„Now let’s go win this thing“

Barack Obama freute sich über die Wahl von Kamala Harris. Sein ehemaliger Vize habe die beste Entscheidung getroffen, so Obama. Er kenne die kalifornische Senatorin schon lange, sie sei genau richtig für den Kampf ums Weiße Haus. „Now let’s go win this thing“, tweetete er kurz nach Bekanntwerden der Nominierung. Auch aus dem Bernie Sanders Lager kamen wohlwollende Kommentare. Und die anderen Frauen im Rennen um den Vize-Präsidentschaftsposten der Demokraten feierten Kamala Harris als „herausragende Wahl“.

Aus dem Trump Lager kamen natürlich ganz andere Stimmen. Harris sei eine Vertreterin des linksradikalen Flügels der Partei. Donald Trump selbst führte an, dass Kamala Harris sehr „nasty“ gegenüber Brett Kavanaugh gewesen sei, als dieser seine Senatsanhörung zum Verfassungsrichter hatte. Kein Wort davon, dass Donald Trump und auch Tochter Ivanka Trump noch bis 2014 Kamala Harris‘ Wahlkämpfe finanziell unterstützt hatten. Damals sah die Welt von Trump noch anders aus.

Zwei Oakländerinnen feiern – Kamala Harris und Libby Schaaf. Foto: L. Schaaf/Twitter.

Kamala Harris stammt aus Oakland und in Oakland wurde die Entscheidung von Joe Biden gefeiert. Bürgermeisterin Libby Schaaf, eine langjährige Freundin und Wegbegleiterin von Harris, die die Senatorin im Januar 2019 auch als Präsidentschaftskandidatin ankündigte, war begeistert. Sie sei „hella proud“, unfassbar stolz und fügte hinzu: „Now let’s fight like hell for a #BidenHarris win in Nov.“

Vieles sprach schon im Vorfeld für die Senatorin. Ein wichtiger Punkt, der vielleicht auch noch ausschlaggebend war, sie kommt aus dem für die Demokraten sicheren Kalifornien. Im Falle eines Wahlsieges von Joe Biden würde sie ihren Senatsposten aufgeben, der demokratische Gouverneur, Gavin Newsom, würde dann sicherlich erneut eine Demokratin nach Washington schicken. Das Kräfteverhältnis im Senat würde so nicht beeinflusst werden.

Kamala Harris hatte ich schon seit 2003 auf dem Schirm, als sie Generalstaatsanwältin für San Francisco wurde. Damals fiel sie mir auf, weil sie eine vehemente Gegnerin der Todesstrafe war und auch zu diesen Prinzipien stand, als in der „City by the Bay“ ein Polizist ermordet wurde, der Ruf nach der Todesstrafe für den Täter mehr als laut war. Sie weigerte sich und wurde von den Beamten, der Polizei Gewerkschaft und selbst namhaften Demokraten, wie Dianne Feinstein, angefeindet. Das rechntete ich ihr hoch an. Und auch als sie danach kalifornische Justizministerin wurde, blieb sie bei ihrer Grundeinstellung gegen die Todesstrafe.

Kamala Harris ist eine Kämpferin, die mitreißen kann. Mit ihrer Präsidentschaftskandidatur der Demokraten ließ sie Anfang 2019 aufhorchen. Vor dem Rathaus in Oakland kamen rund 20.000 Menschen zusammen, um das zu feiern. Harris war über Nacht Frontrunner. Doch dann wurde sie schlichtweg im 25köpfigen Kandidatenfeld der Demokraten aufgerieben. Harris zog die Reißleine, aber fiel danach umso mehr auf, weil sie auf Frontalkurs mit Donald Trump ging. Das blieb nicht unbemerkt. Joe Biden führte genau diese Haltung in seiner Begründung für Kamala Harris an.

Biden hat mit Harris eine Partnerin an seiner Seite, die alles andere als ein weiblicher Mike Pence ist. Harris wird nicht hinter Biden stehen, ihn untertänigst und bewundernd anhimmeln und ihm ständig erklären, wie dankbar sie doch sei, in seinem Kabinett mitarbeiten zu dürfen. Vielmehr wird Kamala Harris vom Tag eins der Biden-Adminstration bereit sein für den Tag X, wenn sie den Amtseid selbst ablegen muß. Und der kann schneller kommen, als man denkt. Ich bin davon überzeugt, dass Joe Biden nur ein Übergangskandidat ist, der jetzt die demokratischen Reihen schließen kann, der aber nach zwei Jahren im Amt zurücktreten und die Amtsgeschäfte an seine Vize-Präsidentin, Kamala Harris, übergeben wird. Amerika wird weiblich, die Weichenstellung dafür fand heute statt.

