Glanzlicht auf die Gründungsstätte des Kleeblatts

21 Gebäude in der Innenstadt werden anlässlich des Festjahres „200 Jahre eigenständig“ am kommenden Samstag, 10. November, von 18 bis 23 Uhr, von Künstlerinnen und Künstlern illuminiert. Ein für die Spielvereinigung und alle Kleeblattfans besonders geschichtsträchtiges Gebäude ist auch dabei: das Gasthaus „Zum Alten Rentamt“ (Foto: KH) in der Gustavstraße 61 Dort führt die Spielvereinigung Greuther Fürth bei der künstlerischen Beleuchtung am Samstag selbst Regie. In dem Anwesen wurde am 23. September 1903 die Spielvereinigung Fürth (heute Spielvereinigung Greuther Fürth) als Unterabteilung des TV 1860 Fürth gegründet; sie erlangte drei Jahre später ihre vollständige Eigenständigkeit vom Hauptverein.
Seit ihrer Gründung 1903 ist die Spielvereinigung ja mit ihrer Heimatstadt eng verbunden, viele Höhen und Tiefen haben der traditionsreiche dreifache Deutsche Meister und seine Stadt zusammen durchlebt. Sie teilen sich auch das Wappen – nicht viele Vereine in Deutschland tun das. So ist es kein Wunder, dass man in ganz (Fußball-) Deutschland „Das Kleeblatt“ mit der SpVgg und mit Fürth assoziiert. Und mittlerweile ist die SpVgg Greuther Fürth weit über die Grenzen Frankens hinaus zum Imageträger Nummer eins der Kleeblatt-Stadt geworden.
Ihren Anfang nahm die Geschichte der SpVgg in der Gustavstraße, wo die Familie eines der Gründungsmitglieder eine Gastwirtschaft betrieb. Die „Restauration Balzer“ (heute „Zum Alten Rentamt“) wurde zum Ort der historischen Versammlung, in deren Verlauf die SpVgg Fürth 1903 gegründet wurde. Drei Jahre später dann machte sich die SpVgg selbstständig. Auch wenn die Vereinslokale in den vielen Jahren danach immer wieder wechselten – die Gustavstraße ist nach wie vor der Treffpunkt für Kleeblattfans vor und nach Spielen im Fürther Ronhof. So auch 2012 als die Spielvereinigung erstmals den Aufstieg in die Bundesliga schaffte. Hier wird gerne – oft auch mit Anhängern der Gästemannschaften – das eine oder andere Glas Grüner-Bier konsumiert. Man feiert mitten im Herzen Fürths.

Lasst Euch also am Samstag die Fürther Glanzlichter nicht entgehen. Fürther, Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, die Kleeblattstadt aus einer völlig neuen Perspektive zu entdecken.

Morgen gefühltes Endspiel fürs Kleeblatt

Zwei Spiele muss das Kleeblatt in einer unterm Strich desolaten Saison 2017/18 noch absolvieren. Die morgige Begegnung mit dem MSV Duisburg im Fürther Ronhof hat Endspiel-Charakter. Die Duisburger sicherten sich letzte Woche mit einem 4:1-Sieg gegen Jahn Regensburg den Klassenerhalt und rangieren jetzt auf Platz sieben. Die Zebras darf man auf keinen Fall unterschätzen – mit 48 Toren sind sie ziemlich erfolgreich. Und: Sechs Siege, zwei Remis, drei Niederlagen lautet die Heimspiel-Statistik zwischen der SpVgg und dem MSV Duisburg in der Zweiten Liga. Die Tordifferenz ist mit 20:19 Treffern dagegen ausgeglichen. Es fallen – wenn die Zebras beim Kleeblatt zu Gast sind – im Schnitt 3,5 Tore! Wird das vielleicht ein torreiches Spiel?

