Auf den Spuren von Jack London

4,4 Millionen Dollar kostet das Anwesen, in dem Jack London im Sommer 1903 sein Buch „The Sea Wolf“ geschrieben hat. Das Haus in Glen Ellen in Sonoma County gehörte einst seiner Agentin, Netta Eames. Die war nicht nur eine frühe Förderin des Schriftstellers, sondern stellte ihm auch ihre Nichte, Charmain Kittredge, vor, die London später heiratete.

Sowieso sind die Spuren von Jack London in der San Francisco Bay Area reich. Auch in Oakland, kann man auf die Suche gehen und findet schnell wichtige Orte. Ein deutscher Immigrant hat sogar die Weichen für den Erfolg des Schriftstellers – zumindest – mitgestellt. Es muss um 1893 gewesen sein, der junge Jack London vertrieb sich nach der Schule die Zeit in Johann “Johnny” Heinolds “First and last chance” Bar direkt im Hafenbereich von Oakland. An einem Tisch machte er seine Hausaufgaben und hörte den Geschichten der Seemänner zu. Die Abenteuerlust packte den damals 17jährigen.

Die Gefahren und der Mut von Männern durchzieht Londons Werk. Und Jack London, so ist es überliefert, erzählte Johnny Heinold davon, dass er überlege an der University of California zu studieren und Schriftsteller zu werden. Heinold war begeistert und lieh dem Jungen das Geld für das Studium.

Jack London kam auch als namhafter Schriftsteller immer wieder zurück in seinen “First and last chance” Saloon. In seinem Roman “John Barleycorn” wird die Bar ganze 17mal erwähnt. Hier lernte er den Seemann Alexander McLean kennen, den er als Vorbild für seinen “Wolf Larsen” in “Der Seewolf” nahm. Und mit Johann Heinolds Hilfe wurden an dem kleinen Tisch in der Bar die Verträge für drei weitere Jack London Romane unterzeichnet. Noch heute ist die Bar und auch derselbe Tisch an dem der Schüler seine Hausaufgaben machte und der Schriftsteller seine Notizen schrieb an der gleichen Stelle zu finden, am “Jack London Square” in Oakland.

Das ist nur eine kleine Anekdote am Rand in der Geschichte Jack Londons und der deutschen Immigranten am Golden Gate. Als ich von dem Hausverkauf in Glen Ellen erfuhr, mußte ich allerdings daran denken, denn der Saloon ist ein interessanter Ort. Eine alte Kneipe, die zum Teil im Laufe der Jahre abgesunken ist und zwischen all den Neubauten am Jack London Square mehr als auffällt. Wer also San Francisco besucht, sollte mit der Fähre vom Ferry Building am Ende der Market Street zum Jack London Square nach Oakland fahren, ein kleiner Spaziergang entlang des Wassers, um im Außenbereich des „First and last chance“ Saloons ein Bier zu trinken. Ich empfehle ein KSA, ein Kölsch, lokal gebraut von der Fort Point Brewery, eine Brauerei, die sehr stark vom deutschen Brauwesen beeinflusst wird.

Mit vier Pfoten durchs „Oaklandish“ Leben

Oakland ist eine hundefreundliche Stadt. Klar, Katzen sind auch beliebt. Aber ich bin eben nun mal mehr der Hundefreund. Es gibt mit den „East Bay Regional Parks“ eine einzigartige stadtnahe und weit offene Fläche, die man mit seinem Vierbeiner durchwandern kann. Eigentlich bin ich da jeden Tag auf verschlungenen Trampelpfaden unterwegs, zwischen Redwoods und kleinen Bächen. Es ist ein Auftanken der besonderen Art. Und dann diese teils Wahnsinnsausblicke auf die Bay Area mit Oakland, San Francisco und dem Golden Gate. Ich habe nie verstanden, warum all die SF Touristen immer nur in die Marin Headlands fahren und diese einzigartige Parklandschaft in der East Bay verschmähen. Kleiner Geheimtipp für alle Leserinnen und Leser dieses Blogs, falls Sie mal in die SF Bay Area kommen, Oakland ist einen oder auch mehrere Ausflüge wert. Davon berichte ich hier ja auch immer mal wieder, ich denke, mittlerweile ist schon bekannt, dass ich mich in dieser Stadt ganz wohl fühle.

Oakland ist also eine hundefreundliche Stadt, Wassernäpfe findet man überall. Viele Restaurants und Kneipen am Wasser laden richtiggehend dazu ein, mit seinem Hund einfach den Tag zu genießen. Ich empfehle da nach einem Spaziergang in den Oakland Hills (East Bay Regional Parks) Stop zu machen im „Heinold’s First and Last Chance Saloon„. Das wohl älteste Gebäude der Stadt, eine schiefe Bar, die einfach Kult ist. Dort kann man mit seinem Vierbeiner auch draußen sitzen, Leute kucken, lokales Bier genießen, die Oakland Atmosphäre in vollen Zügen einatmen. Und das an einer durchaus historischen Stelle, denn diese Bar war für viele Seeleute und Soldaten seit den 1880er Jahren der erste und letzte Anlaufpunkt. Auch Jack London ging hier ein und aus und schrieb an den abgegriffenen Tischen in der Kneipe. Heute ist Heinold’s ein beliebter Treffpunkt der Oakländer.

Wie sehr Oakland seine Hunde mag kann man auch am neuen Video der SPCA, dem städtischen Tierheim, sehen. Professionell produziert wird für Adoptionen geworben, und mal ehrlich, wenn sogar Bürgermeisterin Libby Schaaf darin mit Schäferhundwelpen auftritt, dann weiß man, „Oakland is a dog town“!

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