„Drive, she said“

Es war im Nürnberger Dröhnland, 1986, da hörte ich zum ersten Mal Stan Ridgways „Salesman“. Sowieso hörte ich in der legendären Disco in der Humboldtstraße vieles, was mich prägte und was mich bis heute begleitet. Aber Ridgway ist eine besondere Geschichte. Seine erste Soloplatte „The Big Heat“ nach seiner Zeit mit „Wall of Voodoo“ kaufte ich mir glaube ich gleich am nächsten Tag. Und die ist noch immer eine meiner Lieblingsscheiben.

Im November 1986 fuhr ich dann mit einer Freundin im Renault 12 meiner Eltern nach München. Ridgway spielte in der Alabamahalle. Ein nicht zu vergessenes Konzert. Draußen war es arschkalt, wir standen in der Schlange, bis die Türen endlich geöffnet wurden. Ich glaube, viel war nicht los, doch Stan Ridgway beeindruckte das nicht, er schien Spaß zu haben, immer wieder wedelte er mit dem Mikrofonkabel durch die Gegend, so, als ob er ein Cowboy beim Einfangen eines Rindes war. Gerade höre ich eine alte Aufnahme von genau dieser „The Big Heat“ Tour, die ein paar Tage später in Wien entstanden ist. Good times…!

Stan Ridgway und seine Musik begleiteten mich in den folgenden Jahren. Jede neue Platte legte ich mir zu. Nach meinem Umzug nach San Francisco sah ich ihn mehrmals live, bei Slim’s, im Cafe Du Nord und noch einem Club, dessen Namen mir gerade nicht einfällt, den es aber schon lange nicht mehr gibt, interviewte ihn vor einem der Konzerte für ein deutsches Musikmagazin. Und dann hatte ich die Idee, ein Spotlight auf KUSF über Stan Ridgway zu produzieren, eine, dieser großartigen Zweistundensendungen am Sonntagnachmittag auf dem einstigen legendären Collegesender der „University of San Francisco“. Ich schrieb Stan Ridgway an, ob ich ihn für diese Show interviewen könne und er schrieb zurück, freute sich über mein Interesse und lud mich für ein Treffen nach Venice ein.

Ein paar Wochen später stand ich da an einer Ecke nur einen Block vom Strand in Venice Beach entfernt. Ein blauer Minivan hielt neben mir, das Seitenfenster ging runter, „Are you Arndt?“. „Yes, I am“. Stan Ridgway saß am Steuer, wir unterhielten uns, während er durch die Gegend fuhr und mir die Nachbarschaft zeigte, dies und das erklärte. Schließlich hielt er an einem Diner, wir hatten erstmal Lunch. Danach meinte er, wir könnten doch das Interview im Auto machen. Stan Ridgway ist ein Geschichtenerzähler, das hat mich schon immer an ihm beeindruckt. Seine Liedtexte sind Kurzgeschichten, die das amerikanische Leben beschreiben. Gut beobachtet, manchmal seltsam, aber immer ein Grund zum Nachdenken. Sein „Camouflage“ oder sein „Drive, she said“, aber auch das „Mexican Radio“ aus den Wall of Voodoo Zeiten, tolle Stories.

Das Spotlight wurde gesendet und ich blieb mit Stan Ridgway lose in Kontakt, denn kurz darauf begann ich mit der Produktion des Country, Folk und Americana Inflight Programmes für eine große deutsche Airline. Ich hatte die Freiheit, meine Playlist selbst zu bestimmen und mußte mich nicht nach den Charts richten. Das bot mir die Möglichkeit das weite Feld des Country und Folk Sounds zu erkunden. Und da kam ich wieder auf Stan Ridgway, diesen großartigen amerikanischen Songschreiber, Sänger, Musiker, der offen für Einflüsse ist und durchaus auch immer wieder in seinen Songs durch den Reichtum des wahren amerikanischen Sounds stapfte. Stan Ridgway war also immer mal wieder auf 30,0000 Fuß zu hören. Er fand das gut. Ich auch. Nach zehn Jahren war für mich Schluß mit der Sendung. Seitdem lege ich immer mal wieder eine Platte von ihm auf. Gestern Abend ganz laut „The Big Heat“, für mich sein Meisterwerk. Und da kamen eben all die Erinnerungen hoch, Dröhnland und Alabama Halle, KUSF, Venice und über den Wolken. Musik ist einfach wunderbar.

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San Quentin Lock Down

Kein Brief, kein Anruf und das seit mehreren Wochen. In den 25 Jahren, in denen ich mit Reno befreundet bin, kam das noch nicht vor. Reno ist zum Tode verurteilt, er ist seit 1980 auf der Death Row im ältesten kalifornischen Staatsgefängnis in San Quentin. Und dort wütet das Corona Virus.

Die Zellen im East-Block von San Quentin. Foto: Reuters.

