„Gute Idee: Norisring ohne Publikum?“

Mitte Juli wird in Nürnberg gerast. Normalerweise zumindest. Dann findet nämlich das traditionsreiche Norisringrennen statt. Schöller-S, Grundig-Kehre – seit über 70 Jahren schon brausen hier die Rennfahrer über die Strecke und werden dabei von bis zu 150.000 Fans bejubelt.

Heuer aber ist alles anders: Großveranstaltungen sind bis Ende August gestrichen. Die Veranstalter des Norisring-Rennens aber wollen sich die Veranstaltung, in die sie so viel Herzblut gesteckt haben, nicht so einfach streichen lassen. Freilich: Ein Rennen mit Tausenden von Fans an der Strecke wird es heuer nicht geben können. Ein Geisterrennen ähnlich den diskutierten Geisterspielen der Fußball–Bundesliga aber vielleicht schon. Die Verantwortlichen des Rennens haben bei der Stadt bereits eine entsprechende Anfrage gestellt.

Für den MotorsportClub Nürnberg (MCN) hängt viel an dem Rennen. Sollte die Veranstaltung nicht stattfinden, bliebe der MCN auf seinen jährlich anfallenden Unterhaltskosten für die Lagerung des Streckenmaterials von etwa 140.000 Euro sitzen. Die Norisring GmbH wäre bei einer Streichung aus dem Kalender pleite. Eine TV-Übertragung in 140 Länder aber könnte in einer Zeit, in der Sportveranstaltungen eigentlich ausfallen, durchaus Geld in die Kasse spülen und dabei helfen, das Traditionsrennen zu erhalten.

Nur: Die Idee kommt nicht überall gut an. Manche empfinden sie sogar als Provokation. Es könne schließlich nicht sein, dass Kinder nicht auf Spielplätze dürfen, Senioren in Heimen vereinsamen, das Rennen aber stattfinden solle. Die Diskussion über ein Geisterrennen wird aber nicht nur vor dem Hintergrund der Corona-Krise geführt. Es ergreifen auch diejenigen das Wort, die die Veranstaltung schon aus Klimaschutz-Überlegungen nicht gutheißen. „Für mich ist es eine Katastrophe, wenn jedes Jahr wieder die Nürnberger Bevölkerung unter dem monotonen Brumm-Brumm des Autokorsos stöhnt und die Stadt Nürnberg durch das Zur-Verfügung-Stellen des Areals der konventionellen Automobilwirtschaft und all den Klimawandelignoranten ein Forum bietet“, sagt etwa Ludwig Hager, der Vorsitzende der ÖDP-Nürnberg. Die ÖDP denke daher über ein Bürgerbegehren zur Abschaffung des Rennens nach.jule

„Gute Idee: Norisring ohne Publikum?“

 

3 Kommentare in “„Gute Idee: Norisring ohne Publikum?“

  1. Im Prinzip ist den Worten von Herrn Gößwein nur wenig hinzuzufügen.
    Beschäftigt man sich jedoch mit den Worten des ÖDP Vorsitzenden Hager genauer, dann weiß man welchen Stellenwert dessen Aussagen besitzen.
    Schaut man auf dessen Homepage ( https://www.oedp-nuernberg.de ), dann kommt der Mann aus einem Betrieb der Elektromotoren produziert. Natürlich muss man da gegen die Verbrennung fossiler Kraftstoffe sein- es geht ja um seinen Arbeitsplatz und das Wohlergehen der Firma.

    Wer für Elektrotechnik bei der Fortbewegung von Menschen und Gütern spricht, muss aber auch benennen woher das Silizium für die Energierspeicher kommt und was das dann für Folgen hat- zum Beispiel in Bolivien oder anderen Südamerikanischen Staaten!
    Aber der Herr Hager als Dipl. Ing. (FH) muss es ja wissen – einem Ingenieur ist ja nix zu schwör!
    Das gleiche gilt ebenfalls für die Anhänger der GRÜNEN und deren sogenannte Politiker. Man sollte sich doch einmal über die Fortbewegung der sogenannten Politiker der GRÜNEN informieren – Wasser predigen und Wein trinken!

    Wenn Herrn Hagers Chef auch mit dem Fahrrad herumfährt, wenn Herr Hager seinen Urlaub am Dutzendteich verbringt und ohne E Bike drum herum radelt, wenn die ÖDP Heinzelmänner es alle schaffen zu Fuß ihre Einkäufe zu tätigen…..dann darf er gerne Autorennen negativ kritisieren.
    Dies gilt natürlich wiederum auch für die GRÜNEN, die ja mindestens AUDI A6 fahren- natürlich immer wieder gerne neu – auf Kosten der Steuerzahler.

