Bedauern Sie das Aus für das Altstadtrennen?

altstadtrennenNach dem Ende der „fetten Jahre“ in den 1990ern, als Radsport in Deutschland unheimlich populär war, mussten die Fans mehrfach schon um die Zukunft des Altstadtrennens zittern. Durch die Kooperation mit der Bayern-Rundfahrt konnte die Veranstaltung ab 2013 noch einmal für drei weitere Auflagen gerettet werden, so dass das Nürnberger Radrennen heuer immerhin das 25. Jubiläum erlebte. Nun aber ist den Veranstaltern der Bayern-Rundfahrt selbst das Geld ausgegangen – als Konsequenz ist auch die Schlussetappe in Nürnberg Geschichte. Die Stadt hat eine Großveranstaltung weniger.

Neben den Radsportfreunden, die die Strecke säumten und den Profis zuschauten, mögen das auch die vielen Freizeitsportler bedauern, die bei den „Jedermann-Rennen“ begeistert mitmachten und die an Wettbewerben wie „Run and Bike“ ihren Spaß hatten. Diejenigen, die Nürnberg als unattraktiv diffamieren, haben nun vielleicht ein Argument mehr.

Auf der anderen Seite waren mit dem Rennen auch massive Einschränkungen für die Bürger verbunden, musste doch die Altstadt weitgehend gesperrt werden. Und dann stellt sich obendrein die Frage, ob die ewige Wiederholung der immer gleichen Großveranstaltungen nicht auch Langeweile erzeugt: Jedes Jahr Blaue Nacht, jedes Jahr Rock im Park, jedes Jahr Bardentreffen, jedes Jahr Norisring, jedes Jahr Stadtverführungen und bisher auch alljährlich ein Radrennen. Das fällt nun weg. Was im besten Fall Stadtrat und -verwaltung vielleicht den Anstoß gibt, sich mal etwas Neues auszudenken. Insofern könnte das Ende auch in einen Aufbruch münden.

Marco Puschner

Wir wollen deshalb in unserer Leserfrage der Woche von Ihnen wissen:

Bedauern Sie das Aus für das Altstadtrennen?