Im Mai wurden 122 Gefangene aus anderen Haftvollzugsanstalten nach San Quentin verlegt. Sie hatten alle negative Covid-19 Tests, allerdings waren die mehrere Wochen alt. Nach der Ankunft wurden die Neuankömmling noch einmal getestet, 25 kamen als positiv zurück. Doch da, war es schon zu spät. San Quentin ist für 3082 Gefangen ausgelegt, derzeit sind mehr als 4350 dort untergebracht. Covid-19 breitete sich unter den Gefangenen und Strafvollzugsbeamten rasant aus. Am vergangenen Dienstag wurden 2030 Fälle bestätigt. 10 Häftlinge verstarben bereits.

Es ist eine Gesundheitskrise, die nur schwer unter Kontrolle zu bekommen ist. In San Quentin ist die kalifornische Death Row mit etwa 700 zum Tode Verurteilten untergebracht. Daneben sind viele „Lifers“, Lebenslängliche und Gefangene mit langen Haftstrafen in diesem „Prison“. San Quentin galt lange Zeit als das gefährlichste Gefängnis westlich des Mississippis, bis der Staat Kalifornien in den 80er und 90er Jahren neue Gefängnisse bauen ließ, um auch die Situation in San Quentin zu entzerren. Seitdem sind dort viele ältere Häftlinge untergebracht. Eine Isolation ist in dem übervollen und veralteten Knast kaum möglich.

Der derzeitige Lock Down bedeutet auch, dass es quasi eine Kontaktsperre gibt. Die Gefangenen im East-Block, dem Todestrakt, können normalerweise von ihren Zellen aus telefonieren. Dazu wird ein Telefon auf einem Wägelchen vor die Zelle gerollt, durch die Gitterstäbe kann dann telefoniert werden. Doch um die Verbreitung des Virus‘ über die Oberfläche des Apparats zu verhindern, wurden alle Telefonate gestrichen. Auch die Post von und nach San Quentin wurde eingeschränkt. Nun heißt es warten, bis ich endlich wieder etwas aus San Quentin höre. Das letzte Gespräch mit Reno war nicht gut, er fühlte sich krank und schwach und legte schon nach wenigen Minuten wieder auf. Das war vor drei Wochen…

Covid-19 auf der Death Row

„Mir geht es nicht gut“, meinte Reno vor ein paar Tagen am Telefon. Er klang krank, so, als ob er eine schwere Erkältung hat. Das Gespräch dauerte nicht lange, er wollte sich wieder hinlegen. Was er genau hat ist unklar. Reno ist 75 Jahre alt, er wurde 1978 verhaftet, seit 1980 ist er im Todestrakt von San Quentin, dem ältesten Staatsgefängnis in Kalifornien untergebracht. Vor kurzem lief diese Serie über unsere Freundschaft auf Deutschlandfunk Kultur.

Eingang zum Todestrakt von San Quentin.

Schon seit März gibt es einen Lock-Down in San Quentin, um eine Verbreitung von Covid-19 hinter den dicken Mauern zu verhindern. Keine Besuche sind erlaubt, auch nicht von ihren Anwälten, den Gefangenen wird geraten in ihren Zellen zu bleiben, sich regelmäßig die Hände zu waschen, Kontakte zu anderen Inhaftierten zu vermeiden. Doch vor ein paar Wochen, am 30. Mai, wurden 121 Häftlinge aus einem anderen Gefängnis nach San Quentin gebracht. Die Justizvollzugsanstalt in Chino war da schon ein Covid-Hotspot. Corona breitete sich schnell in San Quentin aus und hat nun auch die „Death Row“ im East-Block erreicht.

725 Todeskandidaten sind dort untergebracht, von denen, die sich auf das Covid-19 Virus testen ließen waren 166 positiv. Ein erster Todesfall wurde in dieser Woche bekannt, der 71jährige Richard Eugene Stitely wurde tot in seiner Zelle gefunden. Die Corona Pandemie ist ein riesiges Problem für San Quentin und vor allem für den Todestrakt, denn im Gefängnis sind viele „Lifers“, zu lebenslänglichen Haftstrafen verurteile Strafgefangene untergebracht und dazu eben zum Tode Verurteilte, viele von ihnen schon im Seniorenalter.

Die Gefängnisleitung mauert derzeit, hält sich mit Informationen zurück. Man versucht Herr der Lage zu werden, doch derzeit sieht die Situation nicht gut aus. Ich warte nun auf einen erneuten Anruf aus San Quentin. Manchmal ruft Reno auch am Donnerstag an, gestern kam jedoch kein Anruf. Montags hat er normalerweise das Telefon zur Verfügung…

Corona bremst den Kulturaustausch

Die San Francisco Bay Area ist so eine Region, in der man, wenn man denn sucht, viele deutsche Spuren finden kann. San Francisco und auch Oakland wurden von deutschen Einwanderern mitaufgebaut. In der Geschichte am Golden Gate hinterließen die „Germans“ einen tiefen Eindruck.

