Ich mach‘ mir die Welt, wie sie mir gefällt

Waren sich nie so richtig einig, Donald Trump und James Mattis. Foto: Reuters.

Wenn man in diesen Tagen von außen auf das Weiße Haus Haus und Präsident Donald Trump blickt, dann kann man leicht den Eindruck erhalten, dass da so einiges schief läuft. Es wirkt alles etwas chaotisch, ohne Plan. Führende Mitarbeiter gehen oder werden gegangen, zuletzt Verteidigungsminister Jim Mattis, der in seinem Rücktrittsschreiben auch noch deutlich machte, dass er in etlichen außenpolitischen Entscheidungen nicht mit dem Präsidenten überein stimmt.

Doch Trump wäre nicht Trump, wenn er die Dinge nicht ganz anders als politische Beobachter, Kommentatoren, Berater und Journalisten sehen würde. Er kündigte ja schon im Wahlkampf an, aus dem Bauch heraus zu entscheiden, unberechenbar zu sein. Das gepaart mit einem Ego, das die Welt schon sehr lange nicht mehr gesehen hat, macht die Sache nicht einfacher. Für Donald Trump ist die Welt, seine Welt, in Ordnung. Er sieht all das, was er macht als Sieg, als weitere zurückgelegte Meile auf seinem „Make America Great Again“ Umzug. Und wenn es auch offensichtlich ist, dass das, was auch er eigentlich sehen muss kein Erfolg sein kann, dann sagt er einfach, dass es einer ist und schon ist die Welt wieder in Ordnung. Denn seine Anhänger stehen weiterhin zu ihm. 85 Prozent der Wählerinnen und Wähler, die 2016 für ihn stimmten, wollen auch 2020 wieder für ihn stimmen.

Trumps Administration gleicht einem unorganisierten Haufen mit einem Präsidenten, der noch nicht einmal seinen engsten Mitarbeitern und Beratern sagt, was er vor hat und machen wird. Jeder von ihnen wird frühmorgens auf Twitter schauen, um zu sehen, was der Boss da wieder in aller Herrgottsfrühe in alle Welt posaunt hat. So wird der Tagesablauf dann festgelegt, zu reagieren auf das, was Trump da in seinen 280 Zeichen vorgibt. Noch nicht mal zwei Jahre ist Trump im Amt und hat die USA massiv verändert, vieles untergraben, vernichtet, zerstört. Man kann zur Halbzeit nur hoffen, dass das Ende der Trumpschen Regierung in Sicht ist und Amerika sich von diesen katastrophalen Jahren schnell erholt. Es ist ein Wunschtraum, aber wünschen darf man es sich ja.