Falschparker: Sind Bußgelder noch zu niedrig?

Die neueste Novelle der Straßenverkehrsordnung soll mehr Sicherheit für alle bringen: Radler, Fußgänger, Autofahrer und Rettungsfahrzeuge. Zu den Neuerungen zählen deshalb auch höhere Bußgelder fürs Falschparken – das Minimum liegt jetzt bei 25 Euro (Foto: NEWS5).
Wer sich etwa am Fahrbahnrand in zweiter Reihe erwischen lässt, dem drohten bisher 15 bis 20 Euro. Dieser Verstoß kostet ab sofort 55 Euro und bei Behinderung sogar 70 Euro sowie einen Punkt in Flensburg. Die Geldbuße für das unberechtigte Parken eines Schwerbehinderten-Platzes erhöht sich von 35 auf 55 Euro. Auch für das Falschparken auf Plätzen für Elektro- oder Carsharing-Autos muss man erstmals in dieser Höhe aufkommen. Das Halten auf Radstreifen am Straßenrand – bisher für drei Minuten gestattet – ist nun generell verboten. Wer kontrolliert wird, muss 55 Euro zahlen, bei Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer bis 100 Euro. Gleiches gilt für das Parken auf Geh- und Radwegen, an unübersichtlichen Stellen und in Feuerwehrzufahrten.
In dicht bebauten Großstädten wie Nürnberg zählt Falschparken zu den häufigsten Ärgernissen, über die sich Bürger bei der Kommune beschweren. Vom Kampf um den Parkraum abgesehen, kann es sogar gefährlich werden. Das Rathaus wies vor zwei Jahren in einer Kampagne auf die im Ernstfall verheerenden Blockaden von Feuerwehrzufahrten hin. Auch Radfahrer müssen sich beim Umfahren von Zweite-Reihe-Parkern manchmal in brenzlige Situationen begeben oder zu ihrer eigenen Sicherheit aus voller Fahrt stoppen.
Mit Blick auf die Unterbesetzung bei Polizei und städtischer Verkehrsüberwachung wagen viele Autofahrer ein Hase-und-Igel-Spiel: Sie stellen ihren Wagen auf gut Glück ab, darauf spekulierend, eh nicht ertappt zu werden. Für sie sind theoretische 55 Euro am Ende nicht abschreckender als 25, solange sie sich Parkgebühren oder Fußmärsche sparen. Andere Automobilisten ärgern sich über die Verschärfung der Bußgelder. Sie sehen die Städte in der Pflicht, für mehr legalen Parkraum und günstigere öffentliche Verkehrsmittel zu sorgen, und fühlen sich abgezockt.

Isabel Lauer

Falschparker: Sind Bußgelder noch zu niedrig?

4 Kommentare in “Falschparker: Sind Bußgelder noch zu niedrig?

  1. Es hat sich trotz gewisser Bußgelderhöhungen nichts am Falschparken geändert: Weiterhin wird an Kurven, in Spielstrassen usw. falsch geparkt, vom „Zweite-Reihe-Halten mit Warnblinker“ gar nicht zu reden.

  2. Ich fühle mich durch die Verschärfung des Bussgeldkataloges völlig überzogen abkassiert und kriminalisiert durch früh einsetzende Punkte in Flensburg und Fahrverbote! Gerade die Punktekartei ist nur für gefährdende Verstöße gedacht, was aber hier nicht in jedem Fall gegeben ist! Das schlimme ist, daß wir Autofahrer nun auch noch das sowieso zu oft rücksichtslose Gebaren der Radfahrer fördern müssen. Diese Verneigung vor dem Grünen Ideengut geht viel zu weit! Ich fordere Führerschein-, Kennzeichen- und Helmpflicht für Radfahrer, E-Bike- und E-Scooter-Fahrer*Innen! Bei deren gefährdendem Verhalten auf Gehwegen gehört deren rasender Untersatz für einige Wochen in Schutzverwahrung genommen!!

  3. Nachtrag: Natürlich sind die Bußgelder im europ. Vergleich immer noch sehr niedrig. Entscheidend ist halt, dass mehr Kontrollen durchgeführt werden, sonst nützt die ganze Novelle der StVO nichts. Die Behauptung, die Autofahrer würden übermäßig zur Kasse gebeten, ist natürlich Quatsch! Man muss sich doch nur Regel-konform verhalten.

  4. Das Norisring-Rennen ohne Publikum ist eine schlechte Idee! Zum einen schwächt das die Disziplin der Menschen – zum anderen werden sich die Fans dann eben privat treffen.

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