Ich erinnere mich noch gut an die Schilderungen eines alten Freundes, der bereits 1942 nach San Francisco kam. Er hatte eine aufregende Flucht hinter sich, war vom FBI nach dem japanischen Angriff auf die Militärbasis Pearl Harbor in Costa Rica aufgegriffen und wie viele Tausend weitere Deutsche und Japaner aus Mittel- und Südamerika in die USA gebracht worden. Hier sollte er in ein Internierungslager kommen, konnte aber nachweisen, dass er aus Nazi-Deutschland schon 1938 geflohen war…das ist eine Geschichte für sich, die hier in Oakland beginnt.

Doch zurück zu diesem alten Freund, mit dem ich oft durch San Francisco fuhr. Er deutete immer wieder auf Häuser und Straßenecken, da sei ein deutscher Metzger gewesen, dort ein Tischler, da ein Bäcker, dort ein Automechaniker. Mit Hans die Straßen von San Francisco zu befahren, war eine historische Rundfahrt der besonderen Art. Er erzählte von den vielen Festen, die gefeiert wurden, von den Empfängen in der „California Hall“ auf Polk Street.

Davon ist nicht viel übrig geblieben, das alte „deutsche“ San Francisco ist längst verblasst. Dennoch waren die Deutschen nie weg, neue Immigranten kamen und bauten hier das auf, was sie machen wollten, lebten ihren „American Dream“. Etliche deutsche Restaurants kann man finden, noch. Denn die „Suppenküche“ in Hayes Valley ist in Schwierigkeiten, deutsche Gemütlichkeit, Bierhallenatmosphäre und das lange Sitzen an Tischen ist in Corona-Zeiten nicht möglich. Das „Walzwerk“, ein ostdeutsches Themenrestaurant, macht zum Ende der Woche ganz dicht. Schon zuvor fiel ihr „Schmidt’s“ den hohen Mietpreisen in der „City by the Bay“ zum Opfer.

Das „Walzwerk“ hat es schon auf seiner Webseite stehen: „We are closed“

Auch Feste der noch verbliebenen Kulturvereine werden derzeit ersatzlos gestrichen. Wie soll man auch ein Maifest im Herbst feiern. Und die Aussichten sind nicht gut, denn oftmals waren diese Feste auch „Fundraiser“ für die Clubs. Das Goethe-Institut, die offizielle deutsche Kulturaußenstelle in der Region, ist seit Monaten geschlossen. Die Ausfälle an Gebühren und Eintrittsgeldern werden deutlich bei allen zukünftigen Planungen zu spüren sein.

Den Deutschen geht es sicherlich nicht anders als anderen ethnischen Gruppen in San Francisco oder in den USA. Doch an diesen mehr als wichtigen Part in der amerikanischen Gesellschaft wird kaum gedacht. Das Land der Immigranten vergisst gerade in diesen harten Zeiten die oftmals gefeierte und geschätzte Vielseitigkeit des amerikanischen Lebens. Was nach dieser Pandemie von all dem Kulturleben der „Minderheiten“ noch übrig bleiben wird, ist nicht absehbar. Man kann nur hoffen, dass es nicht einen totalen Kahlschlag geben wird.

Der positive Gangsterrap

Meine Oma hätte sicherlich gesagt: Dat sind doch alles Gangsta im Knast. Stimmt schon irgendwie, alle wurden zu langen Haftstrafen verurteilt. Doch dieser Gangsterrap ist anders. Positiv, mit einer Message, Therapie hinter den dicken Mauern.

Johnny Cash spielte schon dort, genauso wie Metallica, B.B. King und Carlos Santana. San Quentin, das älteste Staatsgefängnis in Kalifornien, hat aber nicht nur musikalische Besucher von draußen bekommen. Hinter den dicken Mauern des einst gefährlichsten Gefängnisses westlich des Mississippis waren auch immer wieder Musiker inhaftiert. Das reicht vom Komponisten Henry Cowell über Jazz Musiker wie Art Pepper, Frank Morgan und Dexter Gordon bis hin zum Country Musiker Merle Haggard. Seit über 25 Jahren beschäftigt ich mich und berichte über San Quentin, nun habe ich David Jassy kennengelernt, einen Musiker aus Schweden, der wegen Mordes zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt wurde, nach San Quentin kam und im Frühjahr begnadigt wurde. Jassy hat nun die “San Quentin Mixtapes” veröffentlicht.