Wie in vielen Jahren, wird der morgige Tag – das letzte Heimspiel – in Fürth mit zwei Events eingeläutet: Dekan Jörg Sichelstiel lädt um 10 Uhr viele Kleeblatt-Fans zum Gottesdienst in die St. Michael Kirche. Und ab 10.30 Uhr hat die aktive Fanszene des Kleeblatts einen gemeinsamen Frühschoppen organisiert. Die Kleeblattanhänger fordern: „Lasst uns in dieser schwierigen Situation nochmals ein Stückchen näher zusammenrücken!“ Klingt gut, dank der späteren Anstoßzeit (15.30 Uhr) bleibt dafür auch genug Zeit. Das morgige Motto lautet: „Alle im Trikot, mit Fahne und Schal“. Also wird’s ab 10.30 Uhr in und vor den Kneipen der Gustavstraße ganz schön abgehen, die Emotionen sind aufgrund der prekären Situation der Spielvereinigung ja ohnehin auf Kante genäht!

Und ab 13.30 Uhr geht’s dann gemeinsam zum Ronhof. Das Stadion wird aller Voraussicht nach bestens besucht sein. Ganz wichtig für die Stimmung beim Spiel, denn der „zwölfte Mann“ – Fans und Anhänger mit ihrer Choreographie, ihren Anfeuerungsrufen und Gesängen – wird die Mannschaft in diesem wichtigen Spiel lautstark unterstützen.

Alle, deren Herz auch nur ein bißchen fürs Kleeblatt schlägt, halten morgen alle Daumen, damit das Team drei entscheidende Punkte einfährt. Und so dem drohenden Abstieg in die dritte Liga noch um ein Haar entgehen kann.

Eddy auf dem Fürther Grafflmarkt

Am morgigen Freitag und am Samstag ist es wieder so weit: Mitten in der Fürther Altstadt bieten ab 16 Uhr auf dem berühmten Fürther Grafflmarkt Leute nützliche, oft merkwürdige Utensilien feil, die sie auf ihrem Dachboden gefunden haben oder von denen sie sich endlich trennen wollen. Hier kann man interessante Schnäppchen für wenig Geld ergattern. Da hat schon so mancher die Erbstücke der Oma verkauft oder ein altes Reklameschild der Brauerei Geismann aus Fürth erstanden.

Natürlich ist auch in diesem Jahr wieder für Kleeblattfans etwas dabei. Das Fanmobil der Spielvereinigung ist am Freitag (16 – 22 Uhr) und Samstag (8 – 16 Uhr) wieder vor Ort. Wer möchte, kann dort zwischen einer breiten Auswahl an Trikots und vielen witzigen Fanartikeln zu echten Superpreisen wählen. Die Angebote gelten, solange der Vorrat reicht.
Eingefleischte „Grafflmarktbesucher“ kennen den Stellplatz des weiß-grünen Fanmobils. Für Newcomer: Der Verkaufsstand steht in der Gustavstraße 65 direkt auf dem „Grünen Markt“ und liegt praktisch im Herzen der Altstadt.
Ein weiteres Highlight: Maskottchen „Eddy“ war ja im Urlaub und kommt rechtzeitig zurück, um morgen möglichst viele Besucher rund um das Fan-Mobil zu treffen. Wer noch kein Selfie mit Eddy gemacht hat: Beim Grafflmarkt habt Ihr Gelegenheit zu einem Schnappschuss mit dem grünen Kleeblatt-Drachen.

3:0 – Ein Befreiungsschlag fürs Kleeblatt

SpVgg Greuther Fürth - Eintracht BraunschweigEin Kantersieg war’s nicht. Gefühlt aber schon! Das Kleeblatt hat zu Hause Eintracht Braunschweig mit 3:0 besiegt. Und für Fürther Verhältnisse war das mal ein „haushoher Sieg“. Ich habe 3:0 getippt und endlich, endlich auch mal Recht behalten.
Die Matchwinner bei der heutigen Begegnung im Sportpark Ronhof hießen Robert Zulj (der zwei Tore machte) und Marco Stiepermann (er schoss das 2:0 in der 58. Minute). Aber insgesamt war es eine tolle Mannschaftsleistung. Keeper Sebastian Mielitz und Niko Gießelmann mausern sich zum echten Team. Und Jurgen Gjasula hat mit seinen perfekten Freistößen die Traumvorlagen für die beiden Zulj-Tore geliefert.

