Die Spannungen steigen

Ein Erdbebenschwarm in San Ramon. Foto: USGS.

Ein Erdbebenschwarm in San Ramon. Foto: USGS.

Man wird etwas nervös in der San Francisco Bay Area. In den letzten Tagen gab es Hunderte von kleinen Erdbeben im San Ramon Valley, östlich von Oakland. Die Geologen sprechen von einem Erdbeben-Schwarm, dem zweiten innerhalb von gut einer Woche. Die „earthquakes“ sind relativ klein, kein einziges ist bislang stärker als 3,5 auf der Richterskala gewesen. Die meisten der Beben spürt man nicht, dennoch viele der weit über 200 Rüttler bekommt man mit. Es ist eine deutliche Erinnerung daran, wo man lebt: Earthquake Country. Ob der Schwarm der kleinen Beben ein Vorbote auf etwas größeres ist, was da mit Sicherheit kommen kann und wird, ist unklar. In den hiesigen Medien wird der Cluster an „Quakes“ als Wachrüttler gesehen, sich auf den Ausnahmefall vorzubereiten. Lebensmittel und Wasser, Decken und Kleidung, Bargeld und Planen an einem sicheren und erreichbaren Ort zu lagern. Denn klar ist, „the big One“ wird kommen.

Wenn die Erde bebt

Am dritten Jahrestag des Erdbebens von Japan wachsen in Kalifornien die Sorgenfalten. Sonntagabend war es mal wieder soweit. Um 22:18 bebte die Erde. Gemessen wurde ein Beben mit der Stärke 6,8. Ein guter Rüttler, doch das Epizentrum lag zum Glück rund 80 Kilometer vor der Küste von Eureka und etwa 16 Kilometer unter dem Meeresboden. Ein Ruck und danach eine etwa 30 Sekunden anhaltende Welle, das war es. Keine Schäden wurden vermeldet, lediglich ein paar Bücher und Krimskrams flog in Humboldt County hier und da von den Regalen. Danach kamen noch 20 kleinere Nachbeben in der Stärke von 3,5 und geringer.

Wer in Kalifornien lebt, lebt mit Erdbeben. Man spürt sie immer mal wieder und das zu den unpassendsten Zeiten. Man sitzt, man steht, man liegt, spürt den Rucker, spürt die Welle kommen und wartet…und wartet….kommt noch was. Nein, das wars, also ganz normal weiter.

Das Beben am Sonntag war kein außergewöhnliches. Seit 1980 wurden in der Gegend vor Eureka 10 „Earthquakes“in der 6er Stärke gemessen. In Gesamtkalifornien gab es im gleichen Zeitraum sieben Beben mit der Stärke 6,9. Wissenschaftler der USGS erklärten nun, dass die Wahrscheinlichkeit eines größeren Erdbebens in der Folgewoche um 5-10 Prozent gestiegen ist. Man sammelt Daten und Informationen, rechnet und kummelt da rum, aber genaueres weiß man bis heute nicht. Die Erde bebt in Kalifornien, wann sie will. Sie hält sich nicht an Kalendertage, Tageszeiten, Wetterbedingungen oder wie der Mond steht. Es ist passiert einfach. Das ist Normalität in Kalifornien.

Tsunami: Ein Audiobeitrag

HawaiiDie Erde bebte in der Nacht in Chile und sandte einen Tsunami um die halbe Welt. 16 Stunden später traf die Welle auf Hawaii. Doch die Inselgruppe hatte Glück. Man ging im Vorfeld von einer Katastrophe aus, bereitete sich auf das schlimmste vor, doch dann kam alles ganz anders. Die Welt war live am Fernsehen dabei als eigentlich nichts geschah.

Dazu ein Audiobeitrag:

Tsunami     

Die Erde bebt

Heute vor 20 Jahren wackelte die Erde in San Francisco. Unweit der Metropole war das Epizentrum. Um 17:04 Ortszeit fing das Beben an. Zu der Zeit spielten im Candlestick Park die San Francisco Giants gegen die Oakland A’s, der Berufverkehr war im vollen Gange. In nur wenigen Minuten entstand ein rund fünf Milliarden teurer Schaden. Ein Zubringer zur Bay Bridge in Oakland krachte zusammen und vergrub die Menschen unter sich, als der obere Teil der Fahrbahn auf den unteren stürzte. Nachbarn und Passanten kamen umgehend zur Hilfe, versuchten die Verunglückten zu bergen, die Überlebenden von der Fahrbahn zu bringen.

Auch die Bay  Bridge selbst war betroffen, ein Teilstück des Ostteils krachte weg….nichts ging mehr in diesen ersten Stunden nach dem 6,9 starken Beben auf der Richterskala. Und heute erinnern sich die Menschen in der Bay Area an diesen Tag vor 20 Jahren. Erinnerungen und Geschichten, Erlebnisse und Folgen werden ausgetauscht. Die Angst ist da, dass demnächst „The Big One“ kommt, das grösste vorstellbare Beben überhaupt. Mit 6,9 hatte das Loma Priete Beben nur eine mässige Kraft. Wissenschaftler gehen schon lange davon aus, dass sich unter Kalifornien unglaubliche Spannungen aufbauen, die schon bald in einem noch viel grösseren Erdbeben enden werden. Was dann passiert, kann keiner so genau sagen. Wenn man hier lebt muss man einfach vorbereitet sein…was das auch immer heissen soll.

Hier ein paar Eindrücke von damals:

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