David Jassy erreiche ich per What’s App in Stockholm. Seit März lebt er wieder in seiner Heimatstadt. Er war Mitglied des erfolgreichen schwedischen Hip Hop Duos “Navigators”, er produzierte in Deutschland Songs für die No Angels und Janet Biedermann und war im November 2008 in Los Angeles, um am Album von Britney Spears mitzuarbeiten. Dann passierte es, auf dem Nachhauseweg geriet er mit einem anderen Verkehrsteilnehmer in Streit, er schlug zu, der Mann verstarb an den Folgen. Jassy wurde für einen Mord angeklagt und 2010 zu 15 Jahren bis zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Nach dem LA County Jail kam er erst nach Solano und dann nach San Quentin: „Und ich komme in dieses Gebäude und es war wie aus einem Film. Es war der West Block. Es war verrückt. Leuten liefen durch die Gegend, es schien keine Struktur zu geben, sie liefen die Eisentreppen hoch und runter. Und ich hatte dieses panische Gefühl in mir, lebenslang. Ich dachte mir, wie um alles in der Welt soll ich das überleben. Aber ich hab’s überlebt.“

Der heute 46jährige überlebte es nicht nur, er half vielen anderen im Gefängnis. Er selbst ist schwarz, sein Vater stammt aus Gambia, seine jüdische Mutter floh aus Estland nach Stockholm, wo er geboren wurde. Seine Geschichte stieß auf Interesse, gerade auch, weil viele im kalifornischen Knast nicht wußten, dass es in Schweden auch Schwarze gibt. David Jassy hielt sich fern von den Gangs und den Drogen im Knast, organisierte sein Leben hinter Gittern, konzentrierte sich auf seine Musik und begeisterte damit auch andere um ihn herum. Er schaffte es, einen Synthesizer in seine Zelle geschickt zu bekommen, ein Musikprogramm hinter den dicken Mauern zu starten. In einem Anbau wurde sogar ein kleines Tonstudio eingerichtet.

„
Musik war meine Therapie. Als ich mit dem “San Quentin Mixtape” anfing, wollte ich ein Album mit den Youngsters machen, auf dem sie über ihr Leben und ihren Mühen sprechen, aber ohne obszöne und abfällige Sprache, und doch authentisch. Du kennst San Quentin, Du weißt wie das hier ist, da ist nichts zum Schönreden und es ist auch nicht cool im Gefängnis zu sein. Da aufzuwachen und es jeden Morgen zu bereuen, dass man jemanden umgebracht hat. Ich wollte, dass sie das mitteilen.“

Und genau das kann man in diesen 17 Songs hören, authentische Stimmen, die durch Musik und Rap einen Weg gefunden haben, sich mitzuteilen. Es war nicht leicht, dieses “Mixtape” Album zu realisieren und dann zu veröffentlichen. Als er schon die Zusage hatte, zog ein anderer Beamter die wieder zurück. Doch Jassy gab nicht auf, über bekannte Unterstützer, wie MC Hammer und Kim Kardashian, hörte Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom von dem Projekt und gab scließlich grünes Licht.

In den Texten werden Erfahrungen, Erlebnisse und Gefühle im Leben der Youngsters draußen und hinter Gittern beschrieben. Ein Song sticht für David Jassy ganz besonders heraus, der von Dinero G, einem 19jährigen Mexikaner, der in einer Gang war. Eigentlich, so David Jassy, wären sie im Gefängnisalltag nie zusammen gekommen, aber die Musik brachte sie zusammen. „
Eines Tages kam er ins Studio und er fing an diesen Song zu rappen. Und dabei sagte er “I’m in the same prison as my grandfather”, ich bin im gleichen Gefängnis wie mein Großvater. Und ich stoppte ihn und fragte, was war das. Und er, yeah, ich bin im selben Knast. Nicht nur, dass sein Opa auch in San Quentin war, er war im selben Zellenblock, auf der selben Ebene, nur ein paar Zellen weiter. Und ich, was für eine verrückte Geschichte. Er sprach von diesem Generationentrauma, seine Mutter war gerade 13 als sie mit ihm schwanger war, ihr Vater war in San Quentin und konnte nicht da sein für seine Tochter. Und jetzt ist er im selben Gefängnis und er kann selbst nicht für seine Tochter da sein.“

Nach zehn Jahren in San Quentin, einem der notorischen Gefängnisse in den USA, beginnt nun für David Jassy ein neues Leben, den Kontakt mit seinen “Mixtape” Mitstreitern will er halten und sie von außen unterstützen. Er sagt von sich, er sei ein neuer Mensch: „
Es hat mich in vielen Bereichen verändert. Es hat mich wohl dankbarer gemacht, am Leben zu sein. Ich schätze Dinge nun mehr wert, wieder hier in Stockholm zu sein, ich sehe Sachen in meiner Stadt, die mir nie aufgefallen sind. Ich sehe die Schönheit an Orten, die ich nie beachtet habe…ich bin dankbar zu leben.“

Die „San Quentin Mixtapes“ sind auf allen digitalen Plattformen, wie amazon, iTunes und Spotify zu finden.