Ich finde die Entscheidungen von Trainer Stefan Ruthenbeck mutig und konsequent. Er lässt sich nicht beirren, sondern setzt auf einen (inzwischen erfolgreichen) Angriff und – aber das war heute nicht so entscheidend – eine effektive Abwehr. Von außen betrachtet ist Ruthenbeck der absolut richtige Coach für die Spielvereinigung: Er strahlt Ruhe aus, lässt sich auch von Rückschlägen nicht nachhaltig beeindrucken. Und er gibt der Mannschaft offenbar wieder Selbstvertrauen.

Während des Spiels im Ronhof kamen die Zwischenergebnisse der parallelen Begegnungen rein: Der SC Paderborn schoss ein Tor nach dem anderen gegen St.Pauli, und gewann dann letztlich doch „nur“ mit 4:3. Und der 1. FC Nürnberg machte Arminia Bielefeld mit 4:0 platt. Armer Wolfgang Hesl – ein schwarzer Tag für den Fürther Ex-Keeper!

Also: Die Spielvereinigung ging heute mit einem souveränen 3:0-Sieg vom heimischen Platz (übrigens präsentierte sich zum ersten Mal das Stadion ohne Haupttribüne). Und ist aktuell auf den sechsten Tabellenplatz der Zweiten Liga hochgerutscht. Wenn das nichts ist!?

Wir feiern heute mal ausgelassen in der Gustavstraße (oder auch woanders) mit Mumm-Sekt oder Grüner-Bier. Und freuen uns auf die nächste Begegnung am Sonntag, 20. März, gegen den VfL Bochum. Der liegt im Moment einen Platz vor dem Kleeblatt und wird sich ins Zeug legen, die Spielvereinigung in Grund und Boden zu spielen. Aber da haben sie sich verrechnet! Wetten?

Schaifala Scheibn “ Kleeblatt “ oder Rinderfilet „Ronhof“ ?

PfeifndurlaKlar, die Wahl zwischen einem „Pfeifndurla Helles“ und dem „Pfeifndurla Weizen“ fällt schwer. Vor allem, wenn man so richtig durstig ist. Egal, beides schmeckt. Sogar Clubfans! Greuther-Weiber haben – wie alle anderen Menschen auch – einmal im Jahr Geburtstag. Dieses Jahr wollte ich nicht groß feiern, sondern einfach mit ein paar Freunden gemütlich Essen gehen. Ich hatte das „Pfeifndurla“ ausgewählt, weil es zu den typischen Fürther Lokalen gehört und auch eine Fürther Fußball-Tradition hat. Also der Treffpunkt für Greuther-Weiber und deren Freunde.  Unsere Gruppe hatte ein perfekte Größe: Wir waren elf Personen, genau eine Fußball-Mannschaft.

Letztes Wochenende war es dann so weit: Den Tisch hatte ich noch etwas weiß-grün aufgepeppt (Foto) – die Gäste konnten kommen. Das „Pfeifndurla“ in der Fürther Gustavstraße ist meiner Ansicht nach etwas Besonderes, Uriges. Wirt Harald Walter hat die Fleischgerichte, die er ruhig und gekonnt auf dem offenen Buchenholz-Grill bis zur richtigen „Reife“ grillt, mit bedeutungsträchtigen Namen versehen: Die Steaks vom Buchenholzgrill sind – so in der Speisekarte nachzulesen – „ca. 200 Gramm schwer und stammen aus fränkischen Betrieben, teilweise ist uns auch der Vorname des Tieres bekannt.“ Man hat die Wahl zwischen z.B. der Fusionsplatte „Frank Türr“, dem Schweinerückensteak „Charly Mai“ oder einem Filetspiess „Hooligan“. Ich habe mich für das Roastbeef mit doppelter Meisterwürze „Hans Prinz Hagen“ und Ofenkartoffel entschieden. Es hat fabelhaft geschmeckt. Mit dem Namen konnte ich erst mal nichts anfangen, aber eine Freundin – selbst Kleeblattfan mit der „Kleeblatt-App“ auf dem IPhone – hat gegoogelt und schnell herausgefunden, dass der Mittelfeldspieler Hans Hagen (1894 in Fürth geboren), der später aber auch als Abwehrspieler eingesetzt wurde, vom FC Schneidig Fürth zur Spielvereinigung kam. Mit diesem Verein feierte er große Erfolge. Hagen galt als temperamentvoll und grimmig, war aber läuferisch stark und elegant in der Ballführung.

