Es rappelt im Karton

In der San Francisco Bay Area wird man langsam nervös. Dass ein großes Erdbeben kommen wird, ist jedem klar, auch wenn das im Bewußtsein ganz weit nach hinten geschoben wurde. Wer hier lebt, lebt mit den „Earthquakes“. Erdstöße gibt es eigentlich  jeden Tag, nur die meisten spürt man nicht. Doch seit einer Woche wird man wieder verstärkt daran erinnert, wo man lebt. Gleich zwei Erdbeben gab es am letzten Donnerstag, 4,0 und 3,8 auf der Richterskala. Heute morgen um kurz nach halb sechs erneut ein heftiger Rappler mit der Stärke 3,6. Die Hayward Spalte, die unterhalb von Oakland und Berkeley liegt, knapp einen Kilometer von meinem Schreibtisch entfernt, ist in diesen Tagen mehr als aktiv. Mein Haus liegt auf Fels, was bedeutet, man merkt bei einem Erdstoß keine Welle ankommen, sondern erlebt einen kräftigen Rüttler. Da fliegen dann schon mal Bücher aus dem Regal und das gesamte Gebäude wird durchgeschüttelt. Man wartet kurz, ob noch was kommt und macht dann mit dem weiter, was man gerade gemacht hat. Heute morgen eben schlafen, umdrehen und nochmal eindösen. „The big one“ kommt, das ist klar, nur eben wann?

6 Kommentare in “Es rappelt im Karton

  1. Das stimmt leider nicht. Fakt ist, niemand weiss, was ein Zeichen fuer ein Erdbeben ist und wann es kommt.
    Ein Sprecher vom USGS erklaerte heute: „It’s always possible to think of them as foreshocks that indicate a future large quake, but we can’t say just what they mean.“

  2. Da die Erdbebenforschung tatsächlich für einen konkreten Ort und Zeit kaum vernünftige Vorhersagen treffen kann können nur statistische Aussagen über Wahrscheinlichkeiten von schweren Beben gemacht werden. In einem Erdbebengebiet ist demnach die Chance eines schweren Bebens um 30 % höher wenn die Bebenaktivität im Vorlauf stark reduziert war. Im Umkehrschluß ist die Wahrscheinlichkeit eines schweren Bebens niedriger bei normalen oder etwas erhöhter Aktivität. Da es sich aber um statistische Aussagen handelt kann natürlich trotzdem an einem konkreten Ort jederzeit ein schweres Beben passieren. Da die Wahrscheinlichkeit bei erhöhter Aktivität geringer ist braucht man sich in diesem Fall aber weniger Sorgen zu machen.

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