Als die Erde bebte

San Francisco wurde 1906 dem Erdboden gleich gemacht.

San Francisco wurde 1906 dem Erdboden gleich gemacht.

San Francisco ist Erdbebenland. Wer hier lebt, weiß, auf was er sich einlässt. In wenigen Sekunden könnte alles verloren sein. Tagtäglich bebt die Erde, man spürt es nur nicht. Manchmal rappelt es mehr, dann hält man kurz inne und wartet, ob noch etwas kommt. Dass irgendwann noch was kommen wird, ist klar, nur wann, das weiß niemand.

Am 18. April 1906 war das bislang größte Beben in San Francisco. Morgens um 5:12 rappelte die Erde. San Francisco versank in Schutt und Asche, gerade auch, weil ein Folgefeuer wütete. Die Stadt wurde fast dem Erdboben gleich gemacht. Die Bilder von damals zeigen eine Stadt, wie man sie mit dem Nürnberg von 1945 vergleichen kann.

John Henry Mentz fotografierte für die United Railroads schon am Tag des Desasters die „City by the Bay“. Er lief durch die Straßen oder das, was davon noch übrig geblieben war und knipste. 200 Fotos sind erhalten und zum großen Teil nun auf einer Webseite für die Öffentlichkeit zugänglich. Sie lagern im Archiv der örtlichen Verkehrsbetriebe MUNI, der „San Francisco Municipal Transportation Agency“, die die Bilder erhielt, als sie andere Verkehrsbetriebe aufkaufte. Die Fotos sind ein einmaliges und hochwertiges, ja künstlerisches Dokument eines der wohl dunkelsten Kapitel der Stadtgeschichte….doch das Beben von 1906 war auch der Anfang des neuen San Francisco. Teils war nach dem Gold Rush wild durcheinander gebaut worden. Die Stadt entwickelte sich danach zu einer der schönsten der Welt. Die Katastrophe wurde zu einem beeindruckenden Neuanfang.

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