Zurück zum Geburtstagsessen: Keiner von uns konnte nach seinem Hauptgericht noch ein Gehäckbrot „Blutgrätsche“ oder das Käsgmantschi mit Bauernbrot „Gelbe Karte“ nachschieben. Außer einem Nachtisch und einem „regionalen Brand“ ging nichts mehr. Auf jeden Fall ein gemütliches Altstadt-Lokal mit echtem Flair. Speis‘ und Trank sind hervorragend, der Wirt ist nett und ist in jedem Moment die Ruhe selbst.
Insgesamt bleibt mir mein Geburtstagsessen in bester Erinnerung. Beim Abschied habe ich den Wirt gefragt, warum die Steaks keine Namen aktueller Spieler tragen. „Na, die sind doch schnell wieder weg vom Fenster“. Recht hat er. Wenn Ihr wissen wollt, wie das „Pfeifndurla“ zu seinem Namen kam, das könnt Ihr hier nachlesen.

Derbysieger-Shirts auf dem Grafflmarkt

Derbysieger-Shirt_2015Ab heute 16 Uhr steht die Fürther Altstadt wieder ganz im Zeichen des „Grafflns“. Bis morgen Nachmittag findet dieser Flohmarkt der Superlative statt, auf dem man viele interessante Schnäppchen für wenig Geld ergattern kann. Da hat schon so mancher das Tafelsilber der Uroma verkauft, ein altes Reklameschild der Humbser-Brauerei aus Fürth erstanden oder eine literarische Antiquität gefunden. Auf dem Grafflmarkt kann also jeder seine Sammelwut befriedigen. Ich habe vor  20 Jahren für damals 98 Mark eine wunderschöne Trompete gekauft. Alle Kinder, die mich besuchten, haben versucht, mit ihr Töne hervorzubringen. Was den meisten besser gelungen ist als mir.

Diesmal können sich außerdem alle Kleeblatt-Fans freuen, denn die Spielvereinigung ist zum ersten Mal mit einem „Fanmobil“ auf dem Grafflmarkt vertreten. Neben einem breiten Sortiment an Kleeblatt-Fanartikeln – wie den aktuellen Trikots, Schals, Kappen oder Fahnen – ist dort auch das aktuelle Derbysieger-Shirt im freien Verkauf erhältlich. Das fränkische Derby hat das Kleeblatt ja am vergangenen Sonntag mit 3:2 gegen den Club gewonnen. Und natürlich lässst man es sich als echter Kleeblattfan nicht nehmen, diesen Sieg auch nach außen hin zu zeigen. Ob mit Shirt oder Derby-Sieger-Schal, für jeden ist was Passendes dabei. Das Shirt und der Schal gibt es dann ab morgen auch in den Fanshops zu kaufen. Beide Fanartikel sind nur in limitierter Auflage erhältlich, also nur solange der Vorrat reicht!

Das „Kleeblatt-Fanmobil“ steht heute von 16 bis 22 Uhr und am morgigen Samstag von 9 bis 16 Uhr direkt auf dem Marktplatz (Standplatz 117) im Übergang zwischen König- und Gustavstraße.