Darauf ein Glas Wein

Gestern war ich in Sonoma County, um meine „Futures“ bei meinem Lieblingsweingut abzuholen. Wein, den ich im letzten Jahr im Fass probiert und dann bestellt hatte. Nun abgefüllt, gelagert, „ready to drink“. Die „Tasting Rooms“ sind ja derzeit geschlossen, die Krise trifft die Region hart. Nach den gewaltigen Bränden im letzten Jahr, die damit verbundenen Schließungen ist nun erneut ein Nullpunkt erreicht.

In einem Lagerhaus in Windsor holte ich meine Kisten ab, mit Mundschutz und auf Distanz wurde alles in den VW Bus eingeladen. Wir standen dann noch zusammen und unterhielten uns. Es sieht nicht gut aus, für die kalifornische Weinindustrie. Einige „Tasting Rooms“ werden nicht mehr öffnen, hieß es, viele der Angestellten mußten entlassen werden, Weingüter sind bereits in finanzielle Schieflage geraten. Das Ende sieht nicht gut aus.

Das „Dry Creek Valley“ per Fahrrad erleben.

Der „County“, der Bezirk, hat nun angekündigt, nach Wochen der Schließung wieder langsam zu öffnen. Wie das aussehen soll, ist allen noch unklar. „Wine Tasting“ mit Maske, mit Distanz, mit Latexhandschuhen und Desinfektionsmitteln? „Well, I don’t have an answer?“, wurde mir gesagt. Abwarten, sehen, was passiert, hoffen, dass es nicht zu einer zweiten Infektionswelle und erneuten Totalschließungen kommen wird.

Vom Lagerhaus fuhr ich nach Downtown Healdsburg, der Kleinstadt im Zentrum des Weinanbaugebietes in Sonoma County. Am zentralen Platz, an dem riesige Redwoods aufragen, war alles leer. Nur wenige Geschäfte hatten geöffnet. Ich parkte meinen Wagen, holte mein Fahrrad raus und fuhr los Richtung „Dry Creek Valley“, von dort kommen „meine“ Weine, dort gibt es den besten Zinfandel. Eine 30 Kilometer Rundfahrt, entlang der Reben, vorbei an geschlossenen Weingütern, der Himmel war bewölkt. Wenig Verkehr, ein paar Arbeiter zwischen den Rebstöcken. Das Valley ist ganz besonders, eine schöne, ruhige Atmosphäre und ideal für den Weinanbau, denn es wird tagsüber oft heiß, doch nachts zieht eine Nebeldecke vom Pazifik kommend kühlend über die Landschaft.

An einigen Stellen kann man noch Schilder finden, auf denen den Einsatzkräften nach den Feuern gedankt wurde. Damals konnte durch den schnellen und kontrollierten Einsatz der Feuerwehren schlimmeres für das Valley verhindert werden. Doch wochenlang hing eine dicke Rauchglocke über der Region, der 101 war geschlossen, weite Teile des Counties evakuiert und natürlich war die Weinindustrie davon besonders betroffen. Gestern lag das Tal ganz friedlich vor mir. Ich radelte voran und dachte mir „strange times“. Später dann, ein Glas Wein auf die kalifornischen Winzer. Zumindest kann man sie so etwas in all dem Irrsinn unterstützen. Cheers!

Amerika ist nicht alles Trump

In den letzten Tagen und Wochen erhielt ich immer wieder in Mails und in Chats die Antwort, alles sei soweit gut, aber „bei euch ist die Situation ja noch viel verrückter als hier“. Das stimmt zum einen. Mit Präsident Trump ist da jemand im Weißen Haus, der erst die Zeichen nicht erkennen wollte, dann alles bagatellisierte, um schließlich Schuldige für die Krise im eigenen Land zu finden. Von außen betrachtet, hat Amerika keinen Plan.

Zum anderen ist Amerika nicht Trump-Country. Da kann der Präsident noch so viel sagen, erklären, falsch darstellen, unsinnige Tipps wie das Injizieren von Desinfektionsmitteln und eine UV Bestrahlung unter die Haut zu verabreichen, am Ende entscheiden in den USA vor allem die Gemeinden und die Bundesstaaten. Die haben eine viel stärkere Position als die Bundesländer in Deutschland. Darüber kann sich auch kein „King Donald“ hinwegsetzen, auch wenn er das gerne würde. Er fährt da sowieso einen Schlingerkurs, manchmal erklärt er, was er sage sei Gesetz, dann wiederum betont er, es sei nicht seine Verantwortung zu testen, alles liege bei den einzelnen Bundesstaaten.

Testing, Testing, Testing….das wird in Kalifornien immer wieder betont. Foto: AFP.

