Der „Law and Order“ Präsident?

Rick Perry kommt aus Texas. Er atmet und lebt Texas, präsentiert sich gerne als „tougher“ Typ, der sich nach oben gearbeitet hat und einem Staat vorsteht, in dem vieles besser läuft als in anderen Bundesstaaten. Von Perry gibt es Bilder mit Knarre, genauso wie mit der Schüppe in der Hand. Der texanische Gouverneur zeigt sich auch gerne als gläubiger Christ. Vor kurzem wurde er von verschiedenen Seiten angegriffen, als er eine große Veranstaltung von christlichen Organisationen im Stadion von Houston organisierte. Als staatlicher Vertreter ist ihm das eigentlich nicht erlaubt. Doch Perry pfeift seinen Kritikern einen. In Texas, so Rick Perry, mache er, was er für richtig halte.

Ganz so christlich ist der Texaner dann doch wieder nicht, wenn es um die Todesstrafe geht. 234 Hinrichtungen unterschrieb er in seinem Bundesstaat als Gouverneur. So viele, wie kein anderer. Kritiker der Death Penalty werfen ihm vor, dass darunter auch unschuldig Verurteilte waren. Doch auch das kratzt Perry reichlich wenig, genölt wird immer. Er kandidiert ums Weiße Haus und hat mit seiner harten Haltung einen wesentlichen Pluspunkt gegenüber allen Mitbewerbern. Die reden nur darüber „tough on crime“ zu sein, Perry kann Fakten liefern. Zweihundertvierunddreissig hingerichtete Mörder an der Zahl. Bei all den Unterschriften mußte er sicherlich die Tinte im Füllfederhalter auffüllen.

Gegen ihn wirken alle anderen republikanischen Präsidentschaftskandidaten wie Warmduscher. Wer einen harten, gläubigen, „straight forward“ Präsidenten will, der fährt mit Rick Perry gut. Bei ihm weiß man, was man bekommt. Und das liebt die Basis an ihm. Die christlich-fundamentalistischen Organisationen jubeln schon über diesen Mann im Rennen. Und auch weite Teile der Tea-Party Bewegung sieht in Perry den Kandidaten, der die größten Chancen aufs Weiße Haus hat. Darling Michelle Bachmann ist zwar nett und lächelt immer schön, aber so richtig als Präsidentin kann sie wohl keiner sehen. Und da ist noch Sarah Palin, die einfach nicht Fisch nicht Fleisch ist, irgendwo vor sich hin glibbert und nicht mal offiziell ihre Kandidatur erklärt hat.

Für Präsident Barack Obama könnte Rick Perry gefährlich werden, denn in einer Zeit, wo eigentlich alles schief läuft, angefangen von der Wirtschaft bis hin zur Grenz- und Außenpolitik, sehnen sich die Amerikaner nach einem „Commander in Chief“, der die Richtung vorgibt. Obama kann nicht viel vorweisen. Rick Perry dagegen läßt sich schon jetzt als John Wayne Typ feiern, als neuer Ronald Reagan. Wild West könnte eine Rückkehr ins Weiße Haus feiern..

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