Holt ihn morgen: den Derbysieg!

Morgen um 13.30 Uhr ist im Fürther Ronhof Anpfiff zum 259. Lokalderby. Alle fiebern dem Moment entgegen, wenn der Fight der beiden benachbarten  Fußballteams mit der längsten Derby-Tradition losgeht. Heute war in der gesamten Fürther Innenstadt noch Ruhe, eingefleischte Fans sind wohl im Energiespar-Modus. Sie machen vielleicht noch ein paar Yogaübungen oder trinken ein kühles „Grüner“, um morgen optimal relaxt zu sein.

Vor ausverkauftem Haus steigt das Fußballfest in einer ganz speziellen Atmosphäre. Für eine entspannte Anfahrt wird allen Stadionbesuchern eine frühzeitige Anreise empfohlen. Einlass ins Stadion ist ab 11.30 Uhr. Schon um 11 Uhr startet am Rathaus der Marsch der Kleeblattfans in Richtung Ronhof, Busse haben in dieser Zeit auf der Strecke auf der Ludwigsbrücke nichts verloren, ein Mini-Verkehrschaos ist möglich.

Das Wetter für morgen ist gut vorhergesagt. Trotzdem würde ich niemandem empfehlen, um die Mittagszeit mit Kind und Kegel den Radweg an der Pegnitz entlang von Nürnberg nach Fürth oder umgekehrt zu fahren. Man hätte nämlich wenig zu lachen: Viele Clubfans machen sich mit den Fahrrädern auf den Weg nach Fürth, um sich die Parkplatzsuche zu ersparen. Ob sie wirklich die geplante Route vom Westfriedhof über die Hans-Böckler- und Hans-Vogel-Straße einschlagen, bleibt abzuwarten. Viele werden den romantischeren Weg am Fluss entlang vorziehen.

Ob es beim Aufeinandertreffen der „verfeindeten“ Mannschaften dann heiß hergeht – wir werden sehen. Beide Teams haben mit ihren sportlichen Leistungen in der bisherigen Zweitliga-Saison ja nicht gerade geglänzt. Vielleicht wird das morgen anders. Die Tipps in meinem Freundeskreis variieren von einem deutlichen Sieg der Kleeblätter (ähnlich wie vor einem guten Jahr mit dem berühmten 5:1) bis zum faden 0:0-Unentschieden. Ich bin optimistisch: Ich erwarte eine hochklassige Begegnung mit einem knappen Fürther Sieg. Und wo wird der gefeiert? In der Gustavstraße – oder beim 9-jährigen Jubiläum des Babylon-Kinos am Fürther Stadtpark.

Asamoahs aktive Fußballer-Karriere ist zu Ende

Asamoah - LesungGerald Asamoah, eine der Galionsfiguren der Kleeblatt-Aufstiegstour 2011/12 in die Bundesliga hat seine Profi-Karriere nach 18 Jahren definitiv beendet. Am Samstag vor einer Woche stand Asa zum letzten Mal als aktiver Spieler auf dem grünen Rasen, der ihm so viel bedeutet und sein Leben bestimmt hat: Beim Regionalliga-Spiel zwischen der zweiten Mannschaft des FC Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach II, das Asa’s Mannschaft mit 2:1 gewann.

„Es war eine geile Zeit“, blickt der 36-Jährige in einem Interview des Sportmagazins „kicker“ auf seine Karriere zurück.

