Entwarnung an der Westküste

Erst Japan, dann Hawaii und dann rollte die gewaltige Welle Richtung amerikanischer Westküste. Mit Stunden Vorlauf bereitete man sich in den Küstenregionen von Oregon bis Kalifornien auf die Wasserflut vor. Der Great Highway in San Francisco, direkt am Strand gelegen, wurde vorsichtshalber gesperrt. Die Polizei arbeitete in der Nacht mit Obdachlosenorganisationen zusammen, um die „Homeless“ in der Gegend dazu aufzufordern, ihre Camps am Rande des Golden Gate Parks zu verlassen. Entlang der Küstenregionen von Central Kalifornien bis hoch nach Oregon wurden die Menschen dazu aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen.

Die Welle kam, doch zum Glück genau zu der Zeit, als Ebbe am Golden Gate war. Keine größeren Schäden wurden bislang gemeldet.

UPDATE: Aus Crescent City in Nordkalifornien kommt die Meldung, dass rund 35 Boote und einige Landungsstege zerstört wurden. In Santa Cruz, einem beliebten Surfgebiet, waren Surfer sogar trotz Warnungen im Wasser als die Welle kam, um den Tsunami zu reiten. Auch im Hafen von Santa Cruz wurden einige Boote zerstört.

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Bush und Clinton

Die beiden Ex-Präsidenten Clinton und Bush setzen sich gemeinsam für die notleidenden Menschen in Haiti ein. Eine Aktion, die auch die Hilfsbereitschaft aller Amerikaner über die Parteigrenzen hinaus unterstreichen soll. Nach wie vor flimmert ein Spot über die Fernsehkanäle, der zum Spenden aufruft. Und natürlich haben auch schon Comedy Sendungen darauf reagiert. Hier zuerst der etwas abgeänderte Spot und danach der Originalauftritt der beiden Präsidenten.

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Tsunami: Ein Audiobeitrag

HawaiiDie Erde bebte in der Nacht in Chile und sandte einen Tsunami um die halbe Welt. 16 Stunden später traf die Welle auf Hawaii. Doch die Inselgruppe hatte Glück. Man ging im Vorfeld von einer Katastrophe aus, bereitete sich auf das schlimmste vor, doch dann kam alles ganz anders. Die Welt war live am Fernsehen dabei als eigentlich nichts geschah.

Dazu ein Audiobeitrag:

Tsunami     

„Boooooring!“

Das war eines der langweiligsten Live Fernsehereignisse, das ich je erlebt habe. Da sitzt man vor CNN und schaut auf die Wellen vor Hawaii. Und nicht, dass CNN Fernsehkameras vor Ort hat, oder zumindest mal die Kollegen auf der Insel gebeten hat, Live Bilder zu liefern. Nö, da steht einer mit seinem Laptop auf dem Balkon eines Hotels, hat Skype an und funkt diese Funzelbilder via CNN um die Welt. Ich glaube es nicht! Und da sitzt man und schaut sich die Wellen an diesem schönen Badetag an.

Das dachten sich wahrscheinlich auch so einige, die dort leben. Denn es waren etliche Surfer im Wasser. Nach dem Motto „let’s ride this sucker“. Na ja, ist ja gut, dass nichts passiert ist, aber so was im Fernsehen live zu verfolgen beansprucht schon die Nerven. Man könnte das vergleichen mit einer Live-Schaltung ins Nürnberger Einwohnermeldeamt. Spannung pur…

Der Blick aufs Meer

Es ist schon irre, auf Hawaii wartet man auf das, was da kommt. Und keiner weiss genau, was es sein wird. Es könnte nur ein Alarm sein, es könnte aber auch eine riesige Welle auf die Inseln zurauschen. Die Hörer der Lokalradios werden aufgerufen daheim zu bleiben, wenn sie nicht in einer Flutgegend leben. Wenn sie allerdings tiefer liegen, sollen sie ruhig und besonnen packen und sich zu Notunterkünften aufmachen. Die Telefonleitungen sollen frei bleiben. In den Supermärkten stehen die Menschen Schlange, um sich noch für den Notfall einzudecken. Strassen werden von der Lokalpolizei gesperrt.

Alle sind ruhig auf Hawaii, immer wieder wird betont, dass man dem ganzen mit einem „Aloha Spirit“ entgegen blicken soll. Das gute an der aktuellen Situation ist, dass man sich schon Stunden auf die unausweichliche Naturkatastrophe vorbereiten kann. Die Welle kommt…

Die Spannung und die Welle steigt

Bis zu 2,50 Meter soll die Welle sein, die auf Hilo zurollt. Vor ein paar Jahren war ich dort im Urlaub. Downtown Hilo auf Big Island liegt sehr niedrig und im Falle einer so gewaltigen Welle wird es katastrophale Folgen für den dortigen Innenstadtbereich haben. Der Flughafen von Hilo wurde bereits gesperrt, Anwohner und Touristen ziehen sich zurück.