    Ich meine, dass Herr Gößwein ja die Hintergründe des „Norisring Rennens“ benannt hat. Mit oder ohne Zuschauer wird dort hochwertigster Sport geboten. Gott sei Dank rennen ja nicht alle Menschen in die Fußballstadien, zum Wintersport oder gar zu Olympia. Da muss man ja per Flugzeug reisen. Ach ja – Herr Hager bzw. die lieben GRÜNEN sind ja auch gegen das Flugzeug. Da besteht ja glatt die Gefahr, dass das nächste Ziel die Schließung des Flughafens Nürnberg auf dem Plan steht.
    Natürlich können die Politprofis der ÖDP bzw, der GRÜNEN nicht sagen, welcher Arbeit die derzeit Beschäftigten des Flughafens, der Automobilindustrie oder der Teams im Motorsport nachgehen sollten….
    Wieder einmal zu kurz gedacht, denn es entfallen ja für Nürnberg die 140 000 Euro für Lagerkosten des MCN, Mietkosten für die Infrastruktur bei den Nürnberger Firmen ….

    Wer solche sogenannten Politiker hofiert, der sägt doch an seinem eigenem Ast!

  2. Nachtrag:
    Es mussmanstatt „Silizium“ natürlich Lithium heissen!
    Aber egal: Für die Damen und Herren dieser Lobby scheinen die Menschen vor Ort ja keine Rolle zu spielen – denn sie wohnen ja Gott sei Dank sehr weit weg!
    Oder ist das einfach nur Ignoranz – natürlich nur um die Stimmen für ihre Partei zu gewinnen….

  3. Es ist dringend notwendig in der Unterhaltung für die Massen über das Fernsehen wieder mehr Themen als Corona und alte Aufzeichnungen zubringen. Motorsport mag nicht Jedermanns Sache sein – aber hat eine breite Zielgruppe. In jedem Fall mehr als nur die Besucher, die zu den Rennen an die Strecke kommen. Somit ist der Norisring als eines der wenigen Straßenrennen optimal geeignet.
    Dazu kommt, das die Übertragung des Norisring in weit über 100 Länder der Erde erfolgt. Für Nürnberg immer wieder eine perfekte Möglichkeit sich als guter Gastgeber zu präsentieren. Gerade in der Zeit der Bewerbung als Kulturhauptstadt ebenfalls ei wichtiger Faktor.
    Dir Frage die wir uns als Nürnberger nämlich stellen müssen, was passiert, wenn die Norisring GmbH in die Insolvenz geht, hat der MCN die Mittel und Möglichkeiten in der Zukunft, im Jahr 2021 noch so eine Großveranstaltung zu stemmen?
    Einzige Frage, die man natürlich klären muss, wie werden die Teams und sämtlichen Beteiligten wirksam geschützt. Aber das sollte bei Rennen leichter möglich sein als bei Fußballspielen. Niemand muss dem Anderen persönlich extrem nahe kommen. Und in der Boxengasse herrscht unisono Sicherheitsbekleidung als Pflicht zu die Mechaniker, die am Auto arbeiten – sogar mit Helm und Feuerschutzgesichtsmaske. Besser geht es verutlich nicht.
    Und der Aufwand für die Veranstaltung ist ebenfalls wesentlich niedriger als mit Publikum. Keine Tribünen sind erforderlich und über Zugangswege etc. muss man sich nur für das Sicherheitspersonal Gedanken machen.
    Bleibt die Geisterkulisse, die manchem nicht schmeckt. Motossportfans werden die Stimmung und das Heulen der Motoren auf der Tribüne vermissen – aber sind wir doch einfach einmal ehrlich. Im Gegensatz zu anderen Sportveranstaltungen spielt für die Fahrer beim Rennen die Kulisse der Fans eher eine untergeornete Rolle – zumindest während des Rennens bei dem Sie voll und ganz auf ihr Fahrzeug und den Renn- bzw. Streckenverlauf konzentriert sind.
    Manch Einer mag denken, Geisterkulissen sind auch für die TV-Übertragung schlecht – aber das stimmt aus meiner Sicht nur für Fußball und ähnliche Mannschaftssportarten, die die Spieler zur Leistung motivieren und für die entsprechende, bekannte Geräuschkulisse sorgen. Doch für die Übertragung von einem Motorsportrennen, ob Fornel 1, Tourenwagen oder Motorrad, da machen die Fahrzeuge die „Musik“ und sorgen für die notwendige Geräuschkulisse. Und die TV-Kameras fangen das Renngeschehen sowieso aus vielen spannenden Perspektiven ein. Als TV-Zusachauer sieht man vor dem Monitor das ganze Rennen, während man von der Tribüne immer nur einen Ausschnitt sieht.
    Als Nürnberger, sollten wir also in jedem Fall für die Austragung des Norisring sein – egal ob wir Motorsportbegeistert sind oder nicht. Es geht erst einmal um unsere Stadt und ein internationales sportliches Aushängeschild, welches gerade in Coronazeiten in jedem Fall ein positives Zeichen in die Welt schickt, wenn es Nürnberg gelingt in dieser Phase eine sichere Veranstaltung nurchzuführen.

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