„Schalke ist eine Religion, eine große Familie. Und ich bin ein Teil davon geworden. Ich wusste in diesem Verein zu jeder Zeit, dass alle hinter mir stehen und mein Herz hier hingehört. Die Fans haben mich im Laufe der Jahre in ihr Herz geschlossen. Andersherum ist das genauso der Fall. Im Nachhinein kann ich meine Spielzeiten bei anderen Klubs nur als Ausflüge bezeichnen.“

Unvergesslich ist für Kleeblattfans allerdings sein „Ausflug“ zur Spielvereinigung: Asamaoh kam im Januar 2012 nach Fürth und war im Team des damaligen Trainers Mike Büskens einer der Motoren, als es galt, das Image der „Unaufsteigbaren“zu widerlegen. Die SpVgg verpflichtete den Vater von drei Kindern (darunter Zwillinge), und bereits bei seinem Ligapflichtspieldebüt – am 12. Februar 2012 gegen den SC Paderborn – konnte Asamoah zwei Tore zum 5:1-Endstand beitragen. Am Ende dieser Spielzeit gelang dann der heißersehnte Aufstieg der SpVgg in die Erste Liga. Obwohl Asamoah nach dem schnellen Abstieg der SpVgg nach nur einer Saison in der Zweiten Liga oft nur auf der Bank Platz nehmen durfte, war er in der Hinrunde der Spielzeit 2012/13 Stammspieler. Sein zum 30. Juni 2013 auslaufender Vertrag hier in Fürth wurde jedoch nicht verlängert. Schade, dass die Spielvereinigung ihn eher sang- und klanglos verabschiedete. Immerhin hatte Asa in 27 Spielen fünf Tore geschossen.

Wir haben im Greuther-Weiber-Blog mehrmals über Gerald Asamoah geschrieben. zum Beispiel über seinen Auftritt in der Fürther Cömodie, wo er sein Buch „Diese Weg wird kein leichter sein“ vorstellte (Foto). Das war genauso ungewöhnlich wie sein Engagement bei einer Gedenkfeier zur Reichspogromnacht in der Fürther Geleitsgasse. Asamoah wurde in der „Nacht aller Nächte “ in der Fürther Gustavstraße – als im April 2012 klar war, dass die Spielvereinigung in die Erste Liga aufsteigt, und er im Fenster des „Gelben Löwen“ stand  – zur Stimmungskanone schlechthin. „Derbysieger, Derbysieger“ rief er in die Menge, die vor ihm in die Hocke ging. Gänsehaut pur! Wie sehnen sich die Kleeblattfans heute nach solchen Momenten!

Der 43-malige Nationalspieler, WM-Zweite 2002 und WM-Dritte 2006, läuft am 14. November unter dem Motto „Asa seine letzte Schicht“ zu seinem Abschiedsspiel auf Schalke ein allerletztes Mal auf.
Das ganze Interview mit Gerald Asamoah ist auf kicker-online zu lesen mit – wie ich finde – interessanten Fotos von Asamoahs Karriere.

Im Epizentrum der Kleeblattfans gehen die Lichter aus

FC Erzgebirge Aue - SpVgg Greuther FürthOrkanähnliche Stürme fegen seit gestern über Fürth hinweg. Nicht nur Sturmtief Niklas beutelt die Stadt. Nein, hier ist Unruhe in vielerlei Hinsicht. Das wichtigste Ereignis für die Spielvereinigung ist der Weggang von Stephan Fürstner. Er wird im Sommer zum 1.FC Union Berlin wechseln und das Kleeblatt nach sechs Jahren verlassen. Der 27-jährige Mittelfeldspieler absolvierte hier 157 Ligaspiele. Mit ihm wird also eine weitere Säule der Mannschaft zukünftig nicht mehr zur Verfügung stehen. Auf der Vereins-Website kommentiert Stephan Fürstner die Gründe für seinen Entschluss:

„Es war für mich die schwierigste sportliche Entscheidung meines Lebens. …Das schwierige Jahr in der Bundesliga, das Scheitern in der Relegation und der aktuelle Kampf um den Klassenerhalt haben mich viel Kraft gekostet. Auch wegen der weiteren Entwicklung meiner Persönlichkeit möchte ich noch einmal etwas Neues beginnen. …Ich möchte mich bei allen im Verein und bei den Fans für die tolle Zeit bedanken, und ich kann nur jedem versprechen, dass ich bis zum Ende der Saison mein letztes Hemd für die Spielvereinigung geben werde.“

