„Es gibt keine Mauern zwischen uns“

Eröffnung einer beeindruckenden Ausstellung.

Eigentlich sollte es „nur“ um Teotihuacan gehen. Die Ruinenstadt nordöstlich von Mexiko-City, Weltkulturerbe seit 1987, Anziehungspunkt für Millionen von Touristen. Die neue Ausstellung im de Young Museum in San Francisco ist eine faszinierende Kulturschau, mit weit über 200 Exponaten, die einen tiefen Einblick in die Geschichte des südlichen Nachbarlandes gewährt.

Es geht um eine längst vergangene Welt, doch diese hat Auswirkungen auf das Hier und Jetzt. Max Hollein, der Direktor der „Fine Arts Museums“ in San Francisco, zu dem auch das de Young Museum gehört, betonte vor Pressevertretern, dass es schon lange eine enge Verbindung zwischen mexikanischen Museen und seiner Einrichtung gebe. Der kulturelle Austausch sei lebendig, „es gibt keine Mauern zwischen uns“, meinte Hollein.

Dem schlossen sich der angereiste Vertreter aus dem mexikanischen Kulturministerium und der mexikanische Generalkonsul in San Francisco an. Gemi José González López erklärte, was ihn an Teotihuacan so beeindrucke sei, dass die vergangene Stadt ein Anziehungspunkt für Migranten war, genauso, wie San Francisco es heute ist. Von daher könne er sich keinen besseren Ort für diese Ausstellung wünschen.

Max Hollein betonte darüberhinaus die Bedeutung der „National Endowment for the Humanities“ für dieses Projekt „Teotihuacan: City of Water, City of Fire“. Die Endowment ist eine unabhängige Einrichtung in Washington, die mit ihr zur Verfügung gestellten Steuermitteln gezielt Museen, Ausstellungsorte und eben solche Riesenprojekte wie diese mexikanisch-historische Kulturschau fördert und unterstützt. Donald Trump allerdings hatte in seinem Budgetplan gefordert, die Ausgaben der Endowment ganz auszusetzen, was katastrophale Auswirkungen für die US-amerikanische Kulturlandschaft hätte. „Diese Ausstellung ist ein großartiges Zeugnis für das, was die Endowment leisten kann“, erklärte Hollein.

Der Blick nach Teotihuacan, auf Ausgrabungen, auf unsagbare Schätze, auf ein einzigartiges Weltkulturerbe wird zu einem Blick auf das Amerika von heute. Auf einen unsinnigen Mauerbau, auf Kulturförderung, auf den Zugang von Migranten, auf das lebendige Miteinander. Hier zwischen diesem einmaligen Kulturreichtum aus der Zeit zwischen 100 und 600 nach Christus spürt man, was die Trump Administration diesem Land langfristig für einen Schaden zufügen könnte. Die USA brauchen heute mehr denn je den Blick nach draußen, darauf, dass sie Teil einer Weltgemeinschaft sind. „Teotihuacan: City of Water, City of Fire“ ist noch bis zum 11. Februar 2018 in de Young Musem von San Francisco zu sehen.

 

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