Ich habe das Glück in dieser Krise in Kalifornien zu leben, in einem Bundesstaat, in dem der Gouverneur früh aktiv wurde, an die Wissenschaft glaubt und in enger Zusammenarbeit mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern, mit den „Health Department“ Verantwortlichen in den verschiedenen „Counties“, den Bezirken, zusammenarbeitet. Die „Counties“ in der erweiterten San Francisco Bay Area machten frühzeitig dicht. Hier wurde erkannt, was da auf uns alle zukommt.

Das lag sicherlich auch daran, dass die Reaktion von jetzt auf gleich gefragt war, denn hier sollte ein Kreuzfahrtschiff ankern, auf dem Corona-Verdachtsfälle waren. Das lag daran, dass auf dem gleichen Schiff zuvor ein Passagier war, der nach seiner Rückkehr erkrankte und schließlich starb. In einer gemeinsam logistischen Anstrengung zwischen Sacramento, Alameda County und den Bundesbehörden, durfte das Schiff schließlich in einem abgesperrten Bereich des Hafens in Oakland docken. Die Passagiere durften von Bord gehen und wurden in Quarantäne untergebracht, die Bord Crew und etliche Reisende aus anderen Ländern musste in der Bay auf dem Schiff bleiben, um dort die Isolationszeit auszusitzen.

Doch diese gemeinsame Erfahrung und kontrollierte Reaktion führte die San Francisco Bay Area und Kalifornien an die Spitze im Kampf gegen das Covid-19 Virus. Gouverneur Gavin Newsom trat fortan Tag für Tag vor die Presse, um ruhig und bedacht über die aktuellen Entwicklungen im „Golden State“ zu berichten, die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in der Region taten es ihm, manchmal sogar gemeinsam in einer Videokonferenz, nach. Hier hatte man nicht nur das Gefühl, dass reagiert wird, sondern dass voraussehend gehandelt wurde.

Und auch jetzt noch ist Kalifornien nicht auf den Trump-Train aufgesprungen, um überhetzt und undurchdacht die Wirtschaft und das allgemeine Gesellschaftsleben wieder zu eröffnen. Man erkennt Fehler, gesteht diese auch offen ein und geht langsam voran. Die große Frage, die hier jeden beschäftigt – und wahrscheinlich überall -, ist, was danach kommt, wie das „normale“ Leben nach Coronoa aussehen wird? Ob es überhaupt auf absehbare Zeit eine solche Normalität wie vor Covid-19 geben wird? Die wird es geben, doch die wird in Kalifornien wohl anders aussehen, als auf dem Papier, das vor Donald Trump im Oval Office liegt.

A star is born

Seit dem Beginn der täglichen Pressekonferenzen versucht Donald Trump die Schuld an der Corona Krise im Land auf andere abzuschieben. Auf China, die WHO, die Demokraten, die Medien, die Europäer, Ausländer allgemein. Die Liste ist lang und wird fast täglich länger. Nun verbreitet er neben seinen medizinischen Quacksalbereien auch noch parteipolitischen Unsinn. Warum, so fragt Trump, sollte jenen Staaten und Städten finanziell geholfen werden, die ihren Haushalt nicht unter Kontrolle haben. Ganz nebenbei unterstellt er, dass das vor allem von Demokraten regierte Bundesstaaten und Kommunen seien.

Präsidial hat sich Trump in dieser Krise noch zu keinem Zeitpunkt gezeigt. Am Sonntag, der 50. Geburtstag seiner Frau Melania, holte er mal wieder kräftig aus und verbreitete einen Tweet-Storm sondergleichen. Reporter sollten ihre „Noble Prices“ zurückgeben, die sie für ihre Geschichten über die Trump-Russland Verbindungen erhalten hätten. Er könne dem „Noble Committee“ danach gerne eine Liste von Journalistennamen geben, die eine Auszeichnung verdient hätten. Das klingt so, als ob King-Donald gerne Hofberichterstattung belohnen möchte. Trump verwechselte ganz offensichtlich auch noch die Pulitzer Preise mit den Nobel Auszeichnungen, denn Nobel Awards für Journalisten gibt es nicht und auch tippte er mehrmals Nobel falsch in sein Handy ein. Einen Tag später versuchte er sich mit einer geistigen Verbalverrenkung zu retten und löschte die besagten Tweets auch, doch Trump war die Lachnummer des Tages. Nicht gerade präsidial.

Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom als Krisenmanager. Foto: AFP.