SpVgg Greuther Fürth - AufstiegsfeierDer nächste echte Umbruch für Kleeblattfans ist die Schließung des Wirtshauses „Zum Gelben Löwen“ in der Gustavstraße. Genau vier Jahre nach dessen Eröffnung machen die beiden Wirte Susi Dresel und Peter Heßler den Laden dicht. Hier habe ich gemeinsam mit begeisterten Kleeblattanhängern im April 2012 und Spielern wie Gerald Asamoah, Stephan Schröck, Thomas Kleine und Trainer Mike Büskens glücklich den Aufstieg in die Bundesliga gefeiert. Hier traf man sich nach verlorenen und gewonnenen Begegnungen, um in Gesprächen alles noch mal Revue passieren zu lassen, was vorher auf dem Spielfeld im Ronhof geschehen war. Im „Gelben Löwen“ hat das inzwischen zum Kultgetränk gewordene Grüner-Bier seine Wiederauferstehung gefeiert. Für viele Kleeblätter ist das Lokal praktisch das emotionale Epizentrum der Gustavstraße.

Schade, aber es wird weitergehen. Mit neuen Treffpunkten und neuen vielversprechenden Spielern. Hoffentlich bringt das Kleeblatt die letzten acht Begegnungen mit Siegen und vielen Punkten möglichst gut über die Bühne, um am 24. Mai dann auf einem guten Mittelfeldplatz der Zweiten Liga die Spielzeit 2014/15 zu beenden. Und im August startet eine neue Mannschaft in die nächste Saison – und wird wieder positiv von sich reden machen.

Wie feiern Kleeblätter den 111. Geburtstag?

Gruendungsmitglieder_01Die Spielvereinigung feiert heute, 23. September, ihren 111. Geburtstag. Sie wurde im Jahr 1903 gegründet. Wo? Bezeichnenderweise in der Gustavstraße in der Fürther Altstadt. Dort, wo sich über die Frage, wie laut bzw. leise sprechende Menschen sind, die Geister scheiden (Dazu war übrigens heute ein guter Filmbeitrag im „Morgenmagazin“ von ARD und ZDF: hier).

Doch zurück zum Geburtstag. Was geschah eigentlich am 23. September 1903?

„Faustballer im TV 1860 hatten den Anstoß gegeben. Fußballspiele werden auf dem städtischen Platz am Schießanger ausgetragen, der Mitgliederstand wächst, doch immer noch hat das Kind keinen Namen. So trifft man sich am 23. September 1903 im Restaurant Balzer in der Fürther Gustavstraße. Die 1902 gewählte provisorische Vorstandschaft wird bestätigt, man gibt sich Statuten und nennt sich „Spielvereinigung des Turnvereins Fürth“. Mit zwei aktiven Mannschaften und 28 Mitgliedern geht es los, und dank einer um die Jahrhundertwende zur Beschaffung von Geld in Vereinen sehr beliebten Christbaumverlosung erhöht sich das Startkapital der jungen Fußballer auf stolze 100 Mark, die zu Beginn des Jahres 1904 sogleich bei der städtischen Sparkasse angelegt werden.“ (Das Zitat ist aus der Chronik der SpVgg. Das Foto zeigt die vier Gründungsmitglieder der SpVgg Fürth(von links): Ruff, Balzer, Schöffel und Barthel).

Auf Facebook haben jetzt einige vorgeschlagen, ob man dem Verein heute Abend im Fürther Ronhof nicht ein Ständchen bringen sollte. Um 19.03 Uhr. Das wäre dann in der zweiten Halbzeit des Heimspieles gegen den VfR Aalen. Ich stelle mir das so vor: Pünktlich um drei Minuten nach 19 Uhr stehen alle Kleeblattanhänger auf und singen ein lautstarkes „Happy Birthday“ auf die Spielvereinigung. Das hätte doch was! Und nach dem gewonnenen Spiel geht es dann in die Gustavstraße zum Feiern. Denn wie heißt es so treffend: „Wir sind Fürth“.