Die Welle kommt

Höre  gerade einen Radiosender in Honolulu. Sie berichten über die kommende Welle, der Tsunami kommt, das steht fest. Aber auch mit dieser Aussicht machen sie noch Scherze. Mal heisst es die Welle trifft Hawaii um 11.19 Uhr Ortszeit, mal um 11:04 Uhr. Einer der Moderatoren meinte zu dieser Meldung der Behörden: „Kein Wunder, dass man von Mutter Natur spricht. Denn wenn es Vater Natur wäre, dann wäre der Zeitpunkt klar“.

Unterdessen hat sich Präsident Obama in Washington im „Situation Room“ eingerichtet. Dort laufen alle Informationen über die Naturkatastrophe zusammen und er wird von allen Seiten über den Tsunami unterrichtet.

Tsunami Warnung

Chile ErdbebenNach dem verheerenden Erdbeben in Chile, bereitet sich der pazifische Raum auf einen riesigen Tsunami vor. Auf Hawaii laufen bereits Evakuierungen und die Notfallpläne wurden hervorgeholt. Die Menschen wurden aufgefordert niedrigere Regionen zu verlassen. In typischer Hawaii Mentalität ruhig und mit „Aloha“, wie es ein Radiosender verkündete.

Auf Hawaii rechnet man mit einer riesigen bis zu 1,70 Meter hohen Welle. Hier die offizielle Warnung der „National Oceanic and Atmospheric Administration„:

Tsunami Warnung     

In Kalifornien erwartet man eine kleinere Welle, die glücklicherweise genau dann die Küstenregionen treffen wird, wenn Ebbe ansteht.

Hass und Haiti

Pat RobertsonRush Limbaugh ist ein Döskopp und Pat Robertson eine absolute Pappnase. Diese zwei Quatschköpfe haben in dieser Woche wirklich den Vogel abgeschossen. Der verbohrte und extrem nervige Fernsehprediger Robertson hatte das Erdbeben in Haiti damit erklärt, dass die Menschen dort sich dem Voodoo Glauben zugewandt hatten und wer einen Pakt mit dem Teufel eingehe, der brauche sich über die Strafe Gottes nicht zu wundern. Auch eine Erklärung, die sicherlich sehr hilfreich in dieser Situation ist. Wenn Robertson so ein seniler, alter Prediger wäre, der nur nachts, wie so viele andere, die schlaflosen Amerikaner belabert, dann wäre das kein Ding. Doch Pat Robertson hat ein richtiges Fernsehimperium mit seinem „Christian Broadcasting Network“ und seinem „700 Club“ aufgebaut. Und als ehemaliger Präsidentschaftsanwärter hat er grossen Einfluss auf die religiöse Rechte und die Diskussion um Moralvorstellungen in den USA.

Rush LimbaughAber so richtig genervt hat in dieser Woche vor allem Rush Limbaugh, der bekannteste und erfolgreichste Radio Moderator, der Tag für Tag auf rund 500 Stationen die Amerikaner gegen Barack Obama aufpeitscht. Limbaugh ist ein Hassprediger, der in seiner Sendung behauptete, Präsident Obama würde die Katastrophe in Haiti nur für die eigenen politischen Ziele nutzen. Er wolle sich mit seiner schnellen und massiven Hilfe für die Erdbebenopfer nur bei den „leicht farbigen und dunkelhäutigen“ Amerikanern einschmeicheln. Auch wendete er sich gegen jegliche Spenden, denn man „zahle ja über die Einkommenssteuer“ für die Hilfsmassnahmen. Limbaugh ist ein Quasselkaspar, der seinen Hass auf diesen Präsidenten überhaupt nicht versteckt. Das Problem ist, dass dieser selbstverliebte Verbalschläger grossen Einfluss auf die republikanische Partei hat und als Gradmesser der Konservativen im Land gesehen werden muss. Rush Limbaugh kann fast eigenhändig einen Kandidaten ins Amt heben oder ihn total zerstören. An ihm kommt Amerika derzeit nicht vorbei.

The music of Haiti

Haiti BoxIch bin gerade von meinem Trip nach Juarez, Mexiko, zurück gekommen. Zuhause lag ein Paket von amazon, darin die bestellte CD Box „Haiti – Recordings for the Library of Congress“. Der Ethnologe und Folklorist Alan Lomax reiste 1936/1937 nach Haiti, um dort die einheimische Musik aufzuzeichnen und für nachfolgende Generationen zu archivieren. Nun ist diese umfangreiche CD Box erschienen. Komischer Zeitpunkt. Man hört in diesen Tagen ganz anders in.