Ganz anders macht das der kalifornische Gouverneur, Gavin Newsom. Auch er hält jeden Tag seine Pressekonferenzen, berichtet über aktuelle Infektions- und Todeszahlen, beschreibt die Situation im Bundesstaat und erklärt die Pläne der Regierung in Zusammenarbeit mit den Kommunen. Und Newsom zeigt Größe, in dem er sich für das entschuldigt, was nicht richtig läuft oder erst mit Anfangsschwierigkeiten zum Laufen kam. So meinte er am Montag, man sei überrascht gewesen über das große Interesse an der Corona-Hotline. Er entschuldige sich dafür, dass viele Anrufer nicht durchkamen. Nun habe man das Angebot ausgeweitet, sieben Tage die Woche, jeweils 12 Stunden lang seien die Telefonzentralen erreichbar.

Gavin Newsom wächst in der Krise, findet den richtigen Ton. Und das nicht zum ersten Mal, schon als Bürgermeister von San Francisco und später dann auch als Gouverneur fand er in Notsituationen die passenden Worte, erklärte komplizierte Sachverhalte, vor allem auch, was ihn antrieb. Das war auch so, als er sich 2004 gegen die eigene Partei stellte und in San Francisco „Gay Marriages“ erlaubte. Lange Zeit wurde ihm vorgehalten damit die Wiederwahl von George W. Bush ermöglicht zu haben, denn die Republikaner zogen gegen die „San Francisco Values“ erfolgreich in den Wahlkampf. Doch Newsom sah dies als einen neuen Kampf um die „Civil Rights“, die Bürgerrechte in den USA. Er stand zu seiner Überzeugung und er sollte Recht behalten.

Gavin Newsom ist sicherlich jemand, den man auch auf nationaler Ebene beobachten sollte. Falls Donald Trump im November doch wiedergewählt wird, dann müsste man mit Newsom 2024 auf alle Fälle im demokratischen Lager rechnen. Auch die Bürgermeisterinnen von San Francisco und Oakland, London Breed und Libby Schaaf, zeigen in dieser Krise ihre Führungsqualitäten. Ruhig, bedacht, sich austauschend und engagiert gehen sie gemeinsam vor, informieren die Bevölkerung, haben eigene Ideen und setzen diese im Einklang mit den kalifornischen Vorgaben um, so z.B. gesperrte Straßen in Oakland, die für die Bürger zum Sport und zur Bewegung mit ausreichend „social distancing“ genutzt werden können. In dieser Covid-19 Krise kann man durchaus einiges erkennen – politische Totalausfälle und Hoffnungsträger für dieses Land. Oakland und Kalifornien machen es vor, wie man auf diese riesige Herausforderung reagieren sollte und auch muss. Als Oakländer und Kalifornier fühle ich mich am richtigen Ort.

Am Ende steht der Tod

Vorletzte Woche lief diese Serie auf Deutschlandfunk Kultur. An fünf Tagen erzählte ich von meiner Freundschaft zu Reno im Todestrakt von San Quentin. Seit über 25 Jahren kennen wir uns, wir telefonieren wöchentlich, oft besuche ich ihn. Reno malte, seine Bilder habe ich hier im Haus, vor einiger Zeit setzte er mich für seine Patientenverfügung ein.

Ein fast 20 Jahre altes Polaroid Foto aus dem Besucherraum von San Quentin.

Und der Tag kommt wohl schneller als gedacht, an dem ich entscheiden müsste. Lange Zeit sprachen wir nie über den Tod, auch wenn Reno seit 1980 auf „Death Row“ sitzt. Einmal fragte er mich, ob ich bei seiner Hinrichtung dabei sein wolle. Das war noch vor dem Hinrichtungtsstopp 2006. Ich willigte ein. Der Tod war aber nie ein Thema in unseren Gesprächen – oder nur ganz selten. Doch nun schickte er mir eine Liste mit Namen und Adressen von Leuten, die ich informieren soll, wenn er nicht mehr ist.

In seinen Briefen, in seinen Telefonaten wird ganz deutlich, dass er des Lebens müde ist. Er hat Schmerzen, er will nicht mehr. Der Staat wird ihn nicht hinrichten, das steht fest. Aber Reno sagt, er habe keine Perspektive mehr. Was sagt man jemandem wie ihm, der seit 40 Jahren im Todestrakt lebt, lange Zeit davon auf seine Hinrichtung wartete und nicht mehr kann, nicht mehr will. Im Mai würde er 75 Jahre alt werden. Er sagt, er glaube nicht, dass er das noch erlebt.

Besuchen kann ich ihn nicht. Noch einmal eine Cola, Popkorn, Burger, ihn etwas aufheitern. Das Gefängnis ist unter „Lock Down“, das Corona Virus ist bereits innerhalb der Mauern von San Quentin nachgewiesen worden. „If I get it that’s it for me“, meint er. Er regelt gerade das, was ihm noch bleibt, was ihm noch wichtig ist. Hoffnung, die scheint er verloren zu haben. Und Hoffnung war lange Zeit das einzige, was er im Todestrakt von San Quentin hatte.