Geld regiert die Welt

Der amerikanische Wahlkampf war schon immer ein Fall für sich. Das sieht man nicht nur an den Ergebnissen, wo jemand zum Präsidenten mit weniger Stimmen als seine Kontrahentin gewählt wird. Oder an dem sündhaft teuren Wahlkampf, der Milliarden an Dollar verschlingt. Oder an der Länge des Wahlkampfes, der mittlerweile etwa zwei Jahre andauert.

Sein Geld soll ihn ins Weiße Haus bringen, Mike Bloomberg. Foto: AFP.

Dieses Mal sind gleich drei Milliardäre am Start, die alle glauben, ihr finanzieller Erfolg ermächtige sie dafür „Commander in Chief“ zu sein. Donald Trump weiß sowieso alles besser, Tom Steyer glaubt genau das Gegenteil und kandidiert deshalb. Und dann ist da nun auch noch Mike Bloomberg, der erst spät ins Rennen eingestiegen ist, aber meint, mit seinem Vermögen kann er die fehlenden Prozentpunkte wettmachen.

Bloomberg TV, das dem Milliardär gehört, hat bekannt gegeben, dass sie nicht groß im Leben von „Mike“ herumrecherchieren werden. Das gilt auch für die demokratischen Mitkandidaten. Nur Präsident Donald Trump werde genauer betrachtet. Man macht also einen Unterschied zwischen dem Wahlkämpfer und dem Präsidenten Trump. Team Trump reagierte umgehend und erklärte, fortan werden keine Journalisten mehr von Bloomberg TV auf den Wahlveranstaltungen akkreditiert. Damit fetzen sich zwei Milliardäre und ziehen die Freiheit der Presse in den Dreck.

Aber das interessiert keinen in diesem Schaulaufen. Amerika hat sich grundlegend verändert, seitdem Donald Trump in Amt und Würden ist. Das liegt sicherlich zum einen an ihm. Sein Ton, sein Politikstil, sein Egozentrismus sind erschreckend, aber kommen bei seinen Wählern an. Zum anderen sind da auch die neuen, sozialen Medien, die keiner besser zu nutzen weiss als Donald Trump. Er hat problemlos eine Medienlandschaft neben den alteingesessenen Printhäusern und Fernsehanstalten aufgebaut. Und keiner der Demokraten im Rennen kann dem die Stirn bieten. Deshalb meint Mike Bloomberg, er könne sich die Wahl erkaufen. Klar, seine politischen Aussagen sind auf Demokraten-Kurs, aber zu meinen, das viele Geld auf dem Bankkonto reiche aus, um die Wählerinnen und Wähler zu überzeugen, ist gewagt und anmaßend gleichermaßen. Aber das ist nun eben mal die neue amerikanische Politlandschaft.

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