC Heidenheim. Lange Gesichter bei den zirka 1000 Kleeblattfans (von insgesamt 11 300 Zuschauern) in der Voith-Arena. Nach einer halben Stunde war die Partie wieder auf Null gestellt. Trainer Stefan Ruthenbeck versuchte mit zwei Wechseln frisches Blut ins Fürther Team zu pumpen. Aber weder Stephan Schröck noch Tom Weilandt fielen auf, sie konnten einfach keinen Stich machen. Die Begegnung drohte mit einem Unentschieden zu enden. Aber dann geschah in der allerletzten Spielsekunde die letzte Aktion des Spiels: Robert Zulj brachte einen Freistoß ins Zentrum – und noch einmal war Goran Sukalo der Abnehmer, der mit seinem  Kopf dran war. Der Ball landete im linken Eck. Und das Kleeblatt gewann mit 2:1 und kann glücklich drei Punkte mit nach Hause nehmen.

Die Spielvereinigung steht jetzt mit sieben Siegen und 24 Punkten auf dem fünften Tabellenplatz der Zweiten Liga. Am kommenden Freitag, 27. November, empfängt sie zu Hause den 1. FC Kaiserslautern. Ich hoffe auf viele Zuschauer im Ronhof. Mein Tipp: Erst trinkt man einen zünftigen Bio-Glühwein auf dem Mittelaltermarkt auf der Fürther Freiheit. Und dann macht man kräftig Stimmung im Stadion. Dann wäre ein Heimsieg doch die richtige Konsequenz.

Der Abstieg ist fürs Kleeblatt verdammt nah!

1. FC Heidenheim - SpVgg Greuther Fürth„Was vom Tage übrig blieb“ ist ein Roman des britischen Schriftstellers Kazuo Ishiguro aus dem Jahre 1989, Mitte der 90er Jahre von James Ivory mit Emma Thompson und Anthony Hopkins verfilmt. Was für Kleeblattfans zu Hause und 1500 angereiste Anhänger heute vom Tage übrig bleibt, ist die bittere Erkenntnis, dass die Spielvereinigung nach der verdienten 0:3-Niederlage gegen den FC Heidenheim am tiefen Abgrund des Abstiegs in die Dritte Liga steht.

Nach dem 3:0-Sieg in der letzten Woche gegen Fortuna Düsseldorf waren so etwas wie optimistische Impulse durch die Mannschaft und die Anhänger der SpVgg gegangen. Das Kleeblatt kann es noch: Fußball spielen, Tore schießen und siegen. Aber heute war alles wieder wie in den vergangenen Monaten. Nach einer einigermaßen guten ersten halben Stunde gelang den Heidenheimern aus dem Nichts das 0:1: Eine ziemlich konfuse Szene vor Wolfgang Hesls Tor, Robert Zulj klärte noch auf der Linie, aber Tim Göhlert machte dann doch den Treffer. Und drei Minuten vor der Halbzeitpause erhöhten die Zweitliga-Aufsteiger zum 2:0! Drei Fürther Spieler bekamen den Heidenheimer Kapitän Schnatterer in der Mitte nicht unter Kontrolle, der spielte den Pass auf den mitgelaufenen Heise. Und der Verteidiger machte den Treffer.

Wie so oft in dieser Saison ging die SpVgg mit einem Rückstand in die Pause. Aber es sollte noch dicker kommen: In der 48. Minute zog Robert Zulj die Notbremse und wurde postwendend mit der Roten Karte bestraft. Schlimmer noch: Die Heidenheimer verwandelten den verhängten Foulelfmeter. So lag das Kleeblatt innerhalb von knapp 50 Minuten mit 0:3 zurück. Auch Trainer Mike Büskens (Foto) muss sich jetzt ernsthaft Sorgen machen.
Bis zum Schlusspfiff fiel den Kleebläattern dann nicht mehr viel ein. Zu harmlos, zu schlapp und ohne Kampfkraft spulten sie die Minuten runter. Stephan Fürstner, der bekanntlich in der nächsten Spielzeit zu Union Berlin wechseln wird, bäumte sich als einer der wenigen verzweifelt gegen einen weitere Niederlage auf. Und Torwart Wolfgang Hesl war es letztlich zu verdanken, dass die Niederlage nicht noch höher ausfiel.

Ohne schwarz malen zu wollen: Die SpVgg hat es im letzten Heimspiel am Sonntag, 17. Mai, mit dem Aufsteiger SV Darmstadt zu tun. Die wollen unbedingt in die Erste Bundesliga aufsteigen, sei es direkt oder zumindest über den Relegationsplatz. Das heißt: Sie werden dem Kleeblatt nichts schenken! Und das letzte Auswärtsspiel bei RB Leipzig wird mit Sicherheit auch kein Zuckerschlecken. Wie gesagt: Ich male nicht gerne schwarz. Aber das Kleeblatt war dem Abstieg schon lange nicht mehr so nahe wie heute.
Und noch eine Hiobsbotschaft. Das Tierorakel Daisy lag heute nach zwei richtigen Tipps auch voll daneben!

Fürs Kleeblatt geht’s (mal wieder) ums Ganze

Morgen steht der Spielvereinigung keine leichte Begegnung bevor. Die Partie gegen den 1. FC Heidenheim ist das drittletzte Spiel in dieser verkorksten Saison. Und nachdem gestern 1860 München und der VfR Aalen gewonnen und jeweils drei Punkte eingefahren haben, darf sich das Kleeblatt im Abstiegskampf keinen Schnitzer erlauben.

Der FC Heidenheim liegt aktuell auf dem 10. Tabellenplatz. Ein großer Erfolg für den Aufsteiger aus der 3. Liga. Haben die Heidenheimer eigentlich eine Fußball-Vergangenheit? Sie meinen: ja! Zur ihrer „langen Tradition“ steht das auf deren Homepage:

„1910 schlossen sich Voith-Ingenieure zusammen, beendeten das wilde Spiel ohne Regeln auf Wiesen und brachten unter dem Namen VfB Heidenheim erste Strukturen in den Heidenheimer Fußball. Seither erlebte die beliebteste Sportart Deutschlands in der Stadt an der Brenz jede Menge sportliche Höhen und Tiefen. Und das unter den verschiedensten Namen.
Alle Vereine oder Abteilungen beriefen sich jedoch auf das Gründungsjahr 1846, in dem zugegebenermaßen noch keiner an Fußball dachte, nicht einmal im Mutterland des Fußballs, in England. Auch der neue Verein, 1. FC Heidenheim 1846, knüpft an die langjährige Tradition des Sports in Heidenheim an und möchte die Geschichte des Fußballs in Heidenheim weiterschreiben“

Nun denn. Ab 13. 30 Uhr wird es am Sonntag in der Voith-Arena heiß hergehen. Aus Fürth machen sich morgen früh 15 (vom Verein finanzierte) Busse mit 1500 Fans auf den Weg in die Ostalb. Und zirka um 15.15 Uhr wissen wir dann mehr: Hat sich das Kleeblatt den Klassenerhalt in der Zweiten Liga gesichert? Oder heißt es weiter: Zittern und Daumen drücken? Denn eines ist klar: Die beiden verbleibenden Spiele gegen den SV Darmstadt 98 und RB Leipzig werden hart.
By the way: Vor dem Spiel wird das Tierorakel Daisy wieder ihr Bestes geben. Ich kaufe jetzt auf dem Fürther Wochenmarkt schon mal das nötige Hackfleisch ein.