Gefallen Ihnen die Pläne zum Bahnhofsvorplatz?

Das Chaos vor dem Hauptbahn­hof soll ein Ende haben, das Tor zur Altstadt ein ordentliches Er­scheinungsbild bekommen. Wer künftig das Gebäude verlässt und ins Zentrum möchte, muss auch nicht mehr in die Unterwelt abtauchen, sondern kann gerade­wegs über den Platz gehen.
Lange hat es gedauert, bis die Stadtverwaltung nun ihre Pläne vorstellen konnte. Unter anderem werden die Taxis umziehen, wer seinen Pri­vatwagen abstellen will, soll nach Möglichkeit ins Parkhaus fahren und für alle, die mal eben jeman­den aus dem Auto aussteigen las­sen, gibt es auch einen speziellen Platz. Verändert wird, das war auch der Wunsch der Politik, das Beleuchtungskonzept. Der Bahn­hofsvorplatz (Foto: Claus Hirche, architektur & design) wird heller ange­strahlt, was der Sicherheit zuträg­lich sein soll.
Der ganz große Wurf hätte nach Meinung von Baureferent Daniel Ulrich anders ausgesehen. Unter anderem hätte man, wäre Nürn­berg eine wohlhabende Stadt, den Verkehr unter die Erde verlegen können. So aber ist eine kleine Lösung für die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes zustande ge­kommen.

Gabi Eisenack

Gefallen Ihnen die Pläne zum Bahnhofsvorplatz?

Braucht Nürnberg sonntags mehr Einkaufsmöglichkeiten?

LidlLange Schlangen an den Kassen und den Pfandautomaten, dichtes Gedränge in den Gängen. Die Lidl-Filiale im Hauptbahnhof erlebte am zweiten Weihnachtsfeiertag und am darauffolgenden Sonntag einen so großen Kundenansturm, dass Sicherheitskräfte die Eingänge zu den Verkaufsräumen zeitweise schlossen. Auffällig war, dass sich viele Familien mit Kindern auf den Weg zu dem Discounter mit den besonders langen Öffnungszeiten gemacht hatten.

Im Internet wurde über die Gründe des großen Konsumenteninteresses diskutiert. Kam Weihnachten heuer völlig überraschend? Haben die Nürnberger vor den Feiertagen zu knapp kalkuliert und standen bereits am zweiten Feiertag mit knurrenden Mägen vor dem leeren Kühlschrank? War das Fernsehprogramm so mies, dass Einkaufen im Discounter mehr Spannung versprach? Bieten Nürnberg und sein Umland keine besseren Freizeit-Angebote für den Familienausflug?

Viele Kommentatoren stellten in Frage, ob die Ladenöffnungszeiten in Bayern noch zeitgemäß sind und verlangten eine Freigabe. Befürworter einer Lockerung der strengen Regeln verweisen auf andere Bundesländer. Dort kann vielerorts von Montag bis Samstag vom frühen Morgen bis in die Nacht eingekauft werden. Allerdings gilt auch hier: Am Sonntag bleiben die Läden – bis auf wenige Ausnahmen — zu. Im Ausland kann man teilweise sogar sieben Tage die Woche und rund um die Uhr seinen Einkaufswagen durch Supermärkte schieben.

Befürworter von freien Ladenöffnungszeiten verweisen auf die anspruchsvollere Kundschaft. Leute, die es gewohnt sind, rund um die Uhr im Internet ihren Warenkorb zu füllen, müssten auch im Geschäft jederzeit – also auch sonntags – bedient werden, so die Argumentation. Arbeitszeiten seien heute in vielen Branchen extrem flexibel, da müsse auch der Handel nachziehen. Außerdem, so die Befürworter, könnten neue Arbeitsplätze entstehen: Läden, die länger öffnen, brauchen schließlich mehr Personal, so ihre Rechnung.

Gegner von Sonntagsöffnungszeiten bezweifeln, dass durch eine Lockerung mehr Geld in die Kassen der Händler fließt. Das verfügbare Einkommen des Großteils der Bevölkerung habe in den letzten Jahren nicht zugenommen. Sie befürchten, dass die oftmals in der Kritik stehenden Arbeitsbedingungen und -zeiten im Einzelhandel noch schlechter werden. Statt Vollzeitstellen würden eher Aushilfsjobs geschaffen, so die Befürchtung.

Egal ob für die Beschäftigten oder die Kunden: In einer immer hektischer werdenden Welt seien Ruhephasen wichtig; Zeit, in der man sich ohne Konsumterror erholen kann, in der Familien und Freundeskreise gemeinsam Zeit verbringen und in der es Raum gibt für Kultur, Sport und Ehrenamt.

Clara Grau

Wir wollen deshalb in unserer Leserfrage der Woche von Ihnen wissen:

Braucht Nürnberg sonntags mehr Einkaufsmöglichkeiten?