Es war nicht sooo unterhaltsam

Mike Pence gegen Tim Kaine. Republikaner gegen Demokrat. Trump-Vize gegen Hillary-Vize. Es war ein Schlagabtausch, aber alles andere als unterhaltsam. Zwei Männer diskutierten und positionierten sich hier, die kaum jemand in den USA und erst recht nicht im Ausland kennt. Der Gouverneur von Indiana gegen den Senator aus Virginia.

Tim Kaine griff früh an, Mike Pence verteidigte vor allem Donald Trump, in dem er auf die schwache Kandidatin Hillary Clinton verwies. So richtig erklären konnte Pence die Peinlichkeiten und Pannen seines Präsidentschaftskandidaten nicht. Vielmehr warf er dem demokratischen Lager vor, einen provokaten Wahlkampf unter der Gürtellinie zu führen. Man wunderte sich als Zuschauer über diese Erklärung.

Tim Kaine (links) gegen Mike Pence (rechts). Es blieb friedlich. Foto: Reuters.

Der Demokrat Tim Kaine (links) gegen den Republikaner Mike Pence (rechts). Es blieb friedlich. Foto: Reuters.

Mike Pence ist ein christlicher Fundamentalist, der durchaus Chancen hat, 2020 selbst als Kandidat ins Rennen zu gehen. Er ist ruhig, läßt sich nicht provozieren, hat Erfahrungen als Kongressabgeordneter und als Gouverneur. So richtig passt er nicht zum Polterer Donald Trump, man fragte sich während dieser Debatte, warum Pence das Angebot Trumps angenommen hat, sich als Vize-Kandidat hinter dem Milliardär einzureihen. Irgendwie, das wurde am Dienstagabend in der Fernsehdebatte überdeutlich, passen die beiden Männer so gar nicht zusammen. Pence versuchte Trump für die Fernsehnation schönzureden, aber irgendwie wollte oder konnte man sich den „Beach Body“ des Donald nicht vorstellen.

Auch Tim Kaine war für mich nicht gerade überzeugend. Er schien zuvor zu viel Kaffee getrunken zu haben, war „hyper“ und fiel Pence ständig ins Wort. Seine Aufgabe schien klar gewesen zu sein. Er sollte Pence in die Defensive bringen und immer und immer wieder an die nicht veröffentlichten Steuererklärungen des Donald Trump erinnern. Das machte er und nervte damit, denn jedes politische Problem, innen- und außenpolitisch, wurde auf diese nicht bekannte Papierflut reduziert.

Alles in allem war es ein langweiliger Debattenabend. Man verpasste nichts, wenn man schon nach einer Stunde abschaltete, denn weder Mike Pence noch Tim Kaine schafften es, auch nur einen zweifelnden Wähler von sich und ihrem/ihrer Kandidaten/Kandidatin zu überzeugen. Von daher warten wir nun auf das nächste Großereignis am Sonntag, wenn es wieder heißt: Donald Trump gegen Hillary Clinton.

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